Inhalt
- Anforderungen für das Lastenheft definieren
- Die wichtigsten Enterprise-Crawler-Plattformen
- Leitfaden für das weitere Vorgehen
- Fazit: Die Wahl des passenden SEO-Crawlers will wohlüberlegt sein
Das Finden eines geeigneten, enterprise-tauglichen SEO-Crawlers erfordert einen strategischen Ansatz, da die Anforderungen großer, komplexer Webseiten deutlich über die von kleinen oder mittelständischen Unternehmen hinausgehen. Ein technischer SEO-Crawler für Unternehmen ist ein leistungsstarkes Tool zur Analyse umfangreicher Websites, mit dem du komplexe Probleme wie die Verschwendung von Crawl-Budget, Indizierungsprobleme, fehlerhafte Links und Mängel in der Website-Struktur und Webseiten-Performance skalierbar identifizierst.
In diesem Guide zeigen wir dir, wie du die richtigen Fragen bezüglich technischer Anforderungen und Fähigkeiten einer geeigneten SaaS-Lösung stellst, um keine wichtigen Themen in der Evaluation zu vergessen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein präzises Lastenheft ist die essenzielle Basis, um die spezifischen Anforderungen komplexer Enterprise-Webseiten strukturiert zu evaluieren.
- Die Wahl zwischen Cloud- und Desktop-Crawlern entscheidet maßgeblich über die Skalierbarkeit bei Millionen von URLs und die Analyse-Performance.
- Moderne Webseiten erfordern Crawler mit JavaScript-Rendering, um dynamische Inhalte und Web Vitals realitätsgetreu zu erfassen.
- Transparente Kostenstrukturen und DSGVO-Konformität sind kritische Auswahlkriterien, um versteckte Gebühren und rechtliche Risiken zu vermeiden.
- Ein fundierter Auswahlprozess sollte immer Test-Crawls auf eigenen Daten beinhalten, statt sich nur auf Standard-Demos zu verlassen.
Anforderungen für das Lastenheft definieren
Um einen enterprise-tauglichen SEO-Crawler zu finden, benötigst du ein Lastenheft, in dem du die wichtigsten Faktoren evaluierst. Folgende Punkte sollten hierbei durchgearbeitet werden:
1. Größe der Webseite
Beginne mit einer Bestandsaufnahme zur Größe deiner Website: Wie viele URLs müssen gecrawlt und analysiert werden und sollen die abgerufenen Seiten für die spätere Analyse gespeichert werden? Es macht bezüglich der Kosten beim Crawling einen großen Unterschied, ob nur 100.000 URLs oder 10 Millionen URLs analysiert werden müssen. Es gibt Crawler, die bei der Verarbeitung von großen Webseiten an ihre Grenzen stoßen. Wenn die Größe der eigenen Webseite nicht genau bekannt ist, besteht die Gefahr, eine Lösung zu buchen, die für die Analyse entweder zu groß oder zu klein ist.
Während cloudbasierte Crawler gut skalieren, stoßen Desktop-Crawler bei großen Webseiten schnell an ihre Grenzen. Die Fähigkeiten von Desktop-Crawlern wie Screaming Frog oder Sitebulb sind durch die Hardware und Netzanbindung des Anwenders begrenzt. RAM, CPU, Grafikkarte und die Geschwindigkeit der Internetverbindung bilden oft einen Engpass und die Vollauslastung jeder einzelnen Ressource kann zu fehlerhaften Performance-Messwerten führen.
⚠️ Tipp: Limitierungen bezüglich der zu analysierenden URLs werden bei den Crawler-Anbietern mitunter sehr verschieden gehandhabt. Während bei einigen Tools nur die Anzahl der HTML-Seiten eine Begrenzung darstellt und die darin eingebundenen Ressourcen wie Bilder, Videos, CSS und JavaScript-Dateien inkludiert sind, wird bei anderen Anbietern jede einzelne gecrawlte URL gezählt. Solche Crawl-Limitierungen für die Zahl von HTML-Seiten, Ressourcen und Links sollten genau hinterfragt werden, da sonst ein Vergleich der entstehenden Kosten zwischen verschiedenen Anbietern nicht möglich ist. Nur wenige Anbieter speichern das abgerufene HTML und die abgerufenen Ressourcen komplett. Oft sind es nur die URLs.
