Screenreader: Tools und Tipps für barrierefreies Surfen im Internet
So wird das Internet für alle zugänglich
- Was ist ein Screenreader?
- Die Geschichte der Screenreader
- So arbeiten Screenreader
- Wie funktioniert ein Screenreader
- Arten von Screenreadern
- Einige der beliebtesten Screenreader sind
- Vorteile von Screenreadern
- Herausforderungen und Grenzen von Screenreadern
- 10 Tipps für barrierefreies Surfen im Internet mit Screenreadern
- Barrierefreiheit von Webseiten
- Tools zur Prüfung und Umsetzung von Barrierefreiheit
- Fazit
Das Wichtigste in Kürze
Screenreader sind spezielle Programme für Menschen mit Sehbehinderungen oder anderen Einschränkungen, die das Lesen erschweren. Diese Software wandelt Bildschirminhalte in synthetische Sprache oder Braille-Schrift um. Sie helfen, digitale Inhalte zugänglich zu machen und erleichtern die Bedienung von Computern, Smartphones und anderen technischen Geräten. Screenreader können sowohl systemintegriert als auch als Software von Drittanbietern erhältlich sein und bieten eine Vielzahl von Funktionen, die das Surfen und Arbeiten erleichtern. Dieser Artikel soll einen Überblick geben.
Lesetipp: Assistive Technologien
Was ist ein Screenreader?
Die Geschichte der Screenreader
So arbeiten Screenreader
- Windows: JAWS/NVDA verwenden die Tastatur (z. B. TAB zum Navigieren, Enter zur Bestätigung)
- macOS/iOS: VoiceOver funktioniert mit speziellen Gesten auf Touchscreens
- Android: TalkBack nutzt ebenfalls Gestensteuerung
Wie funktioniert ein Screenreader
- Texterkennung (OCR): Screenreader nutzen OCR-Technologie (Optical Character Recognition), um Texte auf dem Bildschirm zu erkennen, selbst wenn sie nicht als Text dargestellt werden (z. B. in Bildern).
- Sprachausgabe (TTS): Die meisten Screenreader verfügen über eine hochwertige Sprachausgabe (Text-to-Speech), die Texte klar und verständlich vorlesen kann.
- Braille-Zeile: Für Menschen, die blind sind oder eine sehr starke Sehbehinderung haben, gibt es spezielle Ausgabegeräte, die Braille-Zeilen genannt werden. Diese Geräte können die Bildschirminhalte in Braille-Schrift taktil darstellen.
- Navigation: Screenreader bieten verschiedene Navigationshilfen, um sich auf Webseiten und in Anwendungen zurechtzufinden. Dazu gehören z. B. das Springen zwischen Überschriften, Absätzen, Links und anderen Elementen.
- Interaktion: Screenreader ermöglichen es Nutzer*innen, mit Webseiten und Anwendungen zu interagieren, z. B. Formulare auszufüllen, Schaltflächen zu betätigen oder Links zu folgen.
Die Funktion der Braillezeile
Arten von Screenreadern
- Desktop-Screenreader: Diese Screenreader werden auf Computern mit Windows, macOS oder Linux installiert und ermöglichen die Nutzung des gesamten Systems.
- Mobile Screenreader: Diese Screenreader sind in Smartphones und Tablets mit Android oder iOS integriert und ermöglichen die Nutzung der Geräte und Apps.
- Browser-Erweiterungen: Diese Screenreader sind als Erweiterungen für Webbrowser verfügbar und ermöglichen das Vorlesen von Webseiteninhalten.
- Cloud-basierte Screenreader: Diese Screenreader werden in der Cloud ausgeführt und ermöglichen den Zugriff auf Screenreader-Funktionen über verschiedene Geräte.
Einige der beliebtesten Screenreader sind
- NVDA (Windows): Ein kostenloser und Open-Source-Screenreader für Windows, der sich besonders gut für Einsteiger eignet.
- JAWS (Windows): Ein kostenpflichtiger Screenreader für Windows mit vielen Funktionen, der vor allem von professionellen Nutzer*innen eingesetzt wird.
- VoiceOver (macOS, iOS, iPadOS): Der in Apple-Geräte integrierte Screenreader, der eine gute Balance zwischen Funktionalität und einfacher Bedienung bietet.
- TalkBack (Android): Der in Android-Geräte integrierte Screenreader, der eine ähnliche Funktionalität wie VoiceOver bietet.
