Unternehmenskultur einfach erklärt: Definition, Gestaltung und positive Beispiele
Als Experten für HR und Employer Branding setzen wir uns in diesem Beitrag intensiv mit der Bedeutung der Unternehmenskultur auseinander
- Definition: Das ist Unternehmenskultur einfach erklärt
- Warum ist Unternehmenskultur wichtig sich?
- Worin zeigt sich Unternehmenskultur im Alltag?
- Welche Modelle von Unternehmenskulturen gibt es?
- Wie lässt sich die Unternehmenskultur analysieren und messen?
- Wie lässt sich Unternehmenskultur aktiv gestalten und ist ein Kulturwandel möglich?
- Welche Tools können bei der Gestaltung von Unternehmenskultur mitwirken?
- Unternehmenskultur: Best Practice und Erfolgsfaktoren
- Fazit
Definition: Das ist Unternehmenskultur einfach erklärt
Warum ist Unternehmenskultur wichtig sich?
- Mitarbeiterbindung und -zufriedenheit: Eine positive Unternehmenskultur trägt dazu bei, Mitarbeitende zu gewinnen und langfristig zu binden. Studien belegen, dass Mitarbeiter*innen motivierter und zufriedener sind, wenn sie sich mit den Normen, Werten und Verhaltensweisen ihres Arbeitgebers identifizieren.
- Kundenzufriedenheit: Zufriedene und motivierte Mitarbeitende fördern zwei weitere für Unternehmen wichtige Faktoren, die die Kundenzufriedenheit steigern. Zum einen steigt die Qualität ihrer Arbeit. Und je besser die Qualität der Arbeit, desto lieber kaufen Kunden die Produkte des Unternehmens. Zum anderen sind diese Mitarbeitenden ausgeglichener und freundlicher im Kundenkontakt. Auch dieser Faktor erhöht die Kundenzufriedenheit.
- Arbeitsproduktivität: Eine gut gestaltete Unternehmenskultur fördert die Produktivität, weil sie klare Erwartungen und Normen vorgibt. Mitarbeitende wissen, was von ihnen erwartet wird und können effizienter arbeiten.
- Attraktivität für Talente: Unternehmen mit einer positiven Kultur sind für Talente attraktiver. Menschen möchten in einer Umgebung arbeiten, die ihren eigenen Werten entspricht und wo Professionalität und Wertschätzung selbstverständlich sind.
Worin zeigt sich Unternehmenskultur im Alltag?
- Kommunikation: Wie wird miteinander gesprochen? Gibt es offene Gespräche und transparente Informationsflüsse? Wie ist der Umgangston untereinander?
Wie reden, sprechen oder schreiben Führungskräfte mit Mitarbeitenden und umgekehrt? - Entscheidungsfindung: Wie werden Entscheidungen getroffen? Basiert dies auf Hierarchie oder partizipativen Prozessen? Finden alle im Unternehmen Gehör? Oder werden bestimmte Personengruppen, Rollen oder Funktionen grundsätzlich ausgeschlossen?
- Arbeitsatmosphäre: Wie fühlt sich das Arbeitsumfeld an? Ist es geprägt von Vertrauen und Zusammenarbeit oder von Neid, Misstrauen und Konkurrenz? Dürfen alle ihre Meinung äußern? Und wird diese auch ernst genommen? Etwa indem Vorschläge umgesetzt werden?
- Konfliktlösung: Wie werden Konflikte behandelt? Gibt es Raum für konstruktive Diskussionen und Lösungen? Werden alle im Unternehmen einbezogen?
- Anerkennung und Belohnung: (Wie) werden Erfolge und Leistungen belohnt und wertgeschätzt? Das zeigt, welche Werte besonders geschätzt werden.
Welche Modelle von Unternehmenskulturen gibt es?
- Artefakte: Sichtbare Elemente wie Rituale, Kleidung und Bürogestaltung.
- Tiefenstruktur: Die grundlegenden Annahmen und Werte, die das Verhalten der Mitarbeiter prägen.
- Grundannahmen: Die tiefsten, oft unbewussten Überzeugungen, die die Kultur bestimmen.
Einige weitere Beispiele für Modelle der Unternehmenskultur sind:
- Das 7-S-Modell nach PETERS und WATERMAN / McKinsey 7-S
- Unternehmenskultur nach Mary Joe Hatch
- Das Organisationskultur Eisbergmodell nach Hall
- Unternehmenskultur nach Geert Hofstede
- Zwei-Stufen-Modell nach Kotter und Heskett
- Agile Unternehmenskultur
- Dialogische Unternehmenskultur
- Familiäre Unternehmenskultur
- Innovative Unternehmenskultur
- Moderne Unternehmenskultur
- Nachhaltige Unternehmenskultur
- Negative Unternehmenskultur
- Positive Unternehmenskultur
- Starke Unternehmenskultur
- Toxische Unternehmenskultur
- etc.
Wie lässt sich die Unternehmenskultur analysieren und messen?
- Quantitative Kennzahlen und Leistungsmetrik: Einige Aspekte der Unternehmenskultur werden durch quantitative Kennzahlen erfasst. Dazu gehören etwa Mitarbeiterfluktuation, Krankenstand oder Kundenzufriedenheit. Diese Kennzahlen geben Hinweise auf die Kultur und das Arbeitsumfeld. Zwar liefern diese Zahlen wichtige Informationen, haben aber auch ihre negativen Seiten. So reduzieren Sie die hohe Komplexität einer Unternehmenskultur auf nur wenige Teilaspekte. Zahlreiche weitere Facetten zur vollständigen Abbildung der Kultur bleiben außen vor. Wir empfehlen sie daher nur in Kombination mit weiteren Ansätzen.
