Studie zum Wirtschaftswachstum 2026: Der Optimismus kehrt zurück

Simon-Kucher European Growth Study 2026: Was deutsche Unternehmen jetzt erwarten und mit welcher Strategie sich High Performer schon heute den entscheidenden Vorsprung sichern

Inhalt
  1. Der Wind dreht sich: von der Krise in den Angriffsmodus
  2. Deutsche Unternehmen sparen – der Rest Europas verkauft
  3. KI im Realitätscheck: Spielerei oder Wachstumshebel?
  4. Planbarkeit trotz Dauerkrise: Der Blick auf 2026
  5. Fazit: Was du jetzt tun solltest
Für die europäische Wirtschaft waren die vorangegangenen Jahre vor allem eins: durchwachsen. Die Märkte waren nervös, die Budgets knapp und „Krisenmanagement“ stand bei den meisten von uns ganz oben auf der Agenda.
Aber es gibt gute Nachrichten. Die Schockstarre scheint sich zu lösen. Der Blick richtet sich wieder nach vorn – weg vom reinen Überleben, hin zum echten Business-Impact. Doch Vorsicht: Die Spielregeln für Wachstum haben sich fundamental geändert. Wer jetzt nur weitermacht wie bisher, bleibt auf der Strecke.
Die neue „European Growth Study 2026“ der Strategieberatung Simon-Kucher zeigt, dass deutsche Unternehmen zwar optimistisch sind, aber Gefahr laufen, sich in die falsche Richtung zu optimieren. Was genau das bedeutet und warum deine KI-Strategie vielleicht noch zu kurz greift, erfährst du hier.
Das Wichtigste in Kürze
  • Vorsichtiger Optimismus: Nach den herausfordernden Jahren 2024 und 2025 sind rund 70 % der deutschen Entscheider*innen zuversichtlich, ihre Umsatz- und Gewinnziele für 2026 zu erreichen.
  • Die Kostenfalle: Während andere Länder auf Vertrieb setzen, sehen 44 % der deutschen Firmen „Kostensenkung“ als wichtigsten Gewinntreiber – ein riskanter Fokus.
  • KI (noch) als Spielerei: Zwar nutzen über die Hälfte der Firmen künstliche Intelligenz, aber meistens nur oberflächlich. Echte Effizienzsprünge erwarten Expert*innen erst, wenn KI mehr als 30 % der Prozesse übernimmt.

Der Wind dreht sich: von der Krise in den Angriffsmodus

Weißt du noch, wie zurückhaltend die Stimmung in der Wirtschaft 2024 und 2025 war? Die aktuelle European Growth Study zeigt, dass es dafür allen Anlass gab: Im vorletzten Jahr haben weniger als die Hälfte der befragten Unternehmen ihre Gewinnziele wirklich erreicht. Besonders in der Automobil- und Logistikbranche sah es düster aus. 
Doch für das Jahr 2026 sieht es plötzlich anders aus. 69 % der deutschen Unternehmen gehen fest davon aus, ihre Umsatzziele in diesem Jahr wieder zu knacken. 
Aber – und das ist ein großes Aber – die Stimmung bleibt ambivalent. Eine drohende Rezession, Fachkräftemangel und die Energiekrise bereiten jeweils über der Hälfte der befragten Unternehmen noch immer Kopfzerbrechen. Wachstum wird zwar wieder als erreichbar angesehen, aber nicht mehr als selbstverständlich.
Lesetipp

Über die Studie

Für die „European Growth Study 2026“ hat die globale Strategieberatung Simon-Kucher im September 2025 insgesamt 1.236 Top-Entscheider*innen aus 13 europäischen Ländern befragt. Davon stammten 254 Teilnehmer aus Deutschland. Die Studie beleuchtet Wachstumserwartungen, strategische Prioritäten und den Einfluss von Technologien wie KI auf den Geschäftserfolg.

Deutsche Unternehmen sparen – der Rest Europas verkauft

Hier wird es spannend für deine Strategie: Wenn wir uns anschauen, wie Unternehmen profitabel wachsen wollen, geht Deutschland einen Sonderweg.
Während Länder wie Großbritannien (65 %) oder Spanien (46 %) ganz klar den Verkauf (Sales) als Motor für mehr Gewinn sehen, greifen deutsche Manager*innen lieber zum Rotstift.
  • 44 % der deutschen Firmen sehen Kostensenkungen als wichtigsten Hebel für künftige Gewinne.
  • 2023 lag dieser Wert noch bei 16 %.
Was das für dich bedeutet: Effizienz ist wichtig, klar. Aber die Studie zeigt deutlich, dass die wirklichen „High Performer“ (also die Unternehmen, die ihre Konkurrenz abhängen) andere Prioritäten setzen. Sie fokussieren sich viel stärker auf Marketing, Pricing und Sales als die weniger erfolgreichen Firmen. Ebenso wichtig: Die High Performer unterscheiden sich deutlich durch höhere Technologieadaption in den Bereichen Big Data, 5G und KI.
Lesetipp

Über Simon-Kucher

Simon-Kucher ist eine globale Unternehmensberatung mit über 2.000 Mitarbeitenden in mehr als 30 Ländern. Unter dem Leitbild „Unlocking Better Growth“ hilft das Unternehmen seinen Kund*innen, nicht nur zu wachsen, sondern besser zu wachsen. Mit 40 Jahren Erfahrung gilt Simon-Kucher als weltweit führend in den Bereichen Pricing, Monetarisierung und Unternehmenswachstum.

