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Keyword-Stuffing – Definition, Hintergrund und SEO-Empfehlung

Marius Wolf 12.7.2022

Früher war Keyword-Stuffing bei SEO an der Tagesordnung. Es wurde mit allen Tricks gearbeitet, um die Keywords irgendwie auf der Webseite unterbringen. In Extremfällen wurde sogar versteckter Text im Hintergrund eingebaut, sodass dieser bei Google und Co. rankte, jedoch nicht für den User zu sehen war. Doch die Suchmaschinen haben sich in den letzten Jahren stark weiterentwickelt und können nicht mehr so leicht getäuscht werden. Mit jedem Google Update (insb. Panda Update) wird dies grundsätzlich immer schwieriger.

Wenn Ihr heutzutage noch diese in Verruf geratene Vorgehensweise betreibt, dann riskiert Ihr Abstrafungen von Suchmaschinen wie Google. Und das wollt Ihr doch nicht, oder?! In diesem Artikel findet Ihr heraus, was Keyword-Stuffing überhaupt ist, ob es sich heutzutage noch lohnt und wie Ihr es behebt oder ganz vermeiden könnt.

Was ist Keyword-Stuffing?

Frei übersetzt bedeutet Keyword-Stuffing "Schlüsselwort-Stopfen" oder "Schlüsselwort-Vollstopfen". Die Übersetzung liefert schon einen ersten Hinweis, was damit gemeint ist. Als Keyword-Stuffing bezeichnet man in der Suchmaschinenoptimierung die unnatürliche Anreicherung von Keywords innerhalb der gesamten Website. Innerhalb der gesamten Website bedeutet hierbei, dass die Keywords in den Metadaten, in den Link-Texten und in jeglichen Content vermehrt vorkommen. Die Keywords werden also in die gesamte Website hineingestopft.

Keyword-Stuffing.png

Bildquelle: Seobility

Keyword-Stuffing vs. Keyword-Spamming – Ist es das gleiche?

Keyword-Stuffing und Keyword-Spamming ähneln sich, aber sind nicht das Gleiche. Betreibt eine Webseite Keyword-Spamming, dann gibt sie Keywords an, die nicht dem Inhalt der Website entsprechen. Es werden Keywords verwendet, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen. Beliebte Keywords für das Keyword-Spamming sind „gratis“ oder „frei“, da diese häufig von Nutzer:innen gesucht werden.

Woher kommt das Keyword-Stuffing und ab wann gilt etwas als Keyword-Stuffing?

Ihr kennt das bestimmt. Ihr habt eine aufwändige Keyword-Recherche hinter Euch, schreibt gelungenen Content, aber irgendwie spiegelt sich das in den Rankings nicht wider. Das könnte daran liegen, dass Euer Content mit zu vielen Keywords vollgestopft ist. Keyword-Stuffing ist die Folge der Bewertung der sogenannten Keyword-Dichte (engl. "Keyword Density"). Keyword-Dichte ist ein mathematischer Quotient, der aus Anzahl eines bestimmten Begriffs und der Anzahl aller Wörter im Text resultiert. Hierbei kommt es auf den Umfang des gesamten Contents an. Der Gesamtumfang der Inhalte wird in Relation zu der Häufigkeit des Keywords betrachtet. Was die perfekte Keyworddichte angeht, gibt es keine eindeutige richtige Antwort. Ein Wert von maximal drei bis fünf Prozent wird heutzutage als gut angesehen - Tendenz weiter sinkend. Je höher die Keyword-Density ausfällt, desto mehr geht der Content in Richtung Keyword-Stuffing.

Wo kann Keyword-Stuffing auftreten? 

Keyword-Stuffing tritt in den Meta-Daten, den Linktexten und den regulären Texten, auf der kompletten Webseite und im kompletten SEO-Content auf. Die Methoden des Keyword-Stuffings sind sehr vielseitig. In den meisten Fällen findet Ihr Keyword-Stuffing hier:

  • Meta-Title
  • Meta-Description
  • Meta-Keywords
  • Texte auf der Webseite
  • Nicht lesbarer bzw. versteckter Text
  • Title-Tags der Linktexte sog. Ankertexte
  • Alt-Attribute der Bilder 
  • Überschriften
  • URL

Mit welchen Tools kann man herausfinden, ob man Keyword-Stuffing betreibt?

Da es äußerst mühsam wäre, die Keyword-Dichte und das daraus entstehende Keyword-Stuffing selbst auszurechnen, gibt es dafür bestimmte Tools. Es gibt viele SEO-Analyse-Tools, doch nicht alle können die Keyworddichte berechnen. Zudem gibt es kein SEO-Tool, was ausschließlich die Keyworddichte berechnet. Meistens handelt es sich um Plugins oder Add-Ons von gängigen SEO-Content-Tools. Die beiden gängigsten sind SEO-Quake von Semrush und das SEO-Plugin von Yoast.

