Google Ads Smart Bidding: Erklärung, Vorteile & Anwendung

In diesem Artikel lernst du die Definition, Best Practices und hilfreiche Tipps zu Google Smart Bidding kennen

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Was ist Google Ads Smart Bidding genau? 

Das Smart Bidding gehört zu den automatischen Gebotsstrategien von Google Ads. Wie der Name vermuten lässt, arbeiten diese Strategien „smart“, also mithilfe von maschinellem Lernen. Du brauchst folglich mit Smart Bidding deine Google-Anzeigen nicht händisch zu optimieren, sondern lässt von einem Algorithmus erledigen. Das spart nicht nur Zeit, sondern ermöglicht es auch, weitere Faktoren zu berücksichtigen, die bei manuellen Gebotsstrategien nicht erfassbar sind. 

Das smarte Bidding kann dir helfen, dein Search Engine Advertising (SEA) so zu verbessern, dass du 

  • deine Umsätze steigerst,
  • mehr Verkäufe erzielst oder 
  • einen höheren Return on Investment (ROI) erreichst. 

Dennoch macht Google Ads Smart Bidding nicht alles allein. Du musst weiterhin eine sinnvolle Gebotsstrategie auswählen, die zu deinen Zielen passt. Auch dazu erfährst du in diesem Artikel mehr. 

Wozu Smart Bidding? – Das unterscheidet manuelle, automatische und smarte Gebotsstrategien

Wenn du Google Ads schaltest, wirst du auf das Thema Gebotsstrategien stoßen. Deine Anzeigen werden nämlich nach einem Auktionssystem ausgespielt: Wann immer ein*e Nutzer*in nach einem für dich relevanten Begriff (Keyword) sucht, bieten alle, die eine Anzeige dazu ausspielen möchten, auf die Platzierung. Der beste Anzeigenplatz ist abhängig von Gebot und Qualitätsfaktor. Durch den Qualitätsfaktor werden Relevanz und Qualität der Anzeige von Werbetreibenden für die Suche eine*r Nutzer*in bewertet. Wer ein hohes Gebot in Kombination mit einem sehr guten Qualitätsfaktor bietet, sichert sich den besten Anzeigenplatz. Die anderen Anzeigen werden darunter oder gar nicht platziert.

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Um sinnvoll bieten zu können, musst du zunächst einmal passende Keywords herausfinden. Die passende SEA-Software erleichtert dir diese Aufgabe deutlich. Für jedes Keyword kannst du nun manuell ein Gebot festlegen. Doch nicht immer ist eine Suchanfrage in gleichem Maß relevant für dich: Mal passt das Keyword nicht zu 100 %, mal ist der Zeitpunkt ungünstig etc. Du verpasst Chancen, weil deine Gebote zu niedrig sind, oder gibst mit hohen Geboten unnötig viel Geld für wenig sinnvolle Anfragen aus. 

Alternativ könntest du händisch – je nach Tageszeit, Wochentag und weiteren Kriterien – deine Gebotsstrategie anpassen. Das ist allerdings sehr zeitaufwändig und zudem nur bedingt möglich: Beim manuellen Bidding hast du nämlich nur Zugriff auf einige wenige Faktoren, die für deine Ads relevant sein könnten. Google Ads hilft mit verschiedenen automatisierten Bidding-Optionen weiter.

Auch die smarten Gebotsstrategien gehören zu den automatisierten Strategien – aber nicht alle automatisierten Strategien sind auch smart. Was hebt also die Smart-Bidding-Strategien ab? Google Ads Smart Bidding überprüft für jede neue Auktion verschiedene Faktoren und optimiert in Echtzeit entsprechend die Gebote. Außerdem kannst du mit den unterschiedlichen Strategien verschiedene Ziele verfolgen. 

Diese Faktoren berücksichtigt das Smart Bidding von Google

Wenn du deine Gebotsstrategien für Google Ads händisch optimierst, kannst du mithilfe verschiedener Tools zumindest einige wichtige Informationen herausfinden. Beispielsweise kannst du mit Google Trends prüfen, inwieweit das Interesse bestimmter Suchanfragen saisonal schwankt Mit dem Tool SimilarWeb Pro wiederum kannst du Konkurrenzanalysen durchführen. 


