Social MediaInstant Messaging

WhatsApp-Kampagnen erstellen und richtig nutzen

In diesem Artikel erfahrt Ihr, wie Ihr WhatsApp-Kampagnen für Euch und Euer Unternehmen nutzen könnt und wie Ihr dabei am besten vorgeht

Unser Gastautor Thomas Möllers erklärt Euch in diesem Artikel, wie Ihr WhatsApp-Kampagnen für Euch und Euer Unternehmen nutzen könnt und dass dieses Modell nicht nur für kleinere, lokale Anbieter funktioniert, sondern auch im großen Stil anwendbar ist.

Immer mehr Unternehmen verwenden WhatsApp in der Kommunikation mit potenziellen Kund*innen, um Supportanfragen einfach und schnell zu lösen oder eine konkrete Beratung zu geben. 

Nachdem WhatsApp 2019 zwischenzeitlich den Versand von Newslettern verboten hat, ist dies seit 2021 wieder erlaubt. Zusätzlich veröffentlicht WhatsApp auch mehr und mehr Funktionen, mit denen Brands einfacher und aktiver mit den Kund:innen kommunizieren können. Inzwischen sind ganze WhatsApp-Kampagnen möglich, wodurch der Messenger zu einem wichtigen neuen Baustein im Marketingmix moderner Marken wird. Wie genau Ihr eine WhatsApp-Kampagne umsetzen könnt und was es dabei zu beachten gibt, erfahrt Ihr hier.

Warum kann eine WhatsApp-Kampagne für Euer Unternehmen vorteilhaft sein?

WhatsApp-Kampagnen dienen Unternehmen als Gegenmittel gegen steigende Akquisitionskosten, indem sie die Kommunikation verkürzen, die Kundenbindung stärken und somit letztlich den Lifetime-Value von Kund*innen erhöhen. Dies ist wichtiger denn je, denn die Kosten für Neukund*innen steigen stetig.

Täglich buhlen mehr Konkurrenten auf den verschiedenen Werbeplattformen um die begehrte Aufmerksamkeit der Nutzer*innen. Jedoch steigt aber auch die Werbeermüdung, da die Nutzer*innen sich (ähnlich wie im TV) an die verschiedenen Werbeeinblendungen auf den Online-Plattformen gewöhnt haben und eine „Blindheit“ entwickeln. Zwei Entwicklungen, die dazu führen, dass Brands immer mehr investieren müssen, um neue potenzielle Kund*innen auf die eigene Marke aufmerksam zu machen.

Ein Trend, der es Unternehmen schwer macht, dabei profitabel zu bleiben.

Um dies weiterhin zu gewährleisten, bedarf es eines guten Retention-Marketings. Es gilt also, Kund*innen eng an die Marke zu binden und von weiteren Käufen zu überzeugen. Das gängigste Werkzeug hierbei ist die E-Mail. Kostengünstig werden Kund*innen nach dem Kauf per Newsletter weiter über Aktionen informiert, sodass idealerweise ein zweiter oder dritter Kauf getätigt wird.

Doch auch wenn E-Mail Marketing für viele Marken immer noch gut funktioniert, sind die Streuverluste groß. Im Schnitt wird nur jeder vierte E-Mail-Newsletter geöffnet. 

Und hier kommen WhatsApp-Kampagnen zum Einsatz. Im Vergleich zur klassischen E-Mail bietet WhatsApp einige Vorteile:

  1. Deutlich höhere Interaktion Der WhatsApp-Marketinganbieter Charles spricht von Öffnungsraten von über 80 % bei einer Klickrate von über 16 %. Die Werte lassen sich dabei mit der häufigen Nutzung und Relevanz von WhatsApp im privaten Bereich erklären.

  2. Emotionalere Umgebung In WhatsApp schreiben Eure Kund*innen mit Freunden, Arbeitskolleg*innen und der Familie. Das perfekte Umfeld, um eine emotionale Bindung mit Euren Kund*innen aufzubauen. Der E-Mail Posteingang wird nach wie vor primär für die geschäftliche Kommunikation verwendet.

