Social-Media-Plattformen: Ein Überblick über Werbepotenziale und Nutzungsverhalten

Gastautorin Kathi Grelck gibt Euch einen Überblick über alle wichtigen Social-Media-Plattformen

Social Media – eine Errungenschaft der Moderne, der Digitalisierung, Vernetzung und Globalisierung. Mit dem Eintritt von Facebook auf dem deutschen Markt im Jahr 2008 hat auch bei uns eine rasante Entwicklung begonnen, die immer noch anhält. 2021 gibt es weltweit 4,2 Milliarden Social-Media-Nutzer:innen – das sind mehr als 50% der gesamten Weltbevölkerung und eine halbe Milliarde mehr als noch im letzten Jahr. Und die Nutzung ist nicht gerade sporadisch: Im Schnitt verbringt ein:e deutsche:r Nutzer:in am Tag 1 Stunde und 19 Minuten in den sozialen Netzwerken und nutzt dafür 5,9 Accounts.

Kein Wunder, dass inzwischen auch fast alle Unternehmen auf Social Media als Teil ihres Content-Marketing-Mix setzen. Besonders beliebt sind LinkedIn für B2B- und Facebook für B2C-Unternehmen, wie die Statista Content-Marketing Trendstudie 2021 ergeben hat. Aber auch Xing, Youtube, Twitter und Instagram werden fleißig genutzt, um sichtbar zu sein. Den Nutzen von Pinterest, WhatsApp, TikTok und Snapchat haben bisher hingegen eher wenige Unternehmen für sich entdeckt.

Warum zögern manche Unternehmen, auch ins Social-Media-Marketing einzusteigen, wenn es bei anderen doch so erfolgreich funktioniert? Ich habe nämlich das Gefühl, dass einige Unternehmen einfach gar nicht wissen, wofür welches soziale Medium im Content-Marketing geeignet ist, welche Zielgruppen sich dort aufhalten und welche Spielregeln es jeweils zu befolgen gilt. Deshalb schauen wir uns in diesem Artikel gemeinsam in aller Ruhe an, welche Social-Media-Plattformen es eigentlich alles gibt, worin diese sich unterscheiden und wie Ihr Euch mit Euren Unternehmen auf der passenden Plattform am besten präsentiert.

Q&A Social-Media-Plattformen

Bevor wir direkt einsteigen und uns neun der wichtigsten Social-Media-Kanäle ganz detailliert anschauen, beantworte ich Euch die Fragen, die die meisten Einsteiger:innen herumtreiben.

Was sind die meistgenutzten Social-Media-Plattformen und wie viele Nutzer:innen haben die einzelnen Social-Media-Plattformen?

Laut Digital 2021 Report von Hootsuite ist Facebook weiterhin das weltweit meistgenutzte soziale Medium mit 2,74 Milliarden Nutzer:innen. Danach folgen YouTube (ca. 2,3 Milliarden), WhatsApp (2 Milliarden), Facebook Messenger (1,3 Milliarden) und Instagram (1,3 Milliarden).

In Deutschland sieht das Ranking etwas anders aus. Im Report wurde ermittelt, welcher prozentuale Anteil der Bevölkerung auf welchen Social-Media-Plattformen aktiv ist. Hier steht WhatsApp (79,6 %) auf Platz 1, gefolgt von YouTube (74,8 %), Facebook (60%), Instagram (49,6%) und dem Facebook Messenger (37,3%). Weiter unten auf der Liste stehen Pinterest (26,8%), Twitter (22,8%), Skype (20,3%), TikTok (18,2%), Snapchat (17,9 %) und LinkedIn (15,7%). Die Schlusslichter sind Twitch (13,1%), Xing (12,3%), Telegram (10,2%), Reddit (8,5%) und Tumblr (7,5%).

Genauere Zahlen zu den Nutzer:innen auf den einzelnen Plattformen findet Ihr in den einzelnen Abschnitten zum jeweiligen Kanal.

Die meist genutzten Social Media Plattformen in Deutschland, Quelle: https://datareportal.com/reports/digital-2021-germany

Wie viele Social-Media-Plattformen gibt es?

