PIM-System einführen: So verwaltest du deine Produktdaten

Von der Zieldefinition bis zum Rollout: So gelingt der Einstieg ohne IT-Großprojekt

Inhalt
  1. PIM-System: Definition
  2. Wobei kann ein PIM-System helfen?
  3. Die Vorteile von PIM-Systemen
  4. PIM-System schnell einführen ohne langes IT-Projekt: Geht das?
  5. Einführung eines PIM-Systems: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
  6. Das sind die besten PIM-Systeme
  7. PIM-Systeme: ein Muss für jedes Unternehmen
  8. Häufige Fragen zur Einführung eines PIM-Systems
Das Wichtigste in Kürze
  • Ein PIM-System bündelt als zentrale Single Source of Truth alle Produktinformationen und verteilt diese fehlerfrei über sämtliche Kanäle.
  • Die strukturierte Datenhaltung löst interne Silos auf, minimiert inkorrekte Produktbeschreibungen und reduziert dadurch teure Retouren sowie Kundenunzufriedenheit.
  • Moderne Cloud-Lösungen erlauben dank No-Code-Oberflächen und offener API-Architektur eine schnelle, schrittweise Einführung ohne komplexe IT-Großprojekte.
  • Saubere und hochwertig gepflegte Produktdaten aus einem PIM bilden zudem das unverzichtbare Fundament für den erfolgreichen Einsatz moderner KI-Anwendungen.
 
 
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Ein PIM-System sammelt, verwaltet und verteilt alle Produktinformationen eines Unternehmens an einem zentralen Ort. Dazu gehören Basisdaten, technische Spezifikationen, Bilder und Videos. Es wird damit zur Single Source of Truth für Produktdaten und ersetzt die Pflege in mehreren Systemen gleichzeitig. Ohne diese zentrale Struktur liegen Produktdaten oft verstreut in Excel-Listen, Ordnern und verschiedenen Systemen. Ändert jemand ein Produkt an einer Stelle, bleiben alle anderen Stellen veraltet, im Shop steht dann eine falsche Beschreibung. Die Folge sind Retouren, unzufriedene Kund*innen und verlorener Umsatz. Genau hier setzen PIM-Systeme wie viingx, Akeneo oder Pimcore an. In diesem Artikel erfährst du, was ein PIM-System kann, wie du es Schritt für Schritt einführst und warum die Einführung heute kein monatelanges IT-Projekt mehr sein muss.

PIM-System: Definition

Product Information Management, kurz PIM, bezeichnet das Sammeln, Verwalten und Verteilen aller Produktinformationen an einem zentralen Ort. Dazu gehören Basisdaten und technische Spezifikationen genauso wie Bilder, Videos oder Dokumente zu jedem Produkt.
Eine PIM-Software ist die zentrale Plattform für all diese Informationen, die Single Source of Truth für deine Produktdaten. Legst du ein Produkt an oder änderst es, synchronisiert das System die Änderung automatisch mit allen verbundenen Kanälen. Dein Team pflegt Daten also nur noch an einer Stelle statt in fünf Systemen gleichzeitig. Fehler fallen schneller auf, Dubletten verschwinden und alle arbeiten mit demselben Stand. Damit ist dein PIM-System nicht nur Datenzentrale, sondern auch das Fundament für kommende Automatisierungs- und KI-Projekte. Je sauberer und strukturierter deine Produktdaten gepflegt sind, desto schneller kannst du sie später dafür nutzen.

Wobei kann ein PIM-System helfen?