  3. Schnellere, zweiseitige Kommunikation ⁠Während es sich bei E-Mail-Newslettern in der Regel um eine einseitige Kommunikation handelt, können Eure Kund*innen auf Newsletter über WhatsApp immer direkt im Chat reagieren und antworten. Entweder indem sie selbst eine Nachricht verfassen oder mit sogenannten Quick-Reply-Buttons vordefinierte Flows auslösen.

Mit den richtigen Kampagnen könnt Ihr somit den Lifetime-Value Eurer Kund*innen um das 2,5-Fache steigern. Ein enormes Potenzial also, das sich Unternehmen aktuell eröffnet.

Was gilt es bei WhatsApp-Kampagnen zu berücksichtigen?

Bei der Vorbereitung bzw. Durchführung von WhatsApp-Kampagnen gibt es einmal organisatorisch/ technisch sowie inhaltliche Punkte, die Ihr berücksichtigen solltet:

  1. Passendes Tool finden. ⁠Um wirklich professionell und skalierbar WhatsApp-Marketing zu betreiben, benötigt Ihr die WhatsApp-Business-API, auf die Ihr Zugriff durch Technologiepartner von WhatsApp erhaltet. In der Regel handelt es sich dabei um Anbieter von entsprechender WhatsApp-Marketing-Softwares.

  2. Datenschutz beachten. ⁠Beim Ansprechen der Kund*innen über WhatsApp herrschen strenge datenschutzrechtliche Vorschriften. Eure Kund*innen müssen vorher das klare Einverständnis gegeben haben, wirklich über diesen Kanal informiert werden zu wollen. Eine bereits vorab angetickte Checkbox genügt in diesem Fall nicht. Besprecht Euch hierzu unbedingt mit Eurem Datenschutzbeauftragten. Die gängigen Tools bieten aber datenschutzkonforme Lösungen an, mit denen dieser Punkt keine große Herausforderung darstellt.

  3. Ansprache. ⁠WhatsApp ist ein intimer Kanal, in dem Eure Kund*innen normalerweise nur mit Freunden und der Familie kommunizieren. Entsprechend ist es extrem wichtig den richtigen Ton zu treffen und Euch authentisch in dieses Umfeld einzugliedern. Formelle, lange Nachrichten, die streng nach Corporate Vorschriften verfasst wurden, passen nicht – deabonnierungen sind die Folge. Haltet die Nachricht kurz und locker, schaut Euch an, wie Eure Kundschaft normalerweise schreibt und versucht den Stil mit Eurer Marke in Einklang zu bringen.

  4. Kein automatischer Download. ⁠Sofern Eure Kund*innen Eure Nummer nicht eingespeichert haben, werden Bilder oder Videos nicht automatisch heruntergeladen (je nach den Einstellungen Eurer Kund*innen kann das auch bei eingespeicherten Nummern der Fall sein). Zum einen solltet Ihr also Eure Kund*innen ermutigen, Eure Nummer auch wirklich einzuspeichern, zum anderen müsst Ihr Euch bei der Konzeption eines Newsletters bewusst sein, dass Bilder oder Videos erst gar nicht gesehen werden könnten. WhatsApp ist ein Chat mit Fokus auf Text. Legt Euren Fokus also auf die Nachricht statt des Bildes.

  5. Newsletter können einfach abbestellt werden. ⁠Eure Kund*innen können Euren Newsletter einfach abbestellen, indem sie das Keyword „Stopp“ als WhatsApp-Nachricht an Euch senden. Also eine sehr geringe Hürde. Entsprechend solltet Ihr bei jeder Nachricht überlegen, ob diese wirklich einen Mehrwert für all Eure Adressaten beinhaltet oder diese davon eher genervt sein könnten. Im Zweifel empfiehlt es sich, die Zielgruppen zu segmentieren, um passgenaue Nachrichten zu versenden. 

  6. Seit beim Versand vorbereitet. ⁠Nachrichten werden in WhatsApp innerhalb weniger Minuten gelesen. Seit also im Moment des Versands eines Newsletters auf den zusätzlichen Traffic vorbereitet und stellt sicher, dass alles funktioniert. Ist beispielsweise eine Aktion noch nicht live, sorgt das auf Kundenseite für Verwirrung und schließlich zu Frust. Seit zudem auch darauf vorbereitet, dass Kund*innen Euch im Chat antworten werden, wenn beispielsweise Fragen zu der Aktion bestehen.

