SEO

Was ist ein SEO Redirect und wie wird die Weiterleitung richtig umgesetzt?

Timo Specht 24.10.2022

Wenn URLs nicht auffindbar oder nicht existent sind, erscheinen Fehlermeldungen wie beispielsweise 404-Statuscodes. Langfristig sind Fehlermeldungen für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und das Nutzererlebnis kontraproduktiv. Redirects (auch: Weiterleitungen) bieten die Möglichkeit, von gelöschten URLs zu intakten URLs umzuleiten. Dadurch behalten Websitebetreiber*innen nach Domainumzügen und URL-Änderungen ihren Traffic.

Wann welcher Redirect eingesetzt werden sollte, welche Auswirkungen auf die SEO ein Redirect bei Google und anderen Suchmaschinen haben kann, wie die Implementierung von Redirects verläuft und weiteres Know-how – das erwartet Euch in diesem Gastbeitrag von Timo Specht.

Was ist ein Redirect?

Ein Redirect (deutsch: Weiterleitung; Umleitung) leitet von einer URL zu einer anderen weiter. Die am häufigsten genutzte Weiterleitung ist der 301-Redirect. Dieser findet unter anderem dann Anwendung, wenn sich die URL einer Webseite ändert oder die komplette Website aufgrund einer Domainänderung umgezogen wird.

Ohne einen Redirect würden die Nutzer*innen versuchen, über die vorige URL eine Webseite aufzurufen und keine Inhalte finden. Dank der 301-Weiterleitung wird beim Abruf der alten URL stattdessen auf die neue URL umgeleitet. Mit dieser Funktion tragen Redirects wie die 301-Umleitung zu einer Optimierung der User Experience (UX) und zu einer verbesserten Suchmaschinenoptimierung (SEO) bei.

Angesichts der Bedeutung für die SEO spricht man auch von „SEO-Redirects“ und „SEO-Weiterleitungen“. In Bezug auf die SEO sind Weiterleitungen (Redirects) sowohl aus Gründen der Onpage-Optimierung als auch der Offpage-Optimierung relevant.

Welche Rolle spielen Redirects in der SEO?

Ein wichtiger Bestandteil der Offpage-SEO ist der Aufbau von Backlinks. Haben Websitebetreiber*innen im Rahmen eines Linkkaufs, -tauschs oder einer Linkmiete einen Link von einer anderen Website erworben, so haben sie das Recht darauf, dass dieser Link funktioniert. Kommt es aufgrund einer nicht mehr existenten URL dazu, dass ein Broken Backlink entsteht, so hat dieser Link keinen Nutzen mehr für die Offpage-SEO.

Funktionsuntüchtige Backlinks sind fatal, wenn man bedenkt, wie entscheidend der Pagerank als Qualitätskriterium einer Website ist. Insbesondere in der Anfangszeit investieren Websitebetreiber*innen in der Regel viel Zeit und Geld in den Aufbau des Backlinkprofils. Broken Links (auch: Tote Links) geben keinen Linkjuice und keinen Pagerank weiter, weswegen beim Aufbau des Backlinkprofils sichergestellt werden sollte, dass sämtliche Backlinks nach wie vor funktionsfähig sind.

Wenn Broken Links auf die eigene Website eingehen, sollten die Websitebetreiber*innen kontaktiert und darauf hingewiesen werden. Diese richten im Optimalfall einen 301- oder 302-SEO-Redirect für Backlinks ein oder passen die URL an, um auf diese Weise den Link wieder funktionstüchtig zu machen. Man selbst sollte genauso agieren und die Funktionsfähigkeit aller Links, die von der eigenen zu einer fremden Website ausgehen, gewährleisten.

Neben der Offpage-SEO sind Weiterleitungen in der Onpage-SEO gefragt: Sobald vorübergehende oder dauerhafte Änderungen an den URLs oder an der gesamten Domain vorgenommen werden, spielen Redirects eine zentrale Rolle. So kommt es beispielsweise bei einer nicht auffindbaren oder gelöschten URL, die nicht mit einem Redirect gekennzeichnet ist, zu Fehlermeldungen. Die User erhalten im Browser die Einblendung, dass die URL nicht gefunden werden kann oder gelöscht wurde. 

