E-Mail-Marketing

Wie Ihr die Öffnungsrate Eures Newsletters verdoppeln könnt 

Wir zeigen Euch, mit welchen Tipps Ihr Eure Öffnungsrate effizient verbessern könnt

Eines der meist unterschätzten Marketing-Tools ist das E-Mail-Marketing – für viele auch als Newsletter bekannt. Schon beim ersten Besuch der Nutzer*innen auf Eure Website könnt Ihr dafür sorgen, dass Ihr die Leads für Euren Newsletter gewinnt. Dieser Beitrag von unserem Gastautor und Gründer der BERLIN STARTUP SCHOOL, Constantin “Tino” Schmutzler, hilft Euch dabei möglichst viele Leads einzusammeln und die Öffnungsrate Eures Newsletters zu steigern. 

Was ist die Öffnungsrate im Newsletter-Marketing? 

Wenn es um die Öffnungsrate (oder “Open Rate”) geht, solltet Ihr unterschiedliche Metriken kennen: Die Öffnungsrate ist der prozentuale Anteil der Lesenden, die den Newsletter, im Vergleich zur Gesamtzahl der Abonnent*innen, wirklich öffnet. Dabei wird nochmal zwischen einer Unique- und einer Gesamt-Öffnungsrate unterschieden. 

Die Gesamt-Öffnungsrate beinhaltet alle Aufrufe, auch wenn der Newsletter mehrmals von den gleichen Usern geöffnet wurde. Im Gegensatz dazu fließt bei der Unique-Öffnungsrate nur die erstmalige Öffnung in die Statistik mit ein. Liegt letztere bei ca. 20 % macht Ihr schon einen guten Job. 

Warum spielt die Öffnungsrate bei Newslettern eine zentrale Rolle?

Die Öffnungsrate ist die Währung, mit der Ihr den Erfolg Eures Newsletters messen könnt. Denn genau an dieser seht Ihr, ob sich Eure Abonnent*innen überhaupt für Euren Newsletter interessieren, oder ob Ihr viele inaktive Abonnent*innen habt.

Wie schon Eingangs erwähnt, ist das Ziel, eine möglichst hohe Öffnungsrate zu erzielen. Wie das geht, erfahrt Ihr in diesem Artikel. Denn was helfen Euch viele Abonnent*innen, wenn niemand Euren Newsletter liest?

Wie lässt sich eine Öffnungsrate berechnen?

Wichtig: Ihr solltet immer berücksichtigen, wie viele “Bounces” es gab. Damit werden die Fälle bezeichnet, in denen aus diversen Gründen die Zustellung Eures Newsletters nicht erfolgreich ist. Darunter fällt zum Beispiel die Angabe einer nicht existierenden E-Mail-Adresse oder der Server der Empfänger*innen blockiert die Zustellung des Newsletters. Die Bounces könnt Ihr aus Eurem Verteiler entfernen und Euch so auf die zugestellten E-Mails fokussieren. Diese berechnet sich anhand der Gesamtzahl der Abonnent*innen wie folgt:

Öffnungen / (Versandmenge – Bounces) *100 = Öffnungsrate in %

4 häufige Gründe für eine niedrige Öffnungsrate im Newsletter

Bevor wir uns die möglichen Optimierungen anschauen, wollen wir Euch vier Gründe für eine niedrige Öffnungsrate zeigen.

1. Versehentlicher Spam 

Einer der häufigsten Gründe für eine niedrige “Open Rate” ist, dass der Newsletter im Spam-Ordner landet. Dafür kann es gleich mehrere Ursachen geben:

  • Ihr nutzt eine nicht vertrauenswürdige oder private E-Mail-Adresse für den Versand des Newsletters. Grundlegend solltet Ihr immer Eure Firmenadresse nutzen. Zusätzlich könnt Ihr die Nutzer*innen darauf aufmerksam machen, Eure E-Mail-Adresse als Kontakt abzuspeichern. So landet der Newsletter auch sicher im Postfach. Auch wenn dies in der Realität seitens der Nutzer*innen eher unüblich ist. 
  • Die Daten oder Bilder im Newsletter sind zu groß. Anhänge in Newslettern zu verschicken, ist generell eine schlechte Idee! Darüber hinaus könnt Ihr auf diese Art und Weise nur schwer nachvollziehen, wer den Inhalt wirklich geöffnet oder heruntergeladen hat.
  • Bestimmte Provider haben sehr strenge Regeln, nachdem sie die E-Mails in den Spam aussortieren. Und hier kommt schon die schlechte Nachricht: Leider habt ihr darauf keinen Einfluss.

