Lead-Management-Prozess: Wie du Leads strukturiert gewinnst, entwickelst und erfolgreich an Sales übergibst

Patrick Pape15.1.2026

Der Schritt-für-Schritt-Plan für dein Lead-Management

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Inhalt
  1. Was ist ein Lead-Management-Prozess?
  2. Welche Phasen gibt es im Lead-Management-Prozess?
  3. Beispiel für einen Lead-Management-Prozess (B2B-Praxis)
  4. Diese Fehler solltest du dabei vermeiden
  5. Diese Tools unterstützen dich bei deinem Lead-Management-Prozess
  6. Fazit

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein klar strukturierter Lead-Management-Prozess steigert die Effizienz von Marketing und Vertrieb nachhaltig.
  • Der Prozess umfasst Lead-Generierung, Nurturing, Scoring, Routing und kontinuierliche Optimierung.
  • Lead Scoring hilft, die vielversprechendsten Kontakte gezielt zu identifizieren und dem Vertrieb zu übergeben.
  • Enge Abstimmung zwischen Marketing und Sales ist entscheidend für eine erfolgreiche Lead-Bearbeitung.
  • Geeignete Tools und Datenschutzkonformität sind unverzichtbar für ein effektives und sicheres Lead Management.
Ein funktionierender Lead-Management-Prozess entscheidet darüber, ob deine Marketing- und Sales-Aktivitäten nachhaltig Wirkung entfalten oder ob potenzielle Kund*innen verloren gehen. Viele Unternehmen investieren viel Zeit in Lead-Generierung, verzichten jedoch auf klare Prozesse, die Interessent*innen von der ersten Interaktion bis zum Abschluss begleiten. Das Ergebnis sind unklare Prioritäten, unzureichend qualifizierte Leads und ineffiziente Übergaben an den Vertrieb.
Dieser Artikel zeigt dir detailliert, wie ein Lead-Management-Prozess aufgebaut ist, welche Phasen dazugehören, wie ein praxiserprobter Ablauf aussieht und welche Fehler du vermeiden solltest. Dabei geht es nicht nur um die Schritte von der Lead-Generierung bis zur Qualifizierung, auch die enge Verzahnung zwischen Marketing und Vertrieb spielt eine zentrale Rolle. Denn nur wenn beide Teams reibungslos zusammenarbeiten, entfaltet der Lead-Management-Prozess sein volles Potenzial

Was ist ein Lead-Management-Prozess?

Ein Lead-Management-Prozess beschreibt die strukturierte Gesamtheit aller Schritte, mit denen du Interessent*innen von der ersten Berührung mit deinem Unternehmen bis zur qualifizierten Übergabe an deinen Vertrieb begleitest. Er umfasst alle Maßnahmen entlang der Customer Journey, von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Verkaufsabschluss. Dazu zählen die Erfassung, Anreicherung, Bewertung, Entwicklung und Priorisierung deiner Leads. Diese unterschiedlichen Phasen der Customer Journey lassen sich beispielsweise mit dem See-Think-Do-Care-Framework abbilden:
KI im B2B Marketing - Grafik 1 (1) (1).png
See-Think-Do-Care-Framework im Online Marketing

Lead-Management ist also weniger eine einzelne Maßnahme als vielmehr ein ganzheitlicher Prozess mit klar definierten Schritten und Verantwortlichkeiten. Durch ein abgestimmtes Zusammenspiel von Marketing und Sales wird sichergestellt, dass kein vielversprechender Kontakt „durchrutscht“ und jeder Lead zum passenden Zeitpunkt die richtige Ansprache erhält. Im Ergebnis entsteht ein nachhaltiger Akquise-Prozess, der interessierte Kontakte aktiv weiterentwickelt, anstatt sie dem Zufall zu überlassen.

Welche Phasen gibt es im Lead-Management-Prozess?

Nachdem wir nun verstanden haben, was ein Lead-Management-Prozess ist und warum er eine zentrale Rolle im modernen Marketing spielt, lohnt sich ein genauer Blick auf seine konkreten Abläufe. Denn nur wer die einzelnen Schritte kennt und richtig miteinander verzahnt, kann aus anonymen Kontakten qualifizierte Kund*innen entwickeln. Im Folgenden erfährst du, welche Phasen ein effektiver Lead-Management-Prozess umfasst und wie du sie in der Praxis optimal gestaltest.

