Keyword-Stuffing im SEO: Erklärung, Problematik & Maßnahmen

Marius Wolf 20.4.2023

Lerne, was Keyword-Stuffing ist und welchen Einfluss es auf deine SEO-Maßnahmen hat

Früher war Keyword-Stuffing als gängige Methode im SEO an der Tagesordnung. Es wurde mit allen Tricks gearbeitet, um die Keywords irgendwie auf der Webseite unterzubringen. In Extremfällen wurde sogar versteckter Text im Hintergrund eingebaut, sodass dieser bei Google und Co. rankte, jedoch nicht für die Nutzer*innen zu sehen war.

Doch die Suchmaschinen und ihre Algorithmen haben sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt und können nicht mehr so leicht getäuscht werden. Mit jedem Google-Update (insb. Panda Update) wird dies grundsätzlich immer schwieriger. Für sie steht der*die Nutzer*in immer mehr im Fokus und damit einhergehend auch die Relevanz des Inhaltes.

Wenn du heutzutage noch diese in Verruf geratene Vorgehensweise betreibst, dann riskierst du Abstrafungen von Suchmaschinen wie Google. Und das möchtest du doch nicht, oder?!

In diesem Artikel findest du heraus, was Keyword-Stuffing ist, ob es sich heutzutage noch lohnt und wie du es beheben oder ganz vermeiden kannst.

Was ist Keyword-Stuffing?

Frei übersetzt bedeutet Keyword-Stuffing „Schlüsselwort-Stopfen“ oder „Schlüsselwort-Vollstopfen“. Die Übersetzung liefert schon einen ersten Hinweis, was damit gemeint ist. Als Keyword-Stuffing bezeichnet man in der Suchmaschinenoptimierung (SEO) die unnatürliche Anreicherung von Keywords innerhalb der gesamten Webseite. Innerhalb der gesamten Webseite bedeutet hierbei, dass die Keywords in den Metadaten, in den Link-Texten und in jeglichen Inhalten vermehrt vorkommen. Die Keywords werden also in die gesamte Webseite hineingestopft.

Keyword-Stuffing.png

Beispiel für Keyword-Stuffing (Bildquelle: Seobility)

Keyword-Stuffing vs. Keyword-Spamming – Ist es das gleiche?

Keyword-Stuffing und Keyword-Spamming ähneln sich, aber sind nicht das Gleiche. Betreibt eine Webseite Keyword-Spamming, verwendet sie eine noch aggressivere Taktik, bei der Keywords absichtlich und unnatürlich oft in der Meta-Beschreibung, den Seitentiteln, im Inhalt oder im Quellcode einer Webseite platziert werden. Teilweise werden hier sogar Keywords in den Quellcode eingearbeitet, die für die Nutzer*innen auf der Webseite selbst aber nicht sichtbar sind, da Schriftfarbe und Hintergrundfarbe identisch sind.

Zusätzlich kann es sein, dass Keywords angegeben werden, die nicht dem Inhalt der Webseite entsprechen. Es werden Keywords verwendet, die das Suchmaschinen-Ranking verbessern sollen. Beliebte Keywords für das Keyword-Spamming sind „gratis“, „kostenlos“ oder „frei“, da diese häufig von Nutzer*innen gesucht werden.

Mit solchen Methoden riskierst du allerdings eine Abstrafung bei Google & Co.

Woher kommt Keyword-Stuffing und wann gilt etwas als Keyword-Stuffing?

Du kennst das bestimmt. Du hast eine aufwendige Keyword-Recherche hinter dir, schreibst gelungenen Content, aber irgendwie spiegelt sich das in den Rankings nicht wider. Das könnte daran liegen, dass dein Inhalt mit zu vielen Keywords vollgestopft ist. Keyword-Stuffing ist die Folge der Bewertung der sogenannten Keyworddichte (engl. „Keyword Density“).

