So funktioniert User-Generated-Content auf Instagram

Luise Deschl  21.2.2023

In diesem Artikel erfährst du, warum sich User-Generated-Content auf Instagram lohnt und worauf du bei der Arbeit mit Instagram UGC achten solltest

Was ist die wohl einfachste und kostengünstige Variante, an authentischen und zielgruppengerechten Content zu gelangen? Ganz klar, die Antwort nennt sich User-Generated Content (UGC) und ist momentan auf der Plattform Instagram voll im Trend. In diesem Artikel erfährst du von Gastautorin Luise Deschl, warum sich eine durchdachte UGC-Strategie für Unternehmen jeder Größenordnung lohnt, worauf du bei der Arbeit mit Instagram UGC achten solltest, wie du UGC für Instagram generierst und welche Tools dir dabei helfen können.

Was ist User-Generated-Content?

User-Generated-Content oder auf Deutsch nutzergenerierter Content beschreibt Beiträge, die von der Community eines Unternehmens erstellt werden. Das können Fotos, Videos, Texte, Bewertungen, Kommentare, Filter oder anderer Social-Media-Content sein. UGC ist Content, der von Kund*innen freiwillig und selbst erstellt wurde und daher besonders authentisch ist. In diesem Artikel hast du bereits erfahren, warum User-Generated-Content im Social-Media-Marketing unverzichtbar ist. Nachfolgend gehen wir darauf ein, warum Instagram die optimale Plattform für UGC-Content ist und wie du eine sinnvolle UGC-Strategie für Instagram entwickeln kannst.

Warum dein Unternehmen auf UGC setzen sollte

Instagram ist die Plattform, die sich aufgrund ihrer zahlreichen Dialog-Funktionen derzeit am besten für den Aufbau einer Community lohnt. Daher sind Instagram und UGC ein perfektes Match! Stories, Umfrage- und Mitmach-Sticker fördern die Interaktion zwischen Kund*innen und Brand. UGC hilft dir bei der Erfüllung unterschiedlicher Ziele im Social-Media-Marketing und bringt zahlreiche Vorteile mit sich. Denn UGC Inhalte sind sehr kostengünstig oder sogar kostenlos und verleihen deiner Marke Authentizität.
Bei welchen Zielen kann Instagram UGC dienen? UGC kann dein Unternehmen dabei unterstützen,

  • Vertrauen in deine Marke aufzubauen
  • ressourcenschonend zu arbeiten
  • die Interaktion zwischen Usern und Brand Account zu steigern
  • mehr Reichweite zu generieren
  • einen Wiedererkennungswert zu schaffen
  • Verkäufe zu generieren

79 % der Nutzer*innen sagen, dass UGC sich auf ihre Kaufentscheidung auswirkt. Deshalb wird UGC auch im Performance-Marketing gerne eingesetzt. Die Bilder und Videos der Community performen in den Anzeigen in der Regel besser, da sie mehr Emotionen wecken als klassische Werbeanzeigen und mehr Vertrauen schaffen. Außerdem macht UGC deine Produkte erlebbar und hilft potenziellen Käufer*innen dabei, sich vorzustellen, wie es wäre, dein Produkt zu besitzen.

Ein entscheidender Vorteil bei Instagram UGC ist die Erhöhung des Social Proof eines Unternehmens. Sogenannten Social Proof zu generieren bedeutet Vertrauen, innerhalb der eigenen Zielgruppe zu schaffen.

Was gibt es bei UGC zu beachten?

  • Nutzungsrechte: Frage immer um Erlaubnis, bevor du UGC verwendest. Das geht über Instagram direkt in den Kommentaren oder als Direktnachricht oder auch etwas offizieller per Mail mit unterschriebenem Formular. Gib zudem den Credit des Bildes oder Videos an und verlinke den oder die Urheber*in auf deinem Repost.
  • Wertschätzung: Nutzergenerierte Inhalten sollte möglichst viel Wertschätzung entgegengebracht werden. Schließlich geben sich Kund*innen Mühe bei der Erstellung von Fotos und Video von deinen Produkten und verschaffen deinem Unternehmen kostenloses Marketing sowie Reichweite auf ihren Kanälen. Interagiere mit den Beiträgen, indem du dich öffentlich in der Story bedankst oder unter Reels und Fotobeiträgen kommentierst, um den Nutzer*innen Wertschätzung entgegenzubringen. 
  • Vielseitigkeit: Instagram UGC kann und sollte vielfältig eingesetzt werden. Nicht nur auf dem eigenen Instagram Account kann Instagram UGC verwendet werden, sondern auch in E-Mail-Marketing-Kampagnen oder auf der eigenen Website. Solange die Nutzungsrechte dafür eingeräumt wurden, spricht nichts dagegen! Instagram hat eine offene API, die die Einbindung von Inhalten erlaubt.
  • Markenwerte: Achte bei Instagram UGC immer darauf, dass deine Markenwerte nicht verletzt werden. Auf einem nutzergenerierten Foto ist im Hintergrund viel Plastikmüll zu sehen, obwohl Nachhaltigkeit einer deiner Markenwerte ist? Dann solltest du abwägen, ob der Inhalt überhaupt auf deiner Unternehmensseite geteilt werden sollte. 
  • Qualität: Aufgepasst bei der Qualität von Fotos und Videos deiner Käufer*innen. Oftmals werden nutzergenerierte Inhalte auf Instagram laienhaft mit dem Smartphone erstellt und die Bild- oder Videoqualität ist dementsprechend schlecht. Diese Inhalte solltest du vorab prüfen und abwägen, ob sich das Teilen auf der Unternehmensseite in diesem Fall für dich lohnt.