Weitere Screenreader
- ChromeVox (Chrome OS): Ein in Chrome OS integrierter Screenreader für Chromebooks.
- Narrator (Windows): Ein in Windows integrierter Screenreader, der jedoch nicht so viele Funktionen wie NVDA oder JAWS bietet.
- Orca (Linux): Ein kostenloser und Open-Source-Screenreader für Linux.
Vorteile von Screenreadern
- Ermöglicht genauere Kontrolle, z. B. beim Lesen von Quellcode oder detaillierten Texten.
- Hilft bei juristischen oder wissenschaftlichen Texten, die komplexe Informationen enthalten.
- Bietet die Möglichkeit zum Nachlesen, im Gegensatz zur vergänglichen Sprachausgabe.
Herausforderungen und Grenzen von Screenreadern
- Schlechte Webseitenstruktur: Ohne korrekte semantische Auszeichnung sind Screenreader ineffektiv.
- Unübersichtliche Navigation: Wenn eine Webseite keine sinnvolle Struktur besitzt, kann der Nutzer nur schwer relevante Informationen finden.
- Komplexe interaktive Inhalte: Webseiten mit interaktiven Elementen wie Drag and-Drop-Funktionen oder dynamisch aktualisierten Inhalten sind oft schwer zugänglich.
- Kompatibilitätsprobleme: Einige Screenreader arbeiten besser mit bestimmten Betriebssystemen oder Programmen als mit anderen.
10 Tipps für barrierefreies Surfen im Internet mit Screenreadern
- Aktualität: Verwende immer die neueste Version deines Screenreaders, um von den aktuellsten Funktionen und Fehlerbehebungen zu profitieren.
- Übung: Nimm dir Zeit, um die Bedienung deines Screenreaders zu erlernen. Die meisten Programme bieten Tutorials und Übungen an.
- Einstellungen: Passe die Einstellungen des Screenreaders an deine individuellen Bedürfnisse an (z. B. Lesegeschwindigkeit, Lautstärke, Stimme).
- Tastenkombinationen: Mache dich mit den wichtigsten Tastenkombinationen deines Screenreaders vertraut, um die Bedienung zu beschleunigen.
- Webseiten-Struktur: Achte auf eine gute Strukturierung von Webseiten mit klaren Überschriften, Absätzen und Listen.
- Alt-Texte für Bilder: Stelle sicher, dass alle Bilder auf Webseiten mit aussagekräftigen Alternativtexten versehen sind.
- Barrierefreie Formulare: Achte darauf, dass Formulare auf Webseiten barrierefrei gestaltet sind und über korrekte Beschriftungen verfügen.
- Usability: Nutze Webseiten und Anwendungen, die benutzerfreundlich und einfach zu bedienen sind.
- Feedback: Gib Feedback an Webseitenbetreiber, wenn du auf Barrieren stößt.
- Community: Suche den Austausch mit anderen Screenreader-Nutzer*innen, um von ihren Erfahrungen zu lernen.
Barrierefreiheit von Webseiten
Grundlagen der Barrierefreiheit
- Semantische Auszeichnung: Webseiten sollten semantisch korrekt ausgezeichnet sein, d. h. die verschiedenen Elemente sollten ihre Bedeutung haben (z. B. Überschriften, Absätze, Listen).
- Alternative Texte: Bilder und andere nicht-textliche Inhalte sollten mit Alternativtexten versehen sein, die den Inhalt beschreiben.
- Tastaturbedienung: Webseiten sollten vollständig über die Tastatur bedienbar sein.
- Kontraste: Text und andere Elemente sollten ausreichend Kontrast zum Hintergrund haben.
- Skalierbarkeit: Webseiten sollten skalierbar sein, d. h. die Schriftgröße sollte bei Bedarf vergrößert werden können.
- Komplexe Animationen und Pop-ups solltest du vermeiden, da sie den Screenreader blockieren.
- Links und Buttons sollten sprechende Namen haben, sodass sie auch ohne visuelle Unterstützung verständlich sind.
Richtlinien für Barrierefreiheit
- WCAG: Die Web Content Accessibility Guidelines (WCAG) sind ein internationaler Standard für Barrierefreiheit im Web.
- BITV: Die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV) ist eine deutsche Verordnung, die die Barrierefreiheit von Webseiten und anderen digitalen Angeboten regelt.
Tools zur Prüfung und Umsetzung von Barrierefreiheit
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