CPQ im Maschinenbau: Variantenvielfalt im Griff & Angebote mit Tempo

Elena Pagano23.1.2026

CPQ-Lösungen sichern technische Machbarkeit, schaffen Transparenz bei komplexen Produktkonfigurationen und beschleunigen den Angebotsprozess.

Inhalt
  1. Die besondere Herausforderung im Maschinen- und Anlagenbau
  2. Die Lösung heißt: CPQ
  3. Wie Maschinen- und Anlagenbauer von CPQ konkret profitieren
  4. Best Practices aus der Industrie: Wie CPQ in der Praxis wirkt
  5. CPQ – was brauchst du, damit die Einführung gelingt?
  6. Der beste Zeitpunkt ist jetzt: CPQ wird intelligenter und schneller

Das Wichtigste in Kürze

  • CPQ-Lösungen ermöglichen es, komplexe Maschinenvarianten schnell, korrekt und kundenorientiert zu konfigurieren.
  • Sie verknüpfen Vertrieb, Engineering und Produktion in einem durchgängigen digitalen Prozess.
  • Best Practices wie bei Haver & Boecker und maxon zeigen: CPQ reduziert Angebotszeiten und verbessert die Customer Experience.
  • Für den Erfolg sind ein modularer Produktbaukasten, konsistente Daten und bereichsübergreifende Zusammenarbeit entscheidend.
  • Moderne CPQ-Systeme integrieren KI, Self-Service, 3D-Visualisierung und Guided Selling für maximale Effizienz und Skalierbarkeit.
Im Maschinen- und Anlagenbau verändert sich gerade vieles – und aufgrund der angespannten Wirtschaftslage schneller, als es die meisten Unternehmen gewohnt sind. Losgröße 1 ist als Wettbewerbsfaktor längst angekommen. Kund*innen erwarten aber nicht nur individuell zugeschnittene Maschinen, sondern auch digitale Services und transparente Angebote in kürzester Zeit. Gleichzeitig steigt – wie ich es in Projekten immer wieder erlebe – die technische Komplexität der Produkte, weil Mechanik, Elektronik und Software perfekt aufeinander abgestimmt sein müssen.
Das Ergebnis: Eine schier unüberblickbare Variantenvielfalt und ein Angebotsprozess, der mit klassischen Mitteln, wie Word, Excel und anderen Kalkulationstools, kaum noch zu bewältigen ist. Ich spreche oft mit Vertriebsteams, die sich die Frage stellen: “Wie schaffen wir es, individuelle Kundenanforderungen präzise abzubilden und trotzdem in Stunden statt Tagen ein überzeugendes Angebot zu liefern?”
Eine Antwort darauf lautet: CPQ-Lösungen. Im Maschinen- und Anlagenbau bedeuten sie weit mehr als nur Vertriebssoftware. CPQ ist die digitale Brücke zwischen Kundenwunsch, Engineering und Produktion. Und sorgt dafür, dass Variantenvielfalt nicht zum Problem, sondern im Vertrieb überblickt und damit zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird.

Die besondere Herausforderung im Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen- und Anlagenbau unterscheidet sich fundamental von anderen Branchen: Maschinen sind keine Produkte von der Stange. Sie bestehen aus zahlreichen Funktionsbaugruppen und optionalen Komponenten, deren Kombinationen technisch abgestimmt werden müssen. Der Vertrieb wird damit zum Dirigenten komplexer Lösungsvarianten. In vielen Unternehmen existieren Preisregeln, technische Varianten und Erfahrungswissen aber nicht zentral, sondern verteilt in verschiedenen Excel-Dateien, Tools und Köpfen der Mitarbeitenden. Diese fragmentierte Wissensbasis erschwert dem Vertrieb seine Arbeit massiv, führt zu Fehlern, langen Durchlaufzeiten und hoher Abhängigkeit von einzelnen Expert*innen.

Die Lösung heißt: CPQ

Eine CPQ-Lösung kombiniert drei grundlegende Funktionen:
1. Configure: Produkte sicher konfigurieren
Die CPQ-Lösung basiert auf einem digitalen Produktmodell, das sämtliche Varianten, Abhängigkeiten und Regeln abbildet. Sie prüft automatisch, welche Komponenten miteinander kombinierbar sind. Technische Plausibilitäts- und Vollständigkeitsprüfungen sorgen dafür, dass der Konfigurator nur Varianten erzeugt, die konstruktiv realisierbar sind.
2. Price: Preise konsistent ermitteln
Preisfindung basiert auf hinterlegten Regeln, Margenvorgaben, Materialkosten oder konfigurationsabhängigen Zuschlägen. Das verhindert Rabattschlachten und sorgt gleichzeitig für Transparenz.
3. Quote: Angebote automatisiert erstellen
Die CPQ-Lösung erstellt vollständige technische Beschreibungen, kaufmännische Angebote und Visualisierungen – immer im Corporate Design und auf Basis der gültigen Daten.
Weil eine CPQ-Lösung nahtlos mit CRM-, ERP-, PLM- und CAD-Systemen zusammenarbeitet, entsteht ein durchgängiger digitaler Prozess vom Kundenwunsch bis zum Auftrag. 
CPQ-Integration mit CRM, ERP, PLM und CAD