Benötigt Ihr neben WhatsApp noch andere Tools/ Anbieter, um eine Kampagne erstellen zu können?

Es besteht die Möglichkeit, mit der frei verfügbaren WhatsApp-Business-App, Eure Marke auf WhatsApp zu platzieren. Allerdings ist diese Lösung eher für kleinere, lokale Unternehmen vorgesehen, die schnell im Chat Anfragen beantworten möchten. Für größere Kund*innen bietet WhatsApp die WhatsApp-Business-API an. Diese bietet zum einen die Möglichkeit, dass unendlich viele Mitarbeiter*innen unter einer WhatsApp Nummer mit Euren Kund*innen kommunizieren können. Zum anderen lassen sich dadurch eben auch Newsletter an alle Eure Abonnent*innen versenden. Eine Einbindung in Eure bestehenden Systeme ist ebenfalls möglich.

Dazu gilt es auch die Kostenstruktur zu beachten. In der Regel setzen sich die Kosten der einzelnen Anbieter aus einer fixen monatlichen Gebühr sowie einem variablen Betrag je nach Menge der versendeten Nachrichten zusammen. Idealerweise kalkuliert Ihr also, bevor Ihr Euch für ein Tool entscheidet, wie viele Nachrichten Ihr pro Monat circa versenden werdet.

(Hinweis: Auch WhatsApp berechnet Gebühren pro gestarteter Konversation. Hierzu haben wir einen Kostenrechner entwickelt, mit dem Ihr einfach die Kostenbelastung ausrechnen könnt.)

Ein weiterer Punkt ist die DSGVO-Konformität, die dabei nicht aus den Augen geraten darf. Gerade ausländische Tools warten teilweise mit preiswerten Lösungen auf, die allerdings nicht den europäischen Datenschutzrichtlinien entsprechen. In Tools von deutschen Anbietern ist dieser Punkt normalerweise vom Start weg berücksichtigt und entsprechend kein Problem.

Wie könnt Ihr eine WhatsApp-Kampagne erstellen? (Schritt-für-Schritt-Anleitung)

Um eine erfolgreiche WhatsApp-Newsletter-Kampagne zu entwickeln und umzusetzen, solltet Ihr die folgenden Punkte beachten. 

1. Analyse Eurer Marke und der Zielgruppe

⁠Hierbei gilt es herauszufinden, was zum einen Eure Kund*innen als Mehrwert wahrnehmen und zum anderen die genaue Sprache der Zielgruppe zu identifizieren. Klingt erst mal relativ trivial, ist aber ein entscheidender Baustein für den Erfolg Eurer Kampagne und bildet das Fundament für alle weiteren Schritte.  ⁠ ⁠An diesem Punkt solltet Ihr also nicht voreilig agieren, sondern Euch die Zeit nehmen, Eure Zielgruppe genau kennenzulernen.

  • Legt Eure Zielgruppe viel Wert auf ein Gemeinschaftsgefühl oder ist ihr eher eine gewisse Exklusivität wichtig? 
  • Ist sie interessiert an Neuem oder lebt sie eher in festen Routinen?
  • Spricht sie sehr herzlich oder eher förmlich, distanziert? Werden Emojis verwendet?
  • Ist die Sprache jugendlich mit vielen Anglizismen oder eher altmodisch?

Geht Rezensionen durch, schaut Euch Social-Media-Profile Eurer Zielgruppe an, seht Euch in Foren um, in denen Eure Zielgruppe unterwegs ist. Schreibt Euch immer wieder auftauchende Sprachmuster, Formulierungen sowie Fragen, Bedürfnisse und Wünsche auf. So lernt Ihr Eure Zielgruppe genau kennen und wisst anschließend, welche Angebote und Inhalte Eure WhatsApp-Kampagne beinhalten sollte, damit sie von Eurer Zielgruppe gut angenommen wird.

2. Ziele festlegen

⁠Um später den wirklichen Erfolg Eurer WhatsApp-Kampagne auszuwerten, solltet Ihr vorher klare Ziele formulieren.

  • Wollt Ihr mit dem Newsletter direkte Verkäufe generieren?
  • Geht es um die Vorstellung eines neuen Produkts?
  • Möchtet Ihr in Form einer Umfrage Insights zu Eurer Zielgruppe sammeln? 
  • Oder habt Ihr ein ganz anderes Ziel? 