Es gibt keine konkreten Zahlen darüber, wie viele Social-Media-Plattformen es weltweit insgesamt gibt. Das liegt einerseits daran, dass manche Länder und Regionen ganz eigene Plattformen haben, die über ihre Grenzen hinaus nicht bekannt sind. Andererseits aber auch daran, dass Unstimmigkeiten darüber existieren, was denn nun alles ein soziales Medium ist und was nicht.

Der Hootsuite Report zählt z. B. Kurznachrichtendienste wie WhatsApp, den Facebook Messenger und Telegram dazu, während andere das nicht tun. Auch bei Pinterest ist man sich uneinig: Manche werten Pinterest klar zu den sozialen Medien, während andere dagegenhalten, dass es eine Suchmaschine ist.

In Deutschland gelten diese 11 Social-Media-Plattformen als die wichtigsten:

• Facebook

• Instagram

• YouTube

• Vimeo

• XING

• LinkedIn

• Pinterest

• Snapchat

• TikTok

• Reddit

• Twitter

Wie viele Unternehmen sind auf den Social-Media-Plattformen vertreten?

2017 hat der Digitalverband Bitkom eine repräsentative Umfrage zur Nutzung von sozialen Medien in Unternehmen in Auftrag gegeben. Damals gaben 73% der Unternehmen an, auf Social Media im Marketing-Mix zu setzen.

Social Media Nutzung von Unternehmen, Quelle: https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Fast-jedes-zweite-Unternehmen-hat-im-Netz-schon-Gegenwind-bekommen.html

Wenig überraschend ist, dass diese Zahlen sich inzwischen sogar gesteigert haben. In der Statista Content Marketing Trendstudie 2021 wird berichtet, dass 92% aller befragten B2C- und 94% aller befragten B2B-Unternehmen angaben, Social-Media-Kanäle für ihr Content-Marketing zu nutzen.

Welche Social-Media-Kanäle eignen sich für B2B- und welche für B2C-Social-Media-Marketing?

Statista hat herausgefunden, wo Unternehmen aktuell am ehesten Social-Media-Marketing betreiben und das im Rahmen der Trendstudie zum Content Marketing 2021 anschaulich in einem Diagramm dargestellt.

Vergleich Social Media Nutzung B2B und B2C, Quelle: https://statista.design/wp-content/uploads/2021/05/Statista-Content-Marketing-Trendstudie-2021.pdf

Wie bei fast allen Marketingaktionen stellt sich beim Social-Media-Marketing aber grundlegend die Frage, wer Eure Zielgruppe ist. B2B-Marketing wird viel bei LinkedIn und Xing betrieben, junge Endkund:innen könnt Ihr gut via TikTok oder Instagram erreichen. Als Fachmagazin lohnt sich ein Profil bei Twitter, als Videospiel-Entwicklungsbüro Werbung auf Twitch.

Mehr zu den Zielgruppen auf den einzelnen Plattformen erfahrt Ihr, wenn Ihr weiterlest.

Wie können Unternehmen Social Media nutzen?

Die unterschiedlichen Plattformen sind jeweils für verschiedene Zwecke geeignet. Auf LinkedIn könnt Ihr unter anderem super Employer Branding betreiben; auf Twitter könnt Ihr Brand Awareness schaffen und mit Euren Kund:innen in den Austausch kommen; auf Pinterest könnt Ihr Traffic für Eure Landing Pages generieren.

Wichtig ist, dass Ihr Euch immer intensiv mit einer Plattform auseinandersetzt, Euch anschaut, was die Konkurrenz besonders gut macht und vor allem strategisch und kreativ seid. Der weitere Verlauf des Artikels soll dabei eine Unterstützung für Euch sein.

Welche Tools können Unternehmen nutzen, um auf Social Media erfolgreich zu sein?

Man muss sich das Leben nicht unnötig schwer machen. Mit ein paar Tools wird das Arbeiten mit sozialen Medien gleich angenehmer und weniger zeitintensiv. Bei OMR Reviews geben wir Euch einen guten Überblick über Social-Media-Softwares.