Keyworddichte ist ein mathematischer Quotient, der aus der Anzahl eines bestimmten Begriffs und der Anzahl aller Wörter im Text resultiert. Hierbei kommt es auf den Umfang des gesamten Contents an. Der Gesamtumfang der Inhalte wird in Relation zu der Häufigkeit des Keywords betrachtet. Was die perfekte Keyworddichte angeht, gibt es keine eindeutige, richtige Antwort.

Ein Wert von maximal drei bis fünf Prozent wird heutzutage als gut angesehen – Tendenz weiter sinkend. Je höher die Keyword-Density ausfällt, desto mehr geht der Inhalt in Richtung Keyword-Stuffing.

Wo kann Keyword-Stuffing auftreten? 

Keyword-Stuffing tritt in den Metadaten, den Linktexten und den regulären Texten auf der kompletten Webseite und im kompletten SEO-Content auf. Die Methoden des Keyword-Stuffings sind sehr vielseitig.

In den meisten Fällen findest du Keyword-Stuffing hier:

  • Meta-Title (Seitentitel)
  • Meta-Description (Seitenbeschreibung)
  • Meta-Keywords
  • Texte auf der Webseite
  • Nicht lesbarer bzw. versteckter Text
  • Linktexte, sog. Ankertexte
  • Alt-Attribute der Bilder 
  • Title-Tags der Bilder
  • Überschriften
  • URL

Mit welchen Tools kannst du herausfinden, ob du Keyword-Stuffing betreibst?

Da es äußerst mühsam wäre, die Keyworddichte und das daraus entstehende Keyword-Stuffing selbst auszurechnen, gibt es dafür bestimmte Tools. Es gibt viele SEO-Analyse-Tools, doch nicht alle können die Keyworddichte berechnen. Zudem gibt es kein SEO-Tool, was ausschließlich die Keyworddichte berechnet.

Meistens handelt es sich um Plugins oder Add-ons von gängigen SEO-Content-Tools. Die beiden gängigsten sind SEO-Quake von Semrush

und das SEO-Plugin von Yoast.

Wie kannst du Keyword-Stuffing messen?

Keyword-Stuffing ist die Folge der Berechnung der Keyworddichte. Die Keyword-Density kann man messen, das Keyword-Stuffing allerdings nicht. Es gibt also keine Keyword-Stuffing-Ratio. Um das zu veranschaulichen, gehen wir noch einmal genauer auf den Begriff der Keyword-Density ein. Wie weiter oben schon erklärt, bestimmt die Keyword-Density das Verhältnis eines Suchbegriffs zur Gesamtwortzahl eines Textes oder einer kompletten Webseite.

Hierbei ist es wichtig, Folgendes zu beachten: Suchmaschinen wie Google arbeiten textbasiert. Im Gegensatz zu menschlichen Besucher*innen einer Webseite, scannt und liest Google auch den nicht-sichtbaren Bereich, wie Alt-Tags, Title-Tags und alle anderen Metadaten. Die Keyword-Density bezieht sich also wirklich auf die komplette Webseite, nicht nur auf die sichtbaren Texte und Dateien. 

Ein Beispiel zur Berechnung der Keyword-Density: 

Auf einer Webseite zum Thema „Technik“ werden 500 Wörter verwendet. Das Thema ist zugleich das Keyword, zu welchem der Inhalt optimiert werden soll. Da es keine klare Zahl zu der perfekten Keyworddichte gibt, geht man von einem groben Richtwert zwischen 3 % und 5 % aus. Um also eine Keyword-Density von 5 % zu erhalten, müsste das Keyword „Technik“ 25 Mal auf der Webseite vorkommen. Die Formel wäre also folgende:

>>> [Anzahl des Suchbegriffs] x 100 / [Gesamtwortzahl] = [Keyword-Density in Prozent]

Für das angeführte Beispiel bedeutet das also:

[25-mal der Begriff „Technik“] x 100 / [500 Wörter] = [5 Prozent Keyword-Density für das Keyword „Technik“]

Ist Keyword-Stuffing schlecht für dein SEO?

