Barrierefreiheit für Online-Shops: Ein Experte zeigt, wie es richtig geht
Barrierefreiheit im E-Commerce? Klingt erstmal kompliziert, ist aber super wichtig – und mit diesen Tipps sicher umgesetzt.
- Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)?
- Warum ist Barrierefreiheit im Online-Shop so wichtig?
- Vorteile barrierefreier Online-Shops
- Kein barrierefreier Online-Shop? Das wird teuer!
- Richtlinien für die Gestaltung barrierefreier Online-Shops
- Hilfreiche Tools für Barrierefreiheit im Online-Shop
- Offizielle Prüf- & Zertifizierungsstellen für die Barrierefreiheit
- Fazit: Jetzt handeln und barrierefrei werden
- Ab Juni 2025 müssen die meisten Online-Shops barrierefrei sein.
- Bei Verstößen drohen Abmahnungen, Bußgelder oder Vertriebsverbote für nicht barrierefreie Online-Shops.
- Eine barrierefreie Gestaltung verbessert die Nutzererfahrung, erweitert die Zielgruppe und optimiert das SEO Ranking.
Was ist das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG)?
- Websites
- Online-Shops
- Mobile Apps
- Chatbots und Formulare
- Elektronische Bezahlsysteme
Warum ist Barrierefreiheit im Online-Shop so wichtig?
Vorteile barrierefreier Online-Shops
- Größere Zielgruppe: Millionen von Menschen mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen profitieren von einer barrierefreien Nutzung.
- Bessere Usability: Eine optimierte Nutzerführung verbessert die Konversionsrate und die allgemeine Kundenzufriedenheit.
- SEO Vorteile: Suchmaschinen bevorzugen barrierefreie Websites, da sie eine bessere Struktur und nutzerfreundliche Inhalte bieten.
- Rechtssicherheit: Wer die neuen Vorgaben ignoriert, riskiert Abmahnungen und Bußgelder.
Kein barrierefreier Online-Shop? Das wird teuer!
Richtlinien für die Gestaltung barrierefreier Online-Shops
1. Text und Layout
Texte sollten für Website-Besuchende einfach zu verstehen sein und keine komplexen Sätze oder Fachbegriffe enthalten (siehe auch: Leichte Sprache). Bei der Übersetzung in Leichte Sprache können bestimmte KI-Sprachmodelle unterstützen. Allerdings ist es ratsam, die Texte von professionellen Übersetzer*innen prüfen zu lassen. Bei der Nutzung von KI-Diensten muss man zudem darauf achten, keine sensiblen Daten preiszugeben.
Gut lesbare barrierefreie Schriftarten sind Sans-Serif-Schriften. Die Schriftgröße sollte mindestens 14 px betragen, und der Text sollte weder kursiv noch unterstrichen sein. Für Hervorhebungen sollten Fettungen genutzt werden. Zudem muss man auf ausreichenden Zeilenabstand achten (etwa das 1,2- bis 1,5-Fache der Schriftgröße). Idealerweise lässt sich die Textgröße individuell von Nutzer*innen einstellen. Erhöhte Buchstabenabstände und vergrößerte Wortabstände können ebenfalls beim Lesen helfen. Zudem sollte man darauf achten, dass sich die Buchstaben I, J, l und 1 sowie db und qp in der Schriftart deutlich unterscheiden, da sie leicht verwechselt werden können.
Klare Hierarchien und eine Struktur mit kurzen Absätzen machen vor allem lange Texte einfacher lesbar. Wichtig ist auch eine logische Reihenfolge der Überschriftenstruktur – also eine korrekte Abfolge von H1-, H2- und H3-Überschriften. Das unterstützt Screenreader dabei, den Inhalt korrekt zuzuordnen. Sprachen sollten zudem mit <html lang="de"> definiert und Absätze mit <p>...</p> gekennzeichnet sein.