Da gäbe es zum Beispiel Later, womit Ihr Social-Media-Posts vorplanen und automatisiert veröffentlichen könnt. Oder Canva – dem Tool, mit dem jede:r coole Grafiken und Posts zaubert, ganz ohne grafisches Talent. Mit dem Facebook Creator Studio könnt Ihr alle eure Social-Media-Aktivitäten im Facebook-Kosmos planen, organisieren und analysieren.

Das sind übrigens die bestbewerteten Tools für Social Media auf OMR Reviews:

Mit dem Planungstool Later könnt ihr eure Social-Media-Posts vorplanen.

Gibt es neue Social-Media-Plattformen?

2021 ist ein neues soziales Netzwerk plötzlich aufgetaucht: Clubhouse. Dank ausgeklügelter Marketingstrategie (Zugang nur mit Einladung) gab es kurzfristig einen absoluten Hype um die Audio-Social-Media-Plattform. Das Prinzip: Passive Zuhörer:innen lauschen Expert:innen bei Gesprächen; ggf. können sie über einen Chat Fragen stellen oder Redeerlaubnis bekommen.

Auch wenn viele Expert:innen und Unternehmen sofort angefangen haben, sich auf Clubhouse zu positionieren, hat das Medium es in der kurzen Zeit noch nicht geschafft, anderen Plattformen den Rang abzulaufen.

Vorstellung: Das sind die wichtigsten Social-Media-Plattformen

Nun stellen wir Euch die verschiedenen Social-Media-Plattformen nochmal etwas genauer vor.

1. Facebook

Facebook war das soziale Medium, mit dem der Hype 2008 in Deutschland so richtig angefangen hat. Während Facebook zunächst nur für die Vernetzung von Privatmenschen genutzt wurde, haben Unternehmen die Plattform immer mehr für sich entdeckt. Heutzutage besteht ein Feed zu großen Teilen aus Werbung, die sich besser oder schlechter einfügt. Fast alle etablierten Unternehmen und Brands sind auf Facebook vertreten und teilen News, Snack Content und Insights.

OMR Jobs auf Facebook

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf Facebook

Auch 2021 ist Facebook immer noch das meistgenutzte soziale Medium mit 2,74 Milliarden Nutzer:innen weltweit. In Deutschland haben im Dezember 2020 60% der Internetnutzer:innen zwischen 16 und 64 Jahren Facebook genutzt und 37,3% den Facebook Messenger und das im Schnitt für insgesamt 11,5 bzw. 5,3 Stunden. Das Potenzial von Facebook ist weiterhin hoch: 29 Millionen der deutschen Bevölkerung und damit 39,4% der über 13-Jährigen können mit Werbung über diesen Social-Media-Kanal erreicht werden. Laut Angaben von Facebook selbst wird die Plattform zu 50% von Männern und 50% von Frauen genutzt.

Facebook wird fast ausschließlich über Mobilgeräte aufgerufen. 25% der deutschen Nutzer:innen greifen sowohl über Smartphones als auch Desktop-PCs oder Laptops auf die Plattform zu. Gerade einmal 4% nutzen ausschließlich ihren Laptop oder PC, 70,9% dafür fast ausschließlich ihr Smartphone.

Die Interaktionsfreudigkeit auf Facebook ist trotz der großen Nutzerzahl eher gering. Wer über 18 ist, likt in seinem Leben durchschnittlich gerade einmal eine Facebook-Seite. Dafür werden monatlich 7 Likes und 3 Kommentare auf Posts verteilt und ein Post weitergeleitet. Werbeanzeigen performen vergleichsweise gut: Jede:r Nutzer:in klickt monatlich auf rund 14 Facebook Ads. Kein Wunder also, dass Unternehmen mit 73,7% den Großteil ihrer Anzeigen-Werbebudgets für den normalen Feed von Facebook und Instagram einsetzen.

Unternehmen auf Facebook

Am besten performen laut Socialbakers (jetzt Emplifi) auf Facebook Unternehmen aus den Branchen:

• E-Commerce

• Einzelhandel

• Services

• Fashion

• Elektronik

Allerdings sinkt das Engagement der Nutzer:innen in allen Altersgruppen. Aus dem Nichts eine wertvolle Community aufzubauen, wird deshalb immer schwieriger. Wenn ihr es dennoch versuchen wollt, lohnt sich ein Blick auf die besonders erfolgreichen Unternehmen auf Facebook.