Wie kann man Keyword-Stuffing messen?

Keyword-Stuffing ist die Folge der Berechnung der Keyworddichte. Die Keyword-Density kann man messen, das Keyword-Stuffing allerdings nicht. Es gibt also keine Keyword-Stuffing-Ratio. Um das zu veranschaulichen, gehen wir nochmal genauer auf den Begriff der Keyword-Density ein. Wie im vierten Absatz schon erklärt, bestimmt die Keyword-Density das Verhältnis eines Suchbegriffs zur Gesamtwortzahl eines Textes oder einer kompletten Webseite. Hierbei ist es wichtig, folgendes zu beachten: Suchmaschinen arbeiten textbasiert. Im Gegensatz zur:m menschlichen Besucher:in einer Webseite, scannt und liest die Suchmaschine auch den nicht sichtbaren Bereich, wie Alt-Tags, Title-Tags und alle anderen Meta-Daten. Die Keyword-Density bezieht sich also wirklich auf die komplette Webseite, nicht nur auf die sichtbaren Texte und Dateien. 

Ein Beispiel zur Veranschaulichung, wie die Keyword-Density berechnet wird: 

Auf einer Webseite zum Thema „Technik“ werden 500 Wörter verwendet. Das Thema ist zugleich das Keyword, zu welchem der Inhalt optimiert werden soll. Da es keine klare Zahl zu der perfekten Keyword-Density gibt, geht man von einem groben Richtwert zwischen 3% und 5% aus. Um also eine Keyword-Density von 5% zu erhalten, müsste das Keyword „Technik“ 25 Mal auf der Webseite vorkommen. Die Formel wäre also folgende:

[Anzahl des Suchbegriffs] x 100 : [Gesamtwortzahl] = [Keyword Density in Prozent]

Für das angeführte Beispiel bedeutet das also:

[25 mal der Begriff „Technik“] x 100 : [500 Wörter] = [5 Prozent Keyword Density für das Keyword „Technik“]

Ist Keyword-Stuffing schlecht für SEO?

Keyword-Stuffing hat keinen positiven Effekt auf SEO. Nicht nur das, sondern es führt gelegentlich auch zu folgenschweren Konsequenzen. In den meisten Fällen kommt es zu einer Abwertung der Website (einer sog. Penalty). Wird durch eine Suchmaschine Keyword-Stuffing erkannt, führt dies zu einem Ranking- und dadurch zu einem Sichtbarkeitsverlust. Content, bei dem Keyword-Stuffing erkannt wurde, riskiert nicht mehr bei der Suche gefunden. Im schlimmsten Fall wird die Seite sogar komplett aus dem Index gestrichen. Insbesondere Google ist inzwischen sehr gut darin geworden, Texte zu analysieren und zu verstehen. Um zu ranken muss demnach der Text nicht mehr übermäßig mit Schlüsselwörtern vollgestopft werden, sondern der Inhalt einen Mehrwert und Nutzen für den Leser bieten.

Durch eine überhöhte Keyworddichte leidet nicht nur das Suchmaschinen-Ranking. Ist die Website mit Schlüsselbegriffen vollgestopft, wird sie unlesbar für die Besucher:innen. Durch das Keyword-Stuffing wird der Wert des jeweiligen Contents stark abgestuft. Besucher:innen und potenzielle Kunde:innen werden also vom Content eher abgeschreckt als überzeugt. Die User-Experience sinkt. Dies führt dazu, dass die Conversion-Rate stagniert und dass die Websitebesucher:innen, diese schnell wieder verlassen. Die Scrolltiefe verringert sich, die Absprungrate erhöht sich und die Aufenthaltsdauer verkürzt sich. 

Beispiele für Keyword-Stuffing

Ein Beispiel für das Ausstopfen mit Schlüsselbegriffen wäre folgender Text auf einer Webseite:

„Wenn Sie nach der besten Handyhülle suchen, müssen Sie nicht weitersuchen. Wir bieten die beste Handyhülle an, die Sie sich geschäftlich oder privat wünschen können. Mit der hochwertigen Verarbeitung und den speziellen Details ist dies die beste Handyhülle für Ihr Handy. Bestellen Sie jetzt hier die beste Handyhülle.“

In diesem Beispiel fällt schnell auf, dass der Text vollgestopft ist mit dem Keyword „beste Handyhülle“. 

Ein weiteres Beispiel ist die Homepage einer Webseite für eine Singlebörse für Metzger:innen. Hier ein kleiner Ausschnitt:

Denn warum nicht einfach mit einer:m Metzger:in oder Schlachter:in flirten? Vielleicht auch eine:n Metzger:in mit Metzgerei heiraten, verhungern tut Ihr jedenfalls nicht!