An dieser Stelle ist zunächst die Erkenntnis wichtig, dass lediglich eine geringe Menge an Fehlermeldungen vorkommen darf; einige wenige Fehlermeldungen wirken sich nämlich nicht nachweisbar schlecht auf das Ranking der Website aus. Doch eine hohe Menge an Fehlermeldungen führt dazu, dass die Crawler der Suchmaschinen die Website als schlecht gepflegt evaluieren könnten. Die mögliche Konsequenz wäre eine Verschlechterung des Rankings der gesamten Website samt ihrer Unterseiten. Daher wird allgemein dazu geraten, 404-Fehler zu vermeiden und stattdessen Redirects zu nutzen.

Theoretisch gestützt wird die These, zu viele Fehlermeldungen würden auf eine schlecht gepflegte Website hindeuten und das Ranking potenziell verschlechtern, durch die Tatsache, dass Google im Jahr 2021 mit der „Page Experience“ einen neuen Ranking-Faktor eingeführt hat. Zwar wird in den Erklärungen von Google keinerlei Stellung zur Relevanz von Fehlermeldungen im Zusammenhang mit der „Page Experience“ bezogen, doch ist davon auszugehen, dass eine auffällige Häufung von Fehlermeldungen von den Crawlern bemerkt und negativ ins Gewicht fallen würde.

Welche SEO-Redirects gibt es?

Es existieren 8 verschiedene SEO-Redirects. Diese werden als 30x-Umleitungen bezeichnet; das „x“ steht hierbei für eine unbestimmte Ziffer, denn nach der „3“ und „0“ kommt eine weitere Ziffer, die mit dem Typus der Weiterleitung variiert. Die folgende Tabelle bildet die fünf wichtigsten 30x-Weiterleitungen ab und verschafft näheren Aufschluss zur Kategorisierungen der Redirects.

Darüber hinaus sind in der Tabelle der 404-SEO-Redirect und der 410-SEO-Redirect aufgeführt. Obwohl beides keine Weiterleitungen, sondern Fehlermeldungen sind, werden sie meist im Zusammenhang mit Redirects aufgeführt und erklärt.

seo-redirects-arten.png

Wann sollte welcher SEO-Redirect eingerichtet werden?

Die Nutzung von SEO-Redirects hängt von zwei Faktoren ab. Zum einen ist der Grund für die Weiterleitung entscheidend, um den richtigen SEO-Redirect einzusetzen. Zum anderen ist relevant, ob die SEO-Redirects dauerhaft oder vorübergehend zum Einsatz kommt. Dieser Sachverhalt lässt sich anhand zwei der bekanntesten Redirect-Arten am besten illustrieren: die 301- und 302-Weiterleitung.

302 vs. 301 Redirect in der SEO

Stellt man die 302 vs. 301 Redirect in der SEO einander gegenüber, so wird deutlich: Obwohl beide Weiterleitungen aus demselben Grund genutzt werden, weisen sie dennoch einen Unterschied auf. Während die 301-SEO-Redirect Anwendung findet, um dauerhaft zu einer anderen URL umzuleiten, kommt die 302-SEO-Redirect lediglich bei vorübergehenden URL-Änderungen zum Einsatz.

Falls Ihr beispielsweise mit eurer Website umzieht oder einzelne Unterseiten dauerhaft neue URLs erhalten, ist die Umleitung 301 für die SEO die richtige Wahl. Bei temporären URL-Änderungen ist die 302-SEO-Redirects zu nutzen. Die mit der 302-SEO-Redirect verbundenen und zeitlich begrenzten URL-Änderungen sind in Online-Shops mit saisonalen Angeboten weit verbreitet: Wer einen Online-Shop betreibt und z. B. eine Sommeraktion laufen hat, kann für die Dauer dieser Aktion per 302-Weiterleitung von der eigentlichen Produktseite auf eine spezielle Webseite im Sommerdesign umleiten.

Redirection 2.png

Womöglich stellt sich Euch die Frage, ob es nicht egal ist, welchen der beiden Redirects Ihr nutzt, denn offensichtlich erfüllen beide Redirect-Arten denselben Zweck: Sie leiten von einer URL zur anderen weiter. Dieser Gedanke ist berechtigt und stimmt. Allerdings üben die beiden Arten von Redirects einen unterschiedlichen Einfluss (engl. Impact) auf die SEO aus. Der Unterschied besteht dabei im Caching der Daten.

