Mit diesen Tools ist Everdrop zur größten Brand für nachhaltige Putzmittel geworden

Martin Gardt 10.10.2023

Ein Hersteller von Reinigungsmitteln mit knapp 120.000 Fans? So hat Everdrop das geschafft

Everdrop Produktbild
Everdrop verkauft unter anderem Tabs, die – aufgelöst in Leitungswasser – zu Reinigungsmittel werden.
Inhalt
  1. Shopify legt den Grundstein
  2. Mail-Tool direkt integriert
  3. Influencer sorgen für Wachstum – ohne Tools unmöglich
  4. Daten aufbereiten für alle Abteilungen
  5. Diese Tools nutzt Everdrop

Nachhaltigkeit ist derzeit eines der absoluten Trend-Themen. Und dass sich darauf auch komplette Geschäftsmodelle aufbauen lassen, zeigt gerade recht eindrucksvoll Everdrop. Das Startup vertreibt umweltfreundliches Putzmittel und will damit Plastikmüll und Chemikalien den Kampf ansagen. Neben dem Produkt ist vor allem der Vertrieb besonders: Das Unternehmen setzt vorrangig auf ein D2C-Konzept und verkauft im eigenen Shop direkt an seine Kund*innen. Mit welchen Tools das erst 2019 gegründete Unternehmen so schnell ein echtes Business aufbauen konnte, hat uns Gründer David Löwe erzählt.

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David Löwe, Co-Founder von Everdrop

David Löwe, Co-Founder von Everdrop

Es ist also 2019, als Christian Becker, Daniel Schmitt-Haverkamp und David Löwe ihr Startup Everdrop gründen. Ihr Ziel: mit sich in Wasser auflösenden Tabs Bad-, Glas- und Küchenreiniger einfach mit Leitungswasser in Glassprühflaschen herstellbar machen – um dadurch all den Plastikmüll, den Verpackungen von Reinigungsmittel verursachen, einzusparen. Mittlerweile besteht die Produktpalette zusätzlich aus unverpackten Spültabs, WC-Reinigungs-Tabs, sowie Waschmittel, das auf verschiedene Wasserhärten angepasst und dadurch sparsamer einsetzbar ist.

Die Produkte und die Mission von Everdrop scheinen zu überzeugen. Auch wenn keine Umsatzzahlen bekannt sind: An die 120.000 Menschen folgen der Brand auf Instagram, im Februar 2021 sichert sich das Unternehmen eine Finanzierung in Höhe von über 18 Millionen Euro. Was im Gespräch mit Gründer David Löwe aber klar wird: Ohne die richtigen Tools hätte Everdrop nie so schnell wachsen können. Genau der richtige Kandidat für unser Tech Stack also.

Shopify legt den Grundstein

Die laut Löwe wichtigste Software für das Startup ist zweifelsfrei Shopify. Das Team habe den Shop direkt bei dem Anbieter aufgesetzt. „Shopify ist eines der stabilsten Systeme für Online-Shops. Bei der Ausstrahlung von dem Galileo-Beitrag gibt es bei anderen Shop-Server-Systemen das Risiko, dass die Seite zusammenbricht. Da gab es bei uns gar keine Einschränkungen“, erzählt David Löwe gegenüber OMR. „Außerdem kannst du mit Shopify sehr gut skalieren und Stück für Stück jeden Part deines Online-Shops individualisieren. Wir arbeiten gerade daran, den Shop für unser Subscription-Modell individuell anzupassen.“

Online-Shop von Everdrop

Schon vom Start weg nutzt Everdrop die Shopsoftware Shopify.

Denn in den vergangenen Monaten habe Everdrop gemerkt, dass sich die Reinigungsprodukte auch sehr gut im Abo verkaufen lassen – ein lukratives Geschäftsmodell. Um zu testen, wie gut Subscriptions für Everdrop funktionieren, sei Shopify ebenfalls perfekt gewesen: „Mit Shopify lässt sich so vieles erstmal ausprobieren. Wir haben zuletzt die App Recharge aufgespielt und mit der getestet, ob Kund*innen ein Abo abschließen würden. Das war für uns der Proof of Concept und jetzt bauen wir dafür ein eigenes System.“

Mail-Tool direkt integriert

Von der Leistungsfähigkeit Shopifys „profitieren“ im Falle von Everdrop noch weitere Dienstleister, deren Tools sich optimal in das Shopsystem integrieren lassen. „Für Mailings haben wir zu Beginn Mailchimp eingesetzt, aber Klaviyo funktioniert einfach wahnsinnig gut mit Shopify. Damit können wir die Kundenkommunikation sehr gut individualisieren und automatisieren“, so David Löwe. „Mit Klaviyo machen wir die gesamte Kundenkommunikation: Wir machen die Shop-Kommunikation, zeigen nach dem Kauf weitere Produkte und fahren die klassischen Newsletter-Kampagnen.“

Bei Mailchimp sei Everdrop irgendwann auch an gestalterische Grenzen gestoßen, als das Marketing-Team immer größer und professioneller wurde. Die einfachen Templates des Tools hätten den Start ins E-Mail-Marketing extrem vereinfacht, nach einer Weile sei es aber Zeit gewesen, zu einem Dienst mit mehr Möglichkeiten bei Gestaltung und Automatisierung zu wechseln. Deshalb sei die Wahl auf Klaviyo gefallen.