Wie Maschinen- und Anlagenbauer von CPQ konkret profitieren

CPQ-Lösungen strukturieren also das Produktwissen, das zuvor nur in den Köpfen, Excellisten und anderen Tools der Vertriebsmitarbeitenden existierte, und machen es für alle gleichermaßen nutzbar. Der aus meiner Sicht größte Hebel ist: Das technisch komplexe Zusammenspiel von Mechanik, Elektronik und Software wird im Regelwerk der CPQ-Lösung abgebildet, sodass der Vertrieb sicher konfigurieren kann, ohne jede Kombination einzeln mit dem Engineering abstimmen zu müssen. Dadurch sinkt der Prüf- und Korrekturaufwand erheblich. Und mindestens genauso gut: Neue Mitarbeitende im Vertrieb sind vom ersten Arbeitstag an handlungsfähig, da das Konfigurationswissen zentral hinterlegt ist.

Best Practices aus der Industrie: Wie CPQ in der Praxis wirkt

Die folgenden zwei Beispiele zeigen meiner Meinung nach perfekt, wie unterschiedlich CPQ-Lösungen genutzt werden und welche Effekte sie haben können. Was sie verbindet? Beide Unternehmen arbeiten mit einer CPQ-Lösung von camos.
Haver & Boecker: Angebotszeiten deutlich reduziert
Haver & Boecker, spezialisiert auf Maschinen und Anlagen für das Abfüllen von Schüttgütern, konfiguriert für jede Anwendung individuelle Maschinenvarianten. Vor der Einführung der CPQ-Lösung waren dafür mehrere bereichsübergreifende Abstimmungsschleifen nötig.
Heute erstellt der Vertrieb vollständige Angebote direkt über den Produktkonfigurator. Die CPQ-Lösung übernimmt technische Plausibilitätsprüfungen, erzeugt alle relevanten Texte automatisch und übergibt die Konfiguration an das ERP-System. Die Angebotszeit sank von rund zwei Tagen auf etwa drei Stunden.
maxon: Online-Konfiguration inklusive 3D-Visualisierung
Beim Antriebssystemspezialisten maxon sieht der Einsatz ganz anders aus: Kund*innen konfigurieren ihre Produkte selbst online. Die CPQ-Lösung ermöglicht es, technische Informationen schrittweise ein- oder auszublenden, Spezifikationen abzurufen und sogar 3D-Modelle zu betrachten.
Die technische Machbarkeit prüft das Regelwerk im Hintergrund. Wird ein Produkt bestellt, übergibt die CPQ-Lösung die vollständige Spezifikation automatisch an die Produktion. Das Ergebnis: kürzere Durchlaufzeiten, höhere Transparenz und eine verbesserte Customer Experience.

CPQ – was brauchst du, damit die Einführung gelingt?

1. Ein modularer Produktbaukasten
Ohne durchdachte Funktionsbaugruppen, Regeln und Variantenmodelle kann eine CPQ-Lösung ihre Stärke nicht ausspielen.
2. Saubere und konsistente Daten
Technische Parameter, Preise, Variantenlogiken: Alles muss korrekt gepflegt sein. Gerade im Maschinen- und Anlagenbau ist Datenqualität wegen der großen Variantenvielfalt ein entscheidender Erfolgsfaktor.
3. Zusammenarbeit aller relevanten Bereiche
Der Vertrieb kennt die Kundensicht, das Engineering die technischen Grenzen, die IT die Systemlandschaft. Eine CPQ-Einführung gelingt nur im teamübergreifenden Zusammenspiel.