Der SEO-Impact der 301-Redirect ist vergleichbar mit dem einer jeden URL: Abgesehen von der Klick- und Crawling-Tiefe, die durch die Implementierung eines Redirects negativ beeinflusst wird, wird der Pagerank in Gänze weitergeleitet, was wiederum für die Zielseite positiv ist. Außerdem findet ein Datencaching statt.

Anders als beim SEO-Impact der 301-Redirect erfolgt bei einer 302-SEO-Redirect kein Datencaching, was bedeutet: Beim erstmaligen Besuch der Webseite werden keine Elemente im Google Cache gespeichert und es dauert für User länger, die Seite wiederaufzurufen. Dies verringert die Bandbreitennutzung der Website, verschlechtert die User Experience (UX) und erhöht die Serverlast minimal.

Unter Berücksichtigung dieses Aspekts wird deutlich, weswegen eine 301-Redirect für die SEO langfristig die bessere Wahl ist und bei den besagten dauerhaften URL-Änderungen zum Einsatz kommt: Das Datencaching gewährleistet, dass User die neue URL langfristig schneller aufrufen und nutzen können. Demgegenüber wird bei einem vorübergehenden Redirect – in der Annahme, dass der Redirect zeitnah ohnehin aufgehoben wird – das Datencaching als sinnlose Maßnahme bewertet und nicht durchgeführt.

Suchmaschinen wie Google klassifizieren den 301-SEO-Redirect nicht besser als den 302-SEO-Redirect. Allerdings sorgt das Datencaching auf Umwegen dafür, dass der 301-Redirect einen größeren SEO-Impact hat als die 302-SEO-Redirect.

Sonstige 30x-Redirects

Die sonstigen 30x-Redirects sind:

  • 303-SEO-Redirect
  • 304-SEO-Redirect
  • 305-SEO-Redirect
  • 306-SEO-Redirect
  • 307-SEO-Redirect
  • 308-SEO-Redirect

Weniger wichtig sind die Redirect-Arten 304, 305 und 306. Der 304-SEO-Redirect informiert den Client und evtl. die User darüber, dass sich seit dem letzten Besuch der URL auf der Website nichts geändert hat – eine weitestgehend unbrauchbare Information. Beim 305-Redirect handelt es sich um eine Mitteilung, dass die Inhalte unter der URL nur über einen Proxy erreichbar sind; von der Nutzung dieses Redirect-Typen sollte man absehen. Zuletzt gibt es die 306-Weiterleitung, die keinen Verwendungszweck mehr hat und für neue Arten von Redirects reserviert ist.

Von den weniger wichtigen 30x-Redirects nun zu den wichtigeren Redirects, beginnend mit der 303-Weiterleitung: Der 303-Redirect hat keinerlei Einfluss auf die SEO. Nichtsdestotrotz spielt sie eine wichtige Rolle für Websitebetreiber*innen, denn sie kann positive Auswirkungen auf die Konversionsraten und die Nutzerfreundlichkeit einer Website haben. Bei dieser Weiterleitung wird dafür gesorgt, dass der anfragende Client (z. B. der Webbrowser) auf einen anderen Speicherort zugreift, als es ursprünglich der Fall war. Um dies anhand eines Beispiels näher auszuführen:

  • User füllen beim Bestellvorgang im Onlineshop bestimmte Felder aus und tätigen Filtereinstellungen.
  • Ist ein 303-Redirect aktiv, dann werden sämtliche der eingegebenen Daten und vorgenommenen Einstellungen gespeichert.
  • Wenn User die URL erneut besuchen, muss sie ihre Daten nicht erneut eingeben. Folglich haben sie einen höheren Komfort durch den leichteren Bestellvorgang im Shop. Dies steigert die Wahrscheinlichkeit für einen Kauf, was die Konversionsrate im Webshop erhöht.