2. Häufigkeit der Analysen
Der zweite wichtige Punkt betrifft die Crawl-Frequenz:
Wie oft soll die Webseite gecrawlt und analysiert werden?
In welchen zeitlichen Abständen gibt es technische oder inhaltliche Änderungen an der Seite?
Möchte ich den Zustand nur einmal in der Woche überprüfen oder benötige ich kürzere Intervalle, um schnell reagieren zu können?
Um kontinuierlich und regelmäßig Daten zu erfassen, sollte der SEO-Crawler mit einem konfigurierbaren Scheduler ausgestattet sein, über den sich neue Crawls automatisiert und regelbasiert starten lassen.
Einige Software-Anbieter setzen bei der Abrechnung von Crawl-Ressourcen auf Request-Credit-Systeme mit einem monatlichen Credit-Limit und rechnen jede abgerufene URL dagegen ab. Ist das Limit erschöpft, kann man kostenpflichtig weitere Credits erwerben oder muss bis zum nächsten Abrechnungszeitraum warten. Andere Cloud-Anbieter bieten die Möglichkeit, unbegrenzt viele Crawls pro Monat anzustoßen und begrenzen die Nutzung damit nur über die Menge der maximal vorgehaltenen Daten.
Überlegungen darüber, welche Crawling-Intervalle sinnvoll und möglich sind, sollten mit betrachtet werden, um die Kosten der verschiedenen Anbieter bezüglich der Anforderungen an die Datenaktualität vergleichen zu können.
⚠️ Tipp: Auf „heavy use“ ausgelegte Crawler ohne Credit-System eignen sich besser für Seiten mit vielen Änderungen, wenn du kontinuierlich den technischen Zustand überwachen möchtest, sowie für die Analyse von Entwicklungsumgebungen.
3. Multi-Host und Multi-Domain-Setups
Bei Enterprise-Webseiten entsteht zusätzliche Komplexität durch eine verteilte technische Architektur sowie durch Internationalisierung. Häufig bestehen solche Setups aus mehreren Hosts oder Domains, die unterschiedliche technische Systeme abbilden (Shop, Blog, Forum, Job-Portal, Support-Bereich) oder Inhalte für unterschiedliche Märkte oder Sprachen bereitstellen. Zusätzlich kommen häufig CDNs zum Einsatz, um z. B. Ressourcen wie Bilder schnell und effizient ausliefern zu können.
Wichtige Fragen hierbei:
Kann der SEO-Crawler diese Strukturen vollständig und korrekt erfassen?
Lassen sich die Hosts und Domains gemeinsam analysieren, inklusive ihrer Verlinkung?
Ist eine saubere Segmentierung der Webseite möglich, um einzelne Systeme oder Bereiche getrennt auswerten zu können?
Insbesondere für internationale Webseiten sollte der Crawler in der Lage sein, die Implementierung von Hreflang (HTML, HTTP-Header und XML-Sitemaps) zu analysieren und Fehler aufzuzeigen. Die Unterstützung für Crawls von Multi-Host- und Multi-Domain-Setups muss hierfür gegeben sein, um die Verweise zwischen den Domains überprüfen zu können.
⚠️ Tipp: Wenn du verschiedene Länderwebseiten in der kontinuierlichen Analyse haben möchtest, erkundige dich darüber, ob die Lizenz gleichzeitige, parallele Crawls der Projekte erlaubt oder ob im Account immer nur ein Crawl gleichzeitig laufen darf. Eine sequenzielle Verarbeitung erhöht die benötigte Zeit deutlich.
4. Crawl-Steuerung
Hier geht es um Fragen wie:
Unterstützt der Crawler die Planung von automatisierten Crawls sowie eine feingranulare Steuerung der Geschwindigkeit und lässt sich die Last limitieren?
Gibt es Mechanismen zum Schutz der Webseite vor Überlastung?
Können passwortgeschützte Bereiche analysiert oder neue Features durch das Senden von HTTP-Headern oder Cookies getestet werden?
