Stressfrei durch den Alltag mit unserer Liquiditätsplanungsvorlage

Pia Heßler 16.5.2023

Kenne deine Liquidität dank strategischer Liquiditätsplanung

Inhalt
  1. Was ist Liquidität?
  2. Welche Vorteile bringt eine Liquiditätsplanung?
  3. Wann wird eine Liquiditätsplanung benötigt?
  4. So erstellst du einen Liquiditätsplan
  5. Welche Tools helfen dir bei der Liquiditätsplanung?
  6. Fazit: Zu wenige liquide Mittel können deine Existenz bedrohen, zu viele dein Unternehmenswachstum

Unternehmen müssen über liquide Mittel verfügen, um Verbindlichkeiten gegenüber Mitarbeiter*innen, Sozialkassen, Finanzämtern und gegebenenfalls Kreditor*innen begleichen zu können und wettbewerbsfähig zu sein. Eine strategische Liquiditätsplanung hilft dir, stets den Überblick zu behalten. Wie du am besten vorgehst und was du dabei beachten solltest, erfährst du in diesem Artikel (inkl. kostenloser Liquiditätsplanungsvorlage).

 

Was ist Liquidität?

Man spricht von Liquidität, wenn ein Unternehmen über ausreichende Mittel verfügt, um jederzeit all seinen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Zu diesen gehört nicht nur das Begleichen von Rechnungen, sondern auch die Zahlung von Gehältern und Steuern. Ist ein Unternehmen nicht liquide bzw. zahlungsunfähig, droht ein Insolvenzverfahren.

Welche Vorteile bringt eine Liquiditätsplanung?

Mit der Liquiditätsplanung schätzen Unternehmen ihre finanzielle Lage für einen festgelegten Zeitraum ein. In diesem Prozess werden anstehende Einnahmen den anstehenden Ausgaben mit Blick auf die Fälligkeit gegenübergestellt. Diese ergibt entweder einen Liquiditätsüberschuss oder einen Liquiditätsengpass. Die Liquiditätsplanung hat viele Vorteile:

  • Existenzsicherung: Kontrolle über Liquidität eines Unternehmens
  • Teil des Liquiditätsrisikomanagements: Begleichung kurzfristiger Verbindlichkeiten ist sichergestellt
  • Informationsquelle: (abteilungsübergreifende) regelmäßige Berichterstattung 
  • Basis für Strategieentwicklung: Ableitung strategischer Maßnahmen
  • Basis für Szenarioanalyse: Erstellung von Einsatzplänen für mögliche Szenarien
  • Shareholder-Value: regelmäßige Berichtserstattung für Aktionär*innen 
  • Schaffung neuer Finanzierungsmittel: Interesse von Investor*innen mit positiven Zahlen wecken 

Wann wird eine Liquiditätsplanung benötigt?

Gründer*innen erstellen Liquiditätspläne im Zuge ihrer Businesspläne (Teil des Finanzplans), die sie Banken und Investor*innen aushändigen. Aber auch etablierte Unternehmen benötigen einen Liquiditätsplan, um bei Bedarf frühzeitig einlenken zu können. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) betont, ein Liquiditätsplan sei vor allem in Krisenzeiten wichtig.

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So erstellst du einen Liquiditätsplan

In der Regel erstellt entweder die Finance- oder die Treasury-Abteilung den Liquiditätsplan. Im Optimalfall können sie direkt über ein System auf alle notwendigen Daten zugreifen, um etwa Positionen, Beträge und Zeiten (z. B. Zahlungsziele) zu ermitteln. 

Wie ist der Liquiditätsplan aufgebaut?

Im Liquiditätsplan werden zwei Summen miteinander verglichen: Zahlungsein- und -ausgänge. Die positive Seite kannst du anhand deiner Debitorenbestände und (geplanten) Umsätze ableiten. Die Zahlen für die Summe deiner Zahlungsausgänge findest du in deiner Kreditorenbuchhaltung (Kreditor*innen, weitere Verbindlichkeiten und Aufwendungen).

Liquiditätsplan

Aufbau eines Liquiditätsplan

Anleitung: Schritt für Schritt zum Liquiditätsplan

  1. Schritt: Ermittle deine Ein- und Auszahlungspositionen.
  2. Schritt: Bestimme Buchhaltungskonten für die Positionen.
  3. Schritt: Bestimme Perioden.
  4. Schritt: Liste deine Einnahmen und Ausgaben pro Periode auf.
  5. Schritt: Ermittle alle Kassen- und Bankbestände (für Werte wie den Umsatz musst du Prognosen treffen).
  6. Schritt: Berichtige ggf. deine prognostizierten Werte.
  7. Schritt: Beobachte die Liquiditätsentwicklung und leite ggf. Gegenmaßnahmen ein.