Übersicht Nutzerzahlen Facebook, Quelle: https://www.faktenkontor.de/pressemeldungen/facebook-faellt-frei-marktanteil-stuerzt-auf-historisches-tief/

2. Instagram

Instagram war früher einmal eine reine Foto-Plattform, die wie ein digitales Fotoalbum benutzt wurde. Spätestens seit der Übernahme durch Mark Zuckerberg wird die Social-Media-Plattform aber immer diverser und vor Kurzem hat Adam Mosseri öffentlich bekanntgegeben, dass der Fokus von Instagram zukünftig noch mehr auf Video und Shopping liegen soll.

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf Instagram

Futurebiz zufolge wurde Instagram 2020 weltweit von einer Milliarde und deutschlandweit von 21 Millionen Nutzer:innen verwendet. 18 Millionen davon konsumierten die sogenannten Instagram Stories, über die sie mit Content-Marketing erreicht werden können.

Laut Facebook können in Deutschland 26 Millionen Menschen mit Werbeanzeigen erreicht werden, was ca. einem Drittel der Bevölkerung entspricht, die älter als 13 Jahre ist. Die Reichweite der Werbeanzeigen ist kürzlich erst um eine weitere Million gewachsen. Mit einer Ad Audience, die zu 51,9% weiblich und zu 48,1% männlich ist, lassen sich beide Geschlechter nahezu gleich gut erreichen.

Das Geschlecht mag auf Instagram weniger relevant sein, dafür aber das Alter umso mehr. Am besten lassen sich 14- bis 29-Jährige erreichen, die Instagram mehrheitlich mindestens wöchentlich nutzen. Mit steigendem Alter nimmt die Nutzung aber ab: Nur ein Fünftel der über 30-Jährigen und gerade einmal 2% der über 50-Jährigen ist so regelmäßig auf der Social-Media-Plattform unterwegs. Wer über 70 ist, nutzt Instagram so gut wie gar nicht.

Unternehmen auf Instagram

Instagram verzeichnet einen stetigen Zuwachs an Unternehmensprofilen. Seit Juni 2017 sind – zusätzlich zu den bis dahin bestehenden – 10 Millionen Unternehmensprofile angelegt oder umgewandelt worden. Das lohnt sich auch, denn 90% der Instagram-Nutzer:innen folgen mindestens einem Unternehmensaccount. Aber auch wer einem Unternehmen noch nicht folgt, kann über Instagram gut erreicht werden. 2 von 3 Besucher:innen auf einem Unternehmensprofil sind (noch) keine Abonennt:innen des Accounts. Besonders mit Videoformaten lassen sich potenzielle neue Kunden auf Eure Unternehmen aufmerksam machen: 1/3 der am meisten angesehenen Stories auf Instagram kommen von Brands und Unternehmen.

Besonders Unternehmen aus dem Lifestyle-Sektor, aber auch aus der Automobil- und Sportbekleidungsbranche können bei Instagram große Erfolge verzeichnen. Die internationalen Unternehmen und Brands mit den meisten Follower:innen sind nach Instagram (> 330 Mio.) National Geographic (> 130 Mio.), Nike (> 100 Mio.), Real Madrid (> 83 Mio.) und FC Barcelona (< 82 Mio.). Die deutschen Unternehmens-Accounts mit den meisten Follower:innen sind:

1. adidas Originals (> 37 Mio.)

2. adidas Football (> 31 Mio.)

3. BMW (> 25 Mio.)

4. Mercedes Benz (> 25 Mio.)

5. adidas (> 25 Mio.)

6. FC Bayern München (> 20 Mio.)

7. Porsche (> 19 Mio.)

8. Audi (> 15 Mio.)

9. Mercedes AMG (> 12 Mio.)

10. Puma (> 10 Mio.)

BMW bekommt für Feed-Beiträge 60.000 bis 330.000 Likes und min. 200 Kommentare. Das Unternehmen postet mehrmals täglich.

3. YouTube

YouTube ist die beliebteste Plattform für Videos im Querformat, die länger als ein paar Minuten sein sollen. Damit hat YouTube noch immer einen USP gegenüber anderen Video-Social-Media-Plattformen wie TikTok oder Snapchat.

