Social Media

Was sind Social-Media-Marketing-Ziele und wie werden sie definiert?

Ben Olschewsky 07.06.2022

In diesem Artikel erfahrt Ihr, was Social-Media-Marketing-Ziele sind und wie Ihr Eure Social-Media-Marketing-Ziele Step-by-Step definiert

Social-Media-Marketing ist ein Marathon, kein Sprint. Wie bei einem Marathon braucht es Übung, Motivation und eine Strategie, um die Ziellinie zu erreichen. 

Bei der Festlegung von Zielen für Euer Social-Media-Marketing geht es vor allem darum, zu wissen, wo Ihr steht und vorherzusagen, wo Ihr hinwollt. Ohne klare Online-Marketing- bzw. Social-Media-Ziele ist es schwer zu erkennen, ob Eure Strategie am Ende überhaupt funktioniert hat.

Was sind geeignete Social-Media-Marketing-Ziele?

Es geht dabei nicht um „dekorative“ Kennzahlen (Vanity-Metriken) wie die Erhöhung der Follower oder mehr Likes auf Eure Beiträge zu bekommen. Eure Social-Media-Ziele können und sollten darüber hinausgehen. Die richtigen Kennzahlen helfen Euch, Eure Unternehmensziele mithilfe von Social-Media-Marketing-Zielen zu erreichen. Ihr könnt Social-Media-Marketing-Ziele für Unternehmen in drei Zielbereiche unterteilen: Reichweite, Engagement, Conversions.

Wenn Ihr Eure Online-Marketing- und Social-Media-Strategie für einen längeren Zeitraum plant, denkt daran: Eure Social-Media-Kanäle sind ein spezielles Werkzeug in Eurem Online-Marketing-Werkzeugkasten. Eure Social-Media-Ziele sollten sich an Euren allgemeinen Unternehmenszielen orientieren und effektiv auf diese einzahlen.

Und wie Ihr Eure Social-Media-Marketing-Ziele Step-by-Step definiert, erfahrt Ihr in diesem Artikel – here we go!

Und so geht’s: Social-Media-Marketing-Ziele definieren in 6 Schritten

1. Schritt: Kennt Eure übergeordneten Marketingziele (Primärziele)

Eure Aktivitäten in den sozialen Medien sollten eine Erweiterung der Marketing- und Unternehmensaktivitäten sein. Wollt Ihr mehr Leads generieren? Den Verkauf ankurbeln? Markenbekanntheit und Image aufbauen oder effizienteren Kundenservice bieten?

Mit einem klaren Verständnis der allgemeinen Marketing- und Unternehmensziele (Primärziele), könnt Ihr fundierte Entscheidungen über Eure Social-Media-Strategie treffen und verstehen, worauf es bei der Verfolgung und Messung der Aktivitäten ankommt. Die später definierten Social-Media-Marketing-Ziele dienen als Sekundärziele, die helfen sollen, Eure Primärziele (Unternehmensziele) zu erreichen.

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Primär vs. Sekundärziele

Im hier gezeigten Beispiel lautet das erklärte Unternehmensziel, die Zahl der Restaurantbesucher:innen zu steigern und ist somit als Primärziel definiert. Die daraus abgeleiteten Sekundärziele können mithilfe von Social-Media-Marketing-Aktivitäten anvisiert und erreicht werden, um effektiv auf das übergeordnete Unternehmensziel einzuzahlen.

2. Schritt: Ermittelt die wichtigsten Kennzahlen / KPIs

Sobald Ihr Eure Primärziele klar vor Augen habt, ist es an der Zeit Eure Schlüsselkennzahlen zu definieren. Schlüsselkennzahlen, Key-Performance-Indicators (KPIs), sind die Kennzahlen, auf die Ihr Euch bei Euren Social-Media-Marketing-Aktivitäten konzentriert. Eure Ziele im Social-Media-Marketing (Sekundärziele) sollten kontinuierlich auf Eure Primärziele einwirken.

Es gibt verschiedene Zielbereiche und Metriken zur Messung Eures Social-Media Erfolgs:

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5 Gamechanger-KPIs

Die Reichweite (Reach) ist die Gesamtzahl der Benutzer:innen, die Eure Social-Media-Beiträge angesehen haben. Ihr könnt Euch die Reichweite als die Anzahl der einzelnen Personen vorstellen, die Eure Social-Media-Inhalte angezeigt bekommen. Die Reichweite in Social Media zu definieren, kann schwierig sein. Eure Reichweite könnt Ihr nämlich nicht einfach anhand der Anzahl Eurer Follower oder Fans bestimmen. 5000 Follower zu haben bedeutet nicht, dass 5000 von ihnen Euren Post auch sehen werden. 

