PLM vs. PIM: Das richtige Tool für dein Produktdatenmanagement

PLM oder PIM? Lerne die Unterschiede zwischen PLM und PIM kennen und wie sie sich ergänzen

Inhalt
  1. Was ist Product Lifecycle Management (PLM)?
  2. Was ist Produktinformationsmanagement (PIM)?
  3. Worin unterscheiden sich PLM und PIM?
  4. PIM vs. PLM
  5. Welche Tools eignen sich für ein PLM?
  6. Welche Tools eignen sich für ein PIM? 

Sobald du nach Lösungen suchst, um Produktinformationen effektiv zu verwalten, stößt du auf diese Abkürzungen: PLM und PIM. Aber was genau verbirgt sich dahinter? In diesem Artikel erklären wir dir, was Product Lifecycle Management (PLM) und Product Information Management (PIM) sind, welche Unterschiede und Gemeinsamkeiten es gibt und wann welche Lösung die bessere ist. Außerdem schauen wir uns an, wie du PLM und PIM kombinieren kannst und welche Tools sich dafür eignen. 

Lerne die Unterschiede zwischen PLM und PIM kennen, wann welches System benötigt wird und wie sie sich ergänzen können.

Was ist Product Lifecycle Management (PLM)?

PLM ist ein methodischer Ansatz zur Organisation und Verwaltung aller Prozesse und Daten während des gesamten Produktlebenszyklus. Grob lassen sich drei Phasen unterscheiden: 

  • Phase 1: Beginning of Life (BOL) – Entwicklung und Produktdesign
  • Phase 2: Middle of Life (MOL) – Fertigung, externe und interne Zusammenarbeit, Produktinformationsmanagement, Garantieservice, Marketing und Vertrieb
  • Phase 3: End of Life (EOL) – Entsorgung, Einstellung oder Recycling der Produkte

PLM-Software ist speziell auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten, um den gesamten Lebenszyklus ihrer Produkte zu verwalten. Die Software erleichtert die Zusammenarbeit und liefert detaillierte historische Daten über den gesamten Lebenszyklus eines Produkts. Alle relevanten Informationen werden zentral gespeichert, damit alle Beteiligten die Produktentwicklung kontinuierlich vorantreiben und verbessern können, einschließlich interner Teams, Lieferant*innen und Hersteller*innen, die gemeinsam an der Produktentwicklung arbeiten. Alle, die an der Produktentwicklung beteiligt sind, haben jederzeit Zugriff auf den aktuellen Stand des Prozesses. 

Eine wichtige Funktion von PLM-Systemen ist das Angebotsmanagement, das die Auswahl des besten Angebots von Hersteller*innen unterstützt. PLM legt den Schwerpunkt auf Design und Fertigung. Eine integrierte Suite, die interaktive 3D Designprozesse ermöglicht, ist hier von großem Vorteil. PLM-Software lässt sich nahtlos in CAD-Systeme oder Adobe Illustration Software einbinden, was die Nutzung vereinfacht.

Ein effektives PLM-System ermöglicht es Unternehmen, ihre Prozesse zu optimieren und effizienter zu arbeiten. Es stellt sicher, dass alle relevanten Daten den richtigen Personen zur Verfügung gestellt werden, um eine reibungslose Zusammenarbeit zwischen Teams, Abteilungen und Unternehmen zu ermöglichen.


Was ist Produktinformationsmanagement (PIM)?

Das Produktinformationsmanagement-System ist eine Software, die Unternehmen unterstützt, ihre Produktdaten effizient zu verwalten, zu optimieren und zu synchronisieren, um sie über verschiedene Kanäle bereitzustellen und unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen. PIM-Systeme bieten eine zentrale Plattform, auf der Unternehmen alle Produktinformationen an einem Ort speichern und verwalten können, um sicherzustellen, dass sie stets aktuell, genau und einheitlich sind. PIM-Systeme ermöglichen auch eine schnelle und effiziente Aktualisierung der Produktdaten, was zu einer höheren Produktdatenqualität beiträgt. Die Automatisierung von Prozessen spart Zeit und Kosten und verkürzt die Time-to-Market für neue Produkte.

Ein weiterer Vorteil von PIM-Systemen ist die Anpassung der Produktdaten an die Anforderungen unterschiedlicher Kanäle und Zielgruppen. Unternehmen können ihre Produktdaten segmentieren und filtern, um sie an verschiedene Zielgruppen anzupassen. Das ist vor allem für Unternehmen relevant, die in verschiedenen Ländern und Regionen tätig sind und ihre Produkte in verschiedenen Sprachen und mit unterschiedlichen länderspezifischen Begriffen und Beschreibungen anbieten wollen.