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf YouTube

77% aller Deutschen nutzt YouTube zumindest selten. Die durchschnittliche tägliche Nutzungsdauer liegt bei 12 Minuten, was einem durchschnittlich langen oder zwei kurzen Videos entspricht.

Mit Werbung auf YouTube lassen sich deutschlandweit 66 Millionen Menschen und damit 82,5% aller über 18-Jährigen erreichen. Davon sind 48,3% weiblich und 51,7% männlich.

Unternehmen auf YouTube

YouTube-Nutzer:innen wollen Mehrwert, egal ob in Form von Wissen oder Spaß. Das zeigt auch die Liste der 21 deutschen Firmen auf YouTube mit den meisten Abonnent:innen.

Übersicht der größten deutschen Unternehmen auf YouTube, Quelle: https://onlinemarketing.de/social-media-marketing/top-10-deutschen-unternehmen-youtube

4. XING

Xing ist das deutsche Karriereportal für Networking. Unternehmen können sich Arbeitgeberprofile und Privatpersonen Privatprofile erstellen. Im Fokus steht dabei Business: Unternehmen suchen nach neuen Angestellten und Privatpersonen suchen nach neuen Job-Chancen.

Xing-Profil von OMR

Nutzungsverhalten und Nutzer:innen auf Xing

Xing hat deutschlandweit 16 Millionen Nutzer:innen, von denen 47% das Karrierelevel Professional haben.

Xing ist eines der Social Networks, die eher sporadisch genutzt werden. Der ARD ZDF Onlinestudie zufolge nutzt gerade einmal 1% die Plattform täglich, 4% immerhin wöchentlich und 11% mindestens selten. Männer nutzen Xing häufiger als Frauen und am beliebtesten ist die Nutzung bei den 30- bis 49-Jährigen. 1% sind aber immerhin noch knapp 2,2 Millionen Menschen, die täglich auf Xing unterwegs sind. Hauptsächlich wird die Plattform für Stellenausschreibungen und Networking genutzt.

Unternehmen auf Xing

Ca. 40% der Mitglieder von Xing arbeiten in einem Unternehmen, das mehr als 500 Beschäftigte hat. Die meisten auf Xing vertretenen Unternehmen haben allerdings zwischen 1 und 50 Angestellte. Am stärksten sind die Branchen IT & Handel (23%), Industrie (18%) und Dienstleistung (15%) vertreten.

Da es bei Xing eine hohe Dichte an Führungskräften gibt, sind B2B-Marketingaktionen, die sich an diese Zielgruppe richten, auf Xing sinnvoll platziert.

5. LinkedIn

Was Xing für den deutschen Markt war, sollte LinkedIn in den USA werden. Aber das Business-Portal für die Vernetzung mit anderen Berufstätigen und Unternehmen hat auch im DACH-Raum schon 16 Millionen Nutzer:innen.

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf LinkedIn

In erster Linie dient die Plattform Karrierezwecken und das macht sie erstaunlich gut: 55 Bewerbungen werden pro Sekunde bei Unternehmen über LinkedIn eingereicht. Dank immer mehr Funktionen wie Karussell-Beiträgen, Live Streams und Linkedin Articles steigt das Engagement immer weiter. Auch die E-Learning-Angebote von Linkedin werden fleißig genutzt – 1 Million Stunden an Online-Kursen werden jede Woche konsumiert.

LinkedIn-Account von OMR

LinkedIn zufolge können in Deutschland 12 Millionen Menschen mit Anzeigen auf der Business-Plattform erreicht werden, was 17,2% der volljährigen Gesamtbevölkerung entspricht. Die Reichweite von LinkedIn wächst weiterhin. Kürzlich lag das Wachstum bei 9,1%. Mit Werbung auf LinkedIn lassen sich Männer besser erreichen als Frauen: 62,3% der Nutzer:innen, die Unternehmen mit Anzeigen ansprechen können, sind männlich und nur 37,7% sind weiblich.

