SEO-Texte schreiben: Schritt-für-Schritt-Anleitung

So erstellt Ihr gute suchmaschinenoptimierte Texte

Wenn Ihr im weitesten Sinne mit Online-Marketing arbeitet, habt ihr das Wort Suchmaschinenoptimierung (kurz SEO) bestimmt schon oft gehört. Was es damit auf sich hat, ist Euch vielleicht bekannt, vielleicht auch nicht. Dann ist dieser Artikel super für euch. Wenn Ihr auch noch lernen möchtet, wie ihr Eure Texte SEO-tauglich macht, seid Ihr hier goldrichtig!

 

Was ist SEO?

In den 2010er-Jahren hieß es noch, dass SEO-Texte eine bestimmte Länge haben und zwischen einem und fünf Keywords in vorgegebener Menge enthalten sollten. Damals konnte der Algorithmus noch keine ähnlichen Wörter erkennen. War ein Keyword also „Reise nach Ägypten Kosten“, musste das eins zu eins so im Text stehen. Versucht mal, das geschickt unterzubringen.

Gut-leserlicher SEO-Texte zu verfassen war also schwer. Denn stellt Euch vor Ihr hättet nur 300 Wörter zur Verfügung und müsstet darin 5 Aneinanderreihungen von Wörtern jeweils 4-mal unterbringen. Dann sind Euch die Hände ein Stück weit gebunden. Heutzutage sieht Suchmaschinenoptimierung anders aus. Was damals gemacht wurde, nennt sich heute Keyword Stuffing. Erkennt der Algorithmus einer Suchmaschine, dass Ihr Keyword Stuffing betreibt, wird eure Seite „abgestraft“, also schlechter gerankt oder sogar ganz aus den Suchergebnissen verbannt.

So funktioniert ein Suchmaschinenalgorithmus

Heutzutage bedeutet die Suchmaschinenoptimierung von Texten folgendes: Menschen nutzen jeden Tag Suchmaschinen wie Google, Bing, Ecosia & Co. Dabei haben sie immer eine bestimmte Intention. Sie suchen aktiv nach einer Information.

Die Suchmaschinen wollen möglichst die Webseiten ganz vorn anzeigen, die der suchenden Person am besten weiterhelfen. Welche Webseiten das sind, bestimmen die Suchmaschinen, indem Sie (mehr oder weniger) alle Seiten prüfen (crawlen) und anhand eines Algorithmus bewerten.

Damit Eure Websites ganz vorn in den Suchergebnissen landen, müssen Sie also bestimmte Suchintentionen bedienen und für den Algorithmus als wertvoll gelten.

Die Krux an der Sache: Zum einen weiß niemand wirklich, was für den Algorithmus alles wichtig ist. Google gibt diese Informationen nicht einfach so heraus. Stattdessen müssen SEO-Expert:innen sich ihr kollektives Wissen mit Trial-and-Error erarbeiten. Außerdem wird der Algorithmus ständig verändert, wenn es neue Erkenntnisse über das Suchverhalten und die Bedürfnisse von Internetnutzer:innen gibt. Eure Webseite kann also theoretisch an einem Tag super ranken und am nächsten Tag nicht mehr.

Die Sache mit dem Ranking

Warum wollen alle, dass ihre Webseiten ganz weit oben auf der ersten Seite der Suchergebnisse landen? Fies ausgedrückt: Suchmaschinen-Nutzer:innen sind faul. Realistisch ausgedrückt: Der Durchschnittsmensch hat keine Ahnung, wie der Algorithmus funktioniert. Viele wissen nicht einmal, dass es so etwas gibt. Sie gehen grundlegend davon aus, dass das erste Ergebnis meistens auch das beste sein wird.

Sistrix hat dazu knallharte Zahlen geliefert: Schon das zweite Suchergebnis hat nur noch eine 25% so hohe Wahrscheinlichkeit aufgerufen zu werden wie das erste. Die zweite Seite der Suchergebnisse wird nicht einmal von 1% aller Nutzer:innen aufgerufen. Da versteht man den Kampf um die besten Positionen natürlich.