Damit Eure E-Mails nicht im Spam-Ordner Eurer Abonnent*innen verschwinden, können ebenfalls sogenannte E-Mail-Verification-Tools  wie MailerCheck oder Snov.io helfen.

2. Zu häufige Frequenz

Eigentlich passt das auch zum ersten Punkt: Spam. Ihr wollt auf keinen Fall Eure Abonnent*innen vergraulen, indem Ihr ihnen mehrmals täglich einen Newsletter ohne weiteren Mehrwert schickt (dazu gehört das Wiederholen der immer gleichen Information oder ständige Reminder). Einzige Ausnahme: Ein häufiger Versand macht im Zusammenhang mit Eurem Produkt und Eurer Strategie wirklich Sinn (bspw. Nachrichten).

3. Schlechte Betreffzeile

Ein langweiliger Text in der Betreffzeile kann zur Folge haben, dass vor allem neue Nutzer*innen Euren Newsletter nicht öffnen. Insbesondere auf mobilen Endgeräten sind nur die ersten etwa fünf bis sieben Worte der Betreffzeile sichtbar und dadurch umso wichtiger.

4. Falsche Uhrzeit

Wer den Tagesablauf seiner Zielgruppe nicht kennt, wird auch nur eine niedrige Öffnungsrate des Newsletters haben. Dies gilt auch für den idealen Tag. Und so viel vorweg: Freitag ist kein guter Tag für einen Newsletter-Versand (außer Ihr weist auf Veranstaltungen am Wochenende hin).

Diese vier Fehler sind häufige Ursachen für eine geringe Öffnungsrate. Wie Ihr am besten dagegen vorgehen könnt, erklären wir Euch in den nächsten Abschnitten. 

Newsletter-Öffnungsrate erhöhen – mit diesen Tricks klappt es

Die oben genannten Gründe für eine niedrige “Open Rate” lassen sich einfach beheben. Mit den folgenden Tipps könnt Ihr sie sogar bei weitem übertreffen.

Wie oft solltet Ihr einen Newsletter verschicken?

Der Inhalt des Newsletters ist dafür entscheidend, wie oft dieser verschickt wird. Dabei solltet Ihr immer folgende Fragen im Hinterkopf behalten: “Ist der Inhalt des Newsletters berichtenswert?” bzw. “Bietet der Newsletter einen Mehrwert für meine Zielgruppe?”. Die Newsletter, die ich persönlich am liebsten lese (exklusive Nachrichten), erhalte ich ca. ein bis maximal zweimal im Monat. Je höher die Frequenz, desto mehr Mehrwert müsst Ihr Euren Leser*innen mit dem Inhalt des Newsletters bieten.

Am besten wissen die Leser*innen bereits beim Abschluss des Abonnements, wie oft sie den Newsletter erhalten.

Wie gestaltet Ihr die Betreffzeile richtig?

‘Copywriting is dead? Long live Copywriting!’ Jedes Wort kann dafür entscheidend sein, dass Abonnent*innen den Newsletter öffnen – oder auch nicht. Seid Euch bewusst, dass auf einem mobilen Endgerät nur die ersten Wörter der Betreffzeile in der Vorschau zu sehen sind. Diese sollten direkt erkenntlich machen, worum es in der E-Mail geht oder die Neugier der Leser*innen wecken. 

Für eine starke Betreffzeile gibt es auch ein paar nützliche Tricks:

  • Den Spitznamen im Text verwenden
  • Einen besonderen Emoji nutzen
  • FOMO (“Fear of missing out”) erzeugen, bspw.: “50% Rabatt auf die ersten 5 Bestellungen”, “Endlich eine Lösung für [zielgruppenspezifisches Problem]”, oder “Darauf habt ihr schon lange gewartet!”

Wichtig ist auch die Vorschau, unter der Betreffzeile: 

Bildschirmfoto von Constantin Schmutzler als Beispiel für Betreffzeilen von Newslettern

Verschiedene Beispiele für Newsletter-Betreffzeilen; Quelle: privat

Dabei solltet Ihr darauf achten, dass dort nicht irgendein standardisierter Hinweis, Code oder Bildbeschreibung (bspw. „Wenn dieser Newsletter nicht korrekt angezeigt wird“, “English version below”; siehe Bild) steht, sondern tatsächlich der Inhalt des Newsletters in Form von Text angeteasert wird.