Ist es möglich, Simulationen durchzuführen, beispielsweise durch das Umschreiben von URLs oder das gezielte Ausschließen bestimmter Seiten über Regeln oder eine angepasste robots.txt?
Für große und komplexe Webseiten ist es wichtig, dass der Crawler umfangreiche Steuerungsoptionen bietet. Eine feingranulare Crawl-Steuerung verhindert, dass der Server überlastet wird, während Scheduler das automatische Starten von Crawls ermöglichen.
Das Crawlen von Staging-Umgebungen oder passwortgeschützten Bereichen stellt sicher, dass Relaunches oder Änderungen vorab validiert werden können. Fortgeschrittene Funktionen wie das Umschreiben von Pfaden, das Ausschließen bestimmter URLs oder das Auslösen neuer Features über Header und Cookies erleichtern Simulationen und Analysen von dynamischen Seiten erheblich.
⚠️ Tipp: Prüfe vor dem Einsatz, welche Steuerungs- und Simulationsmöglichkeiten der Crawler tatsächlich bietet. Insbesondere bei großen oder ressourcenintensiven Webseiten kann eine intelligente Konfiguration von Crawl-Geschwindigkeit, URL-Exklusionsregeln und Authentifizierung deinen Analyseaufwand erheblich reduzieren und gleichzeitig die Serverstabilität sichern.
5. Rendering und JavaScript-Ausführung
Ein weiterer wichtiger Punkt bezieht sich auf die Fähigkeit des Crawlers in den Bereichen Rendering und JavaScript-Ausführung:
Unterstützt der Crawler lediglich den Abruf und die Analyse von reinen HTML-Seiten oder rendert er die Seiten vollständig inklusive CSS, JavaScript und Abruf von eingebundenen Ressourcen?
Lassen sich mit dem Crawler Performance-Kennzahlen (Web Vitals) zuverlässig messen?
Werden JavaScript-Fehler, Rendering-Probleme oder fehlgeschlagene Requests erfasst und ausgewertet?
Moderne Webseiten basieren häufig auf JavaScript-Frameworks wie React, Vue oder Angular. Inhalte, Navigationselemente und interne Verlinkungen werden dabei oft erst durch die Ausführung von JavaScript erzeugt. Ein SEO-Crawler, der lediglich das reine HTML analysiert, sieht in solchen Fällen nur einen unvollständigen Zustand der Seite. Das kann dazu führen, dass wichtige Inhalte, Links oder sogar ganze Seitentypen nicht erfasst werden. In der Folge sind die Analysen lückenhaft oder sogar unmöglich.
Crawler mit echtem Rendering simulieren den Besuch von Nutzer*innen und führen, wie auch moderne Suchmaschinen-Crawler, JavaScript aus. Dadurch lassen sich clientseitig geladene Inhalte zuverlässig analysieren. Zusätzlich eröffnen gerenderte Crawls die Möglichkeit, Web Vitals, Ladezeiten, Layoutverschiebungen und auch JavaScript-Fehler (z. B. Console Errors oder fehlgeschlagene API-Calls) systematisch zu erfassen und in die Bewertung der Website-Qualität einzubeziehen.
⚠️ Tipp: Crawling mit Rendering und JavaScript-Ausführung ist deutlich ressourcenintensiver als reines HTML-Crawling. Manche Enterprise-Crawler berechnen für gerenderte URLs höhere Kosten oder doppelte Crawl-Credits. Dies kann die Kosten für ein Projekt schnell verdoppeln, wenn dieser Punkt vorab nicht gezielt verglichen wird.
6. API-Zugriffe oder Daten-Exporte
Hier geht es um Fragen wie:
Unterstützt das Tool API-Zugriffe oder Daten-Exporte auch für große Datenmengen?
Gibt es Limits oder zusätzliche Kosten für den Datenzugriff?
Lassen sich die Daten gut in eigenen Systemen wie Ticket-Systemen oder einem SEO Data Warehouse weiterverwenden?
