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Die 10 besten SEO-Maßnahmen für ein besseres Google-Ranking in 2022

Wir zeigen Euch, mit welchen SEO-Maßnahmen Ihr Euer Google-Ranking verbessern könnt

Bei SEO (Suchmaschinenoptimierung) geht es darum, mit verschiedenen Strategien und Taktiken (SEO-Maßnahmen) in Suchmaschinen wie Google, Bing und Yahoo eine möglichst gute Positionierung für relevante Suchbegriffe zu erscheinen. Unternehmen nutzen SEO, um sinnvolle Conversions zu erzielen und z. B. Interessenten zu Kunden zu machen.

In der Flut von SEO-Maßnahmen, die auf vielen Seiten vorgeschlagen werden, verliert man allerdings leicht den Überblick. Konkret lassen sich diese Maßnahmen in OnPage (Optimierung einer einzelnen Seite auf der Website), OnSite (die gesamte Website, meistens technische SEO-Maßnahmen) und OffPage (externes Linkbuilding) unterteilen. Doch nur im Zusammenspiel ergibt sich eine SEO-Strategie, mit der Ihr Euer Google-Ranking auch tatsächlich verbessern könnt.

Dieser Text konzentriert sich auf OnPage und OnSite SEO-Maßnahmen. Eine gute Einstiegsseite zum Thema OffPage SEO-Optimierung haben wir auch für Euch.

Neben den 10 SEO-Maßnahmen für 2022 und darüber hinaus erwartet Euch hier auch eine Checkliste von Maßnahmen, die Ihr auf dem Schirm haben solltet, sowie Tipps für nützliche SEO-Tools, mit denen Ihr perfekt für ein optimales Ranking in den Suchmaschinen aufgestellt seid. Gleich in der ersten SEO-Maßnahme erfahrt Ihr allerdings, warum „ein besseres Google-Ranking“ kein klar definiertes Ziel ist, das Euch weiter bringt.

1. SEO-Maßnahme: SMARTe SEO-Ziele definieren

„Ein besseres Google-Ranking“, „Mehr Traffic von Suchmaschinen“ oder das häufig genannte „auf Platz 1 bei Google erscheinen“ – diese oder ähnliche Antworten habt Ihr sicher auch schon gehört, wenn Betreiber:innen von Webseiten danach gefragt werden, was sie durch Suchmaschinenoptimierung erreichen möchten. Das Problem: Diese Formulierungen sind eher schwammig. Ohne ein klar definiertes Ziel lassen sich die SEO-Maßnahmen, die dafür nötig wären, daraus kaum detailliert ableiten. Ein klares SEO-Ziel sollte daher am Anfang einer SEO-Strategie stehen. Dafür gibt es verschiedene Vorgehensweisen, gut geeignet ist bspw. die aus dem Projektmanagement bekannte SMART-Methode.

SMART-Ziele-Methode

SMART-Ziele-Methode

Gerade die Messbarkeit ist im SEO-Bereich immens wichtig. So lässt sich das Erreichen eines Ziels auch gut als Erfolg an Teammitglieder, Kund:innen oder CEOs vermitteln.

Ein Beispiel für ein klar definiertes SEO-Ziel könnte sein: „Durch eine bessere interne Verlinkung, den Aufbau von Backlinks sowie der Content-Optimierung soll Keyword xy bis Datum X um mindestens 3 Positionen bei google.de steigen. Gemessen wird dies mit dem SEO-Tool Sistrix.“

Natürlich könnt Ihr Eure Ziele auch noch detaillierter formulieren.

2. SEO-Maßnahme: Keyword-Recherche mit Nutzerintention, LSI und Entity Salience kombinieren

Die Keyword-Recherche ist die Grundlage Eurer OnPage-Optimierung. Wenn Ihr auf die Suchintention (Nutzerintention) abgestimmten SEO-Content publiziert, sollte jedes dieser Content Pieces auf mindestens ein Keyword optimiert sein.