Vor den Smart-Bidding-Optionen waren verschiedene SEA-Tools die einzige Möglichkeit, Gebotsstrategien automatisiert anzupassen. Heute übernimmt Google Ads selbst diese Arbeit, sodass aktuelle SEA-Tools nicht mehr auf das Bid-Management konzentrieren, sondern auf umfangreiches allgemeines SEA-Management. Erwähnenswert sind beispielsweise AdspertOptimyzr oder Marin

Das Smart Bidding in Google Ads berücksichtigt viele Faktoren, auf die du manuell keinen Zugriff hast und die du auch gar nicht für jede einzelne Anzeige erfassen könntest. Diese Nutzersignale prüft das smarte Bidding, bevor es das Gebot für deine Auktion festlegt:  

  • den Standort bzw. den gewünschten Standort der anfragenden Person

  • das Gerät, den Browser, das Betriebssystem und die Sprache der Benutzeroberfläche

  • Wochentag und Tageszeit

  • Google Ads Remarketing, sofern vorhanden

  • verschiedene Anzeigeneigenschaften

  • die tatsächliche Suchanfrage (nicht nur das exakt gematchte Keyword)

  • inwiefern die Suche direkt bei Google oder auf einer Partner-Website durchgeführt wird

  • die Platzierung bei Anzeigen im Display-Netzwerk

  • das Verhalten der Person auf einer Website bei Display-Anzeigen

  • bestimmte Produktattribute bei Shopping-Kampagnen 

  • bestimmte Attribute für Hotels und Reisepläne

  • Informationen zur Wettbewerbsfähigkeit (bei Shopping- und Hotel-Kampagnen)

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Wozu ist es gut, dass die Gebote anhand dieser Kriterien angepasst werden? Google selbst liefert großartige 
Beispiele, wie sich diese Faktoren auf Gebote auswirken. Drei Stück zum besseren Verständnis:

  1. Gerät: Sucht ein*e Nutzer*in nach einem Autoverkauf und nutzt dafür das Handy, so ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Autoverkauf in der Nähe gesucht wird. In diesem Fall würde Google dein Gebot senken, wenn dein Geschäft nicht in der Nähe ist, oder es erhöhen, wenn deine Chance auf Conversion größer ist. 

  2. Sprache der Benutzeroberfläche: Du bietest Sprachkurse an und eine Person mit der Spracheinstellung „Spanisch“ sucht nach dem Begriff „Sprachkurse“. Deine Anzeigen für „Sprachkurse Spanisch“ werden eher wenig relevant sein, sodass Google für diese Suchanfrage das Gebot absenkt. 

  3. Verhalten auf der Website: Hat eine Person sich bereits mehrere teure Produkte angesehen, ist sie offensichtlich bereit, viel Geld auszugeben – und Google wird das Gebot entsprechend erhöhen, um die Chancen auf einen Kauf zu steigern. 

Du siehst: Mit Smart Bidding in Google Ads kannst du dein Budget besser ausschöpfen, deine Anzeigen für Suchanfragen relevanter machen und deine Conversions verbessern. Wie aber eingangs gesagt, brauchst du die passende Bidding-Strategie. Zu der kommen wir jetzt. 

Welche Arten von Smart Bidding gibt es in Google Ads?

Bei Google Ads kannst du fünf verschiedene Smart-Bidding-Strategien einrichten:

  1. Auto-optimierter CPC (auch eCPC)

  2. Conversions maximieren

  3. Conversion-Wert maximieren

  4. Ziel-CPA

  5. Ziel-ROAS

Diese schauen wir uns im Detail an. 

1. Der auto-optimierte CPC

„CPC“ steht für „Cost per Click“. Es geht also um die Kosten, die du für einen Klick zahlst. „eCPC“ wird diese Bidding-Strategie auch genannt, weil im Englischen von „enhanced“ (verbessertem) CPC gesprochen wird. 

Wie bei allen smarten Strategien passt Google Ads das Gebot pro Auktion automatisch an. Um die Wahrscheinlichkeit zu berechnen, dass ein Gebot erfolgreich sein wird, nutzt Google Ads historische Daten – das müssen nicht deine eigenen sein. Daher kannst du diese Strategie nutzen, auch wenn du noch keine Daten zu Klicks oder Conversions hast. Der Algorithmus kümmert sich selbst darum. Beim eCPC legst du jedoch in jedem Fall weiterhin manuell ein Basis-Gebot fest, das als Grundlage dient. Je nach Erfolgsaussicht in Bezug auf eine Conversion kann dieses Basis-Gebot für individuelle Nutzer*innen-Anfragen nach oben oder unten korrigiert werden.