Unternehmen auf LinkedIn

55 Mio. Unternehmen sind auf LinkedIn vertreten. Angestellte dieser Unternehmen dienen als Ambassadors und teilen Beiträge Ihrer Arbeitgeber:innen. Damit ist LinkedIn für Employer Branding ideal. Aber auch für die Talentsuche ist die Social-Media-Plattform geeignet, weil Talente durchs Vernetzen entdeckt und freie Positionen ohne teure Stellenanzeigen ausgeschrieben werden können. Unternehmen nutzen LinkedIn aber auch für B2B-Content-Marketing, werben für Seminare und Bücher und präsentieren ihre Expertise.

LinkedIn zufolge profitieren Unternehmensseiten mit mehr als 150 Follower:innen von stetigem Wachstum. Außerdem lohnt es sich, gründlich zu sein. Mit einem vollständig ausgefüllten Unternehmensprofil habt Ihr 30 % mehr Aufrufe als Unternehmen mit fehlenden Angaben. Ganz wichtig ist außerdem: Regelmäßig posten. Besonders Collagen mit drei bis vier Bildern haben eine große Reichweite.

6. Pinterest

Social-Media-Plattform oder Suchmaschine? Man ist sich uneinig. Auf Pinterest können Nutzer:innen einerseits Bilder und Videos hochladen und mit Text und Links versehen und andererseits selbst solche Beiträge „pinnen“, also auf ihre virtuellen Pinnwände heften.

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf Pinterest

In Deutschland werden auf Pinterest monatlich 4 Mio. Inhalte gespeichert. 70% aller Nutzer:innen sind weiblich, 24% männlich und 6% haben keine Angaben zum Geschlecht gemacht. Das Alter liegt mehrheitlich zwischen 18 und 44 Jahren (zusammen 74%). Ein Viertel ist allerdings älter als 45.

Ein Viertel, genauer gesagt 25,2% der Deutschen und damit 17,56 Millionen Menschen konsumieren potenziell Werbeanzeigen auf Pinterest. Damit ist die Reichweite der Plattform um 14,6% gestiegen. Bei der Geschlechterverteilung sieht es bei Pinterest genau gegensätzlich zu Twitter aus: Mit Werbung lassen sich gerade einmal zu 16% Männer erreichen, dafür zu 78,1% Frauen. Für die restlichen 5,9% liegen keine Daten zu Geschlechtszugehörigkeiten vor.

Werbung auf Pinterest – ob organisch oder bezahlt – lohnt sich, weil potenzielle Kund:innen auf der Customer Journey schon sehr weit und kaufbereit sind. 77% der aktiven Pinterest-Nutzer:innen haben neue Marken oder Produkte über die Plattform entdeckt und 25% der Pinterest-Nutzung steht im Zusammenhang mit der Suche nach oder dem gezielten Kauf von Produkten.

Unternehmen auf Pinterest

Ein beliebtes deutsches Unternehmen ist IKEA Deutschland. Der Account hat zwar nur 166,7 Tsd. Follower:innen, aber dafür über 10 Mio. monatliche Aufrufe. Auf dutzenden Pinnwänden erstellt der Account Moodboards, auf deren Basis andere Nutzer:innen eigene Moodboards erstellen und ihre Wunschprodukte sogar kaufen können.

Ich gestehe: Als ich mein Arbeitszimmer geplant habe, habe ich mir auch Moodboards auf Pinterest erstellt und tatsächlich das eine oder andere Teil bei Ikea eingekauft. Den Effekt auf meine Kaufbereitschaft kann ich also bestätigen.

Moodboards auf Pinterest

Dem gleichen Prinzip wie IKEA folgt auch Bauhaus Deutschland auf Pinterest. Auf Themen-Pinnwänden wie z.B. „Garten“ wird Inspiration und Information geliefert. Neben reinen Bildern, die auf den Verkauf von Produkten ausgerichtet sind, bietet Bauhaus auch Ratgeber und Quick Tipps.

Bauhaus Profil auf Pinterest

7. Snapchat

Snapchat erfreut sich besonders in den USA großer Beliebtheit, während die Plattform in Deutschland eher weniger und wenn dann von jungen Menschen genutzt wird. Bei der App handelt es sich um ein Mobile-First-Social-Network, das heißt, es wird hauptsächlich über Mobilgeräte genutzt. Die Nutzung der App ist simpel: Videos können entweder öffentlich oder als Direktnachricht an einzelne Personen geteilt werden. Die Plattform dient gleichzeitig als Messenger-Dienst.