PIM-Systeme fördern auch die Zusammenarbeit und Kommunikation zwischen verschiedenen Abteilungen, die an der Erstellung und Verwaltung von Produktdaten beteiligt sind. Durch die zentrale Speicherung und Verwaltung von Produktdaten können Teams leichter zusammenarbeiten und Änderungen sowie Aktualisierungen schnell und effizient kommunizieren.

Das PIM-System verbessert zudem die Kundenerfahrung, indem es genaue und konsistente Produktinformationen bereitstellt, um den Kund*innen eine bessere Kaufentscheidung zu ermöglichen. Das kann dazu beitragen, die Kundenbindung zu stärken und die Retourenquote zu senken.

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Worin unterscheiden sich PLM und PIM?

Beide Systeme, PIM und PLM, speichern Produktdaten. Beide Systeme helfen Unternehmen, Prozesse zu verbessern und zu beschleunigen und damit die Time-to-Market von Produkten zu verkürzen. Hier enden die Gemeinsamkeiten bereits. 

  • PIM konzentriert sich auf die Verbesserung der Verkaufs- und Vertriebsprozesse, während PLM darauf abzielt, die Produktentwicklung und -herstellung zu verbessern. 
  • PIM sammelt, verwaltet und verteilt Produktinformationen wie Produktnamen, Artikelnummern, SKU-Nummern, Beschreibungen, Attribute wie Größe, Farbe, Gewicht, Material etc. und stellt Beziehungen zwischen Produkten her, bspw. für Cross-Selling. Auch Spezifikationen für bestimmte Vertriebskanäle und Lokalisierungsdaten ebenso wie Kundenbewertungen werden hier gespeichert. PLM hingegen speichert z. B. Konstruktionsdaten, Produktionsdaten, Qualitäts- und Testdaten sowie Service- und Wartungsdaten. Auch alles, was mit Projektmanagement und Kommunikation zu tun hat, ist hier zu finden. 
  • PIM wird hauptsächlich von Marketing- und Vertriebsmitarbeiter*innen verwendet, aber auch Händler*innen können Zugriff erhalten. PLM hat als Zielgruppe alle, die an der Produktentwicklung und Fertigung beteiligt sind, bspw. Designer*innen und Einkaufsleiter*innen. 
  • PIM wird nach der Produktentwicklung für den Vertrieb benötigt, während PLM die gesamte Produktentwicklung und Fertigung begleitet. 

Funktionen

PIM

PLM

Ziel

Verbesserung der Verkaufs- und Vertriebsprozesse

Verbesserung der Produktentwicklung und -herstellung

Hauptfunktion

Sammeln, Verwalten und Veröffentlichen von Produktinformationen

Speichern und Verwalten von Produktinformationen während des gesamten Produktlebenszyklus

Fokus

Verkaufs- und Marketingaktivitäten

Produktentwicklung und Fertigung

Daten

Produktinformationen wie Produktnamen, Artikelnummern, Beschreibungen, Preise, etc.

Technische Daten, Konstruktionszeichnungen, Materialien, etc.

Anwendungsbereich

Verkauf, Marketing, E-Commerce

Produktentwicklung, Fertigung, Qualitätssicherung

Zielgruppe

Marketing- und Vertriebsmitarbeiter*innen

Produktentwickler*innen, Designer*innen, Techniker*innen, Einkaufsleiter*innen

Einsatz

Nach der Produktentwicklung

Während der Produktentwicklung und Fertigung


PIM vs. PLM


Wann wird ein PIM-System benötigt und wann wird ein PLM-System benötigt?

Ein PIM-System wird benötigt, wenn Unternehmen viele Produkte mit vielen unterschiedlichen Varianten, Eigenschaften und Informationen auf mehreren Plattformen verwalten müssen. Das PIM-System dient dann als zentraler Ort für die Speicherung, Bearbeitung und Verwaltung aller Produktdaten. Ein PIM-System ist spätestens dann sinnvoll, wenn Unternehmen nicht mehr in der Lage sind, Produktdaten aktuell zu halten, oder wenn es Schwierigkeiten bei der Integration von Produktdaten zwischen verschiedenen Systemen gibt. PIM-Software automatisiert einen Großteil der manuellen Aufgaben, die bei der Produktverwaltung anfallen. So können bspw. Produktdaten automatisiert auf verschiedene Kanäle und Plattformen verteilt werden. Dazu zählen z. B. E-Commerce-Websites, Kataloge, Marktplätze oder Social Media. Das führt nicht nur zu einer besseren Datenqualität und einem besseren Kundenerlebnis, sondern spart auch viel Arbeitszeit. Das ist ein großer Vorteil für kleine und große Unternehmen.