UGC auf Instagram bringt ganz schön viele Vorteile mit sich. Doch wie bringe ich meine Kund*innen dazu, eigene Inhalte zu erstellen und auf Instagram mit anderen Usern zu teilen? Um UGC erfolgreich in das eigene Marketing einbauen zu können, braucht es eine durchdachte Strategie, um dauerhaft UGC zu generieren. Dabei spielen Incentivierungsmöglichkeiten und Kreativität eine wichtige Rolle. 

Zuvor möchten wir aber noch die Frage klären, welche Form von UGC es auf Instagram überhaupt gibt:

  • Story-Tags: Kund*innen können dein Unternehmen in ihrer Story zeigen und taggen. Auch solche Story-Schnipsel, die nur 24h sichtbar sind, sind wertvoller Instagram UGC.
  • Story-Antworten: Nutzer*innen können in die direkte Interaktion durch Story-Sticker gehen und Feedback in Form von Nachrichten und Abstimmungen hinterlassen. Auch diese Reaktionen können als UGC angesehen werden. Teile etwa die Antworten deiner Community auf eine Frage in einem Post oder in einer Story. 
  • Feed-Beiträge: Kund*innen können Feed-Beiträge mit Verlinkung deines Unternehmens oder deinem Unternehmenshashtag posten. Erfolgt keine Markierung oder der Einsatz von Hashtags, ist es deutlich schwieriger, diese Beiträge zu finden. Fordere Nutzer*innen deshalb regelmäßig auf, dich zu taggen oder etabliere einen eigenen Hashtag für UGC rund um dein Unternehmen.

Wie können Nutzer*innen dazu animiert werden, möglichst qualitativen UGC zu erstellen?

  • Contests oder Gewinnspiele: Fördere die Erstellung von UGC durch ein Gewinnspiel in Form eines Mitmach-Contest. Das schönste Foto oder Video, das hochgeladen wird, gewinnt. Aber aufgepasst: Der Gewinn sollte möglichst attraktiv sein, damit der Anreiz, eigenen Content zu erstellen, auch groß genug ist.
  • Best-Practice-Beispiele zeigen & teilen: Mache auf qualitativen Content deiner Nutzer*innen aufmerksam, indem du ihn auf deiner Unternehmensseite teilt und Nutzer*innen so ein Shoutout ermöglicht. Durch Best-Practice-Beispiele fühlen sich auch andere Nutzer*innen dazu berufen, Content von deinen Produkten zu erstellen und zu teilen.
  • Influencer einbinden: Influencer können deiner Brand dabei helfen, mehr UGC aus deiner Fanbase zu erhalten. Durch eine gezielte Kampagne mit der Einbindung eines oder mehrerer Influencer kann zu einem bestimmten Hashtag gezielt Content aus der Community erstellt und geteilt werden.
  • Schaffe Orte, an denen gerne Content erstellt wird: Die berühmten „Instagram-Walls“ in Los Angeles, vor die sich Menschen stellen und Engelsflügel haben, kennst du sicherlich. Dieses Konzept funktioniert auch für Unternehmen. Mache es deinen Kund*innen möglichst einfach, schönen und außergewöhnlichen Content zu erstellen. Durch eine besondere Wand im Restaurant, besondere Hotelzimmer oder stylishe Sitzecken werden Kund*innen dazu angeregt Content zu erstellen, ohne aktiv aufgefordert werden zu müssen.
  • Verpacke deine Produkte auf besondere Weise: Auch besondere Verpackungen von Produkten können dazu führen, dass Menschen Content davon erstellen. Durch eine kleine Grußkarte mit Verweis auf Instagram kannst du deine Käufer*innen dazu animieren, aktiv zu werden.
  • Incentiviere durch Gutscheine oder Rabattcodes: Auch die direkte Belohnung von UGC durch einen Rabattcode oder ein Gutschein für ein gratis Produkt kann dafür sorgen, dass mehr UGC rund um dein Unternehmen erstellt wird.

Diese Brands setzen bereits auf UGC

Die nachfolgenden Unternehmensbeispiele zeigen, dass Instagram UGC nicht nur für bestimmte Branchen möglich ist, sondern generell sehr gut für B2C-Brands funktioniert.