Ein PIM-System bringt Struktur in deine internen Prozesse, damit bei deinen Kund*innen konsistente und korrekte Produktinformationen ankommen. Konkret unterstützt es dein Team bei drei Aufgaben:
  • Datenerfassung: Das System sammelt Daten aus internen und externen Quellen wie ERP, PLM oder Lieferanten-Feeds. Auch CSV- und XLSX-Dateien lassen sich importieren. Für Bilder, Videos und Dokumente verbindest du das PIM mit einem DAM-System. Manche Plattformen gehen einen Schritt weiter und vereinen PIM, DAM und Headless CMS in einem System. Produktdaten, Medien-Assets und Marketinginhalte liegen dann in einem gemeinsamen Datenmodell.
  • Datenmanagement: In der PIM-Plattform bereinigst und aktualisierst du alle Daten und Assets zu deinen Produkten. Das reicht von Abmessungen und Materialien bis zu Produktbeschreibungen und Preisen. Bei Bedarf übersetzt und lokalisierst du die Inhalte für jeden Markt und jede Region.
  • Datenverteilung: Alle gepflegten Informationen spielst du kanalübergreifend aus, etwa an Marktplätze, Reseller, Social Media, deinen Online-Shop oder in Printprodukte wie Kataloge. Deine Kund*innen sehen überall dieselben aktuellen Informationen.

Die Vorteile von PIM-Systemen

Laut Gartner kosten Daten von schlechter Qualität Unternehmen im Schnitt 12,9 Millionen Dollar pro Jahr. Das trifft nicht nur den Umsatz. Schlechte Datenqualität macht das gesamte Datenökosystem komplexer und führt langfristig zu schlechteren Entscheidungen. Dazu kommt ein neuer Faktor: KI-Projekte scheitern selten an der Technologie, sondern an fehlenden oder inkonsistenten Daten. Ein PIM-System schafft genau die strukturierte Datenbasis, die KI braucht.
Das sind die wichtigsten Vorteile einer PIM-Software:
  • Sie strukturiert das komplette Produktinformationsmanagement, von der Erfassung über die Pflege bis zur Verteilung über interne und externe Kanäle.
  • Datenvalidierung und Deduplizierung sichern die Qualität und Konsistenz deiner Produktdaten.
  • Aktualisierungen in Echtzeit stellen sicher, dass alle im Team jederzeit mit den neuesten Produktinformationen arbeiten.
  • Über Zugriffsebenen steuerst du, wer welche Daten sehen und bearbeiten darf. Datensilos lösen sich auf, Teams arbeiten über Abteilungsgrenzen hinweg mit derselben Quelle.
  • Strukturierte, konsistente Produktdaten sind die Grundlage für KI-Anwendungen, von der automatischen Texterstellung bis zu KI-Agenten, die über offene Standards wie MCP direkt auf deine Daten zugreifen.
Lesetipp

Lesetipp: Wir zeigen dir die besten Wege für reibungslose PIM Prozesse in deinem Unternehmen.

PIM-System schnell einführen ohne langes IT-Projekt: Geht das?

Ja, das geht. Viele Unternehmen schieben die Einführung eines PIM-Systems auf, weil sie ein IT-Großprojekt mit hohen Customizing-Kosten befürchten. Diese Sorge stammt aus einer Zeit, in der PIM-Projekte tatsächlich oft Monate oder Jahre dauerten. Cloud-native SaaS-Lösungen haben die Einführung stark vereinfacht, aus vier Gründen:
  1. Use Cases statt Big Bang: Statt das ganze Unternehmen auf einmal umzustellen, zerlegst du das Projekt in einzelne Anwendungsfälle mit klarem Mehrwert. Zuerst zum Beispiel das Produktdatenmanagement für den Online-Shop, danach die Katalogproduktion. Erste Use Cases gehen so oft schon nach wenigen Wochen live.
  2. Konfiguration statt Customizing: Moderne Systeme setzen auf No-Code- und Low-Code-Oberflächen. Datenmodelle, Felder und Workflows passt dein Fachbereich selbst an. Ohne Programmierung, ohne externe Agentur, ohne Ticket an die IT.
  3. API-first-Architektur: Bestehende Systeme wie ERP, Shop oder DAM bindest du über offene Schnittstellen an, statt teure Individual-Integrationen zu entwickeln.
  4. Zukunftssichere Plattform: Ein PIM begleitet dich viele Jahre. Achte deshalb schon bei der Auswahl auf offene Standards und flexible Erweiterungsmöglichkeiten. So wächst das System mit neuen Anforderungen mit, und du musst es in fünf Jahren nicht austauschen.