Phase 1: Lead-Generierung – vom Besucher zum Lead

Am Anfang steht die Lead-Generierung. Sie umfasst alle Aktivitäten, die Aufmerksamkeit bei potenziellen Kund*innen schaffen und einen ersten Kontakt ermöglichen. Typischerweise versucht man, unbekannte Besucher*innen der eigenen Website oder Teilnehmende an Veranstaltungen dazu zu bewegen, ihre Kontaktdaten zu hinterlassen. 
Dies gelingt vor allem durch die Bereitstellung von Content-Angeboten. Dazu zählen etwa E-Books, Fachartikel, Studien, Webinare oder Whitepaper, die ein relevantes Problem lösen oder Wissen vermitteln. Ein Interessent, der z. B. ein Whitepaper downloadet oder sich für ein Webinar registriert, zeigt damit konkretes Interesse und wird vom anonymen Webseiten-Besucher zum identifizierten Lead. 
Verschiedene Kanäle spielen in dieser Phase zusammen. Online-Marketing-Maßnahmen wie SEO, Content-Marketing und Social-Media-Posts ziehen Besucher*innen an, während Paid Ads (z. B. über LinkedIn oder Google Ads) die Reichweite erhöhen können. Auch Offline-Kanäle wie Messen oder Networking-Events sind relevante Quellen. Wichtig ist, alle diese Kontakte systematisch zu erfassenidealerweise direkt in einer zentralen Datenbank oder CRM-Software wie HubSpot oder Salesforce.
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Lead-Generierung im Lead-Management-Prozess

Phase 2: Lead Nurturing – aus Interesse Bedarf entwickeln

Nicht jeder frisch generierte Lead ist sofort kaufbereit. Insbesondere im B2B sind Entscheidungsprozesse oft komplex und langwierig. Genau hier setzt das Lead Nurturing an: Diese Phase hat das Ziel, einen Lead schrittweise näher an eine Kaufentscheidung heranzuführen, indem man ihn mit hilfreichen Informationen und persönlicher Ansprache begleitet.
Lead Nurturing erfolgt meist durch eine Abfolge von Kommunikationsschritten, häufig in Form automatisierter E-Mail-Sequenzen. Ein Lead, der sich etwa für ein bestimmtes Whitepaper interessiert hat, erhält im Nachgang weitere thematisch passende Inhalte, zum Beispiel einen Blogartikel, dann eine Fallstudie, dann eine Einladung zum Webinar. Diese Inhalte sind auf die Bedürfnisse und Fragen des Leads zugeschnitten und werden in sinnvollen Abständen bereitgestellt. So bleibt der Kontakt „warm“ und bewegt sich idealerweise weiter durch den Sales Funnel. Das kann zum Beispiel so aussehen:
Ein weiterer Aspekt des Nurturings ist die Datenanreicherung. Oft weißt du zu Beginn nur wenig über einen Lead (z. B. Name, E-Mail, Firma). Während des Nurturing-Prozesses sollte dieses Profil stetig erweitert werden, um genau die Daten zu sammeln, die für Nurturing und Scoring entscheidend sind. Praktisch heißt das: Weitere Informationen wie Unternehmensgröße, Branche, konkreter Bedarf oder Zeitrahmen können entweder über zusätzliche Formularfelder, Umfragen, Telefonate oder via externe Datenquellen (z. B. LinkedIn-Profile, Firmen-Datenbanken) ergänzt werden. Je vollständiger das Bild vom Lead, desto gezielter kann man ihn mit den passenden Informationen versorgen.