Prozentuale Klickwahrscheinlichkeit nach Ranking in der Suchmaschine von Sistrix

Übrigens: Das erste Ergebnis bei Google ist nicht das, was das beste SEO-Ranking hat. Die obersten vier Ergebnisse sind Werbeanzeigen. Auf dem Screenshot könnt Ihr sehen, was angezeigt wird, wenn Ihr nach „crm software“ bei Google sucht. Der Großteil des Bildschirms wird von den Anzeigen eingenommen. Nur ganz unten könnt Ihr ein organisches Ergebnis sehen. Organisch bedeutet, dass für die Platzierung an dieser Stelle kein Geld bezahlt worden ist.

Google-Suche zu crm software

 

Um dann auch noch die Ergebnisse für Platz 2, 3, 4 usw. zu sehen, müsst Ihr erstmal scrollen. Dann wird zunächst ein Google-Feature, das häufige Fragen zu dem Keyword beantwortet, angezeigt. Praktisch daran ist, dass Nutzer:innen gar nicht erst auf eine Webseite gehen müssen. Die Antworten darin kommen aber von Websites. Gefällt Euche eine Antwort und habt Ihr das Gefühl, Ihr könnt dort mehr interessante Infos bekommen, könnt Ihr direkt auf die entsprechende Website gelangen.

Wenn Ihr aufmerksam schaut, könnt Ihr sehen, dass OMR für das Keyword „crm software“ auch gut rankt, nämlich in der Top-5. Das ist eigentlich nicht schlecht. Dank Sistrix wissen wir allerdings, dass nur ein kleiner Anteil der Menschen, die das Keyword bei Google eingeben, auch auf die Seite von OMR gehen. Wenn man bedenkt, wie viele Menschen danach im Durchschnitt suchen, gibt es dafür aber trotzdem noch ordentlich Traffic.

Google-Suche zu crm software

Technisches SEO: Ein Exkurs

Suchmaschinenoptimierung ist grundlegend betrachtet, erst einmal eine technische Angelegenheit. Ist Eure Website von der technischen Seite nicht suchmaschinenoptimiert, könnt ihr noch so tolle SEO-Texte schreiben. Die sieht am Ende trotzdem keiner. Zum technischen SEO gehören Dinge wie die korrekte Einbindung der robots.txt-Datei, die Optimierung der Page Speed und die Sicherstellung, dass eine Seite auch indexiert wird.

Darauf soll hier nicht näher eingegangen werden. Ihr habt sicher schon verstanden, dass SEO mehr ist als nur Texte. Reine Texter:innen allein können eine Website eigentlich nicht auf Platz 1 der Suchergebnisse hieven. Das geht nur, wenn die Website prinzipiell gut aufgestellt ist oder es sich um eine absolute Nischenanfrage handelt. Wenn Ihr mehr dazu erfahren möchtet, schaut doch mal in unserem Artikel zur Suchmaschinenoptimierung (SEO) vorbei.

Bevor es ans Schreiben geht: Woher kommen die Keywords?

Keyword“ ist ein Begriff aus dem SEO-Marketing und ist gleichzusetzen mit „Suchbegriff“. Keywords sind also das, was Menschen tagein tagaus in die Suchmasken von Suchmaschinen eintragen. Sie sind für das Schreiben von SEO-Texten deshalb relevant, weil sie die Richtung eines Texts vorgeben und darin natürlich auftauchen müssen.

Keywordrecherche eine recht komplexe Aufgabe. Ihr müsst schauen, …

· welche Keywords generell infrage kommen,

· welche Keywords Sinn ergeben für das Ziel, das mit dem SEO-Text erreicht werden soll,

· wie für ein Keyword der Wettbewerb ist und

· ob es sich für ein bestimmtes Keyword überhaupt lohnt, ins Rennen einzusteigen.

Zum Teil sind das strategische Aspekte. Zum Beispiel wenn es um das Ziel eines Textes geht: Wenn Ihr rote Schuhe verkaufen wollt, ergibt es natürlich Sinn, das Keyword „rote Schuhe kaufen“ zu bedienen. Wenn Ihr aber eigentlich nur über das Musical Kinky Boots schreiben wollt, ergibt das Keyword null Sinn. Wenn Ihr mehr über die Keyword-Recherche erfahren möchtet, erhaltet Ihr weitere hilfreiche Tipps in unserem ausführlichen Guide zur Keyword-Recherche.