KI im Realitätscheck: Spielerei oder Wachstumshebel?

Nutzt ihr im Unternehmen KI? „Ja, klar“, wirst du sagen. Die Studie bestätigt das: 53 % der deutschen Firmen setzen bereits auf Künstliche Intelligenz und Machine Learning.
Aber jetzt kommt der Haken: Bei den allermeisten (73 %) unterstützt die KI aktuell weniger als 30 % der Arbeitsprozesse. Das ist nett für E-Mails oder Brainstormings, hat letztlich aber kaum positive Effekte auf den Profit & Loss.
Die Daten zeigen eine klare Schwelle: Spürbare Effekte auf die Produktivität – und damit auch eine Veränderung beim Personalbedarf – erwarten Unternehmen erst, wenn der Automatisierungsgrad zwischen 30 % und 50 % liegt.
Auch hier zeigt sich der Graben zwischen Gewinnern und Verlierern: Erfolgreiche Unternehmen nutzen KI schon heute fast dreimal so intensiv wie weniger erfolgreiche Wettbewerber (66 % vs. 25 %).
Das Fazit lautet also: 2026 ist nicht mehr das Jahr des Ausprobierens. Es ist das Jahr der Skalierung. Wer jetzt gezielt in KI investiert, schafft messbare Effekte auf Profitabilität und Wettbewerbsfähigkeit.
 
 

Planbarkeit trotz Dauerkrise: Der Blick auf 2026

Du siehst: Es gibt nach wie vor viel zu tun. Inflation, Zinsdruck, hohe Energiepreise und der anhaltende Fachkräftemangel belasten die Bilanzen weiterhin. Dazu kommen geopolitische Spannungen, die Lieferketten und Märkte nervös halten.
Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied zu den vergangenen Jahren: Die Schockstarre ist gewichen. Während diese externen Kräfte früher noch lähmend wirkten, haben Unternehmen inzwischen gelernt, Unsicherheit als feste Variable einzuplanen
Dieser Mentalitätswandel prägt den Ausblick auf 2026: Der Fokus verschiebt sich fundamental vom reinen „Überleben“ hin zum gezielten Skalieren. Viele Unternehmen rechnen fest damit, ihre Wettbewerbsfähigkeit im Gleichschritt mit der Gesamtwirtschaft wieder deutlich zu steigern.
Die Hausaufgabe für die kommenden Monate ist somit klar definiert. Es reicht nicht mehr, Budgets für Technologie freizugeben. Die entscheidende Challenge wird sein, diese Investitionen endlich profitabel zu machen und das neu gewonnene Wachstum konsequent zu monetarisieren.

Fazit: Was du jetzt tun solltest

Die Studie ist ein Weckruf: Optimismus ist gut, aber die „Spar-Taktik“ der deutschen Wirtschaft ist riskant. Um 2026 wirklich durchzustarten, solltest du diese drei Dinge auf deine Agenda setzen:
  • Raus aus der Pilot-Phase: Prüfe deine KI-Projekte. Wenn sie nur Spielwiese sind, stampfe sie ein oder skaliere sie hoch. Dein Ziel sollte es sein, relevante Prozesse zu >30 % zu automatisieren, sonst verpufft der Effizienz-Effekt.
  • Top-Line statt nur Bottom-Line: Lass dich nicht vom deutschen „Sparzwang“ anstecken. Schau dir deine Pricing-Strategie und deine Vertriebskanäle an. Die erfolgreichsten Firmen investieren jetzt massiv in Commercial Excellence, nicht nur in Kostenreduktion.
  • Qualität vor Quantität: Die Studie zeigt, dass deutsche Firmen ihren Wettbewerbsvorteil vor allem in der Produktqualität und im Kundenservice sehen. Nutze das! Differenziere dich über den Wert, nicht über den billigsten Preis.
Willst du wissen, wie du im Branchenvergleich wirklich abschneidest? Hier geht es zum Download der kompletten European Growth Study 2026 von Simon-Kucher.
Nils Knäpper
Autor*In
Nils Knäpper

Nils ist SEO-Texter bei OMR Reviews und darüber hinaus ein echter KI-Enthusiast. Und als solcher ist er immer auf der Suche nach Anwendungsfällen und Workflows, die sich mit Hilfe von künstlicher Intelligenz (teil-)automatisieren lassen – egal, ob im Alltag oder auf der Arbeit. Nur bei einer Sache lässt er sich nicht von KI unter die Arme greifen: Nämlich dann, wenn er in Ableton Live seinem liebsten Hobby nachgeht und Techno produziert.

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