Achtet auch darauf, dass es sich dabei um ein wirklich messbares Ergebnis handelt, welches entsprechend der SMART-Regel (Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch, Terminiert) formuliert wurde. So könnt Ihr nachher genau herausfinden, ob Ihr mit der Kampagne Euer Ziel erreicht habt. Innerhalb jeder Kampagne solltet Ihr zudem A/B-Tests konzipieren und vornehmen, um Eure Zielgruppe stetig besser zu verstehen. 

3. Sonderangebot entwickeln

Nachdem Ihr nun genauer wisst, wie Eure Zielgruppe tickt und welche messbaren Ziele Ihr, mit der WhatsApp-Kampagne erreichen wollt, gilt es nun einen Anlass zu kreieren, der es rechtfertigt, die Kund*innen anzuschreiben. Schreibt Ihr Euren Kund*innen aus dem Nichts eine Nachricht und bewerbt ohne Zusammenhang einfach Euer Produkt, werden diese verwirrt und genervt sein.

Im privaten Bereich läuft die Kommunikation mit Freunden oder der Familie so ja auch nicht. Überlegt Euch also einen guten Grund, warum es aus Sicht der Kund*innen absolut gerechtfertigt ist, ihnen in dem Moment eine Nachricht zu schicken. Typische Anlässe sind:

  • Besondere Aktionen (Rabatte, Gratis-Zugabe, 2 für 1, Black Friday etc.)
  • Veröffentlichung eines neuen Produktes
  • Exklusive Aktionen für Abonnent*innen (Pre-Sales, exklusive Rabattcodes etc.)
  • Kundenbefragungen
  • Gewinnspiele
  • Live-Events

Überlegt Euch also, welche Aktion Ihr umsetzen möchtet, die zum einen zu Eurer Marke passen, den Wünschen Eurer Zielgruppe entsprechen und eine realistische Chance auf die Erreichung Eurer Ziele sicherstellen. Ist es Euren Kund*innen beispielsweise wichtig, Trendsetter zu sein, passt ein exklusiver Pre-Sale, bei dem Eure WhatsApp-Abonnent*innen schon vor allen anderen die Möglichkeit haben, ein neues Produkt zu bestellen. Hier gilt es regelmäßig neue Tests zu machen, um herauszufinden, welche Aktionen für Eure Kund*innen wirklich relevant sind. Lasst Erkenntnisse aus Eurem restlichen Marketing einfließen, um die Menge an Möglichkeiten einzugrenzen.

Wenn Ihr bereits eine gute Bindung zu Euren Kund*innen aufgebaut habt, könnt Ihr vereinzelt auch ohne klaren Anlass Eure Kund*innen anschreiben. Beispielsweise könnt Ihr Euren Abonnent*innen mal einen Einblick hinter Eure Kulissen geben oder per Textnachricht einen Schwenk aus Eurer Gründerstory erzählen. Achte in diesen Fällen aber immer darauf, dass Ihr Eure Kund*innen nicht nervt und diese Nachrichten immer noch einen Mehrwert aus Kundensicht bringen. Lasst Eurer Kreativität aber freien Lauf. Es gibt tausende mögliche Anlässe, um in Form einer WhatsApp-Kampagne Euren Kund*innen zu schreiben. Dabei gibt es kein richtig und kein falsch, probiert verschiedene Ideen aus und schaut, wie Eure Abonnent*innen darauf reagieren

4. Listbuilding

WhatsApp-Nachrichten könnt Ihr nur an Kund*innen verschicken, die Ihr klares Einverständnis dazu gegeben haben. Daher ist es vorweg wichtig, eine Kontaktliste aufzubauen, die Ihr später mit Eurer Kampagne anschreiben dürft – ähnlich wie beim E-Mail-Newsletter. Um Opt-ins zu sammeln, solltet Ihr an erster Stelle überlegen, wieso sich Menschen genau in diesem Moment für Euren WhatsApp-Newsletter anmelden sollten. Welchen Mehrwert ergibt sich daraus für Sie? Folgende Anreize haben sich dabei bewährt:

  • Rabattcodes
  • Exklusive Inhalte bzw. Zugänge
  • Teilnahmen an Gewinnspielen
  • Gratis Versand
  • Gratis Inhalte bzw. Zugaben