Um Euch über Aspekte wie Suchvolumen und Wettbewerb zu informieren könnt Ihr SEO-Tools einsetzen. Das sind beliebte Software-Lösungen für diesen Teilbereich:

Seobility

Sistrix

Ahrefs

Semrush

Mangools

Auf dem Screenshot seht Ihr einen Ausschnitt aus dem weit verbreiteten SEO-Tool-Suite Sistrix:

Keyword-Recherche in Sistrix

Next Level Keyword-Optimierung: semantische Optimierung

Kleiner Tipp: Seit 2013 sind die Algorithmen von Google & Co. um Welten klüger geworden. Bekommt Ihr also das Keyword „Nähen Stricken Unterschied“, müsst Ihr das nicht genau so in euren Text einbauen. Das würde sich ganz furchtbar lesen. Stattdessen könnt Ihr zum Beispiel schreiben:

· Das ist der Unterschied zwischen Nähen und Stricken

· Wie unterscheiden sich Nähen und Stricken voneinander?

· Im Unterschied zum Nähen, ist das Stricken…

Außerdem erkennen die Algorithmen inzwischen auch Synonyme und verwandte Begriffe. Wenn Ihr für das Keyword „Hund“ optimieren wollt, könnt Ihr deshalb auch diese Begriffe verwenden:

· Hunde, Hündin etc.

· Wauwau, Fellnase, Vierbeiner, der beste Freund des Menschen etc.

· Hundehütte, Hundehalter, Hundehalsband, Futternapf, Gassi gehen, Wurfspielzeug

Das bedeutet übrigens, dass Ihr das Keyword „Hund“ theoretisch nicht einmal in eurem Text unterbringen müsst, um dafür zu ranken.

Semantische Optimierung mit Tools

Um Eure Texte semantisch zu optimieren, könnt Ihr mit einem passenden WDF*IDF-Tool wie Ryte Euren Text prüfen. Das Tool hilft Euch dabei herauszufinden, welche Begriffe als relevanter betrachtet werden und für das Ranking der Seite in der Suchmaschine eine wichtigere Rolle spielen. Dafür berechnet die Software wie häufig das Keyword im Vergleich zu anderen Begriffen und Begriffskombinationen im Dokument vorkommt (WDF = Within Document Frequency). Außerdem gibt das Tool an, wie stark das Keyword im Vergleich zu allen anderen Dokumenten/Artikeln im Index der Suchmaschine gewichtet ist (IDF = Inverse Document Frequency).

Dafür gebt Ihr bei Ryte einfach das Fokuskeyword ein, wählt die Sprache und die Region aus für die Ihr den SEO-Text schreibt und startet die Analyse. Das Tool zeigt dann passend zu Eurem Fokuskeyword, Vorschläge für weitere passende Keywords und spricht Empfehlungen dafür aus, welche Begriffe Ihr häufiger und welche weniger häufiger verwenden solltet. Zum Fokuskeyword „SEO Texte schreiben“ sind beispielsweise Begriffe wie Keyword, SEO, SEO-Text, Text, Content, Suchintention, Zielgruppe etc. relevant. Ihr könnt diese semantische Optimierung als ersten Schritt nutzen und Euch von den Ergebnissen beim Schreiben Eurer SEO-Texte inspirieren lassen.

Content Editor von Ryte

Quelle: Ryte

Vorsicht: Lasst Euch nicht alles von irgendwelchen Tools diktieren. Sie sind eine große Hilfe, sollen Euch aber nicht das denken abnehmen. Wenn ein Begriff in eurem Text nichts zu suchen hat, dann lasst ihn weg. Auch wenn euch ein Tool sagt, er sollte auftauchen. SEO besteht aus so vielen Bausteinen, dass es im Zweifel nicht auf einen einzigen davon ankommt.