@paulaschoice

Ein tolles Beispiel für eine erfolgreiche UGC-Strategie liefert das Hautpflege-Unternehmen Paula’s Choice. Durch die Einbindung von Vorher-Nachher-Fotos von Käufer*innen der Kosmetikprodukte schafft die Marke Authentizität innerhalb ihrer Zielgruppe. Unter den Beiträgen mit Fotos der Nutzer*innen wird jeweils das Instagram-Handle der Person verlinkt und ein Zitat ergänzt. Außerdem hat Paula’s Choice einen eigenen Hashtag zu ihrer #BHAChallenge entwickelt. Jede*r, der das Produkt besitzt, kann an der Challenge teilnehmen und ein Foto davon posten. In diesem Fall trägt der Instagram UGC nicht nur zum Vertrauensaufbau, sondern vor allem zum Community Building bei. Man fühlt sich so als Teil der Gruppe zugehörig und identifiziert sich viel stärker mit der Marke.

ugc-instagram-beispiel-paulas choice.png

@purelei 

Das Schmucklabel Purelei nutzt Carousel Posts, um Tragebilder von Käufer*innen mit der Community zu sharen. Um sich die Freigabe für das Nutzungsrecht von Fotos der Kund*innen einzuholen, kommentiert die Schmuckmarke unter dem jeweiligen Beitrag und bittet um eine Antwort mit dem Hashtag #ShareMyPurelayering (siehe Screenshot). Ein Win-Win für Kund*innen und Brand, denn der Account von Purelei zählt aktuell über 800 Tsd. Follower (Stand Februar 2023).

ugc-beispiel-instagram-purelei.png

@lumo_biolimo

Die Bio Limonade Lumo steht für Achtsamkeit und Genuss im Alltag. Mit dem Hashtag #LuMoment möchte Lumo Bio Limo die besonderen und schönen Momente des Alltags ihrer Community festhalten und teilen. Um noch mehr solcher #LuMomente zu initiieren, kooperierte Lumo mit der Influencerin @allmydeer, die durch ein Gewinnspiel verschiedene #LuMomente ihrer Community generierte. Diese Momente teilt Lumo auf dem eigenen Unternehmensaccount auf Instagram und motiviert so auch andere Lumo-Trinker*innen, ihren persönlichen Glücksmoment im Alltag auf Instagram zu posten.

ugc-instagram-beispiel-lumo-bio.png

Tools für die Planung und Umsetzung von UGC auf Instagram

Welche Tools helfen bei der Organisation und Planung von UGC? Gerade bei internationalen Brands mit diversen Zielgruppen ergibt es Sinn, UGC systematisch zu ordnen und zu bearbeiten. 

UGC sammeln mit squarelovin

Das Tool verfügt über ein UGC Management Tool und ist in der Lage Bilder und Videos basierend auf Mentions, Hashtags, Geo-Tags und Target Content einzusammeln und bereits vorab zu filtern oder bestimmte Hashtags auszuschließen. So findest du deinen UGC gesammelt an einem Ort und kannst auch eigene Ordner anlegen, z. B. bei einer gezielten UGC-Kampagne.

Contentplanung mit Airtable

Für die Content- und UGC-Planung und Koordination eignet sich zum Beispiel Airtable. In diesem Tool könnt ihr Links und Inhalte sammeln und teamübergreifend bearbeiten.

Social Monitoring mit Meltwater

Um keine Beiträge auf Instagram zu verpassen, kann es bei größeren Unternehmen sinnvoll sein, eine Software dafür einzusetzen. Mit meltwater hast du alle UGC Beiträge im Blick und kannst frühzeitig darauf reagieren.

Fazit

UGC auf Instagram hat ganz klare Vorteile für dein Unternehmen – egal, in welcher Branche du dich bewegst. Das Vertrauen in nutzergenerierte Inhalte ist deutlich höher als in unternehmenseigenen Content und bringt deshalb zahlreiche Vorteile für Marketing & Sales mit sich. Instagram bietet durch seine Story-Funktion und die Möglichkeit Tags zu setzen eine tolle Grundlage, um UGC zu fördern. Reposte die Stories deiner Kund*innen und starte deine erste UGC-Kampagne! Du wirst schon bald merken: Es lohnt sich.

Luise Deschl 
Autor*In
Luise Deschl 

Luise Deschl ist Gründerin der Social Media Agentur Local Stories, die regionalen Unternehmen mehr Sichtbarkeit durch professionelles Social-Media-Marketing verschafft. Mit ihrer Agentur berät Luise regionale Unternehmen hinsichtlich ihrer Social-Media-Strategie und betreut ganzheitlich Accounts – von der Content Creation bis hin zum Posting und Community Management. Als Gründerin nutzt sie LinkedIn aktiv als Sprachrohr für Themen, die ihr am Herzen liegen sowie für die Vernetzung mit spannenden beruflichen Kontakten.

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