HubSpots Kurswechsel: Von Inbound- zu Loop Marketing
Julia Burger16.3.2026
HubSpot hat Inbound-Marketing erfunden und jetzt das eigene Playbook zerrissen. Jennifer Lapp erklärt, was das für SEO, Content und KI-Suche bedeutet
Inhalt
- Das Ende eines Erfolgsmodells
- Wie HubSpot misst, ob KI-Chatbots sie empfehlen
- Micro-Apps statt Info-Material
In der neuen Folge des OMR Tech Check blicken wir in den Maschinenraum von HubSpot. Jennifer Lapp, Head of Growth (DACH & LATAM), erklärt, warum der Abschied von Traffic als Nordstern-KPI die beste Entscheidung war, die ihr Team treffen konnte.
Das Wichtigste in Kürze
- HubSpot ersetzt die klassische Inbound-Strategie durch einen Fokus auf Business Impact statt reinem Traffic-Wachstum.
- Aufgrund sinkender Klickzahlen durch KI-Antworten priorisiert das Team nun Generative Engine Optimization und Bot-Tracking.
- Interaktive Micro-Apps und Custom-GPTs ersetzen zunehmend statische Formate wie PDFs und Whitepaper im Marketing-Mix.
- Die neue Strategie setzt verstärkt auf "Free User First", um den Wert kostenloser CRM-Nutzer über klassische Leads zu stellen.
Das Ende eines Erfolgsmodells
HubSpot hat Inbound-Marketing nicht nur erfunden, sondern jahrelang perfektioniert. 700.000 monatliche Besucher*innen auf dem deutschen Blog allein – aufgebaut mit hochwertigem SEO-Content zu allem, was zur Buyer-Persona passte. Dann kamen Google Core Updates, AI Overviews und ChatGPT. Innerhalb weniger Tage nach dem Rollout von AI Overviews in Lateinamerika verlor HubSpot zwischen 30 und 40 Prozent des Traffics auf betroffenen Keywords.
Die Reaktion? Ein bewusster strategischer Shift und ein rigoroses Ausmisten: Tausende Artikel wurden gelöscht, darunter Inhalte, die schlicht nicht mehr ins Portfolio passten. Traffic wurde offiziell als Nordstern-KPI abgeschafft.
Wie HubSpot misst, ob KI-Chatbots sie empfehlen
Jennifer erklärt im Podcast, warum klassisches SEO allein nicht mehr reicht. Mit Tools wie XFunnel und Botify trackt HubSpot heute, wie oft sie in KI-Antworten auftauchen und ob sie dabei wirklich verlinkt werden. Ein konkretes Beispiel sind die Pricing-Seiten von HubSpot, die in JavaScript erstellt werden, aber von KI-Crawlern nicht gelesen werden können. Die Lösung? Das Team hat die Preisstruktur in normalen Blogartikeln erklärt und danach gemessen, ob die KI das Pricing korrekt wiedergibt.
Micro-Apps statt Info-Material
Weg von der Textwüste, hin zu Ergebnissen: Anstatt Informationen passiv zu konsumieren, baut das Team mit Claude und Replit kleine Web-Tools und Custom-GPTs. Für den deutschen Markt gibt es diese Tools sogar als Baukasten zum Selbernachbauen, weil ChatGPT in vielen deutschen Unternehmen nicht erlaubt ist.
Warum du diese Folge hören solltest:
- Traffic war gestern: Wie HubSpot den Übergang von Traffic zu Business Impact konkret umgesetzt hat
- GEO in der Praxis: Welche Tools HubSpot einsetzt und wie sie die KI trainieren, ihre eigene Marke richtig zu verstehen
- Vibecoding im Marketing: Wie ein kleines Team ohne Entwickler*innen mit Claude und Replit eigene Tools baut
- Free User First: Warum kostenlose CRM-Nutzer*innen wertvoller sind als klassische Leads
Die neue Folge vom OMR Tech Check mit Jennifer Lapp ist ab sofort auf Spotify, Apple Podcasts und YouTube verfügbar.