Welche Posten beinhaltet ein Liquiditätsplan?

Es hängt ganz von deinem Unternehmen ab, welche Posten in deinem Liquiditätsplan auftauchen müssen. Kriterien sind etwa die Unternehmensgröße, die Geschäftstätigkeit (z. B. produzierendes Unternehmen oder Handelsunternehmen) und die Rechtsform. Genauso unterschiedlich kann auch die Höhe der Beträge bzw. die Gewichtung der einzelnen Posten sein.

Bestand

Deine liquiden Mittel sind zu Periodenbeginn in der Regel Bank- und Kassenbestände.

  1. Liquiditätsendbestand aus dem Vormonat (Kontostand): Bankkontobetrag verfügbarer (liquider) Mittel zum Stichtag
  2. Liquiditätsendbestand aus dem Vormonat (Kasse): Barbetrag verfügbarer (liquider) Mittel zum Stichtag

Einzahlungen (Geldmittelzuflüsse): 

Diese Positionen können auf dein Unternehmen zutreffen:

  1. Netto-Umsatzerlöse (Zahlungseingänge laut Bankkonto): Einzahlungen aus dem Verkauf von Waren oder Dienstleistungen
  2. Einzahlungen von Gesellschafter*innen und private Einlagen: z. B. Gesellschafterdarlehen und Bareinlagen
  3. Umsatzsteuereinzahlungen
  4. Sonstige Einnahmen: Einzahlungen ohne Bezug zur originären Geschäftstätigkeit sowie Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensgegenstände, Anlagenabgänge, Kredite, Zinseinzahlungen und Steuererstattungen
  5. Gesamtsumme der Einzahlungen

Auszahlungen (Geldmittelabflüsse):

Viele Auszahlungen sind in der Regel planbare Fixkosten und Dauerverträge: 

  1. Materialkosten: Zahlungen für den Einkauf von Waren und Dienstleistungen.
  2. Personalkosten: Löhne und Gehälter, Sozialversicherungsbeiträge, Sonderzahlungen (z. B. vermögenswirksame Leistungen), Berufsgenossenschaftsbeiträge und Weiterbildungskosten.
  3. Fixkosten: betriebliche Aufwendungen, Dauerverträge, Investitionen und Tilgungen (z. B. Kredit-, Anlagen-, Werbe-, Telekommunikations-, Miet- und Reisekosten, Pacht-, Leasing- und Kfz-Gebühren oder Versicherungsbeiträge, Reparatur- und Steuerberatungskosten).
  4. Steuern und Abgaben: Einkommenssteuer, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Vorsteuer.
  5. Sonstige Ausgaben: Ausgaben ohne Bezug zur originären Geschäftstätigkeit.
  6. Summe der Auszahlungen

Abschluss

  1. Liquidität am Periodenende (Anfangsbestand + Einnahmen – Ausgaben)
  2. Notfallliquidität
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Was musst du bei der Liquiditätsplanung beachten? – 4 hilfreiche Tipps

1. Erst Liquidität, dann Rentabilität

Vor allem Start-ups und Wachstumsunternehmen haben mit großen Herausforderungen zu kämpfen, denn Gehälter sowie weitere Personal- und Sachkosten müssen häufig vorfinanziert werden. In diesem Fall solltest du unbedingt die Rentabilität hinten anstellen, um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden.

2. Branchenübliche und saisonale Zahlungsverzögerungen

Die verantwortliche Person sollte tief im Thema drin sein und übliche Zahlungsverzögerungen (z. B. zum Jahreswechsel oder bei interkulturellen Besonderheiten) richtig einschätzen können. Hier kann sich die Kalkulation mit dem Worst-Case-Szenario bezahlt machen.

3. Zeiten 

Fokussiere dich nicht nur auf die Summen deiner Ein- oder Ausgaben. Achte auch ganz genau auf die Zeiten deiner Zahlungsein- und -ausgänge. Die Details hängen hier wie bei einigen anderen Faktoren von der Art deines Unternehmens ab.