Ohne den 303-Redirect müssten die Daten und Filtereinstellungen beim erneuten Besuch der URL von Usern stets neu eingegeben werden. Dies hätte den Vorteil eines höheren Datenschutzes, weil die Daten der User nicht, wie es bei einer 303-Weiterleitung vorkommt, ohne eine Verschlüsselung im Browserverlauf und im Webserver gespeichert würden. Letztlich sind bei der Entscheidung für oder gegen eine 303-Weiterleitung der Datenschutz der User und die Nutzerfreundlichkeit der Website einander gegenüberzustellen.

Es verbleibt eine Erklärung zum 307-SEO-Redirect und 308-SEO-Redirect: Diese beiden Weiterleitungen sind äquivalent zum 301- und 302-Redirect mit dem Unterschied, dass die Sicherheit und der Datenschutz von 307 und 308 höher sind. Der 307-Redirect wird als Alternative zum 302-Redirect genutzt und der 308-Redirect kommt anstelle des 301-Redirects zum Einsatz.

Die höhere Sicherheit und der höhere Datenschutz dieser beiden Redirect-Arten sind darin begründet, dass dem Client untersagt wird, von einem POST- zu einem GET-Request zu wechseln. Unter POST und GET sind zwei Anfragemethoden zu verstehen, die bei HTTP-Protokollen zur Verfügung stehen. Um den Unterschied zwischen beiden Anfragemethoden zu verstehen, sind die vorigen Erläuterungen zum 303-Redirect hilfreich:

  • Die Eingaben und Einstellungen von Usern können bei 303-Redirects nur deswegen gespeichert werden, weil dem Client erlaubt wird, von einem POST- zu einem GET-Request zu switchen.
  • Bei letzterem werden die Daten, die zu einem Server gesendet werden sollen, in die URL eingetragen. So werden die Daten gespeichert, doch der Datenschutz fällt geringer aus.
  • Bei einem POST-Request hingegen werden die Daten in einem nicht sichtbaren HTTP-Request gespeichert: Die Sicherheit und der Datenschutz für User sind höher, allerdings müssen die Daten bei einem erneuten Besuch der URL immer wieder aufs Neue eingegeben werden.

Zusammenfassend: Während ein 303-Redirect den Wechsel von einem POST- zu einem GET-Request erlaubt und auch bei den 301- sowie 302-Redirects Änderungen der Anfragemethode nicht auszuschließen sind, schieben der 307-SEO-Redirect und der 308-SEO-Redirect diesem Wechsel der Anfragemethode einen klaren Riegel vor.

Unterschiede der SEO-Redirects 404 und 410

In der obigen Tabelle wurden die Gründe für die Anwendung der SEO-Redirects 404 und 410 wie folgt beschrieben:

  • 404: „URL kann nicht gefunden werden“
  • 410: „URL existiert nicht“

Bei einem 410-Redirect setzen Websitebetreiber*innen im Header der jeweiligen Unterseite explizit den Hinweis, dass eine URL gelöscht wurde. Dadurch wissen die Crawler der Suchmaschinen auf Anhieb Bescheid, dass die URL nicht mehr existiert. Folglich wird die URL zügig aus dem Index genommen. Durch die schnelle Herausnahme der URL aus dem Index wird die SEO-Redirect 410 als ein vorübergehender Redirect bzw. Fehlermeldung klassifiziert.

Anders verhält es sich mit der 404-Meldung: Diese Meldung ist die am häufigsten vorkommende Fehlermeldung im Web. Hier entscheiden sich die Websitebetreiber*innen dagegen, auf die Löschung einer URL hinzuweisen, oder sie vergessen es, diesen Hinweis zu geben. Weil die Crawler der Suchmaschinen nicht wissen, ob die URL dauerhaft gelöscht wurde oder temporär nicht auffindbar ist, wird über einen längeren Zeitraum der Hinweis ausgegeben, dass die URL nicht gefunden werden kann. Irgendwann wird auch diese URL, sofern sie nicht mit neuen Inhalten gefüllt und wieder genutzt wird, aus dem Index genommen, doch dauert es bis zum Entfernen aus dem Index wesentlich länger als bei einer 410-Meldung, die Websitebetreiber*innen selbstständig im Header der jeweiligen Seite platzieren.

