Social Media

Eure wichtigsten Basics, um mit Social Media für Euer Unternehmen zu starten

Unsere Gastautorin Nina-Christin klärt für Euch die wichtigsten Basics, die Ihr wissen müsst, um erfolgreiche Social-Media-Kanäle zu betreiben und zeigt Euch dazu spannende Beispiele!

Gerade kleine Unternehmen haben selbst im Jahr 2022 noch lange nicht alle das Thema Social Media in Angriff genommen. Laut Statista-Daten aus 2021 nutzen nur knapp über 50 Prozent der Unternehmen in Deutschland soziale Plattformen. Viele sind unsicher, dieses Marketinginstrument anzugehen und richtig einzusetzen.

Dabei bietet Social Media enormes Potenzial für Euer Unternehmen – in diesem Artikel erwartet Euch ein Überblick, auf was es bei Social Media für Unternehmen ankommt, sowie Grundbausteine und Tipps für Euren Social Media Auftritt. Da das Themenfeld sehr umfassend ist, findet Ihr im Artikel jeweils Links zu spannenden Artikeln mit weiterführenden Infos.

Inhaltsverzeichnis

1. Was ist Social Media?

2. Wie wichtig ist Social Media für Unternehmen?

3. Welche Vor- und Nachteile von Social Media gibt es für Unternehmen?

4. Welche Social-Media-Plattformen sind für Unternehmen relevant?

5. Wie bauen Unternehmen einen guten Social-Media-Auftritt auf?

6. Wie sehen erfolgreiche Social-Media-Auftritte von Unternehmen aus?

7. Was müssen Unternehmen beim Social-Media-Content beachten?

8. Welche Social-Media-Tools gibt es für Unternehmen?

9. Welche Social-Media-Tipps gibt es für Unternehmen?

Was ist Social Media?

Social Media, auch soziale Medien, soziale Netzwerke oder soziale Plattformen genannt, sind Online-Netzwerke, die Privatpersonen, aber auch Unternehmen zum gegenseitigen Austausch nutzen können. Eine Definition des Gabler Wirtschaftslexikons von Social Media lautet: „Soziale Medien (Social Media) dienen der – häufig profilbasierten – Vernetzung von Benutzer:innen und deren Kommunikation und Kooperation über das Internet.“

Ein Unternehmen kann sich in jedem sozialen Medium einen öffentlichen Auftritt aufbauen, ähnlich einer Mini-Website. Diese wird dann meist Unternehmensseite oder Unternehmensprofil genannt. Diesem Profil könnt Ihr öffentlich zugängliche und dauerhafte Informationen, wie beispielsweise Eure Firmenadresse oder Produktbeschreibungen hinzufügen. Aber auch regelmäßige Neuigkeiten in Form von Posts können stattfinden.

Kund:innen, Interessent:innen und Mitarbeiter:innen können Eurem Unternehmensprofil folgen (daher heißen sie oft Fans oder Follower) und so auf dem Laufenden bleiben.

Wie wichtig ist Social Media für Unternehmen?

Nutzer:innen haben verschiedene Gründe, warum soziale Medien so attraktiv für sie sind. Sie können zum einen zum Zeitvertreib genutzt werden, aber auch zur Informationssuche und um Kontakte zu pflegen. Für Unternehmen sind Social-Media-Plattformen vor allem für die Präsentation von Produkten oder Dienstleistungen wichtig. Die damit verbundene Ansprache von Kund:innen und Bewerber:innen führt ebenso zu einer hohen Transparenz und Bindung der Community. Außerdem könnt Ihr Social Media für Euren Kundenservice nutzen und diesen damit deutlich vereinfachen und beschleunigen.

Gerade durch die Corona-Pandemie und fehlende Events und Direktkontakte zu Kund:innen wird deutlich, wie wichtig Online Marketing ist und das Social-Media-Marketing ein guter Ansatzpunkt für Euch sein kann. Pauschal lässt sich nicht sagen, dass jedes Unternehmen unbedingt alle Social-Media-Plattformen nutzen muss. Vielmehr müsst Ihr selbst evaluieren, wie wichtig Aufbau und Nutzung von Social Media speziell für Euer Unternehmen ist – das ist immer situationsbedingt.

Akquiriert Ihr beispielsweise genug Kund:innen und neue Mitarbeiter:innen mit anderen Marketinginstrumenten, lohnt sich der Aufwand für fünf Social-Media-Kanäle gleichzeitig nicht – denn die Kanäle müssen ja nicht nur erstellt, sondern auch mit Inhalten gefüllt werden. Mindestens ein Social Media Auftritt zusätzlich zu Eurer Website empfiehlt sich aber immer.