2. Conversions maximieren

Die Zielsetzung steckt bereits im Namen: Bei diesem Smart Bidding geht es darum, möglichst viele Conversions innerhalb des vorgegebenen Budgets zu erzielen. Was genau diese Conversions sind, legst du selbst fest. Es können Newsletter-Anmeldungen ebenso wie Verkäufe sein. 

Der Preis ist in dieser Strategie zweitrangig. Es gilt Quantität vor Qualität und Google Ads wird nach Möglichkeit dein Tagesbudget voll ausschöpfen, um möglichst viel zu konvertieren – auch wenn das aus finanzieller Sicht vielleicht nicht sinnvoll ist. Google Ads legt den Preis selbst fest und dieser kann gern einmal recht hoch ausfallen. 

3. Conversion-Wert maximieren

Was in der zweiten Strategie fehlt, ist der Fokus auf die Qualität der Conversions und ist  in dieser Variante des  Smart Bidding in Google Ads zu finden: Google Ads versucht, den Wert aller deiner Conversions insgesamt zu maximieren

Dazu musst du vorab festlegen, welche Conversion welchen Wert hat. Verkaufst du beispielsweise ein Produkt für 5 €, so sollte der Wert (und damit auch das maximale Gebot) natürlich deutlich niedriger sein als bei einem Produkt für 950 €. Daher definierst du die Spielregeln vorab und Google Ads Smart Bidding holt für dich – zumindest in der Theorie – den größtmöglichen Umsatz unter Einhaltung des Budgets heraus. 

4. Ziel-CPA

„CPA“ steht für „Cost per Action“. Verwendest du beispielsweise ein Budget von 100 € auf deine Anzeigen und diese führen zu 20 vorab definierten Aktionen (beispielsweise Verkäufen), dann liegt dein CPA bei 5 €. 

In der Ziel-CPA-Strategie im Smart Bidding gibst du den Preis – den CPA – an, den du bereit bist, im Durchschnitt für eine Aktion zu bezahlen. Der tatsächliche Preis pro Aktion kann auch einmal höher oder niedriger ausfallen, jedoch wird Google Ads versuchen, im Durchschnitt deinen angestrebten Preis zu erzielen.

Bei einer Nutzeranfrage prüft Google Ads zunächst, wie wahrscheinlich es ist, dass du zu einem bestimmten Betrag eine Conversion (Nutzeraktion) erzielen wirst, und ermittelt so das optimale Gebot. Diese Gebotsstrategie weist Parallelen zum Smart Bidding „Conversions maximieren“ auf – mit der Besonderheit durch die Ziel-CPA eine bessere finanzielle Kontrolle zu haben.

5. Ziel-ROAS

„ROAS“ ist die Abkürzung für „Return on Ad Spend“ und bezeichnet also, inwieweit du dein Anzeigenbudget mit einer Kampagne in Form von Verkäufen und Ähnlichem wieder einfährst. In dieser Smart-Bidding-Strategie in Google Ads gibst du einen Ziel-ROAS an, der (wie der Ziel-CPA im Punkt 4) durchschnittlich erreicht werden soll. 

Wie „Conversions maximieren“ und „Conversion-Wert maximieren“ sich zueinander verhalten, so tun es auch die Strategien „Ziel-CPA“ und „Ziel-ROAS“. Es geht um die Profitabilität. Einfach ausgedrückt: Du legst fest, wie viel du pro investiertem Euro verdienen möchtest. Wie bei der Strategie „Conversion-Wert maximieren“ müssen auch in diesem Fall die Werte für unterschiedliche Nutzeraktionen bzw. Conversions präzise definiert sein. 

Deine Vorteile mit Google Ads Smart Bidding

Google selbst benennt vier klare Vorteile, die du durch den Aufbau von Google Ads Smart Bidding hast: 

  1. Maschinelles Lernen übertrifft die menschliche Leistung. Google Ads wertet konstant aus, welche Aktionen funktionieren und optimiert anhand dessen kontinuierlich deine Ad-Strategie – schneller, effizienter, zuverlässiger und mit mehr Kriterien, als ein Mensch es könnte.

  2. Google Ads Smart Bidding berücksichtigt viele Nutzersignale. Die zahlreichen unterschiedlichen Signale haben wir dir bereits vorgestellt. Google greift auf viele Daten zu, wertet diese alle zeitgleich aus und optimiert darauf basierend blitzschnell die Gebote. 