Im nächsten Schritt solltet Ihr überlegen, an welchen Stellen Ihr Anmeldungen einsammeln möchtet. Auch hier gibt es bewährte Methoden:

  • Pop-up Banner auf der Website
  • Hinweis im Footer
  • Hinweis in der Top-Bar
  • Hinweis im Check-out

Dabei handelt es sich um passive Methoden, die fortlaufend für Euch Anmeldungen generieren. Ihr könnt aber auch aktiv auf Euren Newsletter aufmerksam machen. Beispielsweise durch einen Hinweis in Eurem normalen E-Mail-Newsletter, Social-Media-Postings oder aktive Werbeschaltungen. 

Testet verschiedene Varianten aus, bis Ihr eine gute Methode gefunden habt, um verlässlich Eure Liste zu füllen.

Ein großer Vorteil von WhatsApp-Marketing im Gegensatz zur E-Mail liegt im einfachen Opt-in der Nutzer*innen. Hinterlegt an den entsprechenden Stellen einfach einen sogenannten wa.me-Link. Dieser lässt sich entweder in Eurem Tool oder durch Online-Generatoren erstellen. 

Per Klick auf diesen Link öffnet sich WhatsApp und die Nutzer*innen landen direkt im Chat mit Euch. An dem Link könnt Ihr noch eine vordefinierte Nachricht ergänzen, beispielsweise „Hey, ich möchte mich zum Newsletter anmelden“.

Diese kann durch die Nutzer*innen direkt abgeschickt werden, wodurch ein vorher von Euch eingestellter Flow startet. Dieser Flow sollte noch einmal im Chat nachfragen, ob die jeweiligen Nutzer*innen sich sicher sind, dass sie die Nachrichten von Euch über WhatsApp erhalten möchten. Durch Quick-Reply-Buttons in WhatsApp könnt Ihr die Rückmeldung darauf sehr einfach machen. Bestätigen Eure Nutzer*innen diesen Punkt, ist das DSGVO-konforme Opt-in eingesammelt.

So melden sich Eure Nutzer*innen effektiv mit drei Klicks für Euren Newsletter an.

5. Newsletter texten

Jetzt liegen alle Teile bereit, aus denen Ihr nun den Newsletter texten könnt. Versucht dabei die groben Rahmenlinien von guten WhatsApp-Newslettern zu beachten:

  • Fasst Euch möglichst kurz

  • schreibt persönlich (schreibt beispielsweise als Mitarbeiter*in der Firma, nicht als Firma)

  • Nutzt Emojis, um die Nachricht aufzulockern und zu emotionalisieren

  • Formatiert Eure Nachricht, damit sie leicht zu lesen ist

  • Verwendet die Sprache Eurer Zielgruppe

Bringt in wenigen Worten Eure Botschaft auf den Punkt. Je länger Eure Nachricht ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie letztlich gelesen wird. Beweist also Mut zur Lücke.

Wichtig ist, dass die WhatsApp-Kampagne sich aus Kundensicht nicht wie Werbung anfühlt, sondern wie ein netter Hinweis von einem*einer Freund*in. Gerade dieses authentische Schreiben ist dabei oftmals schwerer, als Ihr zuerst denkt. Nehmt Euch dabei auch immer wieder Eure Analysen zur Hand und kontrolliert, ob der Text wirklich exakt zu Eurer Zielgruppe passt. Einzelne Wörter machen den Unterschied. 

6. Newsletter versenden

Entweder plant Ihr den Versand zu einem fixen Datum oder verschickt den Newsletter selber per Klick auf den entsprechenden Button in Eurem Tool. So oder so ist es sehr wichtig vorher den Newsletter noch mal genauestens zu prüfen. Das klingt nach einem trivialen Punkt, dennoch sehe ich immer wieder Newsletter, die ein oder mehrere Fehler aufweisen. Nehmt daher folgende Punkte noch mal genau unter die Lupe und prüft idealerweise mit mindestens vier Augen.