Phase 3: Lead-Scoring und -Qualifizierung – die Spreu vom Weizen trennen

Früher oder später stellt sich die Frage: Welche Leads sind wirklich heiß und vertriebsbereit? Nicht jeder Kontakt, der etwa ein Whitepaper heruntergeladen hat, wird auch wirklich etwas kaufen. Daher braucht es ein systematisches Verfahren zur Lead-Qualifizierung. Das gängigste ist das Lead-Scoring. Dabei wird jedem Lead ein Punktwert zugewiesen, der seine „Reife“ oder Vertriebsattraktivität ausdrückt.
Typischerweise definiert Marketing zusammen mit Sales bestimmte Kriterien, die einen wertvollen Lead ausmachen. Das können demografische Merkmale sein und vor allem Verhaltensweise. Ein Beispiel: Ein Lead, der Geschäftsführer*in eines mittelständischen Unternehmens ist und mehrfach auf der Website produktrelevante Seiten besucht hat, bekommt ein hohes Scoring. Ein*e Student*in, der/die nur einen Blogartikel gelesen hat, erhält ein deutlich niedrigeres. Folgende Merkmale können beispielsweise in das Scoring einfließen: 
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Merkmale Lead-Scoring
Jedes Unternehmen muss sein Scoring-Modell individuell anpassen. Oft werden Punkteschlüssel festgelegt, etwa +5 Punkte für das Öffnen einer E-Mail, +10 für den Download eines Preisblatts, +20 für eine Demo-Anfrage. Auch Negativkriterien sind möglich (z. B. -5 Punkte, wenn seit 30 Tagen keine Interaktion). Moderne Tools, oft im Rahmen von CRM oder Marketing-Automation-Software, übernehmen die Berechnung des Scores automatisch in Echtzeit. So sieht man jederzeit, welche Leads sich gerade zu den heißesten Kandidaten entwickeln.

Beispielhafter Lead-Scoring-Prozess

Die Online-Marketing-Agentur morefire nutzt ein solches Scoring-Modell zur Qualifizierung der Leads:
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Lead-Scoring morefire
Das Lead-Scoring bei morefire basiert auf einem differenzierten, vierstelligen Punktesystem, das sowohl das individuelle Verhalten als auch die Passung eines Leads zum Unternehmen berücksichtigt. Der Score setzt sich aus vier Komponenten zusammen, die jeweils eine Ziffer im Gesamtscore darstellen.
An erster Stelle des Scores wird die Relevanz des Unternehmens bewertet. Eine dreistellige Zahl, die die strukturelle Eignung des Unternehmens widerspiegelt, zu dem der Lead gehört. 
Die zweite Ziffer repräsentiert die Persona. Dieser Teil des Scorings bewertet, ob die jeweilige Person innerhalb des Unternehmens eine relevante Rolle spielt. Ein*e Entscheider*in bekommt hier deutlich mehr Punkte als beispielsweise ein*e Werkstudent*in ohne viel Einfluss auf den Kaufprozess. 
Die dritte Stelle im Score steht für die Aktivität des Leads, also für das, was die Person bereits auf den eigenen Kanälen getan hat. Dazu gehören konkrete Handlungen wie der Besuch bestimmter Seiten oder das Ausfüllen eines Formulars. Je mehr qualifizierende Aktionen ein Lead durchführt, desto höher fällt dieser Aktivitätsscore aus.
Die vierte Ziffer schließlich ist der Interaktionsscore. Dieser analysiert die Tiefe der bisherigen Interaktion, etwa ob ein Lead nicht nur auf einer Website war, sondern auch auf einen Link geklickt oder auf eine E-Mail geantwortet hat. So kann hierauf differenziert werden, ob ein Lead aktiv in Kontakt tritt oder sich eher passiv verhält.
In Summe ergibt sich ein vierstelliger Score wie zum Beispiel „8325“. Dieser Score sagt dem Marketing- oder Sales-Team auf einen Blick: Das Unternehmen (8) passt gut zu morefire, die Persona (3) ist solide, das Verhalten (2) zeigt erste Aktivität, und die Interaktion (5) ist bereits hoch, also insgesamt ein vielversprechender Lead. 

Phase 4: Lead-Routing – Übergabe an den Vertrieb

Hat ein Lead den definierten Qualifizierungsgrad erreicht (z. B. den Score-Schwellenwert überschritten oder explizit Kaufabsicht signalisiert), tritt Phase 4 in Kraft: Der Übergabeprozess an Sales. Hier geht es darum, den qualifizierten Lead nahtlos vom Marketingteam an das Vertriebsteam zu übergeben. 
In einem ausgereiften Lead-Management-Prozess ist diese Übergabe klar geregelt. Meist erhält ein definierter Sales-Mitarbeiter automatisch eine Benachrichtigung, sobald ein Lead den SQL-Status erreicht. Die CRM-Software spielt hierbei eine zentrale Rolle: Alle während des Nurturing und Scoring gesammelten Informationen sollten im CRM-Datensatz des Leads abrufbar sein. So kann der Vertrieb nahtlos anknüpfen und weiß bereits, woran der Lead Interesse hat und welche Historie er durchlaufen hat.
Heutzutage kommen vermehrt Tools und KI-Assistenzsysteme zum Einsatz, um das Lead Routing zu optimieren. Beispielsweise können intelligente Systeme dabei helfen, Leads automatisch dem passendsten Vertriebsmitarbeiter zuzuweisen, etwa basierend auf Region, Produktinteresse oder sogar aufgrund von Personality-Matching aus früheren Erfolgen. Auch die Timing-Frage lässt sich mit KI unterstützen: Algorithmen können den besten Moment identifizieren, wann ein Lead wahrscheinlich für ein Sales-Gespräch bereit ist.