  3. Du kannst die Leistung deiner Kampagnen flexibel steuern. Wenn du klare Ziele definiert hast, lassen sich deine Google Ads mit Smart Bidding exakt anpassen. Die unterschiedlichen Bidding-Strategien unterstützen unterschiedliche Ziele, auf die wir noch näher eingehen werden. 

  4. Leistungsberichte helfen dir beim Optimieren deiner Ads. Die detaillierten Einblicke helfen dir, Probleme schnell zu erkennen und zu beheben, um deine Ad-Strategie langfristig und kontinuierlich zu verbessern. Tests und Simulatoren ermöglichen es außerdem, Strategien für unterschiedliche Ziele auszuprobieren. 

Ein kurzes Beispiel zum besseren Verständnis der Nutzersignale: Besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine Conversion, wenn Nutzer*innen von mobilen Geräten zwischen 16 und 20 Uhr auf deine Anzeige klicken, kannst du deine Kampagnen manuell oder per Smart Bidding dafür optimieren. Die Nutzersignale „Gerät“ und „Tageszeit“ stehen auch für manuelle Ads zur Verfügung. Möchtest du dich jedoch speziell an iPhone-Nutzer*innen mit der Nutzersprache Englisch wenden, ist das nur mithilfe des Smart Biddings möglich – und nur mit maschinellem Lernen lässt sich dieser Trend überhaupt erkennen. 

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Kurz gesagt: Google Ads Smart Bidding hat das Potenzial, sehr kosten- und zeiteffizient zum Aufbau deiner Ad-Strategie beizutragen. Bei all diesen Vorteilen gibt es natürlich aber auch Stolperfallen zu beachten. 

Diese Einschränkungen gibt es bei der Verwendung von Google Ads

Um Googles Smart Bidding gewinnbringend zu nutzen, musst du dem Algorithmus in jedem Fall ausreichend Daten bieten: Lediglich der auto-optimierte CPC arbeitet auch ohne vorherige Conversions mehr oder weniger zuverlässig. Die anderen Bidding-Strategien benötigen eine gewisse Lernzeit – idealerweise mindestens 7–14 Tage. 

In dieser Zeit müssen auch entsprechende Daten gesammelt werden. Als Faustregel gilt: Für die Strategie mit Ziel-CPA sollte der Algorithmus auf mindestens 30 Conversions innerhalb der letzten 30 Tage zugreifen können, für den Ziel-ROAS sind 60 Conversions ein guter Richtwert.

Ein Nachteil dabei: Mangelt es an Daten oder funktioniert das Conversion-Tracking nicht, werden deine Kampagnen-Ergebnisse nicht verlässlich sein. Erst wenn Google Ads die Wahrscheinlichkeiten für Conversions zuverlässig ermitteln kann, profitierst du vom maschinellen Lernen. 

Doch nicht in allen Branchen und für jedes Geschäftsmodell lässt sich das angestrebte Unternehmensziel schnell und einfach in Form von Google Ads Conversions messen. Speziell für den B2B-Bereich ist es besonders wichtig, auf qualifizierte Leads zu optimieren, da du sonst zwar mithilfe von Google Ads Smart Bidding Leads generierst, diese sich aber im Nachhinein als Verlustgeschäft herausstellen können. Mehr dazu erfährst du im Abschnitt „Wie kann man die Leistung von Smart Bidding in Google Ads optimieren?“

Wichtig für die Strategien mit Ziel-CPA und Ziel-ROAS ist auch ein jeweils angemessener Preis. Ist dieser zu niedrig angesetzt, können die Ads unter Umständen gar nicht ausgespielt werden. Ist er zu hoch, wird unnötig Geld für wenig vielversprechende Conversions ausgegeben. Beim auto-optimierten CPC ist zu beachten, dass Google Ads die Gebote uneingeschränkt anpassen kann, auch wenn die Conversion sich zu einem hohen Preis gar nicht mehr lohnt. Deshalb musst du die Leistung deiner Anzeigen regelmäßig im Blick haben. 

Welche Strategien mit Google Ads Smart Bidding sind wann sinnvoll? 

Diese Frage kann nicht pauschal beantwortet werden. Es gibt jedoch einige Orientierungspunkte für die richtige Strategie:

Bidding-Strategie

Wann ist sie sinnvoll?

