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Brand Awareness steigern – so gelingt’s Euch 

Pia Heßler 19.1.2023

Erfahrt wieso Brand Awareness für Euer Unternehmen so wichtig ist und wie Ihr es richtig umsetzt

Was war das letzte Produkt, das Ihr gekauft habt und wieso habt Ihr Euch für genau dieses entschieden? War das Verpackungsdesign ein Eye-Catcher? Vertraut Ihr aufgrund Eurer bisherigen positiven Erfahrung darauf, dass auch in diesem Produkt Qualität steckt? Könnt Ihr diese Fragen mit Ja beantworten? Dann hat die von Euch gewählte Marke es geschafft: Ihre Brand Awareness stimmt. Wie auch Ihr positiv in den Köpfen Eurer (potenziellen) Kund*innen hängen bleibt, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

Was ist Brand Awareness? 

Die Brand Awareness drückt die Markenbekanntheit eines Unternehmens in Prozent aus. Da sie ein wichtiges Kaufkriterium ist, spielt sie im Marketing eine zentrale Rolle: Die meisten Menschen setzen lieber auf Altbewährtes, als Neues auszuprobieren – so auch beim Kauf von sämtlichen Produkten und Dienstleistungen.

Warum ist es wichtig, seine Brand Awareness zu steigern? 

Immer mehr Menschen starten ein Online-Coaching-Business oder verkaufen Massenware über Amazon oder kurz gesagt: Der Wettbewerb ist einfach gigantisch und wächst stetig weiter. Zudem werden viele Kaufentscheidungen impulsiv getroffen – egal in welcher Branche Ihr unterwegs seid.

Es ist schwierig, in diesen Zeiten aus einer Vielzahl von Anbieter*innen herauszustechen. Klare Sieger*innen sind Unternehmen mit einer hohen Brand-Awareness, denn sie haben bereits das Vertrauen ihrer Konsument*innen gewonnen. Das verleitet sowohl Käufer*innen, die für sich selbst shoppen gehen, als auch jene, die nach Geschenken Ausschau halten, zum Kauf.

Die „Qualitätssiegel“ vermitteln ihnen das Gefühl, nach der besten Wahl gegriffen zu haben. Das gilt ebenfalls für sogenannte „Low-Involvements“, bei denen Käufer*innen einem Produkt kritisch gegenüberstehen oder diesem kaum Beachtung schenken. Konkurrenzprodukte sind keine Konkurrenz mehr, denn sie spielen in einer anderen Liga. Laut einer GfK-Studie zu No-Name-Produkten wechseln Konsument*innen sogar teilweise lieber Händler*innen, als zu einem Konkurrenzprodukt zu greifen.

Eine hohe Brand-Awareness hat viele positive Effekte:

  • Sie steigert den Markenwert und den Aktienkurs.
  • Sie erlaubt Unternehmen hochpreisig zu kalkulieren.
  • Sie erhöht die Kundenloyalität und den sozialen Einfluss.
  • Wie könnt Ihr Eure Markenbekanntheit steigern?

6 Maßnahmen für eine hohe Brand Awareness

Brand Awareness Massnahmen im Funnel dargestellt

Brand-Awareness-Maßnahmen im Funnel dargestellt (Quelle: Getabovethefold)

⁠Um Eure Brand Awareness zu steigern, müssen Konsument*innen Eure Marke kennen und ihr vor allem Vertrauen schenken. Das passiert nicht von heute auf morgen, deswegen braucht Ihr ein effizientes Brand Management und eine nachhaltige Marketingstrategie. OMR Reviews erklärt Euch dabei, wie Ihr erfolgreich eine digitale Marketingstrategie umsetzt.

1. Nutzt die Macht des Corporate-Brandings

Eine starke Unternehmensmarke vermittelt Außenstehenden sichtbar (z. B. durch Euer Logo oder Euren Jingle) und spürbar (z. B. durch Eure Werte), wofür Euer Unternehmen steht.

Wie positiv sich Corporate Branding auswirken kann, seht Ihr an Tempo, Pampers & Co. Ihre Produktnamen haben allgemeine Begriffe (sogenannte Gattungsnamen) wie Taschentücher und Windeln nahezu vollständig aus unserem Wortschatz radiert. Im Contenthub findet Ihr ebenfalls Tipps, wie Ihr Euer Corportate Branding richtig umsetzt.

2. Erzählt Eure Geschichte

Beim Branding geht es darum, Eurem Unternehmen eine Persönlichkeit – eine eigene Identität – zu geben. Man könnte sagen: Ziel ist es, Eurem Unternehmen ein Gesicht zu verleihen. Erzählt, wieso Ihr an dem Punkt steht, an dem Ihr seid und berichtet von den Steinbrocken, die Euch auf dem Weg dorthin stärker gemacht haben.