Keyword-Stuffing hat keinen positiven Effekt auf dein SEO. Nicht nur das, sondern es kann auch zu folgenschweren Konsequenzen führen. In den meisten Fällen kommt es zu einer Abstrafung der Webseite (einer sog. Penalty). Wird durch Google Keyword-Stuffing erkannt, führt dies zu einem Rankingverlust und dadurch auch zu einem Sichtbarkeitsverlust.

Content, bei dem Keyword-Stuffing erkannt wurde, riskiert, nicht mehr bei der Suche gefunden zu werden. Im schlimmsten Fall wird die Seite sogar komplett aus dem Index gestrichen. Insbesondere Google ist inzwischen gut darin geworden, Texte zu analysieren und zu verstehen. Um zu ranken, muss demnach der Text nicht mehr übermäßig mit Keywords vollgestopft werden, sondern der Inhalt einen Mehrwert und Nutzen für die Leser*innen bieten.

Durch eine überhöhte Keyworddichte leidet nicht nur dein Suchmaschinen-Ranking. Ist die Webseite mit Schlüsselbegriffen vollgestopft, wird sie unlesbar für die Besucher*innen. Durch das Keyword-Stuffing wird der Wert des jeweiligen Inhaltes stark abgestuft. Besucher*innen und potenzielle Kund*innen werden also vom Content eher abgeschreckt als überzeugt.

Auch die User-Experience sinkt. Dies führt dazu, dass die Conversion-Rate stagniert und dass die Websitebesucher*innen diese schnell wieder verlassen. Die Scrolltiefe verringert sich, die Absprungrate erhöht sich und die Aufenthaltsdauer verkürzt sich. 

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Beispiele für Keyword-Stuffing

Ein Beispiel für das Ausstopfen mit Schlüsselbegriffen wäre folgender Text auf einer Webseite:

„Wenn du nach der besten Handyhülle suchst, musst du nicht weitersuchen. Wir bieten die beste Handyhülle an, die du dir geschäftlich oder privat wünschen kannst. Mit der hochwertigen Verarbeitung und den speziellen Details ist dies die beste Handyhülle für dein Handy. Bestelle jetzt hier die beste Handyhülle.“

In diesem Beispiel fällt schnell auf, dass der Text vollgestopft ist mit dem Keyword „beste Handyhülle“

Ein weiteres Beispiel ist die Homepage einer Website für eine Singlebörse für Metzger*innen.

Hier ein kleiner Ausschnitt:

„Denn warum nicht einfach mit einem Metzger oder Schlachter flirten? Vielleicht auch einen Metzger mit Metzgerei heiraten, verhungern tust du jedenfalls nicht!

  • Metzger sucht Frau
  • Metzgereifachverkäuferin findet Metzgerei
  • Fleischereifachverkäufer findet Fleischerin
  • Fleischermeister findet Frau mit Fachfleischer Siegel
  • Metzgerei sucht Frau
  • Fleischerei sucht Frau
  • Fleischereifachverkäuferin mit DLG Siegel findet Metzgerei“

Es wird schnell deutlich, dass der Text vollgestopft ist mit den Keywords und Varianten „Metzger*in“ und „Fleischer*in“. Bei beiden Beispielen würde die Keyworddichte weit über dem empfohlenen Maximal-Bereich liegen und somit würde klares Keyword-Stuffing vorliegen.

Mit welchen Maßnahmen kannst du Keyword-Stuffing vermeiden oder vorbeugen?

Das Vermeiden einer zu hohen Keyworddichte ist eine wichtige SEO-Maßnahme. Aber wie machst du das? Wie vermeidest du in Zukunft bei SEO-Texten das Vollstopfen mit Keywords? Indem du guten und natürlich Content produzierst. Damit ist gemeint, dass der Content nicht von den Keywords vollgestopft ist.