Auto-optimierter CPC

als Übergang von der händischen zur smarten Anzeigenoptimierung

Conversions maximieren

Conversions innerhalb eines fest definierten Tagesbudgets erzielen, wenn es noch nicht viele Daten gibt, um den Algorithmus zu trainierenwenn Leads und Conversions das Hauptziel sind, unabhängig vom ROAS

Conversion-Wert maximieren

im E-Commercebei Vorgabe eines festen Tagesbudgetswenn die Werte unterschiedlicher Conversions genau bekannt sindum Verkäufe zu generieren

Ziel-CPA

als gute Allround-Strategie, falls sich der Wert der Conversions nicht zu stark unterscheidetwenn bereits verlässliche Conversion-Daten vorhanden sindwenn ein sinnvoller CPA bekannt istwenn ein größeres Budget zur Verfügung steht

Ziel-ROAS

wie beim Ziel-CPA, aber wenn der Hauptfokus auf profitablen Conversions liegtwenn die reine Anzahl der Verkäufe nicht im Vordergrund steht

Best Practices bei der Verwendung von Google Ads Smart Bidding

Jede Strategie funktioniert nur, wenn du vorab klare Ziele definiert hast. Liegt dein Fokus darauf, Leads zu gewinnen, oder steht klar die Umsatzsteigerung im Mittelpunkt? Die Geschäftsziele müssen feststehen, bevor die Kampagnenziele darauf aufgebaut werden können. 

Wichtig! 

Für alle Smart-Bidding-Strategien gilt: Du musst die Funktion „Conversion Tracking“ aktivieren, denn darauf basieren zum großen Teil die wichtigen Daten, die Google Ads für die Optimierung der Gebote sammelt. 

Beachte außerdem die folgenden Hinweise:

  • Strategie „Conversions maximieren“: Stelle sicher, dass du nur wirklich sinnvolle Conversions aufnimmst. Solltest du mehrere Kampagnen mit unterschiedlichen Conversion-Typen in einer Gruppe haben, lege außerdem für jede einzelne Kampagne ein Tagesbudget fest. Sonst nutzt Google Ads unter Umständen das Gesamtbudget auf wenig sinnvolle Art, um Conversions zu hohen Preisen zu erreichen. 

  • Strategie „Conversion-Wert“ maximieren: Bei dieser Strategie ist es sinnvoll, alle Conversion-Möglichkeiten aufzunehmen, damit du hinterher auswerten kannst, wo dein Return on Investment am höchsten ist. Jedoch solltest du die Werte für die unterschiedlichen Conversions sehr gründlich definieren und gegebenenfalls auch immer wieder anpassen. 

  • Strategie „Ziel-CPA“: Ermittle deinen bisherigen durchschnittlichen CPA und erhöhe ihn um ca. 10-20 % für den Beginn einer Ziel-CPA-Kampagne. Achte zudem darauf, dass dein Tagesbudget mindestens das Dreifache des Ziel-CPA beträgt. So stellst du sicher, dass genug Signale empfangen werden und die Lernphase zügig durchlaufen wird. Im Anschluss kann Google Ads Smart Bidding das Gelernte nutzen, um deinen gewünschten CPA zu erreichen.  

  • Strategie „Ziel-ROAS“: Beginne mit einem Ziel-ROAS, der etwa 20 % über dem liegt, den du während der letzten 30 Tage erreicht hast. Arbeite dich dann mit der Zeit schrittweise nach unten, um die günstigsten und dennoch wirkungsvollsten Gebote zu erreichen. Auch beim Ziel-ROAS sollte sich das Tagesbudget an den durchschnittlichen Kosten pro Conversion (dem CPA) orientieren und mindestens das Dreifache betragen.

  • Datenmenge: Wenn dir Daten zu Conversions fehlen, um den Ziel-CPA bzw. Ziel-ROAS nutzen zu können, lege mehrere Kampagnen zu einem Portfolio zusammen, damit eine größere Menge Daten zur Verfügung steht.

  • Lernphase: Während der mindestens 7–14-tägigen Lernphase solltest du keine Gebotsanpassungen vornehmen. Google Ads Smart Bidding nutzt die gesammelten Daten als Basis, um deine Gebote zu optimieren. Wird der Algorithmus dabei gestört, beginnt die Lernphase im ungünstigsten Fall von vorn. 