Phase 5: Erfolgsmessung und Optimierung – kontinuierlicher Verbesserungsprozess

Ein Lead-Management-Prozess endet nicht mit dem Verkaufsabschluss. Nach dem Abschluss ist vor dem Abschluss, zumindest, wenn es um die Optimierung geht. In Phase 5 werden deshalb die Ergebnisse analysiert und der Prozess kontinuierlich verbessert. Dazu gehört zum einen die Auswertung von Kennzahlen (KPIs) entlang des Funnels: Wie viele Leads wurden generiert? Wie hoch ist die MQL-zu-SQL-Rate? Wie lang ist die durchschnittliche Zeit vom Erstkontakt bis zum Abschluss? Welche Conversion-Rate ergibt sich insgesamt vom Lead zum Kunden? Solche Daten zeigen Stärken und Schwachstellen im Prozess auf.
Zum anderen geht es um qualitatives Feedback: Sales-Rückmeldungen (Waren die Leads gut vorqualifiziert?), Marketing-Insights (Welche Kampagnen bringen die besten Leads?), Kunden-Feedback (Wie erleben potenzielle Kund*innen den Prozess?). Vielleicht stellt sich heraus, dass bestimmte Inhalte im Nurturing kaum gelesen werden und gestrichen oder ersetzt werden können. Oder das Scoring muss angepasst werden, weil zu viele „kalte“ Leads bei Sales landeten. A/B-Tests neuer Nurturing-Strecken, Scoring-Kriterien oder Kontaktstrategien sind essenziell, um den Prozess datenbasiert zu verbessern.
Wenn du Unterstützung bei der Einrichtung eines Lead-Management-Prozesses benötigst, findest du passende Expert*innen in der Kategorie Online-Marketing-Agenturen auf OMR Reviews, wie beispielsweise die Agentur morefire

Beispiel für einen Lead-Management-Prozess (B2B-Praxis)

Wie sieht das nun in der Praxis aus? Betrachten wir ein konkretes Beispiel aus dem B2B-Bereich, etwa ein Software-Unternehmen, das eine SaaS-Lösung anbietet:
Ausgangslage: Eine Firma verkauft eine komplexe Business-Software. Die typische Zielgruppe sind IT-Manager*innen mittlerer Unternehmen. Der Verkaufszyklus dauert oft mehrere Monate und umfasst viele Touchpoints.
Phase 1 – Lead-Generierung: SoftTech veröffentlicht einen branchenrelevanten Fachreport als Content. Interessent*innen (z. B. ein IT-Leiter einer Firma) stoßen via LinkedIn-Post oder Google-Suche darauf und laden den Report herunter, wobei sie ein Formular mit Name, Firma, E-Mail und Rolle ausfüllen. 
Phase 2 – Lead Nurturing: Direkt nach dem Download erhält der Lead eine Danke-E-Mail mit dem Report und dem Hinweis, man stehe für Fragen bereit. In den folgenden Wochen startet eine automatisierte E-Mail-Serie: Zunächst ein Blogartikel zum Thema IT-Sicherheit, dann ein Kunden-Erfolgsbericht (Case Study) passend zur Branche des Leads, später die Einladung zu einem Webinar. Der Lead IT-Leiter liest den Blogartikel und meldet sich tatsächlich zum Webinar an, was vom System getrackt wird. Nach dem Webinar bekommt er erneut eine Mail mit weiterführenden Informationen und einem Angebot für eine persönliche Demo. Im besten Fall sind die E-Mails, die der Kontakt zugesendet bekommt, angepasst an die demographischen und verhaltensbasierten Daten, die du von der Person gesammelt hast.
Phase 3 – Lead-Qualifizierung: Das eingesetzte Marketing-Automation-System vergibt Punkte für die Aktionen des Leads. Zusätzlich müssen demografische Daten gesammelt werden, damit du die Relevanz des Kontakts für deinen Salesprozess optimal einordnen kannst.
Phase 4 – Übergabe an Vertrieb: Automatisch wird der Lead nun im CRM als SQL markiert und dem zuständigen Vertriebsmitarbeiter zugewiesen. Dieser erhält eine Benachrichtigung und schaut sich den Lead an, um ihn im Anschluss zu kontaktieren. Es stellt sich heraus, dass tatsächlich Interesse an einer neuen Lösung besteht.
Phase 5 – Abschluss und Feedback: Einige Zeit später wird aus dem Lead tatsächlich ein Kunde. Im Anschluss wird der Prozess analysiert: Es werden die Lead-Generierungskosten erhoben, die Kontaktpunkte sowie die damit verbundene Interaktion ausgewertet und alle zusätzlich relevanten Daten erfasst und analysiert. Marketing und Sales werten aus, was gut lief und was man in Zukunft verbessern könnte. 