Für die optimale Keyword-Recherche empfiehlt es sich, sich nicht nur auf ein Tool zu verlassen, sondern mehrere zu kombinieren. Neben dem Google Keyword-Planner, der sich nicht nur für SEA, sondern auch hervorragend als Keyword-Tool für SEO eignet, findet Ihr hier eine Zusammenstellung guter Keyword-Recherche-Tools.

Dazu kommt die Wettbewerbsanalyse, für die Ihr selbstverständlich ein oder mehrere SEO-Tools wie Sistrix oder Semrush nutzen könnt. Grundlegend kann eine erste Analyse aber auch einfach sein, Eure Ziel-Keywords im Incognito-Modus (Google Chrome) zu suchen und besonderes Augenmerk auf die Seiten rund um Euren Eintrag in den Suchergebnisseiten (Search Engine Results Pages oder SERPs) oder die Top 10 zu betrachten. So könnt Ihr Euch auch etwas Inspiration holen, was potentielle Keywords oder Inhalte betrifft.

Zurück zur Suchintention – diese beschreibt den Antrieb oder den Grund für eine Suchanfrage. Um diese Gründe besser zu kategorisieren und bis zu einem gewissen Grad messbar zu machen, werden Suchintentionen mittlerweile nicht mehr nur in Navigational, Informational und Transactional unterteilt, sondern inzwischen etwas umfassender und detaillierter:

  • Visit in Person (oft: lokales Geschäft wird mit Smartphone von unterwegs gesucht – Google Maps-Einbindung)
  • Website (gesucht wird eine zuvor bekannte Seite, wenn man die URL nicht eintippen möchte oder kann – sehr hohes Suchvolumen)
  • Do (kaufen, installieren, herunterladen, usw. – viele bezahlte Ergebnisse in den SERPs)
  • Know (unterteilt in Know und Know Simple). Bei Know Simple beantwortet Google eindeutige Fragen bereits selbst in den SERPs.

Für viele Seiten, die hauptsächlich Informationen vermitteln, ist daher die „Know“-Intention – die Suche nach teilweise komplexeren Informationen – die Nutzerintention, auf der größte Fokus gelegt werden sollte. Mehr als zwei Drittel aller Suchanfragen weisen laut sistrix.de auf eine Know-Intention hin (Quelle). Eine geeignete SEO-Maßnahme wäre es daher, bspw. auch bei Euren E-Commerce-Seiten zusätzlich Wissens-Content aufzubauen, um zusätzlich Suchende über z. B. die Beantwortung von Fachfragen abzuholen.

Ein weiterer Aspekt ist das eher unbekanntere Verfahren Latent Semantic Indexing (LSI). Zusammengefasst geht es dabei um semantisch ähnliche Wörter und Begrifflichkeiten. Die Suchmaschine sucht – in Anschluss an die primäre Suche nach dem eingegebenen Keyword oder Key Phrase – nach themenrelevanten Seiten, basierend auf der Häufigkeit dieser dem Original-Keyword ähnlichen Begriffe. Suchmaschinen sehen eine Seite also als relevanter für das gesuchte Keyword an, wenn sich viele semantisch ähnliche Begriffe darauf befinden. Aber auch hier gilt: Nicht mit zu vielen (auch nur semantisch ähnlichen) Keywords überfrachten, sondern eher auf den Mehrwert für die Leser:innen und eine hohe Informationsdichte achten!

In eine ähnliche Richtung geht auch die nächste SEO-Maßnahme: Die (ebenfalls noch relativ unbekannte) Entity Salience berücksichtigen.

Was ist Entity Salience SEO?

Zusammengefasst geht es bei Entity Salience um die Auswertung bekannter Beziehungen zwischen Entitäten seitens der Suchmaschinen. Eine Entität kann bspw. eine Person sein, eine Marke oder ein Objekt, und ihr werden entsprechende Attribute zugeordnet. Bei Entity Salience im SEO-Bereich geht es in erster Linie um die Beziehungen zwischen verschiedenen Entitäten, und um das Nutzen bekannter Beziehungen und Korrelationen, um – seitens der Suchmaschinen – die Treffgenauigkeit zu verbessern.