W-Fragen: Der Keyword-Liebling von Google

Viele SEO-Manager:innen schwören absolut auf W-Fragen. Das liegt daran, dass viele Menschen entweder direkt eine ganze Frage ins Suchfeld eingeben oder zumindest implizit eine Frage haben. Ihr erinnert euch an das Feature von Google mit Antworten auf wichtige Fragen zu einem Keyword? Darauf zielt das mit den W-Fragen ab.

Wo ihr die W-Fragen herbekommt? Beginnen könnt Ihr mit einem Brainstorming und überlegen welche Fragen es zu einem Suchbegriff geben könnte? Zudem könnt Ihr auch das Keyword bei Google eingeben und schauen, welche Fragen Euch die Suchmaschine vorschlägt. Ihr könnt aber auch einfach ein SEO-Tool verwenden. Ganz viele haben eine integrierte W-Fragen-Funktion, wie beispielsweise die kostenlose Version von HyperSuggest.

SEO-Tool HyperSuggest

Wenn Ihr einfach nur ein Keyword eingebt, wird Euch für sechs vordefinierte Präfixe (Fragewörter) eine Liste ausgespuckt. In der kostenlosen Variante könnt Ihr aber nur die ersten 10 Ergebnisse sehen. So gehe ich damit um: Ich kicke alle Präfixe bis auf eins aus der Liste und lasse mir nur dafür die Ergebnisse anzeigen. Für das Fragewort „Wie“ im Zusammenhang mit „SEO“ bekomme ich zwar immer noch 69 Ergebnisse, aber mit den ersten 10 kann ich super arbeiten.

HyperSuggesr SEO-Tool weitere W-Fragen

Das Spiel mache ich für jedes Präfix. Ich ziehe mir die Ergebnisse jeweils raus und trag sie alle in eine Excel-Tabelle ein.

Mini-FAQ zum Schreiben von SEO-Texten

Nachdem wir Euch eben gezeigt haben, wie Ihr an wertvolle W-Fragen für Eure Texte kommt, folgen wir unserem eigenen Beispiel. Falls es Euch nämlich noch nicht aufgefallen ist: Dieser Artikel hier ist selbstverständlich suchmaschinenoptimiert. Auch zum SEO-Texte schreiben gibt es allerlei Fragen, die besonders häufig gestellt werden. Deshalb gibt es hier ein kleines FAQ.

Wie viele Wörter sollte ein SEO-Text haben?

Die Frage der Fragen: Wie lang muss ein SEO-Text wirklich sein. Ehrlicherweise gehen die Meinungen da total auseinander, je nachdem welches Tool oder welche SEO-Expert:innen Ihr fragt.

Das WordPress-Plugin Yoast markiert alle Texte als zu kurz, die weniger als 300 Wörter haben. Seobility beschwert sich, wenn es weniger als 500 sind. Und ich habe schon für Kund:innen gearbeitet, die der Meinung waren, jeder SEO-Blogartikel müsse mindestens 1.900 Wörter haben.

Die äußerst unbefriedigende Antwort lautet deshalb: Es kommt darauf an. Einerseits auf das Thema, andererseits aber auch auf die Textart (eine Produktbeschreibung ist meistens kürzer als ein Blogartikel). Dann gibt es da noch so eine Theorie, dass man sich daran orientieren soll, wie lang die besten Suchergebnisse zu dem Keyword sind.

Wir sind da pragmatisch: Wenn ein Thema aber nur 1.200 Wörter hergibt, blasen wir den Text nicht künstlich durch endlose Wiederholungen auf. Schließlich geht es aus Sicht der Suchmaschinen um den Mehrwert für die Leser:innen der Texte.

Wie viele Keywords sollte ein SEO-Text haben?

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Die meisten empfehlen drei bis zehn Keywords. Eins davon sollte aber Euer Fokuskeyword sein. Das tragt Ihr im CMS ein. Damit gebt ihr einen Hinweis mit, für welchen Suchbegriff Euer Text ausgerichtet ist. Teilweise könnt Ihr auch Nebenkeywords eintragen.