Welche Vor- und Nachteile von Social Media gibt es für Unternehmen?

Betrachtet Ihr die Vor- und Nachteile von Social Media, stellt Ihr schnell fest, dass die Vorteile deutlich überwiegen. Mit vergleichsweise wenig Aufwand und Kosten lässt sich die Akquise von Kund:innen und Mitarbeiter:innen unterstützen. Außerdem ist Social Media für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) ein großer Pluspunkt: So gibt es nicht nur die Website als Anlaufstelle, sondern weitere Kanäle, über die Euer Unternehmen online gefunden werden kann.

Ein Nachteil von Social Media ist, dass Ihr Euch öffentlich angreifbarer macht. Auf einer Homepage, per Telefon oder E-Mail, gehen, wenn überhaupt, nur „unsichtbare“ Beschwerden ein. Auf Social Media kann Euch schnell ein Shitstorm erwarten, wenn Euch ein Fehler oder dergleichen passiert – und das ist öffentlich sichtbar. Hier gilt dann: Bleibt ruhig und überlegt genau, wie sich Konflikte gut und schnell lösen lassen können.

Welche Social-Media-Plattformen sind für Unternehmen relevant?

Übersicht der Social Media Kanäle für Unternehmen

Es gibt eine große Vielzahl von Social-Media-Kanälen für Unternehmen, die alle unterschiedliche Zwecke haben und anders aufgebaut sind. Regelmäßig kommen auch neue Plattformen auf den Markt, die sich teils etablieren, teils auch untergehen, so wie das 2021 aufgetauchte Netzwerk „Clubhouse“.

Die bekanntesten Social-Media-Plattformen sind

  • Facebook
  • Instagram
  • YouTube
  • LinkedIn
  • XING (in Deutschland)
  • Twitter
  • Snapchat und
  • TikTok

Je nach Produkt oder Dienstleistung sowie B2B- oder B2C-Marketing, eignen sich verschiedene Social Media Plattformen. Facebook und Instagram sind vor allem für B2C-Marketing wichtig und dafür gern genutzt. Neben Instagram gibt es weitere Bild- und Videobasierte Plattformen, wie YouTube, Snapchat und TikTok.

Unterschätzt vor allem YouTube nicht, wenn Ihr informative oder unterhaltsame Videoinhalte in Eurem Unternehmen erstellt. Twitter wird von Unternehmen und Organisation wie z.B. der Polizei für schnelle Nachrichtenupdates genutzt. Außerdem gibt es die sogenannten Karrierenetzwerke, zu denen XING (deutschlandweit) und LinkedIn (international) gehören. Diese eignen sich sehr gut für B2B-Marketing sowie für das Recruiting neuer Mitarbeiter:innen. Ein LinkedIn-Auftritt ist, schon rein aus Arbeitgeber-Sicht, immer sinnvoll.

Soziale Nentzwerke mit den meisten Nutzerzahlen weltweit 2022

Weltweite Nutzung der Social-Media-Plattformen durch Unternehmen 2022 (Quelle: Statista)

Einen weiteren Überblick über die einzelnen Social-Media-Plattformen, deren Werbepotenziale und Nutzungsverhalten findet Ihr in dem Artikel über Social-Media-Plattformen.

Wie bauen Unternehmen einen guten Social-Media-Auftritt auf?

Solltet Ihr nicht einfach mal mit Social Media loslegen und dann mal sehen? Die Antwort lautet: Nein. Den Aufbau Eurer Social-Media-Plattformen solltet Ihr unbedingt strategisch angehen. Eine Social-Media-Strategie beinhaltet u. a. folgende Fragen: Was sind die Ziele des Unternehmens bei der Nutzung von Social Media? Welcher Kanal soll für welche Zielgruppe genutzt werden? Wie stellt Ihr sicher, die Ziele zu erreichen? Eine kleine Hilfestellung kann eine Wettbewerbsanalyse sein.

Zu einem guten Social-Media-Auftritt gehört zum einen das Branding bzw. das Design und die Bespielung des Kanals mit Content. Optik und Inhalte sind mindestens gleich wichtig. Außerdem braucht Ihr von Anfang an eine:n Verantwortliche:n für die Kanäle, die/der ein Grundverständnis und einen gewissen Grad an Medienkompetenz mitbringt. Wenn Eure Kanäle erfolgreich sind und viel Zeit und Aufwand beanspruchen, ist es eventuell notwendig, ein:n erfahrenen Social Media Manager:in einzustellen.