Durch menschliche Charakterzüge wie Ängste, Fehler und Schwächen verringert sich die Kluft zwischen Verkäufer*in und Käufer*in. Ihr begebt Euch mit Euren Kund*innen auf Augenhöhe.

3. Seid Eurer Zielgruppe in den sozialen Medien nah (Social Selling)

Laut dem Digital 2022 Report verbringen Nutzer*innen am Tag knapp 1,5 Stunden in den sozialen Medien. Das bietet Euch jede Menge Zeit, mit Euren (potenziellen) Kund*innen in Kontakt zu treten. Zu den größten Vorteilen von Social Media gehören die private Kommunikationsebene und der schnelle Bindungsaufbau. Hier müsst und sollt Ihr keine Verkaufsgespräche führen. Ihr müsst einfach nur Mensch sein.

4. Entwickelt eine Content-Strategie

Euch steht eine riesige Palette an Marketingmaßnahmen zur Verfügung, die Euren Kund*innen ein wahres Erlebnis in der digitalen Welt bieten kann. Es lohnt sich daher Persona zu erstellen und je nach Zielgruppe und Unternehmenswerten mit diesen Marketingmaßnahmen eine kanalübergreifende Customer Journey zu gestalten:

5. Unterstützt Organisationen und Institutionen, die Euch am Herzen liegen

Gibt es eine schönere Geste, als genau die Organisationen zu unterstützen, die sich für Eure Herzensthemen einsetzen? Im Business ist es wie im Privaten auch – das, was Ihr sagt, ist wichtig. Doch das, was Ihr tut, ist noch viel wichtiger! Also lasst Taten für Euch sprechen.

6. Schaltet Erinnerungswerbung

Habt Ihr Euch schon mal gefragt, wieso Werbung von Nutella immer noch im TV läuft? Obwohl inzwischen jede*r den weltweit beliebtesten Brotaufstrich kennt, investiert das Unternehmen in teure Werbespots. Das hat einen guten Grund: Erinnerungswerbung sorgt dafür, dass die Marke im Kopf bleibt, wodurch im Supermarkt weiterhin zum Nutella-Glas gegriffen wird.

Ihr wollt keine Brand für ein Unternehmen ins Leben rufen, sondern ein Personal Branding aufbauen? Besonders wichtig ist eine Personal-Branding-Strategie für Euren LinkedIn-Auftritt. OMR Reviews zeigt Euch, worauf Ihr achten solltet!

Die Brand-Awareness-Success-Story von Ikea

Schauen wir uns nun genauer an, wie der Möbelgigant Ikea für seine großartige Markenbekanntheit gesorgt hat und diese kontinuierlich ausbaut.

„Wohnst du noch oder lebst du schon?“ – in puncto Corporate Branding ist Ikea ganz vorn mit dabei. Das Möbelhaus hat es geschafft, trotz Niedrigpreissegment auf Discounterniveau – etwa durch seine Unternehmenssprache – einen unglaublich hochwertigen Eindruck zu erwecken. Ihr Erfolgsgeheimnis liegt im Corporate Design, im Corporate Behavior, in der Corporate Communication und, last but not least, dem Corporate Wording.

In einem Imagevideo erfahrt Ihr von Ingvar Kamprads erstem Schuppen, der als Lager fungierte. Es wird gezeigt, mit welcher Herausforderung Ikea zu kämpfen hatte, wie der Gründer sie meisterte, und wie es dazu kam, dass sich die Kund*innen selbst ihre Ware aus den Regalen holten (was sie bis heute tun).

Ikea druckte pro Jahr über 200 Millionen Exemplare ihres Möbelkatalogs – jetzt wird der Kultkatalog digital. Das ist nur ein Beispiel von vielen, das uns zeigt, Ikea hat eine Persona vor Augen und weiß ganz genau, wie sie lebt.

Brand Awareness Beispiel Ikea Katalog

Brand Awareness Beispiel Ikea Katalog (Quelle: ad-magazin)

Wie zeitgemäß Ikea ist, zeigt das schwedische Unternehmen auch mit der „Square Meter Challenge“. Die Challenge besteht aus verschiedenen YouTube-Videos und Blogbeiträgen, die Einrichtungstipps und Inspirationen für das Leben in der Großstadt bereithalten.

Das komplette Content-Marketing von Ikea ist grandios aufgebaut. Mit Ikea Live könnt Ihr etwa Einrichtungsideen von Menschen auf der ganzen Welt bestaunen und Ikea Family bezieht ihre Community aktiv mit ein: Wer mit der Ikea Family-Karte zahlt, kann monatlich eine Reise nach Schweden gewinnen. In den sozialen Netzwerken hält Ikea seine Follower*innen mit diversen Aktionen wie „Holt das hier raus“ auf Trapp. Wenn man das Content-Marketing von Ikea in einem Satz zusammenfassen müsste, könnte man sagen: „Es ist witzig, originell und spricht aus dem Herzen seiner Follower*innen“. 