Ein Beispiel für Entity Salience wäre, wenn auf einer Webseite die Filme E.T., die Indiana Jones-Reihe und Jurassic Park erwähnt werden. Dies sind nicht nur (relativ) familienfreundliche Abenteuerfilme, es führte auch bei allen Filmen Steven Spielberg Regie. Daher hat diese Seite eine hohe Entity Salience für Steven Spielberg, auch wenn sein Name dort vielleicht nur einmal (oder sogar gar nicht!) erwähnt wird.

Das Nutzen der „verwandten Suchanfragen“ in der SERPs sind vermutlich die einfachste Methode, Entity Salience in Eurer Keyword-Recherche zu berücksichtigen. Dort finden sich oft genau die Entitäten, mit denen Ihr Euren Content entsprechend anreichern könnt. Wenn es einen Knowledge Graph gibt, kann Euch zusätzlich „wird auch oft gesucht“ weitere Ideen geben. Ausführliche, detaillierte Artikel, die diese Informationen beinhalten, ranken oft besonders gut.

3. SEO-Maßnahme: Core Web Vitals & Page Speed – Nutzerfreundlichkeit beachten

Laut Google ist die Nutzerfreundlichkeit nicht wichtiger für ein gutes Ranking als relevante Inhalte (Quelle). Dennoch kann eine negative Nutzererfahrung (Page Experience) sehr deutlich das Ranking beeinflussen. Ist die Seite etwa nicht für Mobilgeräte optimiert, so ist die Sichtbarkeit auf Mobilgeräten (und somit auch in der Desktop-Suche) oft erheblich eingeschränkt. Mit Googles Mobile Friendly Test Tool könnt Ihr nachsehen, ob Eure Website (für den Googlebot) mobiloptimiert ist.

Core Web Vitals – Page Experience Signals

Core Web Vitals – Page Experience Signals

Problematisch ist vor allem auch eine langsame Ladezeit der Seite. In der Google Search Console sowie mit der Google-Chrome-Extension Lighthouse seht Ihr die Core Web Vitals für Eure Seite sowie in Lighthouse zusätzlich Speed Index, Time-to-Interactive und Total-Blocking-Time. Diese Werte sollten für eine optimale Performance alle im grünen Bereich liegen. Wenn Ihr im Lighthouse-Report weiter nach unten scrollt, könnt Ihr sehen, welche Probleme genau vorhanden sind und wie Ihr sie beheben könnt.

Mehr Infos zur Google Page Experience und wie Ihr in Google Data Studio einen CrUX-Report anlegen könnt, um die Core Web Vitals im zeitlichen Verlauf zu betrachten, findet Ihr in unserem Artikel zu den Core Web Vitals.

4. SEO-Maßnahme: EAT – warum Nutzer:innen (und Google) Eurer Seite vertrauen sollten

Nach dem sogenannten Medic Update 2018 (Algorithmus-Update, das besonders Seiten aus dem Gesundheits- und Finanzbereich betraf), wurden die sogenannten EAT-Komponenten erstmals als relevante SEO-Maßnahme gehandelt:

  • Expertise (Kompetenz),
  • Authority (Autorität) und
  • Trustworthiness (Vertrauenswürdigkeit)

Die drei „Säulen“ von EAT hat Alexander Rus von Evergreen Media in seinem Artikel benannt – mit dem berechtigten Zusatz, dass für die Suchintention relevante Inhalte die Voraussetzung sind, damit eine Website als autoritativ und vertrauenswürdig gilt.

EAT-Methode im SEO

EAT-Methode im SEO

EAT ist jedoch streng genommen keine einzelne SEO-Maßnahme, sondern sollte bereits in der SEO-Strategie der Website mitgedacht werden. Wenn Eure Seite sich im sogenannten Your Money Your Life-Bereich (YMYL) bewegt, solltet Ihr daran arbeiten, Eure Vertrauenswürdigkeit und Expertise zu Eurem Thema in den Vordergrund zu stellen.