410-Meldungen sind gut und sind definitiv zu nutzen, wenn eine URL nicht mehr verwendet werden soll. Dadurch wird die Seite schnell aus dem Index genommen und es werden automatisierte 404-Meldungen vermieden. Je weniger 404-Fehlermeldungen eine Website aufweist, umso positiver ist dies mit Blick auf die SEO und das Nutzererlebnis.

In einigen Fällen kann es trotz der generellen Empfehlung zur Nutzung eines Redirects sinnvoll sein, stattdessen einen 410-Hinweis im Header zu setzen oder kurzzeitig eine automatisierte 404-Meldung zuzulassen. Die folgende Grafik liefert Anhaltspunkte, wann welche der Redirects bzw. Statusmeldungen angemessen ist:

Webseite löschen 2.png

Wie werden SEO-Redirects erstellt? Was gilt es zu beachten?

Für die Anwender von CM- und Shop-Systemen machen wir es kurz und knapp: Bei WordPress-Websites gibt es einerseits spezialisierte Redirect-Plugins zum Management von Weiterleitungen und andererseits umfangreiche SEO-Plugins, die als eine von vielen Funktionen ein integriertes Redirect-Management beinhalten.

Beispiele für WordPress-Plugins sind z. B. Yoast SEO Redirect und Rank Math. Auch für andere CM-Systeme gibt es entsprechende Plugins. Bei dem CMS Contao beispielsweise ist das Terminal 42 hilfreich, um auf einfache Weise Redirects einzubinden. Die Plugins machen es Anwender*innen ohne technische Kenntnisse möglich, problemlos weiterzuleiten. Bei Shop-Systemen wie Magento Open Source und Shopify sind die Redirect-Manager bereits im Funktionsumfang integriert, sodass nicht erst Plugins heruntergeladen werden müssen.

Ohne die Plugins oder integrierte Funktionen zum Redirect-Management ist es notwendig, die Weiterleitungen und 410-Meldungen selbst im Header zu implementieren. Wie dieser Vorgang im Detail funktioniert, hängt unter anderem von dem Webserver und der Art der Redirects ab. Im Folgenden bieten wir eine Übersicht mit je zwei Beispielen für Weiterleitungen auf zwei verschiedenen Servern:

uebersicht-redirects-server.png

Es wird deutlich, dass sich die Implementierung von Weiterleitungen von Server zu Server klar unterscheidet. Ebenso treten zwischen den weiteren Arten von Weiterleitungen deutliche Unterschiede zutage; so kann beispielsweise ein Unterverzeichnis zu einer neuen Domain umgeleitet werden, was einen ganz anderen Code erfordert als die Weiterleitung von einer URL zu einer anderen URL. Folglich sollten die SEO-URL-Redirects im Zweifelsfall von SEO-Experten oder Agenturen durchgeführt werden, da ansonsten die Gefahr von Fehlern im Code und daraus folgende negative Auswirkungen auf die SEO erheblich steigt.

Mit welchen SEO-Tools lassen sich Redirects überprüfen und erstellen?

Speziell in Bezug auf die Prüfung von Redirects sind die folgenden SEO-Tools zu empfehlen:

Bis zu einem bestimmten Volumen an Webseiten sind der Screaming Frog Spider und der Sitechecker kostenlos. Professionelle Websitebetreiber*innen mit einer großen Website oder mehreren Websites kommen an der Erweiterung der SEO-Tools um kostenpflichtige Funktionen nicht vorbei.

Alle Tools basieren darauf, dass nach 404-Fehlermeldungen auf Websites gesucht wird. Zudem wird geprüft, ob die Weiterleitungen – von 301 bis 308 – korrekt gesetzt sind. Die meisten Tools sind nicht nur 404- und SEO-Redirect-Checker, sondern bieten auch eine Funktion, mithilfe derer Ihr Weiterleitungen und Statusmeldungen setzen könnt: Ganz einfach und ohne, dass Ihr technische Kenntnisse haben müsstet. Ein Beispiel: Beim Yoast SEO Redirect wird die Website nach 404-Fehlern gecrawlt; falls welche davon festgestellt werden, enthält das Tool eine Funktion zur einfachen Implementierung von Weiterleitungen und 410-Statusmeldungen in den Code.

