Barrierefreie Sprache: Boost fürs Online-Marketing
In diesem Artikel erfährst du, wie du barrierefreie Sprache in deinem Unternehmen umsetzen kannst, um Zugänglichkeit zu verbessern und gesetzliche Vorgaben ab Juni 2025 zu erfüllen
- Warum ist verständliche Sprache wichtig?
- Was ist barrierefreie Sprache? Eine Definition
- Was ist verständlich für die Mehrheit? Merkmale barrierefreier Sprache
- Was sind Sprachbarrieren?
- Der „Klartext-Effekt“ wirkt auch intern
- Leichte Sprache? Vorsicht, nur für Menschen mit Einschränkungen
- Einfache Sprache statt Leichte Sprache: So gelingt Kommunikation mit allen
- Brücken statt Sprachbarrieren: Beispiele für barrierefreie Sprache
- 7 Tipps, um barrierefreie Sprache umzusetzen
- 5 wichtige Methoden für barrierefreie Sprache
- Barrierefreie Sprache und Gendern
- Hilfreiche Tools zur Barrierefreiheit
- Fazit
- Checkliste: So gelingt barrierefreie Sprache im Alltag
Warum ist verständliche Sprache wichtig?
Vorteile verständlicher, barrierefreier Sprache:
- Erhöhte Reichweite: Mehr Menschen verstehen deine Botschaften und reagieren darauf. Auch Akademiker*innen haben oft Schwierigkeiten, komplexe Texte wie Behördenschreiben zu entschlüsseln. Verständliche Sprache erreicht Menschen in allen Bildungsschichten und Situationen besser. Das gilt, egal ob sie müde nach einem langen Tag sind, eine Augenoperation hatten oder abgelenkt sind, etwa im öffentlichen Nahverkehr.
- Vertrauensaufbau: Klare und verständliche Sprache erhöht das Vertrauen der Kund*innen. Umfragen zeigen, dass 84 Prozent der Menschen Organisationen mehr vertrauen, die verständlich kommunizieren und auf Fachjargon verzichten (vgl. Siegel + Gale, 2009).
- Effizienzgewinne: Verständliche Kommunikation reduziert Rückfragen und Missverständnisse. Das spart Zeit und Ressourcen. Ein Beispiel aus den USA: Eine Behörde überarbeitete ihre Texte. Dadurch konnte sie 4,4 Millionen US-Dollar an Personalkosten einsparen (vgl. Kimble, 2012). Ein Finanzdienstleister vereinfachte seine internen Dokumente. Dadurch verbesserte er die Produktivität seiner Mitarbeiter*innen um 36,9 Prozent (vgl. Grotsky, R. 2004).
- Verbesserte Conversion Rates: Eine Studie der Agentur Portent zeigt: Höhere Lesbarkeit verbessert die B2C-Conversion Rate. Portent fand heraus, dass die Lesbarkeit von Texten einen Einfluss von 13 Prozent auf die Konversionsrate hat. Sprache ist ein weiches Thema? Nein, wirklich nicht (vgl. Portent.com, 2020).
Was ist barrierefreie Sprache? Eine Definition
Was ist verständlich für die Mehrheit? Merkmale barrierefreier Sprache
Was sind Sprachbarrieren?
Arten von Barrieren im Kontext Kommunikation:
- Kognitive Barrieren: Texte sind zu komplex und schwer verständlich.
- Sprachliche Barrieren: Verwendung von Fachbegriffen oder Fremdwörtern, die nicht allen geläufig sind.
- Technische Barrieren: Inhalte sind nicht für Screenreader oder andere Hilfsmittel optimiert.
- Visuelle Barrieren: Unleserliche Schriftarten oder schlechte Kontraste erschweren das Lesen.
Der „Klartext-Effekt“ wirkt auch intern
Leichte Sprache? Vorsicht, nur für Menschen mit Einschränkungen
Merkmale der Leichten Sprache:
- Kurze Sätze: Maximal ein Gedanke pro Satz.
- Einfache Wörter: Verzicht auf Fachbegriffe und komplizierte Ausdrücke.
- Klare Struktur: Verwendung von Überschriften und Absätzen zur Orientierung.
- Visuelle Unterstützung: Einsatz von Bildern oder Piktogrammen zur Veranschaulichung.
Einfache Sprache statt Leichte Sprache: So gelingt Kommunikation mit allen
Merkmale der Einfachen Sprache:
- Verständliche Wörter: Nutzung bekannter und geläufiger Begriffe.
- Klare Satzstrukturen: Bevorzugung von Hauptsätzen gegenüber verschachtelten Nebensätzen.
- Verzicht auf unnötigen Fachjargon: Fachbegriffe werden vermieden oder verständlich erklärt.
- Adressatengerechte Kommunikation: Anpassung des Textes an die Bedürfnisse der Zielgruppe.
Brücken statt Sprachbarrieren: Beispiele für barrierefreie Sprache
7 Tipps, um barrierefreie Sprache umzusetzen
- Verwende einfache Wörter: Verzichte auf Fachbegriffe und Fremdwörter oder erkläre sie verständlich.
- Kurze Sätze: Formuliere Sätze mit maximal 15 Wörtern.