Wie sehen erfolgreiche Social-Media-Auftritte von Unternehmen aus?

Hier findet Ihr Beispiele für gelungene Social-Media-Auftritte von Unternehmen:

LinkedIn-Profil der ING Deutschland

 

LinkedIn-Profil von Google

 

Facebook-Profil von Starbucks

 

Instagram-Profil der Deutschen Bahn

 

Instagram-Profil von Balea

Ihr seht schon, worin das Geheimnis liegt: Eine schöne Gestaltung mit starken Farben und hochwertigen Bildern und packenden Inhalten mit Mehrwert und/oder einem hohen Unterhaltungsfaktor.

Was müssen Unternehmen beim Social-Media-Content beachten?

Der zentrale Punkt nach dem Aufbau Eures Social-Media-Auftritts ist der Social-Media-Content, also die Inhalte, mit denen Ihr Eure Plattform füllt. Wenn Ihr einen Kanal erstellt, sollte er nicht einfach nur existieren, sondern muss mit Leben gefüllt werden. Das A und O ist: Bietet Eurer Zielgruppe mit Eurem Content einen Mehrwert (und Unterhaltung).

Bevor Ihr beginnt, solltet Ihr grundsätzlich Eure Positionierung zu wichtigen Themen bestimmen und festlegen. Überlegt Euch, wie Ihr Eure Zielgruppen in Posts und Kommentaren ansprecht. Bleibt dabei einheitlich und achtet auf Eure CI. So ist zum Beispiel das „Du“ für die Rekrutierung von Mitarbeiter:innen manchmal passender, für Kund:innen aber nicht immer.

Plant Euren Content in einem Social-Media-Redaktionsplan, in dem wichtige Aktionen, Termine, Events usw. vermerkt sind. So behaltet Ihr immer einen Überblick über alle Vorgänge und Aktivitäten. Hier ist es wichtig, dass Ihr einen guten Mix aus verschiedenen Inhalten und Beitragsarten (Video, Bild, Dokumente etc.) schafft.

Nutzt visuelles Material und vermeidet zu viel Text – bei einem Post wird nicht wegen des Textes gestoppt, sondern wegen des Bildes oder Videos. Hilfreich ist auch ein einheitlicher Look (Branding) Eurer Beiträge – schafft einen Wiedererkennungswert. Ein Beispiel für einen gelungenen Facebook-Post seht Ihr hier:

Beispiel Facebook-Post von felmo

Ebenso solltet Ihr die Social-Media-Algorithmen berücksichtigen – es gibt für jede Plattform Tipps und Tricks, wie Ihr die meiste Reichweite erzielt. Zum Beispiel müsst Ihr den Zeitpunkt des Beitrags beachten, dieser sollte in der Regel zwischen 10 und 20 Uhr liegen und wird vor allem in der Mittags- und Feierabendzeit gelesen.

Beachtet rechtliche Bedingungen, wie Persönlichkeits- und Urheberrechte, sowie das Thema Datenschutz. Bevor Ihr zum Beispiel Informationen oder Bilder von Mitarbeiter:innen postet, holt Euch deren schriftliches Einverständnis ein. Ebenso verhält es sich mit Bildern: Postet nur solche, die Euch selbst gehören oder lizenzfreie Bilder aus Online-Stockbibliotheken, wie zum Beispiel die kostenlosen Plattformen Pixabay und Pexels. Für mehr Auswahl und Qualität gibt es Shutterstock und Adobestock – hier müsst Ihr allerdings für die Nutzung der Bilder bezahlen.

Copy-Posting von Content über alle Social-Media-Plattformen hinweg, solltet Ihr vermeiden – das fällt schnell auf und birgt gefahren für ein negatives Image. Nutzt lieber jede Plattform spezifisch. Gute Möglichkeiten um Reichweite zu gewinnen sind z.B. Wettbewerbe, Gewinnspiele und hochwertige Events.

Beachtet die Faustregel „weniger ist mehr“: Postet lieber dreimal pro Woche qualitative gute Beiträge, als zweimal am Tag belanglose Inhalte. Sind Eure Kanäle soweit aufgebaut, könnt Ihr Euch an bezahlte Werbekampagnen für Eure Plattformen setzen. Wie Euch dies am besten gelinkt, könnt Ihr in dem Artikel über erfolgreiche Social-Media-Kampagnen nachlesen.