  • Rechtschreibung: Rechtschreibfehler in einem Newsletter sind peinlich und wirken sich negativ auf das Image Eurer Marke aus. Prüft diesen Punkt gewissenhaft und lest den Text mehrmals durch.
  • Formatierung: WhatsApp fettet Wörter oder Passagen, die zwischen zwei Sternchen (*) stehen. Das bietet Euch die Möglichkeit einer übersichtlichen Formatierung, ist aber auch eine häufige Fehlerquelle.
  • Anhang: Wie bei den E-Mails, wird auch bei WhatsApp-Nachrichten schnell mal der Anhang vergessen, in diesem Fall meistens ein Bild. Geht noch mal auf Nummer sicher, dass das richtige Bild bzw. der jeweilige Anhang an der Nachricht hängt.
  • Link: Damit Eure Kund*innen nicht auf dem Weg von Nachricht zur Website verloren gehen, solltet Ihr den Link lieber einmal zu viel prüfen als zu wenig. Ein fehlerhafter Link ruiniert Eure ganze Kampagne. Denkt auch daran, die UTM-Parameter zu prüfen, sofern Ihr welche verwendest. 
  • Datum: Klingt verrückt, aber auch hier sehe ich immer wieder Fehler. Stellt sicher, dass das Versanddatum wirklich richtig hinterlegt ist und alle angepriesenen Aktionen bereits live sind. 
  • Seid bereit: Ein häufiger Anfängerfehler ist es, dass im Moment des Versands gar keine Kapazitäten im Support vorhanden sind, um auf eventuelle Rückfragen zu reagieren. Die Nachrichten werden in wenigen Minuten von Euren Abonnent*innen gelesen. Seit in dem Moment bereit, auf eventuelle Probleme einzugehen.

7. Ergebnisse auswerten

Euer Newsletter wurde versandt, Eure Kund*innen haben damit interagiert und nun gilt es zu prüfen, wie erfolgreich Eure WhatsApp-Kampagne war.

Viele Tools bieten integrierte Analyse-Dashboards an. Dennoch solltet Ihr so viele Analyse-Quellen wie möglich zurate ziehen, um ein möglichst konkretes Bild zu erhalten.

Kleiner Tipp: Da die Nachrichten so schnell nach Versand gelesen werden, könnt Ihr mit der Live-View von beispielsweise Google Analytics oder Shopify sehr gut nachvollziehen, wie sich Eure Nutzer*innen nach dem Erhalten der Nachricht verhalten. Weiter Social Media-Tools, die Euch dabei helfen können, findet Ihr bei OMR Reviews.

Erster Gradmesser, ob eine WhatsApp-Kampagne erfolgreich war oder nicht, sind natürlich die vorher definierten Ziele aus Punkt 2. Wenn Ihr diese Messbar formuliert habt, werdet Ihr ziemlich einfach sehen können, ob die Ziele erreicht wurden. 

Die Ziele wurden erreicht? Super, herzlichen Glückwunsch! Nehmt das zum Anlass, um Euch noch ambitionierte Ziele zu setzen und den Kanal weiter auszubauen.

Die Ziele wurden nicht erreicht? Seid nicht entmutigt. WhatsApp ist kein Kanal, auf dem Ihr mal eben die schnelle Mark macht. Versucht Euren Prozess zu analysieren und zu verstehen, warum Euer Ziel nicht erreicht wurde.

  • War das Ziel wirklich realistisch?
  • War die Liste groß genug?
  • War das Angebot aus Kundensicht attraktiv genug?
  • Hat die Nachricht genug Lust auf die Aktion gemacht?
  • War die Kampagne von A bis Z, mit der Zielgruppe im Blick, konzipiert?
  • Haben die dahinterliegenden Prozesse funktioniert?

Nehmt die Erkenntnisse genau auf und versucht diese in der nächsten Kampagne zu verbessern. Mit jeder neuen Nachricht werdet Ihr die Thematik besser meistern und somit immer erfolgreichere WhatsApp-Newsletter versenden.

KPIs wie die Öffnungsrate, die Klickrate, die Conversion-Rate und die Abmelderate geben Euch Aufschluss darüber, an welcher Stelle das Problem voraussichtlich liegt. Kontrolliert genau, welche KPI schwache Werte erreicht haben und überlegt, was der Grund dafür sein könnte.