Viele Anbieter ermöglichen den Export von Crawldaten oder die Nutzung über APIs, allerdings unterscheiden sich die Bedingungen stark. Manche Plattformen setzen Limits pro Tag oder pro Monat, andere arbeiten mit Credit-Systemen. Wenn nur ein Teil der Daten exportiert werden kann oder die Kosten für große Datenmengen stark ansteigen, kann dies die Integration in eigene Prozesse und die Analyse erheblich erschweren.
⚠️ Tipp: Prüfe genau, welche Datenmengen tatsächlich exportiert werden können, wie die Kostenstruktur aussieht und ob die API flexibel genug ist, um deine eigenen Systeme zuverlässig zu speisen. So vermeidest du Überraschungen bei großen Datenmengen und stellst sicher, dass du alle Insights für deine Analysen nutzen kannst.
7. Historische Daten & Retrospektive
Geht es an die Datenspeicherung, sind folgende Fragen von Bedeutung:
Welche historischen Daten und Trend-Kennzahlen stellt das Tool bereit?
Können KPIs über längere Zeiträume verfolgt werden, sodass ich schleichende Veränderungen, z. B. bei Web Vitals oder anderen wichtigen Performance-Kriterien, erkennen kann?
Ist es möglich, nicht nur aggregierte Kennzahlen, sondern auch vollständige Crawls und die zugrunde liegenden Daten – etwa das komplette HTML – langfristig zu speichern, um Seitenzustände auch nach Monaten noch genau nachvollziehen zu können?
Wenn die technische Analyse kontinuierlich erfolgen soll, ist eine fortgeschriebene Crawl-Historie mit allen relevanten Kennzahlen essenziell. Damit lassen sich Veränderungen über die Zeit erkennen und Verbesserungen dokumentieren. Gerade bei komplexen Seiten, die viele Ressourcen laden oder stark auf JavaScript setzen, ist die reine Speicherung von Kennzahlen oft nicht ausreichend, um Fehler zuverlässig nachzuvollziehen.
Manchmal passieren Probleme nur bei einem Teil der Aufrufe, etwa durch eine langsame interne API. Hier hilft die vollständige Speicherung von HTML und Ressourcen, um die Ursache präzise zurückzuverfolgen. So lassen sich auch Fehler analysieren, die erst Wochen oder Monate nach dem ursprünglichen Crawl auffallen.
⚠️ Tipp: Prüfe, ob alle benötigten KPIs und historischen Trends von der Software bereitgestellt werden und sich die Ursache von Fehlern auch nachträglich prüfen lässt. Manche Tools machen es dir auch sehr einfach, bereits voraggregierte Trend-Widgets in eigene, interne Dashboards einzubinden.
8. Zusatzkosten
Schaue dir im Zuge der Evaluierung auch die Kostenstruktur an:
Werden zusätzliche Gebühren fällig, wenn die Zahl der Nutzer*innen steigt oder wenn bestimmte Funktionen aktiviert werden?
Gibt es versteckte Kosten für Support, Schulungen oder Onboarding der Fachabteilung?
Viele Softwareanbieter berechnen Zusatzkosten, die auf den ersten Blick nicht immer offensichtlich sind. Dazu zählen etwa Gebühren für eine größere Nutzeranzahl, zusätzliche Module oder erweiterte Funktionalitäten sowie kostenpflichtiger Support. Solche Kosten können sich schnell summieren und den intensiven Einsatz der Software verteuern oder einschränken, wenn bestimmte Bereiche nur gegen Aufpreis genutzt werden können.
⚠️ Tipp: Prüfe bereits in der Angebotsphase, welche Leistungen inklusive sind und welche separat berechnet werden. Halte diese Punkte auch im Lastenheft fest, um spätere Überraschungen zu vermeiden.
9. Datenschutz und DSGVO-Compliance
Hier geht es um Fragen wie:
Kann ein Auftragsdatenverarbeitungsvertrag (AVV/DPA) geschlossen werden?
Wo und wie werden die auf der gecrawlten Webseite vorhandenen personenbezogenen Daten verarbeitet bzw. gespeichert?