Nutzungsverhalten und Werbepotenzial auf Snapchat

Auf Snapchat tummeln sich fast ausschließlich 14- bis 29-Jährige. Wer älter ist, nutzt dieses soziale Medium der ARD-ZDF-Onlinestudie 2020 zufolge in der Regel nicht. Wenn Ihr hauptsächlich Millennials und die Gen Z mit Euren Unternehmensbotschaften erreichen wollt, ist Snapchat für Euren Marketingmix geeignet.

Tägliche Social Media Nutzung

Mit Werbung auf Snapchat können 15,35 Millionen Menschen erreicht werden und damit 20,8% der deutschen Bevölkerung, die älter ist als 13. Mit einer Steigerung der Reichweite um 1,8 Millionen bzw. 12,9% wird Snapchat auch in Deutschland immer relevanter für Marketingleute. 59,2% der Nutzer:innen, die über Snapchat Werbung konsumieren, sind weiblich und 39,8% männlich. Der restliche Anteil entfällt auf User:innen ohne Geschlechtsangabe.

Werbeanzeigen auf Snapchat werden in die organischen Elemente eingebunden und fallen damit kaum auf. Stattdessen wird sie mit Snap Ads, lokalen Filtern und individuellen Kameralinsen auf kreative Weise in das Nutzererlebnis integriert. Snapchat Advertising lohnt sich für

• die Akquise junger Talente,

• die Stärkung der Brand Awareness,

• die Steigerung von Traffic, Leads oder App-Installationen und

• das Erzielen von Conversions.

Unternehmen auf Snapchat

Snapchat hat 2020 911 Millionen Dollar mit Werbung eingefahren und damit ein Umsatzwachstum von 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erreicht. Kein Wunder also, dass namhafte Marken mit junger Zielgruppe die Social-Media-Plattform für Werbung nutzen: NYX Professional Makeup, The New York Times und Ralph Lauren haben mit Snapchat Augmented-Reality-Kampagnen umgesetzt.

Für die Zukunft will Snapchat vor allem für Kosmetikunternehmen attraktiver werden, indem spezielle Kameralinsen entwickelt werden, mit denen Nutzer:innen die Kosmetikprodukte digital ausprobieren können. Wenn Ihr auch im Marketing für eine Kosmetikfirma mit junger Zielgruppe arbeitet, solltet Ihr Euch also jetzt genauer mit Snapchat befassen.

8. TikTok

TikTok ist eine der aktuellen Trend-Social-Media-Plattformen und verzeichnet weltweit ein rasantes Wachstum. Das Prinzip der viralen Kurzvideos wurde direkt von Mark Zuckerberg kopiert und in Form von Reels auf der Plattform Instagram integriert. Viele Nutzer:innen beider Kanäle teilen ihre selbst erstellten Videos parallel auf beiden Plattformen. Besonders charakteristisch: Wenn ein Format oder eine Idee gut funktioniert, wird sie nicht nur gelikt und geteilt, sondern auch kopiert. So entstehen unzählige Versionen von ein- und derselben Idee.

Nutzungsverhalten und Nutzer:innen auf TikTok

In Deutschland nutzen 10,7 Millionen User:innen TikTok– das ist recht wenig, wenn man bedenkt, dass es weltweit über eine Milliarde Nutzer:innen gibt. 60% sind zwischen 10 und 29 Jahren alt. TikTok wird mehr von Frauen und Mädchen (60%) als von Männern und Jungs (40%) benutzt.

Im Schnitt öffnet jede:r Nutzer:in die App 8 Mal am Tag und wendet insgesamt 52 Minuten dafür auf. Nur ein kleiner Bruchteil davon ist reine:r Konsument:in: Satte 83% der Nutzenden haben bereits selbst ein Video über ihren Account veröffentlicht.

Werbung und Unternehmen auf TikTok

Netflix Deutschland Werbeaktion mit Branded Hashtag Challenge für eine neue Serie in Kooperation mit 10 bekannten deutschen Creators.