Natürlich funktioniert SEO nicht, ohne Keywords auf der Webseite einzubauen. Ein natürliches Vorkommen der Keywords ist völlig normal und hindert den Besucher*in nicht am Lesefluss. Es ist völlig normal in Title-Tags, Alt-Tags und Überschriften Keywords zu packen, du solltest es nur nicht übertreiben.

Google erkennt zudem inzwischen auch Synonyme und semantisch relevante Zusammenhänge, sodass sogar Rankings eintreten können, wenn die Suchbegriffe überhaupt nicht im Text vorkommen.

Statt den Content mit Keywords zu überfluten, reichere deine Webseite mit Aufzählungen, Grafiken und Links an. Diese Content-Pieces bieten den Besucher*innen einen echten Mehrwert und lassen den Content auf natürliche Weise lebendig und interessant werden.

Des Weiteren sollten die in diesem Artikel angesprochenen Tools benutzt werden, um immer einen Überblick über die Keyworddichte zu haben.

Eine weitere Möglichkeit bieten sogenannte WDF*IDF-Tools wie das von Termlabs.io, Seobility oder Ryte. WDF steht hierbei für „Within Document Frequency“ und IDF für „Inverse Document Frequency“. Solche WDF*IDF-Tools ermitteln somit die Relevanz eines Textes anhand der Term-Gewichtung. Hier spielt nicht nur die Keyword-Häufigkeit eine Rolle. Diese Tools vergleichen Content der eigenen Webseite mit Webseiten der bestplatziertesten URLs bei Google und vergleichen die Keyword-Anzahl der eigenen Webseite mit den konkurrierenden Webseiten.

Du merkst, wenn Onpage-Optimierung eins deiner SEO-Ziele ist, ist dies auch ohne Keyword-Stuffing möglich.

4 Empfehlungen für Erfolge mit SEO-Content

  • Befolge die Google-Richtlinien (und ggf. auch die von anderen Suchmaschinen wie Bing)
  • Informiere dich über Veränderungen und aktuelle Studien zum Thema Keyworddichte
  • Schreibe deine Texte für deine Websitebesucher*innen und nicht für die Suchmaschine
  • Verwende unterschiedliche Keyword-Varianten und Keyword-Synonyme, um den Text aufzulockern und deine Chance zu erhöhen, zu mehr Keywords zu ranken

Fazit

Keyword-Stuffing funktioniert nicht mehr und das ist auch gut so! Dies hat einen positiven Effekt auf die SEO-Branche. Es geht bei Suchmaschinenoptimierung längst nicht mehr um schmutzige Tricks oder Betrügereien. Das sogenannte Black-Hat-SEO, welches mit genau diesen Tricks und den unsauberen Methoden arbeitet, wird heutzutage schnell von den Suchmaschinen wie Google erkannt und abgestraft und bietet absolut keinen Mehrwert.

Es geht vielmehr um echtes Handwerk, gesammelte Erfahrung und Wissen und um gut recherchierten und produzierten natürlichen Content. Beherzigst du dies, wirst du merken, dass mit ein bisschen Geduld, die Rankings mit der Zeit immer besser werden.

Marius Wolf
Autor*In
Marius Wolf

Ich bin Marius Wolf. Ich bin Creative-Writer und SEO-Manager bei Lemontaps. Zudem bin ich für unsere LinkedIn-Seite verantwortlich. Wir bei Lemontaps stehen für digitales und nachhaltiges Netzwerken. Mit unserer digitalen Visitenkarte können Unternehmen und Ihre Mitarbeiter:innen all Ihre Kontaktinformationen, Links und Dokumente an einem Ort verwalten, bearbeiten und mit anderen teilen. Unsere digitale Visitenkarte wird von Teams und Firmen weltweit genutzt. Mittlerweile haben wir über 2.500 Nutzer:innen weltweit.

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