Die grundlegende Definition von Social-Media-Engagement ist die Messung von Metriken wie Likes, Kommentare und Shares. Das Verfolgen solcher Vanity-Metriken ist zwar wichtig, sie bieten jedoch keinen tieferen Einblick in das Engagement Eurer Beiträge. Es gibt andere Metriken und KPIs, die bestimmen können, ob sich die User mit Euren Inhalten beschäftigen. Zum Beispiel lohnt sich ein tieferer Blick auf die durchschnittliche Interaktionsrate, die Verstärkungsrate oder Eure Viralitätsrate. 

Um zu verstehen, wie effektiv Euch Social-Media-Marketing beim Erreichen der Unternehmensziele unterstützt, solltet Ihr Conversions definieren und in Eure Analyse einbeziehen. Wenn User auf die Call-to-Action-Schaltfläche in Eurem Social-Media-Beitrag klicken und zur Zielseite weitergeleitet werden, führen sie dann die gewünschte Aktion als messbare Conversion aus (z. B. das Abonnieren Eures Newsletters)?

Eine hohe Conversion Rate bedeutet, dass Nutzer:innen nicht nur, auf den gesetzten Call-to-Action geklickt haben, sondern auch die gewünschte Aktion auf der Landingpage durchgeführt haben.

In dem Artikel über die 5 Gamechanger-KPIs erfahrt Ihr mehr über Social-Media-KPIs, findet Beispiele für Social-Media Ziele und könnt sehen, welche Ziele für Euer Social-Media-Marketing auf keinen Fall fehlen sollten.

3. Schritt: Überprüft Euren Status-Quo (IST-Zustand)

Überprüft Eure bisherigen Social-Media-Aktivitäten und Leistungen. An dieser Stelle kommt das Social-Media-Audit ins Spiel. Auch wenn es für viele ein eher lästiger Teil des Social-Media-Marketing ist, bleibt es ein wichtiger Schritt zur Social-Media-Zieldefinition. Schaut Euch alle bisherigen Aktivitäten genau an und notiert Euch die Ergebnisse anhand der im vorherigen Schritt definierten Kennzahlen. Nachdem die Überprüfung abgeschlossen ist, sollten Ihr Eure Ergebnisse sorgfältig festhalten und jederzeit verfügbar haben. Eine einfache Excel-Tabelle kann dabei völlig ausreichend sein, um Euren IST-Zustand von nun an regelmäßig zu überprüfen. 

4. Schritt: Setzt Euch smarte Ziele (SOLL-Zustand)

Setzt Euch realistische und konkret messbare Ziele, nachdem Ihr Euer Social-Media-Audit abgeschlossen habt sowie Eure wichtigsten Kennzahlen und Geschäftsziele kennt. Jetzt ist es an der Zeit, smarte Social-Media Ziele zu definieren. Dabei hilft Euch die SMART-Formel, die Ihr wie folgt anwenden könnt:

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SMART-Formel

Nehmen wir einmal an, Euer Ziel ist es, mit Eurem Profil als Corporate Influencer auf LinkedIn erfolgreicher zu werden …

S-pecific (Spezifisch)

Um Euer Ziel so spezifisch wie möglich zu machen, könntet Ihr sagen: „Im Jahr 2022 erreiche ich 100.000 Feed-Ansichten mit meinen Beiträgen“.

M-easurable (Messbar)

Wie werdet Ihr dieses Ziel messen? In diesem Fall sind die Summe der Ansichten Eurer Beiträge im Feed die wichtigste Messgröße.

A-chievable (Erreichbar)

Fragt Euch, ob dieses Ziel erreichbar ist. Hier hilft Euch das durchgeführte Social-Media-Audit. Schaut Euch aktuelle Zahlen an und schätzt damit ein, ob es tendenziell möglich ist.

R-elevant (Relevant)

Nehmen wir an, eines Eurer allgemeinen Unternehmensziele ist es, mehr Brand-Awareness für das Unternehmen zu erlangen. Falls ja, zahlt Ihr darauf ein und das gewählte Ziel ist somit relevant.

T-ime bound (Zeitgebunden)

In diesem Beispiel ist es definitiv zeitgebunden, es gibt einen festgelegten Termin „im Jahr 2022“. Somit wäre Stichtag für die Messung Eures Erfolgs am 31.12.2022.