Ob Ihr nun drei oder zehn Keywords definiert, ist unter Umständen gar nicht so wichtig. Ihr werdet nicht für jedes der Keywords gleich gut ranken. Und Ihr werdet eventuell für Keywords ranken, die Ihr gar nicht auf dem Schirm hattet.

Wir empfehlen Euch eigentlich nur eins: Schreibt pro Fokuskeyword nur einen SEO-Text. Alle Texte konkurrieren für Keywords miteinander. Habt Ihr zwei Texte auf dasselbe Fokuskeyword optimiert, konkurrieren die also ebenfalls miteinander. Das nennt sich Keyword-Kannibalismus und sorgt dafür, dass der Suchmaschinenalgorithmus nicht erkennen kann, welcher der beiden Texte relevanter ist. Im schlimmsten Fall rankt ihr dann mit beiden Texten schlecht.

Welche Tools helfen beim Schreiben von SEO-Texten?

SEO-Texte ganz ohne Tools schreiben geht zwar, geeignete Softwares erleichtern das Texten aber ungemein. Das Problem: Es gibt verdammt viele SEO-Tools. Auf OMR Reviews findet Ihr ausführliche Beschreibungen und authentische Reviews von SEO-Tools.

Unsere Gastautorin Kathi Grelck setzt auf diese SEO-Softwares:

  • Sistrix für eine umfangreiche Keyword-Recherche
  • HyperSuggest für die W-Fragen-Recherche
  • TermLabs für die semantische Optimierung und W-Fragen-Recherche
  • AnswerThePublic, um mit der Keyword- und Fragen-Recherche zu starten und um Content-Ideen zu sammeln

AnswerThePublic

  • Yoast als WordPress Plugin, um einen Eindruck davon zu bekommen, was noch am Text für die Suchmaschine optimiert werden könnte

Yoast SEO-Analyse

Anleitung: SEO-Texte schreiben in 8+1 Schritten

Zum Abschluss geben wir Euch noch eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Schreiben von SEO-Texten an die Hand.

1. (Keyword-)Recherche

Das Thema Keywords hat nicht ohne Grund einen so großen Anteil in diesem Artikel bekommen. Sie sind einfach die Basis von SEO-Artikeln. Am Anfang steht daher immer die Recherche von passenden Keywords, verwandten Suchbegriffen und W-Fragen. Für die Keyword-Recherche eignen sich beispielsweise Tools wie AnswerThePublic, Sistrix, Mangools, TermLabs oder Seobility.

Anschließend könnt Ihr selbst nach den Keywords und Fragen suchen. Dafür eignet sich eine schnelle Google-Suche, da dort häufig Fragen zum Thema und Synonyme angezeigt werden.

Als nächstes solltet Ihr Euch auf anderen Webseiten in das Thema einlesen. Außer natürlich Ihr kennt das Thema bereits im Detail und brauche kein zusätzliches Wissen. Oftmals macht die Recherche den Hauptteil der Arbeit aus.

2. Struktur

Sobald Ihr Eure Keywords zusammengestellt und die Recherche durchgeführt habt , solltet Ihr eine Struktur erstellen. Das könnt Ihr beispielsweise in Word oder einem WDF*IDF-Tool, wie dem von TermLabs oder Ryte machen.

Die Struktur hilft Euch beim Schreiben dabei, den roten Faden nicht zu verlieren. Ihr wisst dann genau, welche Information an welche Stelle gehört. Eine gute Struktur kann Euch auch dabei helfen, beim Schreiben im Flow zu bleiben.

Die Struktur hat aber auch einen wichtigen Hintergrund für die Suchmaschinenoptimierung: Ihr könnt nicht einfach stur einen ellenlangen Fließtext schreiben. Das liest sich kein Mensch durch. Stattdessen brauchen Eure SEO-Texte:

· Zwischenüberschriften

· Absätze

· Aufzählungen

· Evtl. ein Inhaltsverzeichnis

Die Zwischenüberschriften können sogar mehrere Ebenen haben und sollten zumindest auf den hierarchisch höheren Überschriften, also H1- und H2-Ebene, ausdrucksstark benannt werden. Das hilft Euren Leser:innen dabei, durch den Text zu navigieren und dem Algorithmus, den Zusammenhang Eures Texts zu erkennen. Überschriften wie „Schritt 1“ oder „Fazit“ bringen gar nichts.

