Internationalisierung E-Commerce: Mit diesen Schritten internationalisiert Ihr Euren Onlineshop
Wir zeigen Euch, wie Ihr Euren Onlineshop ins Ausland expandiert
- Potenziale einer Internationalisierung im E-Commerce.
- Hürden bei der Internationalisierung von Onlineshops
- 8 hilfreiche Tipps für die Internationalisierung im E-Commerce
- Internationalisierungsstrategien von Unternehmen
- Cross-Border E-Commerce vs. internationaler E-Commerce
- Die Phasen einer E-Commerce-Internationalisierung
- Die typischen Fehler bei der Internationalisierung von Unternehmen
- Geeignete Shopsysteme für eine Internationalisierung
- Fazit
Empfehlenswerte E-Commerce-Plattformen & Shopsysteme
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Potenziale einer Internationalisierung im E-Commerce.
Hürden bei der Internationalisierung von Onlineshops
8 hilfreiche Tipps für die Internationalisierung im E-Commerce
Das richtige Zielland mit Bedacht zu wählen und vorab eine intensive Analyse zu betreiben, kann den Internationalisierungsprozess um einiges erleichtern. Vorerst empfiehlt es sich natürlich, innerhalb des DACH-Raumes zu expandieren, da hier die Sprachbarriere größtenteils wegfällt und somit zumindest zahlreiche Elemente des Onlineshops übernommen werden können.
Von der Mentalität bis hin zu sprachlichen Gepflogenheiten im Zielland – je besser Ihr Eure Zielgruppe kennt, desto besser könnt Ihr auf sie eingehen. Ausschlaggebend sind außerdem ein umfassender Kundenservice in der jeweiligen Sprache sowie das Marketing, das an die Kultur des Zielmarktes angepasst ist.
In jedem Land variieren die rechtlichen Vorgaben, beispielsweise zu steuerrechtlichen Belangen. Durch das genaue Einhalten aller rechtlichen Vorgaben umgeht man nicht nur Strafzahlungen, sondern schafft eine Vertrauensbasis zu den Kund*innen und ein seriöses Auftreten. Transparente Transportwege und die offene Angabe der AGB wirken vertrauenswürdig.
Durch eine Analyse des Marktes und der Angebote und Marketingstrategien der Wettbewerber lernt Ihr den Markt kennen. So erhaltet Ihr aufschlussreiche Informationen über das Einkaufsverhalten der Kund*innen im Zielland und erleichtert unter anderem die Wahl der gängigsten Zahlungsmethoden, was ein wichtiger Punkt für die meisten Käufer*innen ist.
Eine eigene Logistik-Niederlassung vor Ort garantiert verkürzte Lieferzeiten und günstige oder komplett wegfallende Versandkosten sowie günstigere Retouren für die Kund*innen. Auch eine Kooperation mit einem Versanddienstleister vor Ort vereinfacht den Lieferprozess. Das Auslagern der Logistik lohnt sich in den meisten Fällen allerdings erst ab einem hohen Versandvolumen.
Die Wahl der passenden Software für Euren Bedarf ist essenziell für den Erfolg Eures Internationalisierungsprozesses. Eine passendes ERP-System kann auch bei der Planung helfen und eine Stütze bei den anfallenden Änderungen in den Bereichen Technologien und IT-Infrastruktur bieten. Wichtig ist außerdem ein etablierter Hosting-Provider, um die Funktionalität des Shops von Anfang an zu garantieren.
Bei der Entscheidungsfindung für die richtigen Softwarelösungen könnt Ihr Euch an Agenturen wenden, die Euch vergleichend über die verschiedenen Angebote und Ansätze informieren. Im Absatz Geeignete Shopsysteme für eine Internationalisierung haben wir einige der besten E-Commerce-Plattformen und Shopsysteme Lösungen für Euch zusammengestellt.
Das richtige Marketing ist essenziell, um einen Kundenstamm im Zielland zu erreichen und auf sich aufmerksam zu machen. Internationales Marketing umfasst unter anderem Content-Marketing mit angepasster Tonalität und Designs sowie SEO-Maßnahmen und SEA-Kampagnen zugeschnitten auf den Zielmarkt. Durch Usability-Tests kann außerdem festgestellt werden, inwiefern Ihr Euren Shop optisch und in der Bedienung an die Erwartungen der Kund*innen anpassen müsst.
Professionelle Unterstützung ist Gold wert. Expert*innen, die sich mit der Kultur, Sprache und Bräuchen des Ziellandes auskennen, können dabei helfen, die Kommunikation, Übersetzungen sowie Kooperationen zu perfektionieren und euch auch auf rechtlich wichtige Unterschiede hinweisen. Auch technische Expertise beispielsweise im Umgang mit dem Shopsystem Eurer Wahl sollte keineswegs unterschätzt werden. Hier bietet sich etwa die Zusammenarbeit mit einer Agentur an, da dort Expert*innen aus verschiedenen Bereichen zusammenarbeiten, um Internationalisierungsprojekte zu perfektionieren.