Der beste Zeitpunkt ist jetzt: CPQ wird intelligenter und schneller

Wer als Maschinenbauer mit dem Gedanken spielt, eine CPQ-Software einzuführen, sollte keine Zeit verlieren. Nicht nur, weil der Druck auf den Vertrieb steigt – sondern weil die Funktionen von CPQ bereits sehr erfolgsversprechend sind. Allen voran sehe ich KI, die zunehmend eine Schlüsselrolle im Angebotsprozess übernimmt. Sie verbessert die traditionellen CPQ-Abläufe, indem sie Daten analysiert, Muster erkennt und intelligente Empfehlungen liefert. Drei konkrete Beispiele: 
Beispiel 1: Faktoren wie Unternehmensgröße, Marktbedingungen und Standort werden von der KI analysiert, um den optimalen und margenoptimierten Preis sowie Rabatt zu bestimmen. 
Beispiel 2: Die KI analysiert tausende Angebote aus ähnlichen Branchen und berechnet, welche Konfigurationen und Zusatzleistungen die höchste Erfolgsquote haben. So wird zum Beispiel die optimale Laufzeit für eine Garantieverlängerung basierend auf erfolgreichen Abschlüssen ermittelt. 
Beispiel 3: Produktmodelle werden ohne manuelle Modellierung in Rekordzeit aus bestehenden Texten oder Excel-Dateien erstellt.
Parallel entwickeln sich digitale Zwillinge, AR/VR-Visualisierungen und Self-Service-Portale zu wichtigen Bestandteilen moderner CPQ-Lösungen. Sie machen komplexe Maschinen und Anlagen schon früh im Prozess erlebbar, erleichtern die Abstimmung zwischen Vertrieb und Engineering und erlauben Interessent*innen, Varianten eigenständig zu konfigurieren. Geführte Konfigurationsprozesse wie „Guided Selling“ unterstützen zusätzlich, indem sie sicher durch die Vielzahl möglicher Optionen führen.
Elena Pagano
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Elena Pagano

Elena Pagano ist Content Marketing Managerin bei der camos Software und Beratung GmbH. Als Texterin begleitet sie Maschinen- und Anlagenbauer*innen, die CPQ-Lösungen von camos eingeführt haben – und übersetzt deren komplexe Vertriebs- und Engineering-Prozesse in starke, verständliche Erfolgsgeschichten. Ihr Eindruck aus zahlreichen Projekten: Der Druck auf den Maschinenbau steigt massiv. Deshalb entwickelt sich CPQ gerade vom Effizienz-Tool zum unverzichtbaren Must-Have für einen skalierbaren Vertrieb.