4. Geeignete Gegenmaßnahmen

Es gibt viele Maßnahmen, die du prinzipiell einleiten kannst. Achte darauf, die richtige(n) zu wählen. Beispiele dafür sind:

  • Verhandlungen mit der Bank (z. B. Höhe der Kreditrate senken)
  • Verhandlungen von neuen Zahlungszielen
  • Prüfung von Skontomöglichkeiten
  • Eintreibung offener Forderungen durch Mahnungen
  • Verschiebung von Investitionen
  • Verkauf von Anlagevermögen
  • Ausgabenüberprüfung
  • Betriebskosten senken (z. B. Telekommunikationsanbieter wechseln)
  • Suche nach Investor*innen und Geschäftspartner*innen
  • Planung von kurzfristigen Investitionen
  • Entnahme von Produkten aus dem Sortiment
  • Steigerung des Umsatzes
  • Beantragung einer Finanzierung bzw. Aufnahme eines Kredits
  • Anordnung sonstiger Kosteneinsparungen

Welche Probleme bzw. Fehlerquellen können bei einem Liquiditätsplan auftreten? 6 typische Fehler und mögliche Lösungen:

Typisches Problem / typischer Fehler

Mögliche Lösungen

Zahlungseingänge brauchen zu lange

  • Zahlungsziel reduzieren
  • Skonto gewähren
  • Konsequentes Mahnwesen

Zu hohe Lagerbestände

  • Regelmäßige Bestandsüberprüfung
  • Einführung oder Anpassung von eisernen Beständen und Meldebeständen

Zu viele stille Reserven

  • Stille Reserven aufdecken
  • Stille Reserven senken

Ungenutztes Anlagevermögen

  • Regelmäßige Überprüfung
  • Anlagevermögen vermieten oder verkaufen

Unnötige geplante Investitionen

  • Notwendigkeit einer Investition immer kritisch hinterfragen

Abschreibungen fließen in Liquiditätsplanung ein

  • Nur Vorgänge einfließen lassen, die einen Zahlungsvorgang auslösen

Beispiel einer Liquiditätsplanung

So in etwa könnte deine Liquiditätsplanung aussehen:

Liquiditätsplan Beispiel

Liquiditätsplan Beispiel

Vorlage: Liquiditätsplanung mit dieser kostenlosen Excel-Vorlage erstellen

In Excel kannst du eine erweiterbare Tabelle für deinen Plan erstellen, Formeln hinterlegen und auch Diagramme einbauen. Hier kannst du dir deine kostenlose Excel-Vorlage zur Liquiditätsplanung herunterladen:

Kostenlose Vorlage Liquiditätsplan

Welche Tools helfen dir bei der Liquiditätsplanung?

Prinzipiell ist eine Liquiditätsplanung in Excel möglich. Allerdings steckt diese voller Gefahrenquellen: In Tabellenkalkulationsprogrammen vertippt man sich schnell mal oder verändert unbeabsichtigt hinterlegte Formeln. Das kann bei kleinen Unternehmen noch halbwegs gut gehen, aber wenn viele Vorgänge berücksichtigt werden müssen, wird die Planung nicht nur fehleranfällig, sondern auch schnell unübersichtlich. Wir empfehlen dir auf jeden Fall stattdessen eine Software (z. B. aus unserer Kategorie Cash-Flow-Management) zu verwenden.

Die Programme haben viele weitere große Vorteile neben der Übersichtlichkeit und der geringen Fehleranfälligkeit. Dazu zählen z. B. die Interaktivität, Transparenz und unzählige Schnittstellen zu Rechnungstools und Banken. Du kannst deine Liquidität stets in Echtzeit von deinem Dashboard ablesen, Kontobewegungen verfolgen, Zahlungen automatisch kategorisieren, Liquiditätsszenarien digitalisieren, Planungslogiken (z. B. werden voraussichtliche Zahlungseingänge automatisch erfasst) sowie Warnsysteme integrieren und Berichte (z. B. Liquiditäts- und Performanceberichte) erstellen.

Für dich steht fest, du brauchst eine Software für deine Liquiditätsplanung und jetzt fragst du dich nur noch, für welche du dich entscheiden sollst?

Dann schaue dir unbedingt unsere Tool-Empfehlungen näher an: Auf OMR Reviews findest du eine große Tool-Auswahl, die du entsprechend deiner Anforderungen selektieren kannst.

Das sind unsere Top-10 Softwares für deine Liquiditätsplanung:

Fazit: Zu wenige liquide Mittel können deine Existenz bedrohen, zu viele dein Unternehmenswachstum

Dein Unternehmen sollte immer liquide sein und daher über Reserven verfügen. Zu viele Reserven können dich allerdings ausbremsen. Eine Software kann dir dabei helfen, mit möglichst wenig Aufwand die goldene Mitte zu finden. Noch unschlüssig? Sieh dir unbedingt unsere Artikel zu den besten Liquiditätsplanungs-Softwares und den besten Controlling-Softwares an!

Pia Heßler
Autor*In
Pia Heßler

Pia war mehr als 10 Jahre im Vertrieb und Marketing verschiedenster Unternehmen aktiv. Danach gründete sie ihr eigenes Unternehmen und betreibt dieses zusammen mit ihrer Geschäftspartnerin.

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