Neben diesen vorgestellten Tools lohnt sich außerdem ein Blick in die Liste unserer SEO-Offpage-Tools. Diese Programme helfen Euch unter anderem dabei, defekte Backlinks zu eurer Website zu erkennen und die Linkgeber zu kontaktieren, um per SEO-Redirect die Backlinks wieder funktionsfähig zu machen und eure Offpage-SEO zu optimieren.

Welche häufig gemachten Weiterleitungsfehler sollten vermieden werden?

Einer der am häufigsten gemachten Weiterleitungsfehler sind die Weiterleitungsketten. Wenn von einer URL zu einer anderen umgeleitet wird und künftig von der anderen URL wieder zu einer anderen und sich dieses Muster über 4-5 URLs fortsetzt, ist von einer Weiterleitungskette die Rede. Das Problem hierbei ist, dass von URL zu URL Schritt für Schritt weitergeleitet wird, um die Zielseite zu erreichen.

Durch Weiterleitungsketten wird den Crawlern von Suchmaschinen das Crawling erschwert. Darüber hinaus verlängert sich die Ladegeschwindigkeit der Website, was die UX auf der Website beeinträchtigt. Eine der wichtigsten SEO-Maßnahmen ist die Optimierung der Ladegeschwindigkeit der Website samt aller Unterseiten (Stichwort: Page Speed), weswegen die vorgestellten SEO-Tools auch genutzt werden sollten, um Weiterleitungsketten zu identifizieren und zu beheben. Die Behebung geht leicht vonstatten: Es ist lediglich notwendig, den SEO-Redirect zu aktualisieren, sodass direkt von der ersten URL zur Zielseite geleitet wird. So wird der Redirect SEO-friendly, wodurch die URL-Weiterleitung für die SEO keine negativen Auswirkungen mehr hat.

Neben den Weiterleitungsketten ist ein häufiger Fehler in der SEO, dass keine Cannonical Tags und stattdessen die Redirects zum Einsatz kommen. Cannonical Tags sollten hingegen definitiv genutzt werden, wenn es Seiten mit ähnlichem Inhalt gibt: Falls die Seiten mit ähnlichen Inhalten bestehen bleiben und nicht gelöscht werden sollen, wird im Header ein Cannonical Tag implementiert. Der Cannonical Tag verweist auf eine Hauptseite, die indexiert werden soll, während die Unterseiten nach wie vor abrufbar sind und gecrawlt werden sollen. Dies ist bei Online-Shops mit ähnlichen Produkten sinnvoll, um Duplicate Content vorzubeugen. Shopbetreiber*innen, die anstelle des Cannonical Tags mit dem permanent SEO-301-Redirect nur auf die Hauptseite umleiten, sorgen dafür, dass die Unterseiten von den Usern*innen nicht besucht werden, was jedoch nicht im Sinne der UX ist.

SEO-Redirect: 3 Best Practices im Überblick

SEO: Domain-Weiterleitung mittels 301

In der SEO ist die Domain-Weiterleitung z. B. bei einer Änderung der Domain und einer Verschiebung von HTTP zu HTTPS elementar. Wenn ein Unternehmen seinen Markennamen ändert oder von HTTP auf HTTPS umstellt, muss eine 301-Weiterleitung vorgenommen werden. Dieser permanente SEO-Redirect stellt sicher, dass das Unternehmen trotz des neuen Brandings für seine Bestandskundschaft erreichbar bleibt.

Zudem sollte bei der Domain-Weiterleitung für die SEO das Tool zur Adressänderung von Google genutzt werden – mit einigen Ausnahmen: Beispielsweise ist bei der Verschiebung von HTTP auf HTTPS der Einsatz dieses Google-Tools nicht erforderlich. Nähere Infos bietet Google selbst auf dieser Seite.

Abgesehen von der Domain-Weiterleitung findet ein 301-SEO-Redirect auch bei der Zusammenführung zweier oder mehrerer Domains Anwendung. Sofern es sich den Unternehmen im Hinblick auf die SEO-Strategie anbieten sollte, Domains zusammenzuführen, wird dieser Schritt mittels einer 301-Weiterleitung vollzogen und auch hier das Google-Tool zur Adressänderung verwendet.

