Black-Hat-SEO

Als Black Hat SEO werden Optimierungsmaßnahmen zur Verbesserung des Suchmaschinen-Rankings bezeichnet, die gegen die Richtlinien von Google und anderen Suchmaschinen verstoßen.

 

 

Egal welche Black-Hat-Methode gewählt wird, die Ziele sind immer gleich:

  • schnelle Ergebnisse
  • Konkurrent*innen ausstechen
  • hohes Ranking in den Suchmaschinen-Ergebnissen

SEO ist ein langwieriger Prozess. Um ein gutes Ranking zu erzielen, braucht es viel Arbeit und Zeit. Es gibt jedoch Menschen, die nicht so lange warten möchten, um Ergebnisse zu sehen. Sie nutzen Black Hat SEO, um diesen Prozess zu beschleunigen. Was genau Black Hat SEO ist, welche Vor- und Nachteile der Einsatz hat, wie Google diese Maßnahmen bestraft und wie Black Hat SEO auch auf Amazon eingesetzt wird, erfahrt Ihr hier.

Welche Black-Hat-Maßnahmen gibt es?

Die Google Webmaster Richtlinien geben vor, welche Maßnahmen empfehlenswert und welche nicht erwünscht sind. Einige davon sind sogar illegal und können juristisch verfolgt werden. Schauen wir uns einige der Black-Hat-Maßnahmen genauer an. Es gibt vielfältige Black-Hat-Maßnahmen, die Onpage und Offpage stattfinden. Die Methoden ändern sich mit den Google-Updates, denn der Algorithmus lernt dazu. Von Google unerwünschte Methoden können dadurch teilweise automatisch erkannt und abgestraft werden. Bestimmte Black-Hat-Maßnahmen, die früher funktioniert haben, sind heute nutzlos. Wir schauen uns jetzt ein paar der aktuell genutzten Maßnahmen an.

  • Cloaking

Beim Cloaking (aus dem Engl.: etwas verhüllen; Deckmantel) werden zwei Webseiten mit gleicher URL, aber unterschiedlichen Inhalten erstellt. Eine Webseite ist für den Suchmaschinen-Crawler gedacht, die andere für Besucher*innen. Dem Crawler wird eine suchmaschinenoptimierte Webseite angezeigt, die Besucher*innen landen bspw. auf einer Affiliate-Seite. Beim Cloaking gibt es unterschiedliche Techniken, z. B. das Mosaik-Cloaking und das Link-Cloaking. Mosaik-Cloaking wird genutzt, um einzelne Elemente auszutauschen. So können bspw. Affiliate-Ads oder andere Werbebanner vor den Crawlern versteckt werden. Beim Link-Cloaking versucht man z. B. die tatsächliche Anzahl an Affiliate-Links zu verbergen.

  • Article Spinning

Article Spinning ist eine Technik, bei der bereits veröffentlichte Inhalte umgeschrieben werden. Dabei verwendet man Synonyme, ändert die Satzstruktur oder formuliert den Text komplett um. Die Informationen des originalen Textes werden also beibehalten, die neuen Texte liefern keinen Mehrwert. Ziel ist, immer neue Inhalte zu erstellen, ohne viel Zeit zu investieren. Article Spinning kann entweder manuell oder mithilfe von Software durchgeführt werden.

  • Comment Spam

Von Comment Spam spricht man, wenn irrelevante Kommentare auf Blogs, in Foren oder auf Social-Media-Plattformen verfasst werde. Das Ziel ist, möglichst viele Verlinkungen auf die eigene Seite zu erhalten. Diese Art des Linkbuilding ist nicht nur ärgerlich für Seitenbetreiber*innen, auf deren Webseite der Spam gepostet wird. Es ist außerdem nicht sonderlich effektiv für den Linkaufbau, da bspw. Links in Blog-Kommentaren oft „nofollow“ sind. Auf Social-Media-Plattformen ist das Posten von Links für Eigenwerbung zudem fast immer untersagt.

Black-Hat-SEO-Maßnahmen

Welche Vorteile hat Black Hat SEO?

Bei Black Hat SEO ist es schwierig, von Vorteilen zu sprechen. Aber würden die Black-Hat-Maßnahmen gar nicht funktionieren, würde sie auch niemand machen. Schauen wir uns also an, welche Vorteile Black Hat SEO hat.

  • Schnelle Ergebnisse: Der Hauptgrund für Black-Hat-Maßnahmen, denn diese wirken tatsächlich schnell.
  • Leicht umsetzbar: Die meisten Black-Hat-Maßnahmen erfordern nicht allzu viele Kenntnisse und können mit ein wenig Anleitung schnell umgesetzt werden. Article-Spinning funktioniert mit Software sogar ganz ohne eigenes Zutun.
  • Kostenlos: Black-Hat-Maßnahmen kosten i. d. R. nichts, außer etwas Zeit. Ohne finanziellen Einsatz, z. B. für Google Ads, rankt man schnell hoch.

Klingt auf den ersten Blick nicht schlecht? Dann schnell weiter zum nächsten Absatz.

Welche Nachteile hat Black Hat SEO?

Wie Ihr jetzt wisst, könnt Ihr durch Black-Hat-Maßnahmen mit geringem Einsatz schnell Ergebnisse erzielen. Wieso solltet Ihr dennoch darauf verzichten?