Diese Fehler solltest du dabei vermeiden

Wie jeder Geschäftsprozess birgt auch Lead-Management Stolpersteine. Im Folgenden einige häufige Fehler und wie du sie vermeidest:
1. Unklare Definition von Leads und Zielen: Ein klassischer Fehler ist, ohne klare Kriterien ins Lead-Management zu starten. Wenn Marketing und Vertrieb nicht gemeinsam festlegen, was ein „qualifizierter“ Lead ist (MQL/SQL-Definition) und welche Ziele verfolgt werden, arbeitet ihr auf Grundlage verschiedener Annahmen. 
Vermeidung: Setzt euch zusammen und definiert messbare Kriterien und Ziele. Eine genaue Zielgruppendefinition und Absprache über Begriffe wie MQL und SQL ist die Basis.
2. Zu viele oder falsche Leads generieren: „Quantität vor Qualität“ lautet manchmal die Devise, doch 1.000 unqualifizierte Kontakte nützen wenig. Wer Leads ohne gezielte Zielgruppe generiert, überlädt den Funnel. Richte Content und Kampagnen gezielt auf deine Buyer-Personas aus, selbst wenn das weniger Leads bringt. Diese sind dafür passender, was am Ende in höherer Conversion mündet. Wichtig ist daher auch, dass du den Erfolg deiner Maßnahmen und Kampagnen anhand der Anzahl an relevanten Leads und nicht aller Leads bemisst.
3. Mangelndes oder zu spätes Follow-up: Der vielleicht größte Lead-Management-Killer ist es, generierte Leads nicht zeitnah weiterzuverfolgen. Auch nur einmal nachzufassen reicht selten aus: Viele Deals entstehen erst nach mehrfachen Kontaktpunkten. Die Fehlervermeidung hier ist offensichtlich: Reaktionszeiten festlegen (z. B. erster Anruf innerhalb 24 Stunden) und den Lead durch einen strukturierten Nurturing-Prozess führen, statt nach dem ersten Kontakt abzuwarten. Wer einen Lead konsequent und hilfreich „bearbeitet“, sticht aus der Konkurrenz heraus.
4. Kein Alignment zwischen Marketing und Sales: Ein häufiges Problem ist die Kluft zwischen Marketing und Vertrieb. Marketing übergibt Leads, Sales sagt „Taugen nichts“ und ignoriert sie; Marketing ärgert sich wiederum, dass Sales gute Leads verschläft. Dieses Silodenken torpediert den ganzen Prozess. Die Lösung: Enge Abstimmung und gemeinsame Metrics. 
5. Den Prozess nicht an Datenschutz und Compliance anpassen: Ein oft übersehener Fehler sind Datenschutzverstöße oder fehlendes Einverständnis im Lead-Management. Gerade in Zeiten der DSGVO ist es essenziell, nur solche Leads zu kontaktieren, die zugestimmt haben (Opt-in) und Daten sorgsam zu handhaben. 
Baue daher von Anfang an rechtssichere Prozesse ein, also Double-Opt-in-Mails, klare Datenschutzhinweise, Opt-out-Möglichkeiten in jeder Mail und schule Marketing wie Vertrieb in diesen Punkten. 