In diesem Zusammenhang sind auch Googles Page-Quality-Rating-Guidelines relevant. Über 10.000 menschliche Quality Rater bewerten Webseiten weltweit und gehen dabei nach den von Google vorgegebenen Kriterien vor. In diesen Guidelines wird auch der Begriff YMYL-Pages thematisiert. YMYL steht für Your Money Your Life und bezeichnet Seiten, deren Inhalt sich auf das zukünftige Wohlbefinden, die Gesundheit, die finanzielle Stabilität oder die Sicherheit der Besucher:innen auswirken kann. Dazu rechnet Google neben einigen anderen auch „medizinische Informationsseiten“.

Bei YMYL-Seiten werden auf die EAT-Komponenten sowie auf die Seitenqualität an sich besonderer Wert gelegt. Google scheint menschliche Bewertungen (der Rater) als Grundlage zur Beurteilung von Expertise, Autorität und Vertrauenswürdigkeit zu nutzen und diese in maschinell lernbare Systeme zu überführen. Somit ist ein direkter Einfluss sowohl der EAT-Komponenten und der erhöhten qualitativen Anforderungen an den Content auf die Suchergebnisse für YMYL-Seiten stark anzunehmen. Hieraus lassen sich konkrete Optimierungsvorschläge ableiten.

Ein Beispiel für einen Optimierungsansatz wäre, echte Expert:innen schreiben zu lassen, mit Autorenbiografie auf einer jeweils eigenen Seite zu präsentieren und von diesen aus auf ihre Beiträge auf der Seite zu verlinken.

Weitere hilfreiche Maßnahmen, die der Vertrauens- und Autoritätsbildung dienen, könnten sein:

  • Quellenangaben und externe Verlinkung anerkannter Websites zum Thema
  • Aktualisierungs- oder Veröffentlichungsdatum benennen
  • Transparenz: Über das Impressum hinausgehende Informationen dazu, wer die Seite betreibt, wie Kontakt aufgenommen werden kann, klare Datenschutzinformationen usw.
  • Zertifikate, Auszeichnungen o. ä. deutlich sichtbar machen
  • Hochwertige Backlinks von anderen bekannten Seiten aus Eurem Bereich
  • Ein Wikipedia-Eintrag kann unter Umständen sehr hilfreich sein

5. SEO-Maßnahme: Warum sind strukturierte Daten so wichtig für SEO?

Mit strukturierten Daten können Inhalte ausgezeichnet werden, damit sie für Google einfacher verständlich sind und als Rich Snippets dargestellt werden können. Dies muss auf der Seite im Quelltext erfolgen. Mit bestimmten Plugins wie Yoast SEO oder RankMath lässt sich dies jedoch auch ohne Programmierkenntnisse einfach umsetzen.

Die Überschrift und die drei Sätze, die Ihr gerade gelesen habt, könnten übrigens auch als strukturierte Daten ausgezeichnet werden – hier nach dem FAQ-Schema: Eine oder mehrere Fragen werden gestellt und auf der Seite direkt beantwortet. Frage und Antwort werden als question und answer im Code deklariert.

Das Auszeichnungssystem schema.org ist eine Kooperation von Google, Bing, Yahoo und der russischen Suchmaschine Yandex, in dem Bemühen, einen einheitlichen Standard zu schaffen. Auf dem Webportal schema.org findet Ihr alle derzeit verfügbaren Schemata – aktuell 792 Typen. Es gibt aber einige gängige Schemas, die auch teilweise in den o. g. Plugins eingebunden sind. Dazu zählen u. a. Artikel, Rezepte, Events, Organisation, Person, Produkt, Video und eben FAQ-Page. Im Unterschied dazu wird Q&A (Question & Answer) eher für z. B. Forenseiten verwendet, auf denen mehrere Nutzer:innen eine Frage beantworten.