Wann solltet Ihr den Newsletter am besten verschicken?

Normalerweise bietet es sich an, den Newsletter zwischen Dienstag- und Donnerstagmorgen zu verschicken. Gehören bspw. Arbeitnehmer*innen zu Eurer Zielgruppe, sollte er zwischen 8 und spätestens 9 Uhr morgens verschickt werden. Also am besten genau dann, wenn die Zielgruppe zum ersten Mal die E-Mails checkt.

Denn: Verpasst Ihr den richtigen Zeitpunkt, an dem die Zielgruppe die E-Mails checkt, rutscht der Newsletter im Postfach immer weiter nach unten und ist nicht mehr aktuell. Ihr könnt aber auch verschiedene Sendezeiten über einen längeren Zeitpunkt testen, analysieren, wann er geöffnet wird und dementsprechend die optimale Uhrzeit wählen. 

Wie solltet Ihr einen Newsletter aufbauen, damit er immer wieder geöffnet wird?

Beim Versand des Newsletters ist nicht nur der Zeitpunkt, sondern auch der Aufbau wichtig. Idealerweise ist die Struktur immer gleich, sodass Eure Abonnent*innen den Aufbau bereits kennen und sich so einen Lesefluss aneignen können.

Ich kenne es von mir selbst: Bei dem ein oder anderen Newsletter interessiert mich immer ein bestimmter Abschnitt, den ich jedes Mal aufs Neue suche. Gebt Euren Leser*innen also die Möglichkeit, diesen Abschnitt immer an der gleichen Stelle und mit dem gleichen Design zu finden. Dabei könnt Ihr mit farblichen Elementen oder besonderen Textelementen (unterstrichen, fett, etc.) arbeiten.

Was könnt Ihr sonst noch tun?

Lernt Eure Community so gut kennen, dass Ihr den Inhalt auf sie auslegt. Interessieren sich Eure Abonnent*innen für die neuesten Produktivitätstools? Schenkt Ihnen einen Gutschein dafür (und schreibt es direkt in die Betreffzeile). Es steht ein exklusives Treffen an? Lasst sie es wissen!

Erinnert sie immer wieder daran, dass sie als Abonnent*in des Newsletters besondere Vorteile genießen. Und ja, Ihr dürft diese Vorteile auch künstlich verknappen. Denn so weckt Ihr nicht nur das generelle Interesse, Ihr schürt damit auch wieder “Fomo”.

Diese Tools braucht Ihr für Euren Newsletter

Zu den vier bekanntesten Newsletter-Tools zählen rapidmailSendinblueMailchimp und HubSpot CRM. Dabei solltet Ihr auch darauf achten, die Newsletter DSGVO-konform zu erstellen). Diese und viele weitere Tools findet Ihr natürlich auf OMR Reviews. Sie helfen Euch nicht nur dabei den Newsletter zu erstellen und zu versenden, sondern diverse Statistiken, wie die Öffnungs- oder Klickrate abzurufen.

Darüber hinaus hilft tinypng oder jedes andere Bildkomprimierungs-Tool dabei, dass Eure Bilder im Newsletter möglichst nur ein paar Kilobyte (KB) groß sind. So erzielt Ihr nicht nur eine schnellere Ladezeit des Inhalts, sondern der E-Mail-Anbieter Eures Empfängers erkennt, dass der Newsletter zum Lesen optimiert ist. 

Mit unseren Tipps treue Leser*innen gewinnen

Der Erfolg eines Newsletters hängt gleich von mehreren Komponenten ab. Wenn Ihr die oben genannten Tipps berücksichtigt, werdet Ihr nicht nur zahlreiche neue Abonnent*innen gewinnen, sondern diese auch dazu bringen, Euch treu zu bleiben und Euren Newsletter zu lesen.

Constantin Schmutzler
Autor*In
Constantin Schmutzler
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Constantin Schmutzler

Constantin Schmutzler ist der Gründer und Geschäftsführer der BERLIN STARTUP SCHOOL. Er hat mehr als 100 Startups von der Idee bis zur Unternehmensgründung und darüber hinaus begleitet. Tino gibt sein Wissen auch als Gastdozent an verschiedenen Hochschulen sowie als Speaker und Moderator bei Veranstaltungen weiter.

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