4 Profi-Tipps für die erfolgreiche Umsetzung von WhatsApp-Kampagnen

  • Segmentierung. ⁠Je mehr Informationen Ihr über Eure Kund*innen gesammelt habt, desto granularer könnt Ihr Eure Abonnent*innen anschließend segmentieren. Wenn Ihr WhatsApp-Marketing professionalisieren wollt, ist das ein fundamentaler Baustein. Je genauer Ihr segmentiert, desto passgenaue Nachrichten könnt Ihr entwickeln. Eure Kund*innen fühlen sich verstanden und danken Euch das mit einer höheren Kundenbindung.
  • Nutzer*innen einbinden & interagieren lassen. ⁠WhatsApp ist kein einseitiger Kanal, sondern ein Chat. Macht Euch dies zunutze und ermutigt Eure Kund*innen zu Rückmeldungen. Je mehr Interaktion zwischen Euch und Euren Kund*innen stattfinden, desto tiefer ist zum einen die Bindung an Eure Marke, aber zum anderen erfahrt Ihr auch spannende Insights von Eurer Zielgruppe. Diese könnt Ihr Euch später wieder zunutze machen, um passgenaue Nachrichten und Aktionen zu entwickeln. Die Quick-Reply Buttons von WhatsApp machen die Interaktion mit Euch sehr einfach.
  • Formatierungen nutzen. ⁠WhatsApp hat zahlreiche Formatierungsoptionen (Absätze, Fettschrift, Emojis etc.). Nutzt diese Möglichkeiten, um einen Text zu entwerfen, der schon beim ersten Blick Lust aufs Lesen macht. Wichtig ist dabei, die richtige Mischung zu finden.
  • Mehr als nur regelmäßige Rabattcodes. ⁠WhatsApp kann für Eure Marken so viel mehr tun, als nur der Kanal zu sein, in dem Ihr jeden Monat einen Rabattcode versendet. Nehmt Eure Abonnent*innen als VIP-Kund*innen ernst und bindet sie in Eure Marke ein. Konzipiert ein kleines Spiel im Chat, fragt nach einem Namen für den Bürohund, führt kleine Umfragen durch und entwickelt kreative Kampagnen. 

Beispiele für erfolgreiche WhatsApp-Kampagnen

Concrete-Jungle

Die D2C-Schmuckmarke Concrete Jungle hatte einerseits mit steigenden Kosten in der Kundenakquise zu kämpfen, während andererseits die Zahlen im E-Mail Marketing stagnierten. WhatsApp-Marketing war in diesem Fall die Lösung.

Um zwischen den ganzen Newslettern hervorzustechen, wählte Concrete Jungle einen sehr persönlichen Ansatz. Die kurzen und persönlichen Nachrichten funktionierten dabei außerordentlich gut. Insgesamt erreichte Concrete Jungle einen ROAS von 300 %. Vor allem im Vergleich zum E-Mail-Marketing zeigte sich der Impact. Eine 50x höhere CTR und viermal mehr Website Conversions im Gegensatz zum E-Mail-Newsletter verdeutlichen, welches Potenzial WhatsApp bietet.

Bildschirmfoto 2022-09-23 um 14.43.20.png

Concrete Jungle

Snocks

Der Unterwäsche-Händler ist einer der großen Pioniere im Bereich WhatsApp-Marketing und peilt im Jahr 2022 eine Million Euro Umsatz allein über WhatsApp an.

Die analytische Herangehensweise mit vielen Tests bringt dabei immer wieder spannende Erkenntnisse ans Tageslicht. So hat Snocks unter anderem getestet, was besser funktioniert: WhatsApp-Newsletter mit Bild oder lieber ohne Bild? Normalerweise empfehlen Marketer*innen immer ein Bild bei einem Inhalt zu ergänzen, ein Bild sagt schließlich mehr als tausend Worte. Doch die letztendlichen Ergebnisse lieferten ganz andere Rückschlüsse: Der Newsletter ohne Bild erzeugt einen Anstieg der CTR um 124 %. Doch was ist der Grund dafür?

WhatsApp-Newsletter ohne Bild fügen sich viel besser in die normale Umgebung bei WhatsApp ein. Wie viele Nachrichten bekommt Ihr am Tag? Und wie viele davon sind mit einem Bild versehen? Der Großteil der Nachrichten sind einfache Texte. Um möglichst authentisch zu sein, solltet Ihr auch mutig sein und mal auf ein zusätzliches Bild verzichten. Nicht nur wirkt die Nachricht dadurch authentischer und sieht weniger nach Werbung aus. Ihr erzeugt auch mehr Neugier, da Eure Kund*innen erst auf den Link in Eurer Nachricht klicken müssen, um zu sehen, worum es genau geht.