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CPQ
Mit CPQ-Software (Configure=Konfiguration, Price=Preis, Quote=Angebot) automatisieren Unternehmen den Lebenszyklus des Angebots- und Ausschreibungsprozesses, welcher vom Kunden, der seine Anforderungen an das Angebot eines Unternehmens spezifiziert, beginnt über die Angebotserstellung bis zum Versand eines detaillierten Angebots an den:die Kund:in oder Interessent:in reicht. Sales-Abteilungen setzen die CPQ-Lösungen ein, um Verkaufsprozesse zu beschleunigen und gleichzeitig passgenaue Angebote zu erstellen und die Kundenbeziehungen zu verbessern. CPQ-Systeme bieten daher Funktionen zum Ermitteln von Kundenbedürfnissen und zur Erstellung von maßgeschneiderten Angeboten, die den Kundenanforderungen bestmöglich entsprechen. Meist bauen die Lösungen auf einem CRM-System auf oder eignen sich für die Integration mit einem oder mehreren CRM-Softwares.  CPQ-Lösungen beinhalten alle Funktionen, um grundlegende Aktivitäten des Configure-Price-Quote-Lebenszyklus abzubilden. Dazu zählen eine Konfigurationslogik für Angebote, Standardpreise und benutzerdefinierte Preise sowie das Angebots-Tracking. Zusätzlich sollten CPQ-Systeme alle Informationen bereitstellen, die Vertriebsmitarbeiter:innen nutzen, um Angebote zu erstellen, die Vorteile für Kund:innen und das Unternehmen bieten und Workflows für Benutzer:innen zum Erstellen, Anpassen, Versenden und Tracken von Angebotsdokumenten in verschiedenen Formaten bereitstellen. CPQ-Tools ermöglichen auch die Nutzung von CRM-Software, ERP-Systemen und anderen Daten aus Business-Softwares wie PIM-Systemen zur Definition und Verwaltung von Produktkatalogen, der Preisgestaltung und dem Bundling von Produkten. Des Weiteren kann die Profitabilität von Angeboten mithilfe von Finanzregeln, Preisen, Kosten und externen Faktoren wie Wettbewerbern, Marktveränderungen und Gesetzen und Vorschriften evaluiert werden. Die CPQ-Lösungen lassen sich auch Downstream (Erfassung und Analyse von Daten zu Angebotserstellung) und Upstream (Weitergabe von z. B.  Preisen an andere Lösungen) mit anderen Anwendungen integrieren. Schließlich unterstützen sie Nutzer:innen darin, Analysen und Berichte während des gesamten Angebotsprozesses zu erstellen und stellen Daten und Vorschläge zur Verbesserung des Prozesses bereit.
Pricing
Mithilfe von Pricing-Tools definieren, managen und analysieren Unternehmen Preisstrategien für ihre Produkte und Dienstleistungen. Obwohl Preise in der Regel zunächst in ERP- und CRM-Lösungen erstellt werden, können Vertriebsteams mithilfe der flexiblen Funktionen von Preismanagement-Softwares kundenspezifische Preise sowie Rabatte oder Nachlässe festlegen. Pricing-Software bietet Datenanalyse-Funktionen, mithilfe derer Unternehmen die Auswirkung ihrer Preisstrategien auf die Rentabilität von Verkäufen nachvollziehen. Basierend auf den Analysen können Unternehmen die Profitabilität Ihrer Verkäufe optimieren, in dem sie ihre Abschlussraten und Margen steigern. Deshalb werden die Lösungen auch häufig als Pricing-Optimization-Softwares bezeichnet. Pricing-Lösungen bieten die Möglichkeit, initiale Preislisten sowie Dynamic-Pricings für bestimmte Verkaufsszenarien zu erstellen. Zu gängigen Integrationen von Pricing-Management-Tools gehören CRM-Systeme, ERP-Softwares, E-Commerce-Plattformen und CPQ-Lösungen. Es sollte darauf geachtet werden, dass sich Preisgestaltungssoftwares mit CRM- und ERP-Systemen integrieren lassen, da es sich bei diesen Softwarelösungen um die wichtigsten Preisdatenbanken handelt. Durch diese Integrationen können Preisinformationen mit allen an einem Verkaufs- und Verhandlungsprozess beteiligten Parteien, wie Kund:innen, Vertriebsleiter:innen und weiteren, ausgetauscht werden. Pricing-Softwares müssen demnach Funktionen bieten, mit denen Sales-Mitarbeiter:innen individuelle Preise für einzelne Kund:innen oder Kundenkategorien anlegen können. Dabei sollten sie Faktoren wie Volumen, Zahlungsbedingungen, Vertragsbedingungen, Kundenwert, Verkaufszielen, Zielsetzungen oder ähnliches berücksichtigen. Des Weiteren sollten sie diverse Preisfindungsmethoden, wie beispielsweise die nachfrageorientierte Preisgestaltung enthalten. Pricing-Lösungen sollten zudem Analysen liefern, die Vertriebsmitarbeiter:innen darin unterstützen, auf Grundlage der zuvor genannten Kriterien die beste Preisstrategie zu bestimmen. Außerdem sollte durch die Analysefunktionen einer solche Software die Einschätzung der Profitabilität von einzelnen Verkäufen, Produktlinien oder Kundenkategorien ermöglicht werden.
Sales
Sales-Management bezieht sich auf die strategische Planung und Umsetzung von Verkaufsprozessen innerhalb eines Unternehmens. Ziel ist es, den Umsatz zu steigern und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen. In diesem Zusammenhang sind Sales-Teams verantwortlich für die Identifikation von Verkaufschancen, die Pflege von Kundenbeziehungen und die Optimierung des gesamten Verkaufsprozesses. Mit der zunehmenden Digitalisierung und der Verlagerung vieler Verkaufsaktivitäten in den Online-Bereich haben sich diverse Software-Lösungen etabliert, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Sales-Aktivitäten effizienter und erfolgreicher zu gestalten. Diese reichen von umfassenden CRM-Systemen bis hin zu spezialisierten Tools, die auf bestimmte Teilbereiche des Sales-Managements fokussiert sind. Dabei lassen sich folgende Software-Typen und Unterkategorien unterscheiden: - CRM-Software (Customer Relationship Management): Lösungen, die Unternehmen dabei unterstützen, ihre Kundenbeziehungen zu verwalten und Verkaufsprozesse effizient zu steuern. - Sales Intelligence Software: Tools, die auf die Analyse von Verkaufsdaten und Marktinformationen setzen, um fundierte Verkaufsentscheidungen zu treffen und potenzielle Kunden zu identifizieren. - Revenue Operations & Intelligence (RO&I): Plattformen, die den gesamten Verkaufsprozess abdecken und durch Automatisierung und Datenanalyse den Umsatz steigern. - Sales Enablement Software: Lösungen, die Vertriebsteams mit den notwendigen Ressourcen und Informationen versorgen, um ihre Verkaufsstrategien erfolgreicher umzusetzen. - AI Sales Roleplay: Tools, die mithilfe von Künstlicher Intelligenz realistische Verkaufsgespräche simulieren, um Vertriebskräfte zu trainieren und auf echte Verkaufsgespräche vorzubereiten.

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