Ein PLM-System hingegen ist das perfekte Kollaborationstool für Produktentwickler*innen, Designer*innen, Techniker*innen, Einkaufsleiter*innen, Lieferant*innen und Abteilungsleiter*innen. Es wird benötigt, wenn Unternehmen den gesamten Lebenszyklus eines Produkts von der Ideenfindung bis zur Entsorgung effektiv verwalten und optimieren wollen. Je komplexer die Produkte sind, desto wichtiger ist eine enge Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Abteilungen. PLM-Systeme ermöglichen die Zusammenarbeit von Teams, die über verschiedene Standorte oder sogar Länder verteilt sind, indem sie einen gemeinsamen Arbeitsbereich zur Verfügung stellen und Änderungen an Daten und Dokumenten in Echtzeit aktualisieren und anzeigen.

Wie können sich PIM- und PLM-Systeme ergänzen?

PIM- und PLM-Systeme ergänzen sich sehr gut. Daher sollte es nicht PIM vs. PLM heißen, sondern PIM plus PLM. PLM legt den Schwerpunkt auf die Erstellung, Entwicklung, Wartung und Einstellung eines Produkts, während PIM das Marketing und den Vertrieb unterstützt. In Kombination können beide Systeme eine zentrale Speicherung von Produktinformationen aus allen Phasen des Produktlebenszyklus ermöglichen.

Die Integration von PIM und PLM führt zu einer schnelleren Markteinführung von Produkten und vereinfacht das gesamte Produktdatenmanagement. Es ermöglicht auch die gemeinsame Nutzung von PLM-Daten mit externen Kanälen, um die Kundenerfahrung zu verbessern und gleichzeitig Informationen von Kund*innen auf Basis ihres Feedbacks zu sammeln, um das Produkt zu verbessern.

Während der verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus vereinfachen PIM und PLM das Produktdatenmanagement von Anfang an, reduzieren redundante Daten und steigern die Effizienz. Ein frühzeitiges Management der Produktinformationen und eine gute Datenqualität sparen auch später Zeit.

Die Integration von PIM und PLM führt bspw. auch zur automatischen Übernahme von SKUs in das PIM-System und ermöglicht so eine zentrale Pflege der Produktdaten.

Im Idealfall werden daher beide Softwarelösungen miteinander verknüpft, um alle Produktdaten strukturiert für das PIM bereitzustellen und den Anforderungen verschiedener E-Commerce-Anbieter gerecht zu werden. Wenn alle Produktdaten mit PLM an einem Ort gespeichert sind, ist der Informationsaustausch mit einem PIM wesentlich einfacher. Eine nahtlose Integration zwischen PLM und PIM kann dazu beitragen, den Informationsfluss zu verbessern und Prozesse zu automatisieren, um Zeit, Geld und Ressourcen zu sparen.

Was muss bei der Entscheidung PLM vs. PIM beachtet werden?

Wenn du dich zwischen PLM- und PIM-Lösungen entscheiden musst, solltest du einige Faktoren berücksichtigen. Es ist wichtig zu verstehen, welche Geschäftsanforderungen das System erfüllen soll. PIM ist speziell auf die Anforderungen Marketing und Vertrieb zugeschnitten und ermöglicht es, aktuelle Produktinformationen über alle Vertriebskanäle hinweg bereitzustellen. Im Gegensatz dazu ist PLM auf die spezifischen Anforderungen von Forschungs- und Entwicklungs-Teams sowie Hersteller*innen in verschiedenen Branchen wie Chemie oder Lebensmittel (Formeln oder Rezepte), Textil (Kollektionen und Marken), Luft- und Raumfahrt (Teile und Komponenten) usw. ausgerichtet.

Wenn es darum geht, die Kundenerfahrung zu verbessern, ist PIM die bessere Wahl, da es dem Verkaufsteam genaue und aktuelle Produktinformationen zur Verfügung stellt, um eine nahtlose und positive Kundenerfahrung zu gewährleisten. PLM hingegen konzentriert sich auf die Verwaltung von Produktinformationen in den verschiedenen Phasen des Produktlebenszyklus und unterstützt die interne Steuerung von Geschäftsprozessen. Letztendlich hängt die Wahl zwischen PIM und PLM von deinen Bedürfnissen und Anforderungen ab. Es ist wichtig, deine Geschäftsprozesse und Anforderungen sorgfältig zu analysieren, um das richtige System für dich zu wählen. Die Entscheidung, ob du ein PIM- oder PLM-System benötigst oder auch beide, ist sehr individuell.

Welche Tools eignen sich für ein PLM?

 

Welche Tools eignen sich für ein PIM? 

Weitere PIM-Tools findest du in der Kategorie Product Information Management (PIM).


Katharina-Maria Röder
Autor*In
Katharina-Maria Röder

Katharina-Maria Röder ist freie Redakteurin bei OMR Reviews und schreibt zu den Themen Software und Co.

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