Internationalisierungsstrategien von Unternehmen
Es erfolgt eine Zusammenarbeit mit Partner*innen aus dem Zielland, wobei natürlich eine gewisse Abhängigkeit besteht. Eine strategische Allianz zeichnet sich durch ihre Langfristigkeit und ihre visionäre Kooperation aus.
Ein drittes Unternehmen wird gemeinsam mit einem lokalen Unternehmen im Zielland gegründet. Dieses Gemeinschaftsunternehmen ist unabhängig von den anderen beiden.
Eine Niederlassung ist eine Betriebsstätte eines Unternehmens, die als Teil des Unternehmens im Ausland fungiert.
Es wird ein neues Unternehmen im Ausland gegründet, welches vom Mutterunternehmen kontrolliert wird, jedoch rechtlich unabhängig ist.
Cross-Border E-Commerce vs. internationaler E-Commerce
Cross-Border E-Commerce beschreibt den Onlinehandel von Waren oder Dienstleistungen über Landesgrenzen hinweg. Hierbei ist keine Niederlassung im Zielland erforderlich. Der Kaufvorgang kann B2B oder B2C stattfinden.
- Besonders in den Mitgliedsstaaten der EU ist Cross-Border E-Commerce besonders attraktiv, da für Unternehmen, die ihren Warenvertrieb auf den internationalen Markt erweitern, in diesem Raum meistens keine Zölle anfallen (Bei Gütern wie Kaffee, Alkohol oder Tabak bestehen hier Ausnahmeregelungen, die mit zusätzlichen Kosten verbunden sind.)
- Auch das Problem der Währungsunterschiede ist in den meisten Ländern innerhalb der EU hinfällig.
- Generell erhalten Unternehmen im Raum der EU-Unterstützung in Form von einheitlichen Rahmenbedingungen für den Verkauf von Waren über Landesgrenzen der Europäischen Union hinweg.
- Ebenso die kulturelle Nähe der Länder innerhalb der EU erleichtert den Handel in diesem Bereich.
- Einerseits kann es sich gerade im DACH-Raum und der EU für Unternehmen anbieten, ihre Waren vorerst über Cross-Border E-Commerce anzubieten. Sobald die Nachfrage und damit das Exportvolumen stark angestiegen ist, kann an einer tiefergehenden Internationalisierung gearbeitet werden.
- Andererseits erfordern manche Produkte kürzere Lieferwege oder sind zu groß und sperrig, um jedes Mal von einem Land ins andere transportiert zu werden, weshalb hier oft eigene Logistikstandorte mehr Sinn ergeben.
Die Phasen einer E-Commerce-Internationalisierung
- Wahl des Zielmarktes.
Die Wahl des richtigen Zielmarktes bestimmt den gesamten weiteren Projektverlauf. Diese Wahl sollte gut durchdacht und anhand der in diesem Beitrag bereits genannten Faktoren bestimmt werden. - Vorbereitung.
Die Vorarbeit, die primär im Bereich Marketing geleistet werden muss, bezieht sich auf das Erschließen der Märkte und des lokalen Nutzerverhaltens. Die Preis- und Sortimentsvorstellungen sollten in diesem Schritt festgelegt und offene rechtliche Fragen geklärt werden. - Wahl der Software.
In diesem Schritt erfolgt die Wahl der geeigneten Software und die Vorbereitung der technischen Infrastruktur. Um einen internationalisierungsfähigen Onlineshop zu entwickeln, solltet Ihr bei der Wahl der richtigen Software einiges beachten. Dafür solltet Ihr vorher gründlich kalkulieren, welche Features Ihr benötigt und welchen Umfang Euer Shop haben soll. Auch hier könnt Ihr jederzeit auf professionelle Beratung zurückgreifen. - Ziele klar definieren.
Im nächsten Schritt können die Ziele und Businessmodelle festgelegt werden. Agile Projektumsetzungen sind meist die zukunftsträchtigste und flexibelste Lösung und bieten mehr Spielraum für mögliche Zwischenfälle oder Änderungen in der Vorgehensweise. - Vertriebsmodell definieren.
Egal, ob eine indirekte oder eine direkte Lösung für den Vertrieb gewählt wird, das Wichtigste ist, dass alle Rollen und Aufgaben in diesem Bereich schlüssig verteilt und eingehalten werden. - Wahl der Logistikform.
Hier muss eine Entscheidung zwischen dem Aufbau einer eigenen Struktur und der Kollaboration mit einem lokalen Partner gefällt werden. - Prozesse abstimmen und optimieren.
Durch eine eindeutige Rollen- und Zuständigkeiten und die Festlegung, wie gewisse Prozesse ablaufen müssen, werden Prozesse deutlich verkürzt und Missverständnisse unterbunden.