5. Schritt: Messung Eurer Ergebnisse

Sobald Ihr Eure smarten Ziele festgelegt habt, ist es an der Zeit, Eure Ergebnisse in regelmäßigen Abständen zu messen und festzuhalten. Die meisten Social-Media-Plattformen bieten In-App-Analysen an, sodass Ihr Eure Kennzahlen schnell für einen definierten Zeitraum erfassen könnt. Zum Teil könnt Ihr diese nach Ansichten, Reaktionen, Shares und weiteren Informationen filtern. Um Eure Ergebnisse festzuhalten, kann eine entsprechende Erweiterung Eurer Tabelle aus Schritt 3 genügen – keep it simple and smart. 

Über In-App-Analysen heraus, gibt es zahlreiche hochwertige Tools, die Euch helfen, Eure Ziele zu messen und Aktivitäten zu optimieren. Auf OMR Reviews findet Ihr eine Übersicht über die verschiedenen Social Media Software & Tools im Vergleich. ⁠ ⁠Wir haben Euch ein paar Tools zusammengestellt, die Euch unter anderem bei der Erreichung Eurer Ziele helfen können.

6. Schritt: Lernen und Optimieren

Ihr habt jetzt alle Informationen für einen bestimmten Zeitabschnitt (z. B. monatlich) vorliegen, um zu prüfen, ob Ihr auf dem richtigen Weg zur Erreichung Eurer Social-Media-Marketing-Ziele seid oder nicht. In Eurem Bericht könnt Ihr die wichtigsten Kennzahlen im Vergleich zum Vormonat aufzeigen und somit ableiten, ob Ihr auf dem richtigen Weg seid. Dabei gilt es, die richtigen Schlüsse aus den vorhandenen Kennzahlen zu ziehen und Eure Aktivitäten anzupassen.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Euer Team und die jeweiligen Shareholder an einen Tisch zu holen. Mögliche Anpassungen solltet Ihr gemeinsam besprechen und Euch für die nächste Runde durch die aufgezeigten Erkenntnisse einstimmen. Betrachtet Euren monatlichen Social-Media-Bericht als eine Art „Highlight-Reel", das Eure Erfolge, Misserfolge und Chancen übersichtlich zusammenfasst.

Wrap-Up:

Das Setzen von Zielen für Social-Media-Marketing muss nicht entmutigend und kompliziert sein, vor allem nicht, wenn Ihr die beschriebenen sechs Schritte befolgt. Die nachfolgende Statistik zeigt die Ergebnisse einer Umfrage unter Unternehmen zu ihren Zielen durch Social-Media-Aktivitäten in Deutschland im Jahr 2014.

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Quelle: Statista 2022

Für die Entscheider:innen liegt der Fokus laut der abgebildeten Umfrage klar auf den Unternehmenszielen, genauer gesagt auf den Primärzielen, die es zu erreichen gilt. Sie fokussieren sich häufig nur auf ihre Primärziele, ohne strategische Sekundärziele in Form von Online-Marketing- bzw. Social-Media-Ziele abzuleiten. 

Mit diesem Leitfaden könnt Ihr als Verantwortliche für das Social-Media-Marketing geeignete Social-Media-Ziele definieren, um Euer Unternehmen aktiv dabei zu unterstützen, das „bigger-Picture“ zu erreichen. 

Und denkt stets daran: Social-Media-Marketing ist ein Marathon, kein Sprint.

Ben Olschewsky
Autor:In
Ben Olschewsky
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Ben Olschewsky

Ben ist als Projektmanager & Social-Media-Berater bei PIX Onlinemarketing tätig. Nach dem Realschulabschluss und zwei Ausbildungen entschied er sich mit 30 Jahren für ein Marketing Studium. Als Social-Media-Berater coacht Ben mittelständische Unternehmen im Bereich digitale & soziale Medien. In seinen Workshops & Vorträgen geht es deshalb darum, wie diese Chancen für die eigenen Unternehmensziele genutzt und wie digitale Herausforderungen gemeistert werden können. 
Er empfiehlt: „Das Potenzial digitaler Medien sollte von jedem Unternehmen ernst genommen und nicht zu einer Nebenbei-Aufgabe irgendeines Mitarbeitenden gemacht werden. Professionelle Unterstützung kann für Euren Erfolg ein wahrer Gamechanger sein“.

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