  • Gebotspreis: Für den Ziel-CPA und den Ziel-ROAS wird Google Ads Smart Bidding dir Vorschläge für den zu setzenden Preis machen, sofern bereits Conversion-Daten vorhanden sind. Nach diesem Preis musst du dich nicht richten. Tatsächlich ist es oft sinnvoller, das nicht zu tun – es ist strategisches Mitdenken gefragt und gerade zu Anfang einer Kampagne kann der Preis deutlich über dem vorgeschlagenen liegen.

Vorsicht bei Kampagnen, die nicht oder zu selten ausgespielt werden: Schuld ist in diesem Fall in der Regel ein zu geringes Budget, ein zu niedrig angesetzter Ziel-CPA oder ein zu hoch angesetzter Ziel-ROAS. Das kann dazu führen, dass Google Ads für dich keine konkurrenzfähigen Gebote erzielt. Die Folge: Deine Kampagne erhält keine sinnvollen Daten und die Lernphase wird nicht abgeschlossen. Daher die oben genannten Best Practices: Ziel-CPA und Ziel-ROAS an den aktuellen Durchschnittswerten orientieren und ein ausreichend hohes Budget ansetzen. Alternativ ist in diesen Fällen natürlich auch ein vorübergehender Wechsel zum eCPC oder die Nutzung einer Portfolio-Strategie möglich.

Typ

Conv. in 30 Tagen

Strategie-Typ

Ziel

Kampagne

> 30

Eigene Strategie

Ziel-CPA / Ziel-ROAS

Kampagne

> 15

Eigene Strategie

Conv. maximieren

Kampagne

< 15

Portfolio

--

Portfolio

> 30

--

Ziel-CPA / Ziel-ROAS

Portfolio

< 30

--

Conv. / Conv.-Wert / Klicks maximieren

Best Practices für Portfolios

  • Eigene Budgets auf Kampagnen-Ebene sind bei der Strategie Ziel-CPA erst ab 30 Conversions in 30 Tagen sinnvoll, für die Strategie Ziel-ROAS sollten es mindestens 45–60 sein. Sind diese nicht erreicht, fasse die Kampagnen in einem Portfolio zusammen und setze nun ein Gesamtbudget für das Portfolio fest.

  • Brand-Kampagnen sollten nicht gemeinsam mit generischen Kampagnen in einem Portfolio zusammengefasst werden. 

  • Lagere neue Kampagnen erst einmal in ein eigenes Portfolio (Strategie: Klicks maximieren) aus oder lasse sie mit eigenem Budget laufen, um Daten zu sammeln.

  • Das Tagesbudget sollte — im Idealfall — etwa dreimal so hoch sein wie der Ziel-CPA oder durchschnittliche CPA des Portfolios bzw. der Kampagnen.

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So kannst du Google Ads Smart Bidding einrichten

Smart Bidding zu verwenden, ist nicht schwer. Zunächst musst du ein Google-Ads-Konto erstellen. Anschließend erstellst du deine Ads-Kampagne – entweder als einzelne Kampagne oder als Teil einer Portfolio-Gebotsstrategie

Bei einer neuen einzelnen Kampagne gibst du außerdem dein Tagesbudget an. Unter „Gebote“ kannst du dann deine Gebotsstrategie auswählen. Für eine Portfolio-Gebotsstrategie wählst du auf der Seite „Gebotsstrategien“ die Option „aus der gemeinsam genutzten Bibliothek erstellen“ und wählst dann die Kampagnen aus, die einbezogen werden sollen. 

Wie kann man die Leistung von Smart Bidding in Google Ads optimieren?

Google Ads zu optimieren, gehört zu einer guten Anzeigenstrategie auf jeden Fall dazu. Grundsätzlich optimieren die Smart Bidding Ads die Gebote selbst, schließlich lernt der Algorithmus mit der Zeit dazu und verbessert so die Gebote. Dennoch ist es wichtig, dass du die Performance regelmäßig mit deinen Zielen abgleichst. Prüfe zum Beispiel, ob die Preise für Conversions bei der Strategie „Conversions maximieren“ zu hoch sind, ob genügend Impressionen und Klicks erreicht werden oder ob dein ROAS positiv ist. 

Beachte dabei: Optimiere nicht zu früh und nicht zu häufig. Nach jeder Gebotsanpassung – das betrifft zum Beispiel auch das Tagesbudget – braucht der Algorithmus Zeit, um erneut zu lernen. Optimiere also tendenziell frühestens nach 7-14 Tagen und nimm die Anpassungen in kleinen Schritten (von etwa 10-%-Veränderungen) vor. So gibst du dem Algorithmus genügend Lernzeit. 