Diese Tools unterstützen dich bei deinem Lead-Management-Prozess

Ein effektiver Lead-Management-Prozess lässt sich ohne die richtigen Werkzeuge kaum bewältigen. Vom Lead-Capture bis zum CRM-System gibt es zahlreiche Tools, die Marketing und Sales unterstützen. Im Folgenden findest du einige Beispiele: 
Lead-Generierung und -Capture: Um Leads zu sammeln, helfen spezielle Tools und Software, wie Perspective Funnels. Perspective ist eine Akquise-Software, mit der man via Mobile Funnels sehr einfach Webseiten für Lead-Gewinnung erstellen kann. Damit können zielgruppenspezifische Funnels etwa für Kampagnen oder Recruiting aufgebaut werden. Ebenfalls im Bereich Lead Capture zu nennen ist snapADDY. Dieses Tool unterstützt Vertrieb und Marketing dabei, Leads und Kontaktdaten automatisch zu erfassen und ins CRM zu übertragen, zum Beispiel via Visitenkarten-Scanner oder beim Finden von B2B-Kontakten auf LinkedIn
Marketing Automation und Lead Nurturing: In dieser Prozessphase kommen oft umfangreichere Plattformen zum Einsatz, die E-Mail-Marketing, Kampagnen-Management und Scoring unter einen Hut bringen. Marktführende Lösungen wie HubSpot bieten hier integrierte Ansätze. Der HubSpot Sales Hub beispielsweise verbindet Marketing Automation mit Vertriebspipeline und Customer Service. Alternativ gibt es spezialisierte E-Mail-Automationstools oder All-in-One-Suiten wie MarketoPardot (Salesforce) oder ActiveCampaign, die Wahl hängt von Unternehmensgröße und Budget ab.
Visitor Identification und Datenanreicherung: Ein spannender Bereich sind Tools, die anonyme Website-Besucher identifizieren und damit Leadgen unterstützen, wie zum Beispiel SalesViewer. SalesViewer erkennt anhand von Website-Traffic, welche Unternehmen die eigene Website besuchen und wofür sie sich interessieren, selbst wenn die Besucher keine Formulare absenden. So generiert man zusätzliche B2B-Leads aus dem anonymen Traffic, datenschutzkonform und in Echtzeit. 
CRM-Systeme für Lead-Management: Das CRM ist das Herzstück, in dem alle Fäden zusammenlaufen. Eine passende CRM-Software ermöglicht es, Leads zentral zu verwalten, ihren Status zu tracken und den Vertriebscycle abzubilden, wie zum Beispiel…
  • weclapp: Ein in Deutschland entwickeltes Cloud-ERP, das auch umfassende CRM-Funktionen bietet. weclapp eignet sich besonders für kleine und mittlere Unternehmen, die eine All-in-One-Lösung suchen (inkl. Warenwirtschaft, Projektmanagement etc.). 
  • cobra CRM: Ein langjähriger deutscher CRM-Anbieter, der neben klassischer Kontaktverwaltung auch Customer Experience Management (CXM) Schwerpunkte setzt. cobra CRM unterstützt z. B. Event-Management und Portallösungen zur Lead-Erfassung. Es legt Wert auf Datenschutz (wichtig für DSGVO) und ist bekannt für vielfältige Anpassungsmöglichkeiten an individuelle Prozesse.
Abschließend der Hinweis: Technologie ist nur so gut, wie der Mensch dahinter. Ein Tool entfaltet seinen Nutzen erst, wenn es im Rahmen einer durchdachten Strategie eingesetzt wird. 

Fazit

Ein durchdachter Lead-Management-Prozess ist im B2B-Marketing heute ein zentraler Erfolgsfaktor. Er ermöglicht es dir, aus Interessent*innen systematisch Kund*innen zu machen. Von der ersten Kontaktaufnahme über das sorgfältige Nurturing bis zur finalen Übergabe an den Vertrieb werden Leads an die Hand genommen und nie aus den Augen verloren. Moderne Ansätze setzen dabei stark auf Marketing Automationpersonalisierten Content und intelligentes Lead-Scoring, um den Prozess so weit wie möglich zu optimieren. 
Gleichzeitig bleibt der menschliche Faktor wichtig: Die enge Abstimmung zwischen Marketing und Sales, das Gespür fürs richtige Timing und die Qualität der Inhalte entscheiden maßgeblich über den Erfolg.
Patrick Pape
Autor*In
Patrick Pape

Patrick ist Head of Maketing und seit 12 Jahren bei morefire. Mit seinem Team verantwortet er die strategische Planung und Umsetzung der Marketingmaßnahmen für morefire. Zu seinen Aufgaben gehören die Konzeption datengetriebener Kampagnen, die Integration von Marketing-Automation-Lösungen, die Optimierung der Customer Journey sowie die Verzahnung von Marketing & Sales, um die Unternehmen zu finden, die mehr Feuer für ihr Online Marketing brauchen.

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