Absätze und Aufzählungen braucht Ihr, weil die durchschnittlichen Internetnutzer:innen Texte nicht lesen, sondern nach relevanten Informationen scannen. Ihr macht das Scannen einfacher, wenn Euer Text optisch zum Inhalt passt.

Das Inhaltsverzeichnis empfiehlt sich bei längeren Texten. Am besten verlinkt Ihr es mit Anchor-Texten, damit Website-Besucher:innen schnell zu dem Absatz springen können, der sie interessiert.

3. Schreiben

Wenn Ihr genau wisst, was in Euren Text soll und wie er aufgebaut ist, habt Ihr aber schon die halbe Miete. Dann geht es ans Schreiben. Dabei solltet Ihr folgende Regeln beachten:

· Schachtelsätze sind tabu!
In wissenschaftlichen oder kreativen Texten sind Schachtelsätze sehr beliebt. Im Internet sind sie aber fehl am Platz.

· Schreibt möglichst einfach.
Erwartet nicht, dass Eure Leserschaft Expert:innen sind. Benutzt möglichst wenige Fremdwörter.

· Erklärt Fachbegriffe.
Wenn Ihr Euch mit Euren Texten an Einsteiger:innen wendet, dann erklärt wichtige Fachbegriffe.

· Kurze Sätze.
Oft bricht man diese Regel beim Texten. Beim redigieren, solltet Ihr aber knallhart sein. Denn nach 13 Wörtern haben die meisten bereits vergessen, wie ein Satz angefangen hat.

· Eine Information pro Satz.
Anstatt möglichst viele Informationen in einen Satz zu pressen, macht zwei daraus.

· Vermeidet Passiv und Substantivierungen.
Beides macht Texte schwerer lesbar und gleichzeitig langweiliger. Schreibt stattdessen im Aktiv und sprecht Eure Leserschaft direkt an.

· Schreibt abwechslungsreich.
Lasst bitte nicht jeden Satz oder Absatz oder jede Überschrift gleich anfangen.

· Platziert Eure Keywords im Text.
Als Faustregel gilt: Einmal in der Überschrift, einmal in der Einleitung und einmal in einer Zwischenüberschrift.

4. Semantische Optimierung

Ihr müsst nicht aufwendig ein Tool für die semantische Optimierung benutzen. Ihr könnt aber mit Markierungen oder der Suchfunktion in Eurem Schreibprogramm schauen, wie oft Eure Keywords vorkommen. Seid gerne Eure eigene Kontrollinstanz: Kommt es Euch so vor, als käme ein Wort zu oft vor? Dann streicht es? Vergehen 4 Seiten, ohne dass Euer Fokuskeyword auftaucht? Baut es mittendrin passend ein!

5. Bilder, Videos, Grafiken

Je länger ein Text, desto ermüdender wird es für das Auge. Mit Bildern, Videos und Grafiken könnt Ihr Eure SEO-Texte optisch auflockern, ergänzende Informationen und damit Mehrwert liefern und obendrein externe Verlinkungen platzieren.

Achtet darauf, dass Ihr die Quellen aller Bilder angebt, damit Ihr rechtlich auf der sicheren Seite seid. Bilder müssen außerdem eine gute Auflösung haben, damit man darauf etwas erkennen kann. Gleichzeitig sollten Sie aber auch nicht zu groß sein, weil sie sonst die Ladezeit Eurer Seite verlangsamen (schlecht für SEO und unbeliebt bei Nutzer:innen).

Bei Videos solltet Ihr immer schauen, ob sie in der Mobil-Variante Eurer Seite ausgeblendet werden oder zumindest nicht automatisch von allein starten sollen. Macht Ihr das nicht, kann das erneut die Ladezeit verlangsamen und außerdem das Datenvolumen Eurer Leser:innen fressen.

Ganz wichtiger SEO-Tipp: Eure Bilder, Infografiken und Videos müssen immer unter einem aussagekräftigen Namen gespeichert werden und mit Titel, Alt-Beschreibung und evtl. Beschreibungstext versehen sein. Ansonsten können die Suchmaschinen den Bezug zu Eurem Text nicht herstellen.