Haben die Farben einen hohen Kontrast, erleichtert das die Lesbarkeit für Menschen mit Sehschwäche. Für sie eignet sich dunkler Text auf hellem Hintergrund am besten. Allerdings gibt es auch Einschränkungen, bei denen andere Kontraste erforderlich sind. Beispielsweise können hohe Kontraste für neurodivergente Menschen ermüdend wirken. Für Personen mit Autismus werden beispielsweise Pastellfarben empfohlen, da sie sensorisch weniger reizend sind. Optimal ist demnach eine Funktion, die es Usern ermöglicht, selbst Kontraste und Farben auszuwählen.
Wenn Farbe zur Unterscheidung von Elementen verwendet wird (etwa bei Statusmeldungen), sollte es eine zusätzliche Kennzeichnung geben, die nicht auf Farbwahrnehmung beruht. Zum Beispiel Sternchen, um auf erforderliche Formularfelder hinzuweisen, Checkmarks oder Ausrufezeichen sowie Beschriftungen. Bei der Farbwahl sollte man zudem eine Rot-Grün-Sehschwäche berücksichtigen.
Klickbare Links und Buttons sollten hervorgehoben werden, damit sie leicht zu erkennen sind. Beispielsweise können sie ihre Farbe verändern, wenn man mit der Maus darüber fährt oder sie per Tastatur anwählt. Noch besser ist es, Links zu unterstreichen oder zu fetten. Statt „Hier klicken” sollten Links und Buttons das Ziel des Links in Worten beschreiben. Die Stile und Bezeichnungen für interaktive Elemente sollten auf der gesamten Website einheitlich sein.
2. Bild, Audio und Video
Bilder müssen mit beschreibenden Alternativtexten versehen werden, die von Screenreadern erkannt werden, damit auch Menschen mit Sehbehinderung visuelle Inhalte verstehen können. Das gilt auch für Videos, die Untertitel und Transkriptionen enthalten sollten (letzteres gilt auch für Audiodateien). Verlassen Sie sich nicht auf Tonsignale, sondern weisen Sie auch visuell auf Elemente hin, die sich verändern oder eine Handlung erfordern.
Text auf Bildern sollte vermieden werden, ebenso flackernde und blinkende Inhalte, da sie neurodivergente Menschen irritieren können. Pinch- und Zoom-Funktionen helfen Usern, Inhalte individuell zu vergrößern oder zu verkleinern (<meta name="viewport" user-scalable="yes">). Für Grafiken und Videos bieten sich Beschreibungstexte an.
Vor allem für neurodivergente Menschen kann es extrem anstrengend sein, wenn Videos und Motion-Elemente automatisch abgespielt werden. Daher sollten Bewegtbildinhalte von den Nutzern selbst gestartet und pausiert werden können. Generell sollten dekorative Hintergrundbewegungen wie Parallax-Scrolling oder großflächige Animationen im Sinne der Barrierefreiheit vermieden werden.
3. Navigation und Bedienung
Eine sinnvolle Navigation ist nicht nur für beeinträchtigte User wichtig, sondern für alle. So führen etwa unlogische Tab-Reihenfolgen zu Verwirrung. Nutzende sollten zu jedem Zeitpunkt wissen, wo sie welche Inhalte finden und in welchem Bereich der Website sie sich befinden. Hierbei helfen zum Beispiel klar erkennbare Pfade innerhalb von Navigationsanzeigen.
Websites müssen laut BFSG vollständig über die Tastatur steuerbar sein, also auch Befehle wie Pausieren, Anhalten oder Verstecken bei Audiodateien, Videos und Slidern. Wichtig bei der Tastatursteuerung ist der sogenannte Fokusstatus: Bei Links und interaktiven Elementen wie Buttons und Formularfeldern muss erkennbar sein, wenn sie angesteuert werden, zum Beispiel durch eine sichtbare Umrandung.
Banner oder Cookie-Overlays, die den Hauptinhalt der Website verdecken und zudem schwer zu schließen sind, sollten vermieden werden.
Websites müssen für Desktop und Mobile optimiert sein. Wichtig ist, dass Screenreader die Seite unabhängig vom Displaygerät auslesen können.
Hilfreiche Tools für Barrierefreiheit im Online-Shop
Offizielle Prüf- & Zertifizierungsstellen für die Barrierefreiheit
Empfehlenswerte Digitale Barrierefreiheitsprogramme
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