  • Kurzer Höhenflug: Der Erfolg der Maßnahmen ist aus vielerlei Gründen nur von kurzer Dauer. Schauen wir uns zwei Beispiele an:
    Beispiel 1: Durch Cloaking landen viele Besucher*innen auf Eurer Seite. Anstelle des erwarteten Inhalts landen sie aber auf einer Affiliate-Seite. Sie klicken gleich zurück und Eure Conversion Rate sackt in den Keller.
    Beispiel 2: Google hat Eure dunklen Machenschaften aufgedeckt und straft Euch ab.
  • Langfristiger Schaden: Sobald Eure Verstöße gegen die Richtlinien gemeldet oder von Google selbst bemerkt werden, erhaltet Ihr eine Strafe. Diese kann unterschiedlich schwer ausfallen. Im schlimmsten Fall werdet Ihr komplett aus der Suchergebnis-Liste gestrichen.
  • Unethisch: Euch sollte an dieser Stelle klar sein, dass Black Hat SEO immer mit Täuschung einhergeht. Nicht nur Täuschung der Suchmaschinen, sondern Täuschung Eurer Besucher*innen. Habt Ihr das Vertrauen einmal verspielt, wird es schwer sein, dieses wiederzuerlangen.

Um die Vorteile von Black Hat SEO zu nutzen, ohne die Nachteile in Kauf nehmen zu müssen, setzen einige Website-Betreiber*innen auf Grey Hat SEO. Dabei bewegen sie sich in einer Grauzone. Die Techniken sind nicht wirklich erlaubt, aber eben auch nicht verboten. Wollt Ihr regelkonform Euer Ranking verbessern, greift Ihr besser auf White Hat SEO zurück. Die Ergebnisse lassen zwar länger auf sich warten, aber Ihr habt weder Google-Strafen zu befürchten noch zieht Ihr den Unmut der Besucher*innen auf Euch.

Black Hat SEO auf Amazon

Auch auf Amazon werden Black-Hat-SEO-Techniken genutzt, um das Produkt-Ranking zu verbessern. Wir stellen Euch drei beliebte Methoden vor.

  • Click Farming

Beim Click Farming werden die Klicks auf Links künstlich in die Höhe getrieben. Die Klicks werden durch Menschen oder Bots durchgeführt. Diese Methode hat mehrere Anwendungsfälle, z. B. die Werbeausgaben der Konkurrent*innen erhöhen. Die Methode kann auch genutzt werden, um das eigene Angebot besser dastehen zu lassen. Kurzzeitig wird das Angebot weiter oben in den Suchergebnissen angezeigt. Längerfristig schadet ein Klick ohne Kauf dem Ranking aber, da die Conversion Rate sinkt.

  • Fake-Bewertungen bei Konkurrent*innen

Hier werden bei Konkurrent*innen Bewertungen hinterlassen, positive oder negative. Negative Kommentare können zusätzlich als hilfreich markiert werden, wodurch sie sehr präsent angezeigt werden. Doch wie schaden positive Bewertungen? Indem sehr viele nicht verifizierte Bewertungen für das Konkurrenz-Produkt verfasst werden und dadurch einen Alarm bei Amazon auslösen.

  • Manipulation durch Übernahme von Bewertungen

Bestimmt habt Ihr das auch schon einmal gesehen: Ihr klickt auf ein sehr gut bewertetes Produkt, lest Euch die Bewertungen durch und seid verwirrt. Denn der Großteil der Bewertungen bezieht sich gar nicht auf Euer Produkt. Wie kommt das? Händler*innen nutzen hier einfach ein bereits vorhandenes Angebot mit guten Bewertungen und wechseln das Bild und die Beschreibung aus. So wird der Algorithmus getäuscht und das ausgetauschte Produkt womöglich sogar als „Amazon’s Choice“ angezeigt.

Amazon bestraft solches Vorgehen: sofortiger Entzug der Verkaufsrechte, Guthaben wird einbehalten, Produkte werden für Bewertungen gesperrt oder es geht eine Klage raus.

Google-Vorgehen gegen Black Hat SEO

Die Sanktionen von Google für die Missachtung der Google Webmaster Richtlinien nennt man auch Penalty. Es gibt zwei Arten von Penaltys, die algorithmische und die manuelle. Die algorithmische Penalty wird automatisch verhängt. Das ist bereits seit dem Panda Update 2011 möglich. Duplicate Content und Linkspamming werden damit erkannt. Die manuelle Penalty wird von Menschen durchgeführt. Bei einer manuellen Abstrafung bekommt Ihr in Eurer Google Search Console einen Hinweis auf Euer Vergehen. Ihr habt also die Möglichkeit, dieses zu beseitigen und die Webseite anschließend zu einer Prüfung einzureichen.

Wie hoch die Strafe ist, hängt vom Vergehen ab. Ein Rankingverlust für ein Keyword wäre hier eine milde Strafe, die vollständigen Verbannung einer kompletten Domain die härteste. Es ist in beiden Fällen sehr schwer bis unmöglich, jemals wieder gut zu ranken.

Fazit

Black Hat SEO führt nur kurzfristig zum Erfolg. Und auch dieser Erfolg wird immer kürzer, denn: Die Algorithmen von Suchmaschinen werden immer besser und decken Black-Hat-SEO-Techniken immer schneller auf. Dieser Artikel ist nicht als Anleitung für Black Hat SEO zu betrachten, sondern dient der Aufklärung. Denn: Unwissenheit schützt vor Google-Strafe nicht. Wer dennoch den Reiz des Verbotenen spüren will, kann sich Grey Hat SEO genauer anschauen. Wir empfehlen jedoch den Einsatz von White Hat SEO für einen nachhaltigen Erfolg. Auf OMR Reviews findet Ihr dafür eine umfassende Auswahl an SEO-Tools mit Bewertungen.