Unternehmen in der EU müssen sicherstellen, dass beim Verarbeiten von Daten in ihrem Auftrag die DSGVO eingehalten wird. Gerade bei Unternehmenswebseiten ist es in der Praxis oft unmöglich, alle personenbezogenen Daten vor der Weitergabe an einen Crawler zu entfernen oder zu anonymisieren. Schon allein das Impressum enthält die verantwortlichen Personen und damit personenbezogene Informationen. Auch Team-Seiten, Blogs oder Unternehmensprofile führen häufig dazu, dass Mitarbeiter*innen namentlich oder identifizierbar genannt werden. Insbesondere US-Anbieter stellen sich mitunter gerne als „compliant by design“ dar, jedoch erfordert dies oft, dass man selbst vorab Maßnahmen ergreift, um gar keine personenbezogenen bzw. personenbeziehbaren Daten weiterzugeben, was in der Praxis aufwendig sein kann.
⚠️ Tipp: Prüfe genau, dass personenbezogene Daten DSGVO-konform behandelt werden und dies vertraglich geregelt ist. Sei besonders vorsichtig bei Seiten mit klar identifizierbaren Personen – hier ist ein datenschutzkonformes Vorgehen entscheidend.
10. Preisgestaltung
Wenn es um die budgetären Aspekte geht, stelle dir folgende Fragen:
Unterstützt der Anbieter eine transparente Preisstruktur?
Können Einzelleistungen klar aufgeschlüsselt werden, oder handelt es sich um Pakete mit Zusatzfunktionen, die ich möglicherweise gar nicht benötige?
Orientiert sich der Preis eher an meiner Unternehmensgröße als an der tatsächlichen Nutzung des Crawlers?
Bei vielen Enterprise-Lösungen ist es inzwischen üblich, dass Preise nur auf Anfrage beim Sales-Team kommuniziert werden. Die Preisgestaltung wirkt häufig intransparent: Statt sich an den Kosten der Crawls zu orientieren, erscheint es manchmal so, als ob der Preis nach der Wirtschaftsleistung des Kundenunternehmens kalkuliert wird. Hinzu kommen Paketpreise, die bereits Beratungsleistungen oder zusätzliche Module enthalten, die du vielleicht gar nicht benötigst. Dadurch wird ein direkter Vergleich zwischen Anbietern zusätzlich erschwert.
Ein positives Beispiel für Transparenz ist der Audisto Crawler, dessen Preise inklusive aller Leistungen klar auf der Webseite ausgewiesen werden – auch für größere Projekte.
⚠️ Tipp: Erstelle ein detailliertes Lastenheft mit deinen genauen Anforderungen. Frage gezielt nach, welche Leistungen enthalten sind und ob Einzelleistungen separat buchbar sind. Nur so vermeidest du versteckte Kosten und kannst Angebote verschiedener Anbieter fair vergleichen.
Im Enterprise-Segment dominieren spezialisierte Cloud-Plattformen, die weit über das reine Crawling hinausgehen und Analysen für technisches SEO anbieten.
Die bekanntesten Enterprise SEO-Crawler sind:
Software | Unternehmensstandort | Bezeichnen sich als |
| Deutschland | Advanced Technical SEO Crawler |
| USA | AI Search Optimization Platform |
| Großbritannien | Website Optimization Platform |
| USA/Frankreich | Technical SEO Data for Competitive Websites |
Für eine Enterprise-Umgebung solltest du dich primär an Cloud-basierten, hochskalierbaren SEO-Crawlern wie Audisto, Botify, Lumar oder OnCrawl orientieren, wenn der Schwerpunkt auf tiefgehender technischer SEO-Analyse und Crawl-Budget-Optimierung liegt.
Die etablierten SEO-Suiten wie Ahrefs oder Semrush bieten oft auch Onpage-Analysen an, manchmal gegen Aufpreis, sind aber vom Funktionsumfang im Crawling oder den technischen SEO-Analysen nicht mit den technischen SEO-Crawlern vergleichbar, die speziell für die technische Komplexität großer Unternehmenswebseiten entwickelt wurden.