Welche Social-Media-Tools gibt es für Unternehmen?

Ergänzend dazu gibt es Social-Media-Tools, die Euch beim Social-Media-Management, Analytics, Postings oder Werbeanzeigen, über mehrere Plattformen hinweg helfen können. Diese solltet Ihr aber erst einsetzen, wenn Eure Social-Media-Strategie und der Aufbau Eurer Plattformen steht.

Auf OMR Reviews findet Ihr eine Übersicht an Social-Media-Tools & Softwares. Dazu findet Ihr in dem Artikel über die besten 7 Social-Media-Tools spannende Vergleiche. Einer der bekanntesten Tools sind z.B. Buffer und Hootsuite.

Welche Social-Media-Tipps gibt es für Unternehmen?

Nach dem Aufbau Eures Social-Media-Auftritts könnt Ihr folgende Social-Media-Tipps beachten:

Ruft Eure Follower zur Teilnahme auf!

Liken, kommentieren & teilen – baut Eure Community auf und festigt sie. In dem Artikel über das Best Practice Community Management, findet Ihr spannende Tipps für Euer Team. Legt eine klare Vorgehensweise für Eure Kommunikation fest und antizipiert im Idealfall bereits Reaktionen auf Eure Inhalte. Bewerbt Eure Social-Media-Kanäle deutlich, indem Ihr sie beispielsweise mit Links auf der Website und in der E-Mail-Signatur platziert. Verlinkt Geschäftspartner:innen bei Kooperationen, Mitarbeiter:innen und Kund:innen, um Eure Reichweite zu erhöhen.

Behaltet Eure Kennzahlen im Blick

Außerdem ist es wichtig, Eure Kennzahlen zu tracken und zu analysieren. Dazu gehören zum Beispiel die Zahl der Follower, Interaktionen (Likes, Kommentare, Shares) und Conversions (tatsächliche Handlungen, wie abgesendete Bewerbungen). Die meisten Daten könnt Ihr auf den Plattformen selbst einsehen und beispielsweise Google Analytics dazu nutzen.

Beispiel: LinkedIn-Analytics der Besucher:innen

Macht Eure Mitarbeiter:innen zu Corporate Influencern

Ein wichtiger Baustein für sozialen Medien von Unternehmen ist die Unterstützung durch die eigenen Mitarbeiter:innen. Je mehr Ihr Eure Mitarbeiter:innen einbindet, umso eher könnt Ihr Eure Ziele erreichen. Kommuniziert die Social-Media-Auftritte und kündigt wichtige Posts an. Motiviert Eure Mitarbeiter:innen zur Teilnahme durch beispielsweise Kommentare, Vernetzung mit Eurem Unternehmensprofil oder indem sie selbst Content-Ideen liefern können.

Das sollte ein freiwilliges Angebot sein, denn nicht jeder ist Social-Media-affin und auf allen Plattformen aktiv. Es empfiehlt sich, Rahmenlinien bzw. Guidelines für Eure Mitarbeiter:innen aufzustellen. Somit erleichtert Ihr die Teilnahme am Social-Media-Auftritt und stellt sicher, dass Eure CI eingehalten wird.

Baut eine echte Community auf

Kauft Euch keine Follower:innen. Damit erreicht Ihr zwar auf dem Bildschirm eine höhere Zahl, aber Ihr wollt eine Community, die ehrlich und tatsächlich mit Euch interagiert. Gekaufte Follower:innen sind außerdem offensichtlich, wenn die Interaktionen ausbleiben. Sie verschlechtern nur Euer Image und das Vertrauen Eurer Zielgruppe(n).

Der wichtigste Tipp: Schaut Euch an, was andere Unternehmen so machen. Inspiration holen ist erlaubt, reines Kopieren bitte nicht. Viel Spaß beim Start ins Thema Social Media für Unternehmen – besser spät, als nie!

Nina-Christin Heine
Autor:In
Nina-Christin Heine
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Nina-Christin Heine

Nina-Christin Heine hat Kommunikationswissenschaft mit den Schwerpunkten PR, Journalismus und Medienwirkung studiert. Während des Studiums war sie bereits für eine Tageszeitung, ein Foodbox-Start-up und eine Eventagentur tätig. Ihre berufliche Laufbahn startete sie in einer Marketingagentur als Social Media Managerin. Seit 2020 verantwortet sie als Marketing Specialist der Digitalisierungsberatung Bonpago in Frankfurt die Bereiche Online Marketing, Pressearbeit und Events.

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