- Mitarbeiterbefragungen: Durch Mitarbeiterbefragungen gewinnen Unternehmen wertvolle Einblicke in die Wahrnehmung und die Meinungen der Mitarbeitenden. Durch gezielte Fragen zu Werten, Kommunikation, Zusammenarbeit etc. finden Unternehmen heraus, ob diese in Einklang mit der angestrebten Kultur stehen. Weitere mögliche Methoden im quantitativen Bereich sind Pulse-Checks (Stimmungsbarometer) oder der Employee Net Promoter Score.
- Fokusgruppen: Diese Interviews finden mit mehreren Gruppen von Mitarbeitenden statt. Diese sollten einen Querschnitt von Rollen und Funktionen im Unternehmen abbilden. Die Leitung obliegt im besten Fall einem erfahrenen Moderator. Diese qualitative Methode ermöglicht besonders authentische Einblicke in die Unternehmenskultur. Im Mittelpunkt der Interviews stehen Fragen wie:
- Warum hast du dich für diesen Arbeitgeber entschieden?
- Was ist besonders an diesem Arbeitgeber?
- Wie würdest du die Zusammenarbeit beschreiben? Kannst du dafür ein Beispiel nennen?
- Was ist typisch für diesen Arbeitgeber? Gibt es Rituale?
- Worin kannst du besser werden?
- Einzelinterviews: Gezielte Gespräche mit Mitarbeitenden gewähren tiefgehende Einblicke. Sie eröffnen Mitarbeitenden die Möglichkeit, offen über ihre subjektive Sichtweise auf die Unternehmenskultur zu sprechen. Im geschützten Raum berichten sie über relevante Erfahrungen, Wahrnehmungen und Einstellungen. Einzelinterviews schließen Ablenkungen oder Einflussnahme durch Kolleg:innen auf diese Weise aus. Einzelgespräche und Fokusgruppen zählen zu den qualitativen Verfahren.
Wie lässt sich Unternehmenskultur aktiv gestalten und ist ein Kulturwandel möglich?
- Analyse: Zunächst sollten die Messergebnisse gründlich analysiert werden. Lief alles nach Plan, sollten die Ergebnisse aufzeigen, welche Aspekte der Kultur zuverlässig funktionieren, und welche verbessert werden müssen.
- Zielsetzung & Aktionsplan: Basierend auf den Messergebnissen legt die Organisation klare Ziele für die Optimierung der Unternehmenskultur fest. Es können spezifische Bereiche identifiziert werden, in denen Veränderungen notwendig sind. So erfordern möglicherweise Aspekte wie Kommunikation, Führungsstil, Zusammenarbeit oder Arbeitsumgebung gezielte Optimierungen. Die Identifizierung dieser Aspekte ermöglichen es Unternehmen, ihre Ressourcen und Bemühungen gezielt darauf zu konzentrieren. Mit gezielten Aktionen ist es möglich, diese Bereiche zu verbessern und letztlich das gesamte Unternehmen positiv zu beeinflussen.
- Beteiligung & kontinuierliche Kommunikation: Es ergibt keinen Sinn, wenn Unternehmen ihre Mitarbeitenden nicht an der Optimierung der Unternehmenskultur beteiligen. Ohne sie gäbe es schließlich keine Kultur. Das gelingt durch den Einsatz verschiedener informativer und kommunikativer Maßnahmen. Diese sollten so offen und transparent wie möglich auf die verschiedenen Zielgruppen in der Organisation zugeschnitten sein. Town Hall Meetings, Newsletter oder Schulungen eignen sich hervorragend, damit alle Menschen im Unternehmen am Aktionsplan beteiligt sind. Führungskräften kommt eine besondere Rolle zu, weil sie selbstverständlich als Vorbilder agieren.
- Cultural Fit: Hier ist nicht die körperliche Fitness gemeint, sondern die kulturelle Passung. Bei der Einstellung neuer Mitarbeitender können Unternehmen auf diese Passung achten, weil sie Werte, Normen und Verhaltensweisen definiert haben. Von der Stellenanzeige über Interviewfragen und Referenzen bis zu Probearbeitstagen: Unternehmen können die Passung an verschiedenen Stellen im Bewerbungsprozess prüfen. Aber Achtung: Die Rekrutierung von Klonen gilt es zu vermeiden, damit die Diversität nicht auf der Strecke bleibt. Es sollte nur darum gehen, zu prüfen, ob Bewerber zur Kultur im Unternehmen passen. Das ist ein schmaler Grat.
Welche Tools können bei der Gestaltung von Unternehmenskultur mitwirken?
OMR Reviews HR Software & Tools stellt eine Vielzahl an Tools vor, die entsprechende Möglichkeiten bieten.
Unternehmenskultur: Best Practice und Erfolgsfaktoren
- Fehler- und Feedbackkultur
- Flexibilität und Kreativität
- Gute Personalführung
- Klare Werte und Normen
- Transparente Kommunikation und zielgerichtete Zusammenarbeit
- Weiterbildung und Wissenstransfer
- Wertschätzung und ausgewogene Belohnungssysteme
Fazit
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