Auch in Sachen PR ist Ikea aktiv: Die Ikea Stiftung fördert vor allem Initiativen zur Verbesserung von Wohn- und Lebenssituationen für Kinder und Jugendliche.

Wie könnt Ihr Eure Brand Awareness messen? 

Brand Awareness steigern - die einzelnen Stufen Unaware of Brand, Brand Recognition, Brand Recall & Top of Mind

Brand Awareness steigern - die einzelnen Stufen (Quelle: allairt)

Die wohl bekannteste Art, die Markenidentität Eures Unternehmens zu ermitteln, ist Marktforschung durch externe Anbieter*innen. Wem das zu teuer ist, der kann stattdessen auch selbst aktiv werden. Am effektivsten ist es in der Regel, Zahlen Eurer SEO-Tools zu beobachten und in regelmäßigen Abständen zusätzliche Befragungen durchzuführen.

Telefonische Umfragen

Fast alle starken Brands beauftragen Marktforschungsunternehmen regelmäßig mit der Messung ihrer Brand Awareness. Bei telefonischen Befragungen müssen Verbraucher*innen und Unternehmer*innen ein paar Fragen beantworten oder Aufgaben lösen. Befragte müssen beispielsweise Marken, Slogans oder Logos zuordnen. Meist wird die zu ermittelnde Brand Awareness in drei Stufen eingeteilt: 

  • Top-of-Mind: Eure Marke wird von Befragten direkt genannt
  • Unaided-Recall: Nach einer Weile fällt Befragten Eure Marke ein
  • Aided-Recall-Recognition: Eure Marke muss genannt werden, damit sich Befragte daran erinnern

Webseiten-Traffic

SEO-Tools verraten Euch, wie viele Besucher*innen über die direkte Eingabe Eurer Unternehmens-URL auf Eurer Webseite gelandet sind und wer Euer Unternehmen in der digitalen Welt erwähnt bzw. verlinkt hat. Wenn Ihr spezielle Kampagnen durchgeführt habt, könnt Ihr nachvollziehen, wer über welche Anzeige zu Eurer Homepage gekommen ist. Zudem ist auch ein hoher Traffic auf Eurer Webseite (ohne URL-Eingabe oder eine andere direkte Zuordnung) ein Indiz für eine hohe Brand Awareness.

Content-Engagement

Egal, ob Ihr einen Blog betreibt oder auf LinkedIn, Facebook oder TikTok präsent seid, Social-Media-KPIs zur Analyse wie Eure Followerzahl, Kommentare und Likes verraten Euch mehr über die Wahrnehmung Eures Unternehmens.

Mit welchen Tools könnt Ihr Eure Brand-Awareness messen und steigern? 

Es gibt viele Tools, die Euch dabei helfen, Eure Markenbekanntheit zu messen und zu steigern. Mit SEO-Tools könnt Ihr zunächst Daten wie

  • die (Direkt-)Aufrufe Eurer Website,
  • die Suchanfragen für Eure Marke,
  • Eure Click-Through-Rate (CTR),
  • Eure Social-Media-Interaktionen und
  • etwaige Marken-Schlüsselwörter

identifizieren. Diese Informationen geben Euch zwar keine hundertprozentige Auskunft über Eure Brand Awareness, aber sie sagen Euch zumindest, ob es in die richtige Richtung geht. 

Das sind aktuell die beliebtesten SEO-Tools auf OMR Reviews:

Im Anschluss könnt Ihr mit Brand-Management-Softwares im Rahmen Eures Brand-Marketings beispielsweise Marken- und Produktinformationen erstellen und aktualisieren sowie Daten und digitale Ressourcen speichern, um gemeinsam mit Eurem Team an Projekten zu arbeiten.

Das sind aktuell die beliebtesten Brand-Management-Softwares auf OMR Reviews:

Bei OMR Reviews findet Ihr Details wie den Funktionsumfang, die Preise sowie sämtliche Vor- und Nachteile der Softwares. Die verifizierten Nutzerbewertungen helfen Euch dabei, das optimale Tool für Euer Unternehmen zu finden.

Pia Heßler
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Pia Heßler

Pia war mehr als 10 Jahre im Vertrieb und Marketing verschiedenster Unternehmen aktiv. Danach gründete sie Ihr eigenes Unternehmen und betreibt dieses zusammen mit Ihrer Geschäftspartnerin.

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