Die typischen Fehler bei der Internationalisierung von Unternehmen
Das Engagement, vorrangig seitens der Geschäftsführung, muss stets bei 100 % liegen, wenn es um eine Internationalisierung geht. Außerdem darf nicht zu sehr an alten, im Heimatland bewährten Vertriebs- und Marketingstrategien festgehalten werden. Wichtig ist hierbei Offenheit für Neues und ein Auge für die lokalen Gegebenheiten.
Das Personal sollte sorgfältig und anhand (inter-)kultureller Fähigkeiten gewählt werden. Notwendig ist ein Verständnis für beide Kulturen, vorrangig im Bereich Kundenberatung. Mindestens ein*e Mitarbeiter*in in einer Führungsposition sollte die volle Aufmerksamkeit in das Projekt investieren. Fehlende personelle Ressourcen führen dazu, dass die Mitarbeiter*innen überlastet sind und das gesamte Projekt zu scheitern droht.
Die Vorlieben der Kund*innen können im Zielland stark von denen im Heimatland abweichen. Das fängt bei der bloßen Nachfrage nach bestimmten Produkten an, geht über die bevorzugten Kommunikationskanäle und genutzten Medien bis zu den favorisierten Zahlungsmethoden.
Der Zeitpunkt des Marktantritts kann entscheidend für den Projekterfolg sein.
Wenn die Expansion zu früh erfolgt, ist das Unternehmen möglicherweise noch nicht bereit und das Projekt scheitert. Indizien für einen zu früh angesetzten Internationalisierungsschritt sind beispielsweise nicht ausreichend ausgebildetes Personal, nicht zureichend einschätzbare Nachfrage und Zielgruppenanalyse auf dem Zielmarkt, noch nicht fertiggestellte Software-Anpassungen oder eine unsichere Logistiksituation.
Ein Internationalisierungsprozess kann hohe Investitionen mit sich führen. Bevor ein neuer Markteintritt durchgeführt werden kann, muss streng kalkuliert und vorausschauend gedacht werden, um alle Eventualitäten abzudecken. Devisengebühren müssen etwa, die durch verschiedene Währungen und damit einhergehende Wechselkurs- und Überweisungsgebühren entstehen, eingeplant werden.
Die Kommunikationsstrategien, Tabus und kulturelle Regeln in einem Land müssen unbedingt beachtet und respektiert werden, um Missverständnisse zum Beispiel in persönlichem Kontakt oder im Marketing zu verhindern.
Geeignete Shopsysteme für eine Internationalisierung
Voraussetzungen für ein geeignetes Shopsystem für eine Internationalisierung:
- Multistore: Zentrale Installation und Verwaltung einer komplexen Infrastruktur aus verschiedenen Ländershops. Dadurch wird auch das Hosting im Zielland ersetzt, da die länderspezifischen Shops über denselben Server laufen.
- Headless Commerce: Der Headless Ansatz ist für viele E-Commerce-Unternehmen unverzichtbar. Backend und Frontend sind hierbei entkoppelt und lassen sich unabhängig voneinander weiterentwickeln. Wachstumsstarke Online- und Omnichannel-Händler profitieren so von einem maximal flexiblen System, das schnelle Anpassungen erlaubt und so ein hohes Maß an Geschwindigkeit, Performance und Skalierbarkeit ermöglicht.
- Mehrmandantenfähigkeit: Ermöglicht, die Daten unabhängiger Shops und Unternehmen gleichzeitig zu verwalten und so eigene Subshops mit spezifischen Preisen, Sortimenten etc. für verschiedene Länder zu erstellen.
- Standardmäßige Darstellung: Die standardmäßige Darstellung von Spezifika der einzelnen Länder (Währung, Sprach- und Sonderzeichen, Gewichts- und Längenmaße …) sowie automatische Verarbeitung von Spezifika wie Umsatzsteuersätze, Zölle etc. muss ermöglicht werden.
- Leistungsfähiges PIM-System (Product Information Management System): Zentrale Steuerung und Verwaltung produktrelevanter Daten. Sollte ermöglichen, Artikeldaten in unterschiedlichen Formaten und Sprachversionen darzustellen.
- Customer-Relationship-Managementsystem (CRM): Nimmt die Zuordnung der Kundensprache vor.
- Lagerverwaltungssystem (LVS): Sollte einheitlich sein und zuverlässig den Bestand und die Lieferzeiten melden.
- Sprachversionen: Manche E-Commerce-Plattformen richten sich an internationale User und bieten mehrere Sprachversionen an. Mit dem hreflang-Tag weisen Onlineshop-Betreiber je nach Land, Region und Sprache die richtige URL aus und ermöglichen so, dass Nutzer*innen aus einem bestimmten Land nur die für sie relevanten Seiten in den Suchergebnissen angezeigt bekommen.