Als SEO-Maßnahme eignet es sich also, den Content (wenn möglich und sinnvoll) mit strukturierten Daten auszuzeichnen. Validieren lassen sich diese am einfachsten in der Google Search Console oder mit entsprechenden Tools, wie Screaming Frog. Ihr habt noch keine Google Search für Euch aufgesetzt? Dann lest in diesem Artikel, wie Ihr die Google Search Console einrichten könnt.

Google Search Console – Einblick in Verbesserungen

Google Search Console – Einblick in Verbesserungen

6. SEO-Maßnahme: Seiten-Optimierung mit Tools – Fehler und Warnungen beachten

Es gibt einige gute SEO-Tools, die neben anderen Funktionen regelmäßig Eure Seite crawlen, analysieren und Unregelmäßigkeiten aufzeigen, wie bspw. Sistrix, ScreamingFrog, XOVI oder Semrush. Auch wenn es natürlich für ein gutes Ranking nicht genügt, die in den Tools angezeigten Probleme zu beheben, solltet Ihr Fehler und Warnungen dort so gut es geht beheben. Wenn Ihr das regelmäßig macht, lassen sich mit dieser SEO-Maßnahme häufig vorkommende Fehler und Nachlässigkeiten abfangen, die Euer Google-Ranking negativ beeinträchtigen können.

Häufig vorkommende Warnungen in der OnPage-Analyse können sein:

  • Fehlender Title Tag, Meta Description, H1-Überschrift oder Alt-Attribute von Bildern
  • Title oder Description zu lang, zu kurz oder mehrfach vorhanden
  • 404 und andere Fehler
  • Duplicate Content
  • Bilder zu groß
  • Probleme beim Laden von Seiten
  • Probleme mit interner Verlinkung

7. SEO-Maßnahme: Auf einzigartige Inhalte achten und Duplicate Content entgegenwirken

Ganz klar: Das Hauptziel sollte sein, auf Eurer Seite nur einzigartigen Content zu haben, den Ihr idealerweise nicht noch einmal an anderer Stelle verwendet. Im Alltag gestaltet sich dies jedoch oft schwierig. Gerade auf E-Commerce-Seiten entsteht oft die Situation, dass z. B. eine Hose in verschiedenen Farben angeboten wird oder ein technisches Produkt in einer sehr ähnlichen Variante. Hierfür verschiedene Inhalte zu produzieren, die sich nicht im Großteil ähneln, ist fast unmöglich. Und wenn Ihr nicht die Möglichkeit habt, auf eine Hauptseite mit wählbaren Variablen umzustellen, produziert Ihr quasi unweigerlich größere Mengen an Duplicate Content.

Eine saubere Lösung für dieses und ähnliche Probleme mit mehrfach vorkommendem Content ist das Setzen von Canonical Tags. Während normalerweise ein Canonical auf sich selbst verweist (self referencing canonical), kann dieses auch auf eine andere Seite verweisen, bspw. auf die mit dem Original-Content bzw. eine Seite, die Ihr definiert und die entsprechend ranken soll. So indizieren Suchmaschinen nur die im Canonical Tag benannte Seite. Duplikate bestehen zwar weiterhin, erscheinen aber nicht in der Suche und werden auch beim Crawl-Budget nicht berücksichtigt.

Für den Content gilt zudem: Schreibt längere, allumfassende Texte, wenn möglich, die fundiert und gut recherchiert sind. Das ist eine der wichtigsten SEO-Maßnahmen, die oft vernachlässigt wird.

8. SEO-Maßnahme: Gezielt und themenbezogen intern verlinken

Der Aufbau hochwertiger Backlinks ist ein Thema für sich und kann teilweise sehr aufwändig sein. Doch ganz ohne externe Beteiligung könnt Ihr auf Eurer Seite ein internes Verlinkungssystem aufbauen, mit dem themenbezogen durch sinnvolle Ankertexte bestimmte Seiten gestärkt werden können. Interne Verlinkung ist eine der nachhaltigsten SEO-Maßnahmen, nicht zuletzt da es bei der internen Verlinkung so gut wie kein Limit gibt – mehr ist hier tatsächlich mehr.