Bildschirmfoto 2022-09-23 um 14.44.34.png

Snocks

Uber

Dieses Jahr hat Meta die erste eigene Messaging-Konferenz gehalten(„Conversations 2022“), was noch mal unterstreicht, welchen Fokus dieser Kanal zukünftig bei Meta genießen wird. Vorgestellt wurden dabei massig kreative Möglichkeiten, wie WhatsApp Brands unterstützen kann. Beispielsweise wurde berichtet, wie Uber in Indien ein Pilotprojekt startete, das extrem erfolgreich lief. Konkret hat es Uber den Kund*innen in Indien erlaubt, Fahrten auch per WhatsApp zu buchen statt über die eigene App. Das Experiment zahlte sich aus: Ein Drittel der Anrufe kamen von Neukund*innen, sonst liegt dieser Wert bei zwei bis drei Prozent. Hinzu kam, dass über WhatsApp ein viel jüngeres Publikum erreicht wurde. Nun plant Uber, dieses Konzept in weiteren Regionen auszurollen.

Dieser Fall zeigt sehr gut, welche Vorteile es bringt, WhatsApp tief in seine Prozesse zu integrieren und seinen Kund*innen so ein einfaches und intuitives Nutzererlebnis zu bieten.

Bildschirmfoto 2022-09-23 um 14.45.34.png

Uber

Welche Tools kommen bei der Planung und Umsetzung von WhatsApp-Kampagnen zum Einsatz?

Um WhatsApp-Kampagnen umsetzen zu können, benötigt Ihr einen passenden Anbieter für WhatsApp-Marketing. Gerade für E-Commerce Unternehmen bietet sich dabei die Lösung von dem Berliner Start-up charles an. Das junge Unternehmen bietet eine universelle Lösung, mit dem Ihr als E-Commerce-Betreiber Opt-ins sammeln, Flows erstellen und Newsletter verschicken könnt. All das in einer einfachen Software, welche die Bedienung schnell und effizient macht.

Vor allem die Integration an das bestehende Shop-System macht charles dabei für E-Commerce Unternehmen interessant. So können direkt in der Software Warenkörbe erstellt werden, die die Kund*innen später als Link im Chat erhalten und somit nur noch an der Kasse bestellen müssen. Alles natürlich zu 100 % DSGVO-konform.

Fazit

Wohl kaum ein*e Expert*in zweifelt daran, dass WhatsApp einer der wichtigsten Marketing-Kanäle in den nächsten Jahren wird. Zu groß sind die Marktmacht und das Potenzial. Zudem hat Meta bewiesen, dass sie wissen, wie lukrative Werbemöglichkeiten für Unternehmen geschaffen werden können. Je früher Ihr anfangt, Euch damit zu beschäftigen und die ersten WhatsApp-Kampagnen zu verschicken, desto größer ist Euer Vorsprung, wenn mehr und mehr Brands auf den Trend aufspringen. Entsprechend empfiehlt es sich, frühzeitig eine WhatsApp-Strategie zu überlegen und den Kanal in den Marketingmix aufzunehmen. 

Die Opt-In-Raten sind deutlich höher, als es beim klassischen E-Mail-Newsletter der Fall ist. First-Mover profitieren also von der Neugier der Nutzer*innen und dem noch wenig umkämpften Markt.

Thomas Möllers
Autor*In
Thomas Möllers
Autor*In
Thomas Möllers

Thomas Möllers ist seit vielen Jahren im Performance-Marketing für E-Commerce Unternehmen tätig. Nachdem er mit seinen Kollegen die Potenziale von WhatsApp erkannt hat, erfolgte mit chatmarks der Start für die erste E-Commerce-WhatsApp-Marketing-Agentur in Deutschland. Heute hilft chatmarks E-Commerce-Brands erfolgreich auf und mit dem Messenger zu werben.

Alle Artikel von Thomas Möllers

Im Artikel erwähnte Softwares

Im Artikel erwähnte Software-Kategorien