- Aktive Sprache: Nutze die aktive Form, um direkte und klare Aussagen zu treffen.
- Strukturierte Inhalte: Verwende Überschriften, Absätze und Listen, um den Text zu gliedern.
- Klare Gestaltung: Achte auf ausreichend Kontrast und gut lesbare Schriftarten.
- Visuelle Hilfsmittel: Ergänze deinen Text mit passenden Bildern oder Grafiken.
- Feedback einholen: Lasse deinen Text von Personen aus der Zielgruppe lesen und gebe Raum für Rückmeldungen.
5 wichtige Methoden für barrierefreie Sprache
- Mache dich mit “Plain Language” vertraut und halte dich an die Empfehlungen für “Einfache Sprache”: Setze auf klare Sprache, die für alle verständlich ist.
- Textanalyse-Tools nutzen: Verwende Tools wie die WORTLIGA Textanalyse oder das LIX-Tool, um die Verständlichkeit zu prüfen.
- Lesbarkeitsindex anwenden: Berechne die Lesbarkeit deiner Texte. Dafür gibt es verschiedene Indizes. Neben dem bekannten Flesch Reading Ease gibt es andere verbreitete Systeme: Von Wieder Sachtextformel über WORTLIGA Lesbarkeit, von HIX bis LIX.
- Inklusives Schreiben: Achte auf gendergerechte Sprache und inklusiven Sprachgebrauch.
- Regelmäßige Schulungen: Biete Mitarbeiter*innen Trainings zur barrierefreien Kommunikation an.
Barrierefreie Sprache und Gendern
Hilfreiche Tools zur Barrierefreiheit
Empfehlenswerte Digitale Barrierefreiheitsprogramme
Auf unserer Vergleichsplattform OMR Reviews findest du weitere empfehlenswerte Digitale Barrierefreiheitsprogramme. Mehr als 29 verschiedene Systeme stehen zur Verfügung. Unsere Plattform bietet umfassende Unterstützung in allen Bereichen der Digitalen Barrierefreiheit. Nutze die Gelegenheit, verschiedene Digitale Barrierefreiheitssprogramme zu vergleichen, und berücksichtige dabei echte Nutzerbewertungen, um die ideale Lösung für deine individuellen Anforderungen zu finden:
Fazit
Checkliste: So gelingt barrierefreie Sprache im Alltag
- Überprüfe die Lesbarkeit und das Sprachniveau aller Inhalte; stelle sicher, dass sie maximal auf B2-Niveau sind.
- Verwende Tools wie die WORTLIGA Textanalyse, um Texte auf ihr GER-Niveau und ihre Lesbarkeit zu analysieren und effizient anzupassen (verständlich schreiben kann ganz schön schwer sein).
- Nutze einen Lesbarkeitsindex, um den äußeren Lesewiderstand deiner Texte zu senken.
- Lerne, prägnant und verständlich zu schreiben. Es ist wirksamer und überzeugender und bringt Dich auch persönlich weiter. Neben Schulungen übst du diese Fähigkeit durch den regelmäßigen Einsatz von Tools.
- Mache in deiner Abteilung und in deinem Unternehmen Werbung für verständliche Sprache – denn ihre Vorteile sind groß, aber auch unterschätzt.
- Bereite dich auf das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz vor und passe deine Kommunikationsstrategien an.
- Integriere Barrierefreiheit in deine Marketing-Strategie als Muss, nicht als optionales Extra.
- Lerne von erfolgreichen Unternehmen wie der Generali, die bereits weltweit auf B1-Niveau kommuniziert.
- Siegel + Gale Simplicity Survey: A Clarion Call for Transparency (2009)
- QM Aktuell TÜV Media GmbH / TÜV Rheinland Group (2024). https://www.qm-aktuell.de/neues-ki-tool-macht-schwere-texte-verstaendlich/. Zugegriffen: 17.09.2024
- Austria Presse Agentur, 2020. Einfach verständlich – Erfolgreich kommunizieren mit Zielgruppengerechter Sprache. https://science.apa.at/wp-content/uploads/2020/11/APA_Whitepaper_Einfache-Sprache-leicht-gemacht.pdf. Zugegriffen: 17.09.2024
- U.S. General Services Administration. https://www.plainlanguage.gov/resources/articles/the-bottom-line/. Zugegriffen: 17.09.2024
- Portent (2020). https://www.portent.com/blog/cro/study-the-readability-of-your-website-is-affecting-your-conversion-rates.htm. Zugegriffen: 17.09.2024
- Wagner, G. (2024). Der Klartext-Effekt: Wie verständliche Sprache Gewinne erhöht und Kosten spart. Springer Gabler.
- Behavioral Science Solutions Ltd. Overconfidence (effect). https://www.behavioraleconomics.com/resources/mini-encyclopedia-of-be/overconfidence-effect/. Zugegriffen: 17.09.2024
- Grotsky, R. (2004). Plain Language: It’s Effects on Organizational Performance. Clarity, 51, 17–18.
- Kimble, J. (2012). Writing for Dollars, Writing to Please, Carolina Academic Press.
- Rajhans, K., & Shome, T. (2016). The impact of organisational communication satisfaction on employee productivity. International Journal of Applied Marketing and Management, 1(1).