Influencer sorgen für Wachstum – ohne Tools unmöglich

Besonders spannend an der Geschichte von Everdrop ist aber der Weg zu 120.000 Instagram-Followern – schon beeindruckend für einen Hersteller von Reinigungsmitteln. Das Wachstum hätten vor allem Influencer unterstützt. Die Ansprache der passenden Creator erfolge aus dem eigenen Team heraus ganz persönlich. Für alles andere brauche es aber das passende Tool: „Mit Storyclash recherchieren wir nach passenden Influencern. Das Tool zeigt an, mit welchen Brands diese schon gearbeitet haben und wie gut diese Produkte präsentieren“, erklärt David Löwe. „Wir tracken in Storyclash auch unsere Kampagnen und können gepostete Instagram Stories direkt archivieren. So können wir im Team dann gemeinsam auf die Ergebnisse schauen.“

Das Tool vereinfache die Vor- und Nachbearbeitung von Kampagnen extrem. Nur dank der Software könne Everdrop ein Archiv der Deals schaffen und daraus Learnings für kommende Kooperationen sammeln. Storyclash habe noch ein weiteres hilfreiches Feature: Das Tool erkenne Texte auch in Instagram Stories, was auch hier eine Suche nach Schlagwörtern erlaube. So finde Everdrop Influencer, die auch zur eigenen Brand passen. Aber wie gesagt: Alle Arbeit kann Storyclash dem Marketing-Team nicht abnehmen: „Storyclash ist aber ein rein operatives Tool. Beim Influencer Marketing ist immer noch das persönliche Verhältnis zu den Creatorn und den Managements entscheidend.“

Daten aufbereiten für alle Abteilungen

Wichtige Daten erhebt Everdrop aber nicht nur über seine Influencer-Kampagnen. Als E-Commerce-Player ist die Auswertung aller Zahlen natürlich extrem wichtig. „Ein Großteil unseres täglichen Geschäfts besteht darin, Daten auszuwerten: Verkaufstrends, Conversion Rates, CPMs, Kundenbewegung. Um solche Daten schnell erfassbar zu machen, nutzen wir hauptsächlich Tableau und Looker Studio“, sagt David Löwe. „Wir arbeiten partiell auch weiterhin mit dem kostenlosen Tool Google Looker Studio (insb. für kollaborative Dashboards). Daten sind Key für den Erfolg im E-Commerce – folglich sollte man nicht daran sparen, seine Daten bestmöglich zu nutzen.“ Deswegen komme für komplexere Analysen mittlerweile das angesprochene Tool Tableau zum Einsatz, das in einem Dashboard bei Everdrop etwa darstellt, wie sich die Customer Acquisition Costs (CAC) auf den verschiedenen Marketing-Kanälen entwickeln.

In der Erfassung dieser Kosten steckt für Everdrop und für viele andere Unternehmen aber ein zentrales Problem. Es ist extrem schwer, verlässlich zu verstehen, über welche Touchpoints Kund*innen den Weg bis zum Kauf eines Produkts gegangen sind. „Unser größter Pain Point ist die Marketing-Attribution. Vor allem Spillover- und Branding-Effekte von visuellen Kanälen lassen sich nur schwer messen und Kanälen zuweisen“, so Löwe. Es sei wahrscheinlich, dass viele Nutzende Everdrop auf Instagram-Posts gesehen hätten und daraufhin den Shop besuchen. Nachweisen lasse sich das trotz vieler Tools am Markt nur schwer.

Diese Tools nutzt Everdrop

Hier eine Liste der Software, die bei Everdrop zum Einsatz kommt:



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Martin Gardt
Autor*In
Martin Gardt

Martin kümmert sich vor allem um neue Artikel für OMR.com und den Social-Media-Auftritt. Nach dem Studium der Kommunikations- und Medienwissenschaft ging er zur Axel Springer Akademie, der Journalistenschule des Axel Springer Verlags. Danach arbeitete er bei der COMPUTER BILD mit Fokus auf News aus der digitalen Welt und Start-ups. Am Wochenende findet Ihr ihn auf der Gegengerade im Millerntor.

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