Interne Links sind dann am stärksten, wenn sie von möglichst vielen Nutzer:innen geklickt werden. Dafür sollten Links als solche hervorgehoben werden und im Fließtext bzw. Content-Bereich der Seite stehen, wenn möglich eher am Anfang des Textes. Ebenso ist eine thematische Nähe zwischen der verlinkenden Seite und der Zielseite wichtig.

Arten von Ankertexten

Arten von Ankertexten

Verschiedene Formen von Ankertext miteinander zu kombinieren kann durchaus eine nützliche SEO-Maßnahme sein, um den Eindruck natürlich gesetzter Links zu erwecken. Beispielsweise kann es sich negativ auswirken, sehr viele genau passende Ankertexte („exact match) zu verwenden. Davon wird meistens gesprochen, wenn der Ankertext genau mit der Überschrift (H1) der Zielseite übereinstimmt, bei „partial match“ trifft das teilweise zu. Generischen Ankertext (z. B. „hier klicken“) solltet Ihr nur selten nutzen, da hier kein relevantes Keyword auf die Zielseite verweist. Bei „naked links“ wird die Website ausgeschrieben, bei einem verlinkten Bild („image anchor“) sollte besonderes Augenmerk auf den Alt-Text gelegt werden.

Am interessantesten sind die Ankertexte, die mit mehreren Wörtern aus dem Fließtext verlinken. Seit Googles BERT-Update 2019 scheint es einen größeren Fokus auf natürliche menschliche Sprache und den umgebenden Kontext zu geben. Das könnte für Verlinkungen bedeuten, dass Google dem textlichen Umfeld eines Links mehr Aufmerksamkeit schenkt und die umliegenden Wörter und Sätze stärker als zuvor berücksichtigt. Auch Googles Experte John Mueller erklärt, dass mehr Kontext um den Ankertext herum indirekt zu besseren Rankings der Zielseite führen kann. Generell gilt allerdings, dass Google die Nutzererfahrung absolut priorisiert. Daher sollten die Links einen Mehrwert bieten, gleichzeitig aber nicht so überhandnehmen, dass ganze Absätze aus Links bestehen.

Ein weiterer relevanter Punkt: Der Link sollte nicht mit zu vielen anderen Links konkurrieren müssen. Die Regel, dass eine Seite maximal 100 interne Links haben sollte, ist zwar mittlerweile überholt. Durch Footer-Links, Widgets und andere Seitenelemente können allerdings sehr viele interne Links generiert werden, die u. a. das Crawl-Budget belasten. Wenn dies zu sehr ausartet und die Links alle notwendig sind, könnt Ihr in diesem Zusammenhang über eine Linkmaskierung nachdenken. Dazu mehr in der SEO-Maßnahme ganz am Schluss.

9. SEO-Maßnahme: Sprechende URLs richtig bennen und Seitenhierarchie einhalten

Es gibt sie teilweise immer noch: Oft vom Content-Management-System (CMS) automatisch generierte URLs wie bspw. www.webseite/artikel2133543?%&?. Eine sprechende URL hingegen enthält natürlich lesbare Begriffe, was für die Usability einen enormen Unterschied macht. Bei einer Umbenennung der URLs ist natürlich immer darauf zu achten, die URLs mit einem 301-Redirect weiterzuleiten, damit möglichst wenig Linkjuice verloren geht.

Um beim Thema Weiterleitungen und Umbenennungen zu bleiben – eine klare Seitenhierarchie bzw. Baumstruktur hilft Suchmaschinen beim Einordnen der einzelnen Seiten. Wenn dies zu unübersichtlich oder ungeordnet ist, solltet Ihr ggf. über eine Umstrukturierung der Seite nachdenken. Bei einigen Content-Management-Systemen (CMS) liegen z. B. Übersichtsseiten standardmäßig auf derselben Ebene wie die darunter liegenden Artikel: webseite.de/rubrik-seo und webseite.de/artikel-über-seo-maßnahmen. Auch werden so oft überflüssige Ebenen generiert. Zwar ist für Google die Klicktiefe relevanter als die URL-Struktur, dennoch solltet Ihr versuchen, eine saubere und nachvollziehbare Seitenstruktur aufzubauen. Mit einem Breadcrumb Trail, einem zusätzlichen Navigationsschema, könnt Ihr die Seitenstruktur nutzerfreundlich und anklickbar darstellen.