Das Potenzial von TikTok ist großen und kleinen Unternehmen nicht entgangen: Brands wie BMW, Maybelline, Boss, Netflix, eBay, KFC und Nespresso haben bereits erfolgreiche Werbekampagnen mit der Hilfe von TikTok über die Plattform geschaltet. Die Ergebnisse werden veröffentlicht und können zur Inspiration und Analyse genutzt werden.

9. Twitter

Twitter ist unter den sozialen Netzwerken deshalb so besonders, weil es hauptsächlich auf kurze Texte ausgerichtet ist. In einem Tweet könnt Ihr zwar auch Bilder, GIFs, Links, Emojis und kurze Videos unterbringen, aber der Kern eines jeden Beitrags sind Text und Hashtags. Letzteres ist wichtig, um von Nutzer:innen gefunden zu werden, die Euch nicht folgen. Aufgrund der Natur der Beiträge und auch der Zielgruppe, die sich auf Twitter aufhält, hat sie großen News-Charakter und gilt als Mikroblogging-Plattform.

Nutzungsverhalten und Nutzer:innen auf Twitter

Nur 2% der Deutschen, also 1,4 Millionen Menschen, nutzt Twitter täglich. Global betrachtet wird Twitter aber massiv genutzt: Täglich werden 500 Millionen Tweets gepostet, was 6000 Tweets pro Minute entspricht.

Interessant wird es, wenn man sich anschaut, wer auf Twitter vertreten ist. 24,6 % der verifizierten Accounts gehören Journalist:innen. Außerdem sind 83% aller Weltführer:innen auf Twitter. Die meisten Follower:innen hat Barack Obama (> 111 Mio.).

Werbepotenzial auf Twitter

Im Vergleich zu anderen Social-Media-Plattformen bietet Twitter mit 5,8 Millionen eine kleine Audience für Werbung. Gerade einmal 7,9% der über 13-Jährigen in Deutschland konsumieren über die Plattform Anzeigen. Trotzdem wächst die Reichweite von Twitter: Im Quartalswechsel zum vierten Quartal von 2020 wurde mit 350.000 mehr Menschen eine Reichweitensteigerung von 6,4% verzeichnet. Mit einer Ad Audience, die zu 81,6% männlich und zu 18,4% weiblich ist, hat Twitter eine der eindeutigsten Zielgruppen im Bereich Geschlecht.

In den USA ist Twitter sehr beliebt für Marketingmaßnahmen. 65,8% aller Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeiter:innen nutzt Twitter für Marketing. Ein:e durchschnittliche:r Twitter-Nutzer:in aus Deutschland folgt fünf Unternehmen. Über organische Inhalte, Tweets, Retweets und Reaktionen auf Nachfragen können Unternehmen die Bindung zu ihren Kund:innen verbessern.

Unternehmen auf Twitter

Laut Twitter selbst lohnt es sich für Unternehmen, auf der Plattform aktiv zu werden. Geworben wird mit:

• einer Steigerung von 18% in der Verknüpfung mit der Markenbotschaft,

• einer Steigerung der Markenbekanntheit um 8%,

• einer Erhöhung der Markenpräferenz um 7% und

• einer um 3% gesteigerten Kaufabsicht.

Wenn Ihr Twitter in Euren Marketing-Mix aufnehmen wollt, solltet Ihr Euch unbedingt bei Eurer Konkurrenz umschauen, relevante Hashtags recherchieren und vor allem ausreichend Content haben, denn die Halbwertszeit eines Tweets ist gering und andere Unternehmen veröffentlichen deshalb bis zu 10 Beiträge pro Tag.

Podstars by OMR auf Twitter

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Fazit

Social-Media-Marketing lohnt sich für Unternehmen mehr denn je. Viele Unternehmen machen vor, wie erfolgreiches Social-Media-Marketing auf den einzelnen Plattformen funktioniert. Solange Ihr Euch ein bisschen mit einem Kanal auskennt und bereit seid, nach dessen Regeln zu spielen, ausreichend Content zu veröffentlichen und mit Eurer Community zu interagieren, könnt auch Ihr Euer Unternehmen sinnvoll platzieren. Dabei helfen Euch allerlei Softwares und Tools, unsere OMR Deep Dive Seminare und natürlich die beliebten OMR Reports.

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