Mikro-Conversions nutzen

Ist dein Budget nur klein oder erreicht deine Kampagne trotz ausreichenden Budgets zu wenig Signale (in Form von Conversions), ist es sinnvoll, zunächst auf Mikro-Conversions zu setzen. Die Makro-Conversion ist dabei das Ergebnis, das du mit der Kampagne erreichen möchtest – beispielsweise der Verkauf –, während Mikro-Conversions die einzelnen Schritte auf diesem Weg sind: Menschen besuchen beispielsweise einen bestimmten Bereich der Website oder legen Produkte in ihren Warenkorb, ohne sie zu kaufen. 

Dazu ein Beispiel: Ein E-Commerce-Shop erreicht keine Verkäufe, sodass für die Kampagne keine Signale zur Verfügung stehen und Google Ads Smart Bidding nicht lernen kann. Die Conversions werden nun als Mikro-Conversions definiert: Getrackt wird, wann Nutzer*innen Produkte in den Warenkorb legen. 

Haben bisher nur 15 Menschen innerhalb von 30 Tagen gekauft, doch 32 ein Produkt im Warenkorb platziert, können auf diese Weise genügend Conversions getrackt werden. Die Lernphase verläuft schneller und anschließend wird auf das ursprüngliche Kampagnenziel umgestellt. 

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Qualifizierte Leads im B2B-Bereich erzielen

Mit Google Ads Smart Bidding lassen sich im B2B-Bereich Leads sammeln, doch bisweilen hapert es an der Qualität dieser Leads. Die Empfehlung zur Optimierung lautet: Verknüpfe dein Google-Ads-Konto mit deinem CRM-System (z.B. Hubspot CRM oder Salesforce CRM). Mithilfe deines CRMs kannst du dann in Google Ads qualifizierte Leads, über die du bereits Informationen gesammelt hast, als vielversprechende Conversions definieren. So kann deine Kampagne optimal ausgesteuert werden und du erhältst nicht nur eine bestimmte Anzahl Leads, sondern vor allem qualifizierte. 

Tipp: Optimiere deine Ad-Kampagnen nicht erst, wenn Probleme auftauchen. Selbst bei guten Zahlen lohnt es sich, eine weitere Kampagne aufzusetzen und zu prüfen, ob du nicht noch bessere Ergebnisse erreichen kannst. 

Fazit: Google Ads Smart Bidding funktioniert mit der richtigen Strategie

Google Ads Smart Bidding aktivieren und von jetzt an beständig Gewinn einfahren – so leicht ist es leider nicht. Obwohl der Algorithmus dir beim Schalten und Optimieren deiner Anzeigen wirklich viel Arbeit abnimmt, siehst du gute Ergebnisse nur mit einer durchdachten Strategie. Daher musst du immer zuerst definieren, welche Ziele (Leads, Verkäufe, hohe Gewinne etc.) du verfolgst, und baust erst darauf deine Ad-Strategie auf. 


Da der Algorithmus in den meisten Fällen Daten braucht, um Googles Smart Bidding gewinnbringend zu nutzen, müssen die 
Ad-Strategien schrittweise erarbeitet werden. Nicht zuletzt gehört auch die kontinuierliche Optimierung zu einer guten Strategie. Wenn du diese Punkte jedoch beachtest, sind mit Google Ads Smart Bidding herausragende Ergebnisse möglich. 

Korhan Pehlivanli
Autor*In
Korhan Pehlivanli

Korhan Pehlivanli ist Junior Performance Marketing Manager bei AdStrive, einer Performance-Marketing-Agentur in Berlin. Er unterstützt Kunden als Berater in den Bereichen SEA und SMA.

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Lara Marie Massmann
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Lara Marie Massmann

Lara Marie Massmann ist Head of New Business und Senior Consultant für Digital Marketing bei AdStrive, einer Performance-Marketing-Agentur aus Berlin. Sie ist seit 2013 im Ads-Bereich tätig und ihre Expertise umfasst die Bereiche Suchmaschinenmarketing (SEA & SEO), Social Media Advertising (SMA) und Google-Shopping-Optimierung. Als Referentin war sie bereits auf der OMX, der Webinale oder der PPC Masters aktiv.

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