⚠️ Tipp: Auch bei den oben erwähnten Enterprise Cloud-Crawlern sollte man sich bzgl. Funktionsumfang genau informieren. Wenn ein Anbieter beispielsweise diverse KI-Analysen dazu baut, muss das natürlich mitbezahlt werden. Hier sollte zumindest hinterfragt werden, ob es Feature-Bestandteile gibt, welche die Nutzer*innen nicht benötigen und ob diese „abgewählt“ werden können. Wenn du nur einen SEO-Crawler für technische Analysen suchst, dann sollten die zusätzlichen Funktionen einer Lösung immer gegengeprüft werden, um nicht für ungenutzte Features zu viel zu bezahlen.
Leitfaden für das weitere Vorgehen
Für einen geeigneten Auswahlprozess empfiehlt es sich, folgende Schritte zu durchlaufen:
1. Lastenheft erstellen: Beginne damit, auf Basis der zuvor beschriebenen Kriterien und Fragestellungen ein detailliertes Lastenheft zu erstellen. Dieses Dokument sollte alle Anforderungen an das gewünschte Produkt enthalten, von den benötigten Funktionalitäten bis zu Nutzungsmöglichkeiten. Ein präzises Lastenheft bildet für dich die Grundlage für einen gezielten Vergleich verschiedener Anbieter*innen und verhindert spätere Überraschungen bei den Kosten oder der Leistungsfähigkeit.
2. Engere Auswahlliste geeigneter Anbieter erstellen: Nutze dein Lastenheft, um eine engere Auswahl geeigneter Anbieter zusammenzustellen. Fokussiere dich auf diejenigen, deren Lösungen deine Anforderungen am besten erfüllen. So lassen sich Anbieter effizient vergleichen und unnötige Evaluationsaufwände vermeiden.
3. Kosten evaluieren: Mit einem klaren Lastenheft solltest du nun in der Lage sein, einen präzisen Preis für die aktuellen Anforderungen zu erfragen. Diskutiere dabei unbedingt auch die mögliche zukünftige Skalierung: Wenn weitere Domains oder eine größere Webseite geplant sind, sollten die Anbieter auch diese Szenarien in der Preisfindung berücksichtigen. Viele Tools staffeln ihre Preise je nach Nutzung oder Größe. Daher ist es hilfreich, zu wissen, ob die Software auch bei Wachstum zu ähnlichen Konditionen betrieben werden kann.
4. Demos anfordern und Test-Crawls durchführen: Lass dir nicht nur eine Demo auf Beispieldaten zeigen, sondern evaluiere die Funktionalität und die Analysen auf echten Daten deiner eigenen Domain. Nur so kannst du direkt in der Demo verstehen, ob die Software wirklich für dein Projekt nutzbar ist und beispielsweise bereits bekannte Probleme erkennt. Eine realistische Testumgebung liefert die besten Erkenntnisse über die Praxistauglichkeit der Lösung.
Bewerte hierbei:
Datenqualität und Genauigkeit der erkannten Probleme
Benutzerfreundlichkeit der Reports und Aussagekraft der Berichte
5. Testbetrieb prüfen: Wenn du nach der Demo noch unsicher bist, ist ein direkter Abschluss eines Jahresvertrags oft nicht sinnvoll. Einen vollständig kostenlosen Testbetrieb bietet in diesem Segment so gut wie niemand an. Aber vielleicht ist es möglich, mit einem 3-monatigen bezahlten Testbetrieb zu starten und erst danach in eine langfristige Bindung zu wechseln. Vereinbare keinen zu kurzen Zeitraum für den Testbetrieb, da Crawls von großen Seiten bereits mehrere Wochen dauern können und du sonst nicht genug Zeit für die Evaluation hast.
Fazit: Die Wahl des passenden SEO-Crawlers will wohlüberlegt sein
Die Wahl eines Enterprise-SEO-Crawlers ist keine Entscheidung, die du mal eben treffen solltest. Zu groß sind die Unterschiede bei Funktionen, Kosten und Datenschutz.
Das Wichtigste: Ohne ein solides Lastenheft ist eine unternehmenszentrierte Entscheidung beinahe unmöglich. Definiere deshalb zuerst genau deine Anforderungen, dann erst schaust du dir Anbieter an.
Nimm dir die Zeit für echte Test-Crawls auf deinen eigenen Daten. Nur so merkst du, ob ein Tool wirklich hält, was es verspricht – und nicht nur in der Demo mit Musterdaten glänzt.