A/B-Tests auf der Website

Um zu prüfen, wie verschiedene Versionen von Webseiten bei der eigenen Zielgruppe ankommen, sind A/B-Tests nützlich. Wenn z. B. zwei Versionen einer Landingpage für Werbungen erstellt wurden, ist anhand des A/B-Testings überprüfbar, bei welcher Version die Konversionen höher ausfallen.

Bis klar ist, welche Seite für alle Kund*innen als Landingpage herausgegeben wird, und solange mit den zwei Versionen getestet wird, kommen temporäre 302-Redirects zum Einsatz. Diese leiten von den URLs für die A/B-Tests auf die spätere Ziel-URL um. Für die Durchführung von Website-Tests wie den A/B-Tests existieren spezielle Tools, bei denen entweder keine Weiterleitungen notwendig sind oder bei denen die Redirects automatisiert durch die Funktionen der Tools implementiert werden.

Ausbesserung qualitativ minderwertiger Webseiten

Man nehme an, dass ein*e Investor*in ein Web-Projekt kauft. Dieses Web-Projekt hat einen hochwertigen Domainnamen, allerdings sind die Homepage und sämtliche Unterseiten inhaltlich minderwertig und technisch schwach. Weil allerdings die Website-Struktur und die Sitemap klug konzipiert und die URLs gut benannt sind, belässt der*die Investor*in das Grundkonstrukt bestehen und zunächst die Homepage sowie die ersten Unterseiten ausbessern.

Angesichts der steigenden Besucherströme auf der Website werden die noch nicht verbesserten URLs temporär gelöscht, denn die User*innen sollen ausschließlich ausgezeichneten SEO-Content geboten bekommen. Im Zuge der Ausbesserung der qualitativ minderwertigen Webseiten bleibt die URL gelöscht und es wird automatisiert eine 404-Fehlermeldung ausgegeben. Nach der Optimierung der Seiten wird die URL wieder aktiviert und die neuen, optimierten Inhalte werden für die User*innen wieder zugänglich.

Fazit

Redirects sind für Websitebetreiber*innen ein wichtiges Instrument, um Traffic zu behalten und dennoch langfristig sowie kurzfristig Änderungen an der eigenen Website vornehmen zu können. Deutlich abzugrenzen sind die Redirects von den Cannonical Tags, die zur Vermeidung von Duplicate Content auf inhaltlich ähnlichen Seiten eingesetzt werden.

Durch korrekt eingesetzte Redirects – die Art der Weiterleitung und deren technisch einwandfreie Implementierung im Code müssen stimmen – leiten Websitebetreiber*innen die Nutzer*innen korrekt weiter und behalten ihre Bestandskunden*innen sowie regelmäßige Leser*innen, die ohne Weiterleitungen unter Umständen langfristig verloren gehen würden.

Suchmaschinen wie Google bewerten Redirects wie andere URLs, was bedeutet, dass die Auswirkungen auf die SEO – abgesehen von der schlechteren Crawling-Tiefe – wie bei jeder anderen URL ausfallen: Der Pagerank wird an die Ziel-URL weitergegeben. Um eine optimale Weitergabe des Pageranks sicherzustellen und die Crawling-Tiefe so wenig wie möglich zu verschlechtern, sind Weiterleitungsketten strikt zu vermeiden.

Timo Specht
Autor:In
Timo Specht
Autor:In
Timo Specht

Timo Specht ist langjähriger SEO-Experte. Seine ersten Erfahrungen im Bereich der Suchmaschinenoptimierung macht er 2014 im Start-up THE DUKE Gin. Nach weiteren 3 Jahren des Erfahrung Sammelns, machte er sich 2017 als SEO Freelancer in München selbständig.

Was Timo motiviert, ist das Momentum & Potenzial von organischem Traffic. Um genau zu sein von dem Moment, an dem sich nüchterne Suchmaschinenoptimierung zum Anfragen-, Umsatz- & Erfolgsgarant verwandelt. Von dem Moment, an dem man als scheinbarer Underdog hoch autoritäre Domains & Enterprise Unternehmen outranken kann.

Im Artikel erwähnte Softwares

Im Artikel erwähnte Software-Kategorien