10. SEO-Maßnahme: Seitenhygiene – weniger ist manchmal mehr

Wie viele URLs Eure Seite insgesamt hat, lässt sich problemlos mit diversen Tools wie Screaming Frog oder Ryte herausfinden. Allerdings werdet Ihr wahrscheinlich feststellen, gerade bei größeren Projekten, dass viele Seiten kaum Traffic erzeugen, „verwaist“ sind (es gibt keine Links zu dieser Seite) oder generell keinen großen Mehrwert bieten. Dazu können auch paginierte Seiten gehören. Vor allem, wenn es sich um z. B. Seite 20 einer Übersichtsseite handelt, auf der Artikel angeteasert werden. Nimmt die Anzahl solcher Seiten überhand, solltet Ihr darüber nachdenken, sie aus dem Google-Index zu nehmen (index, follow). Weniger, dafür performante Seiten, können Eure Performance deutlich steigern und das Crawl-Budget entlasten. Also keine Angst davor, nach einer gründlichen Seitenanalyse auch mal ein paar Seiten aus dem Index zu nehmen.

Ein weiterer Aspekt der Seitenhygiene sind viele interne Links, die teilweise automatisch erzeugt werden. Oft gibt es auch multiple Verlinkungen von einer Seite zu einer anderen. Zwar gibt es eigentlich keine Obergrenze bei internen Links, dennoch können viele interne Links dazu führen, dass der einzelne Link weniger wert ist. Das betrifft dann auch Eure gezielt gesetzten thematisch relevanten Links.

Überprüft also, ob diese Seiten wirklich so viele interne Links (deutlich über 250) benötigen. Bei bestimmten Übersichtsseiten, HTML-Sitemaps und vergleichbaren Seitentypen ist das vielleicht notwendig, bei den meisten Seiten sollten allerdings weniger Links vorhanden sein.

Eine technische Möglichkeit, um dem verminderten Linkjuice durch zu viele interne Links entgegenzutreten, ist die Linkmaskierung mittels eines PRG-Patterns.

Checkliste zu den SEO-Maßnahmen

  • Smarte SEO-Ziele definieren: Welche KPIs möchte ich bis wann erreicht haben und auf welche Weise?
  • Holistische Keyword-Recherche mit Latent Semantic Indexing und Entity Salience
  • Hochwertiger Content is King: Holistische, umfassende Texte, die fundiert und gut recherchiert sind
  • Page Speed & Core Web Vitals im Auge behalten
  • EAT – vertrauenswürdige Inhalte produzieren
  • Strukturierte Daten verwenden, um in Rich Snippets und ähnlichen Fragen gefunden zu werden
  • Onpage Seiten-Optimierung mit SEO-Tools
  • Duplicate Content durch Canonicals entgegenwirken
  • Gezielt und themenbezogen intern verlinken
  • Interne Verlinkung: Ankertexte optimieren
  • Auf eine saubere Seitenstruktur und sinnvolle sprechende URLs achten
  • Breadcrumb Trail nutzen
  • Überflüssigen Content gezielt de-indexieren

 Sibylle Preissler
Autor:In
Sibylle Preissler
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Sibylle Preissler

Sibylle Preissler ist seit über 15 Jahren im SEO-Bereich und im digitalen Marketing international tätig. Ihre Schwerpunkte liegen in den Bereichen Health, Finance, Media, Retail und Travel. Nach ihrem Master in Journalism Studies an der Cardiff University hat sie viele Jahre in London gearbeitet, bevor sie 2011 als SEO Consultant nach Deutschland zurückkehrte. Seit 2016 ist sie Digital Marketing Expert und Senior Consultant für SEO, SEA und Content Marketing bei wdv.

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