  • Metzger sucht Frau
  • Metzgereifachverkäuferin findet Metzgerei
  • Fleischereifachverkäufer findet Fleischerin
  • Fleischermeister findet Frau mit Fachfleischer Siegel
  • Metzgerei sucht Frau
  • Fleischerei sucht Frau
  • Fleischereifachverkäuferin mit DLG Siegel findet Metzgerei

Es wird schnell deutlich, dass der Text vollgestopft ist mit den Keywords und Varianten „Metzger“ und „Fleischer“. Bei beiden Beispielen würde die Keyworddichte weit über dem empfohlenen Maximal-Bereich liegen und somit würde klares Keyword-Stuffing vorliegen.

Mit welchen Maßnahmen kann man Keyword-Stuffing vermeiden oder vorbeugen?

Das Vermeiden einer zu hohen Keyword-Dichte ist eine wichtige SEO-Maßnahme. Aber wie macht Ihr das? Wie vermeidet Ihr in Zukunft bei SEO-Texten das Vollstopfen mit Keywords? Indem Ihr guten und natürlich Content produziert. Damit ist gemeint, dass der Content nicht von den Keywords vollgestopft ist. Natürlich funktioniert SEO nicht ohne Keywords auf der Webseite einzubauen. Ein natürliches Vorkommen der Keywords ist völlig normal und hindert den Besucher:in nicht am Lesefluss. Es ist völlig normal in Title-Tags, Alt-Tags und Überschriften Keywords zu packen, Ihr solltet es nur nicht übertreiben. Google erkennt zudem inzwischen auch Synonyme und semantisch relevante Zusammenhänge, sodass in seltenen Fällen sogar ein Ranking eintreten kann, wenn der Suchbegriff überhaupt nicht im Text vorkommt.

Statt den Content mit Keywords zu überfluten, reichert Eure Webseite mit Aufzählungen, Grafiken und Links an. Diese Content-Pieces bieten den Besucher:innen einen echten Mehrwert und lassen den Content auf natürliche Weise lebendig und interessant werden. Des Weiteren sollten die in diesem Artikel angesprochenen Tools benutzt werden, um immer einen Überblick über die Keyworddichte zu haben. Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte WDF*IDF-Tools. Diese Tools ermitteln die Relevanz eines Textes anhand der Term-Gewichtung. Hier spielt nicht nur die Keyword-Häufigkeit eine Rolle. Diese Tools vergleichen Content der eigenen Webseite mit Webseiten der bestplatzierten URLs bei Google und vergleichen die Keyword-Anzahl der eigenen Webseite mit den konkurrierenden Webseiten.

Ihr merkt, wenn Onpage-Optimierung eins Eurer SEO-Ziele ist, ist dies auch ohne Keyword-Stuffing möglich.

Empfehlungen für Erfolge mit SEO Content

  • Befolgt die Google Richtlinien (und ggf. auch die von anderen Suchmaschinen wie Bing)
  • Informiert Euch über Veränderungen und aktuelle Studien zum Thema Keyworddichte
  • Schreibt Eure Texte für den Websitebesucher und nicht für die Suchmaschine
  • Verwendet alternative Schreibweisen und Synonyme, um den Text aufzulockern

Fazit

Keyword-Stuffing funktioniert nicht und das ist auch gut so! Dies hat einen positiven Effekt auf die SEO-Branche. Es geht bei Suchmaschinenoptimierung längst nicht mehr um schmutzige Tricks oder irgendwelche Betrügereien. Das sogenannte Black-Hat-SEO, welches mit genau diesen Tricks und den unsauberen Methoden arbeitet, wird heutzutage schnell von den Suchmaschinen erkannt und bietet absolut keinen Mehrwert. Es geht vielmehr um echtes Handwerk, gesammelte Erfahrung und Wissen und um gut recherchierten und produzierten natürlichen Content. Beherzigt Ihr dies, werdet Ihr merken, dass, mit ein bisschen Geduld, die Rankings mit der Zeit immer besser werden. Die besten Tipps rund um SEO, alle Tools, Reviews und weitere spannende Artikel findet Ihr auf der Seite von OMR Reviews.

Marius Wolf
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Marius Wolf

Ich bin Marius Wolf. Ich bin Creative-Writer und SEO-Manager bei Lemontaps. Zudem bin ich für unsere LinkedIn-Seite verantwortlich. Wir bei Lemontaps stehen für digitales und nachhaltiges Netzwerken. Mit unserer digitalen Visitenkarte können Unternehmen und Ihre Mitarbeiter:innen all Ihre Kontaktinformationen, Links und Dokumente an einem Ort verwalten, bearbeiten und mit anderen teilen. Unsere digitale Visitenkarte wird von Teams und Firmen weltweit genutzt. Mittlerweile haben wir über 2.500 Nutzer:innen weltweit.

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