Und weil wir Euch schon lange nichts mehr fürs Auge geboten haben: Hier ein YouTube-Video, in dem Ihr lernt, wo Ihr Eure Keywords in Euren Texten platzieren solltet.

Wenn Ihr Bilder, Videos und Grafiken von anderen in Euren Texten einbindet und sie immer verlinkt, ist das mit den externen Links eigentlich schon abgedeckt. Ihr könnt aber auch Statistiken oder relevante Informationen erwähnen und die Quelle verlinken.

Fast noch wichtiger als die externen Links sind interne Links. Das sind Verlinkungen zu anderen Unterseiten auf Eurer eigenen Website. Ihr könnt zum Beispiel von einem Blogartikel auf eines Eurer Produkte verlinken oder auf einen anderen Artikel, der ebenfalls interessant sein könnte.

Wenn Ihr schaut, dass Ihr mindestens 2 bis 3 interne und ebenfalls 2 bis 3 externe Verlinkungen einbaut, seid Ihr auf der sicheren Seite.

7. Metadaten

In Content-Management-Systemen wie WordPress, Joomla & Co sollte auf jeden Fall für jede Seite ein Meta Title und eine Meta Description eingetragen werden. Das ist das, was Suchenden in den Ergebnislisten angezeigt wird. Eine gute oder schlechte Meta Description kann dafür sorgen, dass mehr Leute Eure Seite besuchen – oder sie meiden, weil die Beschreibung nicht gut ist.

Aus SEO-Sicht müsst Ihr Euch bei den Metadaten hauptsächlich daran halten, dass die Länge stimmt und Euer Fokuskeyword enthalten ist. Ob die Länge passt, könnt Ihr im CMS selbst sehen. Habt Ihr darauf keinen Zugriff, empfehle ich den SERP-Snippet Generator von Sistrix. Der zeigt Euch, ob die Länge passt und wie das Endergebnis in der Desktop- und Mobil-Variante aussieht.

8. Prüfung

Schreibt Ihr für Auftraggeber:innen, gehen Eure Texte meist noch in ein Lektorat oder Korrektorat oder in eine Redaktion. Da wird dann geschaut, dass alles sprachlich und zu den Vorgaben passt, gut aussieht und alles in allem einfach gut ist. Trotzdem ist es immer professioneller, wenn Ihr selbst nochmal drüber schaut, ob Ihr an alle Vorgaben gedacht habt und der Text in sich stimmig ist.

Besonders wenn Ihr aber selbst ebenfalls die letzte Kontrollinstanz seid, müsst Ihr die Prüfung selbst übernehmen. Das Plugin von Yoast ist – wie bereits erwähnt – für Einsteiger:innen superpraktisch, weil es Euch auf wichtige SEO-Aspekte hinweist.

9. Extern teilen

Bonus-Step: Es empfiehlt sich immer, Eure fertigen SEO-Texte extern zu teilen. Blogartikel könnt Ihr ganz hervorragend überall in den sozialen Medien streuen: Auf Instagram, Facebook, LinkedIn usw. Das ist doppelt praktisch: Ihr macht Eure Follower:innen auf Euren Artikel aufmerksam und gewinnt eventuell ein paar Leser:innen. Außerdem bekommt Ihr damit Backlinks, die die Suchmaschinen wiederum mögen. Euer SEO-Text wirkt dadurch relevant und interessant und rankt auch noch besser.

Nochmal zusammenfassend: So schreibt Ihr SEO-Texte

Ihr seht, so ein SEO-Text kann es ganz schön in sich haben. Da gehört mehr zu als man denkt und einfach nur Schreiben ist es auch nicht. Da gehört Technisches und Strategisches mit dazu. Aber wenn Ihr ordentlich recherchiert, Eure Texte gut strukturiert und lesbar schreibt, daran denkt, alles fürs Auge aufzulockern und hier und da ein paar Bilder, Videos und Links einzubauen, macht Ihr das schon verdammt gut.

Jetzt diese Artikel lesen