Einführung eines PIM-Systems: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Wie die Einführung im Detail abläuft, hängt von Branche, Geschäftsmodell und gewachsener Systemlandschaft ab. Diese sieben Schritte durchläuft aber fast jedes Team:
  1. Identifiziere deine Ziele: Warum genau willst du ein PIM-System einführen? Willst du die Qualität deiner Produktinformationen verbessern? Dein Team von manueller Datenpflege entlasten? Mehrere Einzeltools zu einer Plattform konsolidieren? Oder eine strukturierte Datenbasis für KI-Anwendungen schaffen? Denk dabei nicht nur an heute, sondern daran, welche Aufgaben das System in drei oder fünf Jahren übernehmen soll. Neue Vertriebskanäle, zusätzliche Produktbereiche oder KI-Prozesse setzt du deutlich leichter auf, wenn du sie von Anfang an mitdenkst. Je klarer das Ziel, desto leichter fallen später alle Entscheidungen.
  2. Bestimme die Nutzerinnen des Systems: Wer wird mit dem PIM-System arbeiten? Ermittle die zukünftigen Nutzerinnen und ihre Anforderungen. In der Praxis sind das selten nur Produktmanager*innen. Auch Marketing, E-Commerce und externe Partner greifen auf Produktdaten zu. Wer das früh klärt, vereinfacht später die Zugriffsverwaltung.
  3. Lege den Speicherort der Daten fest: Du hast die Wahl zwischen zentraler und dezentraler Datenhaltung. Große Unternehmen mit breitem Sortiment und komplexen Datenstrukturen entscheiden sich meist für das zentrale Modell. Kleinere Unternehmen lassen ihre Teams die Daten oft dezentral und eigenständig verwalten.
  4. Identifiziere die benötigten PIM-Funktionen: Es gibt keine PIM-Software, die für alle passt. Kläre deshalb vorab: Welche Sprachen soll es unterstützen? Brauchst du zusätzlich ein DAM-System für deine digitalen Assets, oder gleich eine integrierte Plattform, die beides abdeckt? Welche Systeme sollen per API angebunden werden? Ist die Lösung AI-ready, stellt also strukturierte Daten für KI-Anwendungen bereit? Und wie flexibel lässt sich das System später erweitern, wenn neue Märkte, Kanäle oder Prozesse dazukommen? Integrierte Systeme wie Pimcore erleichtern den Einstieg, weil du nicht mehrere Einzeltools verbinden musst.
  5. Bereinige deine Daten: Vor der Migration erkennst und korrigierst du Fehler und Unstimmigkeiten in deinem Datenbestand. Dieser Schritt ist unbequem, aber entscheidend. Wer chaotische Daten in ein neues System migriert, hat danach chaotische Daten in einem neuen System.
  6. Entscheide dich für einen Anbieter: Ein PIM-System ist eine langfristige Entscheidung. Wähle nicht nur nach deinem heutigen Bedarf, sondern auch mit Blick auf KI, neue Kanäle oder veränderte Prozesse. Der richtige Anbieter sorgt außerdem dafür, dass die Einführung im Zeit- und Budgetrahmen bleibt. Achte bei der Auswahl auf diese Punkte: Wie schlägt sich das Angebot im Vergleich zu anderen PIM-Anbietern? Hat der Anbieter Erfahrung in deiner Branche oder mit vergleichbaren Anwendungsfällen? Kann er deine konkreten Use Cases abbilden? Wie schnell ist ein erster Use Case produktiv? Setzt die Plattform auf offene Standards und lässt sie sich langfristig flexibel erweitern? Kann dein Fachbereich Datenmodelle und Workflows selbst anpassen, oder brauchst du dafür dauerhaft Entwickler? Hast du eine Shortlist, fordere Angebote und eine persönliche Demo an. Am aussagekräftigsten ist eine Demo mit deinen eigenen Use Cases und Beispieldaten. Rechne außerdem die Gesamtkosten durch, inklusive Lizenzen, Implementierung und laufender Wartung. Bei der Vorauswahl helfen dir verifizierte Nutzerbewertungen, etwa in der Kategorie Product Information Management (PIM) auf OMR Reviews.
  7. Testen, implementieren und überwachen: Steht die Entscheidung, beginnt die Implementierung. Migriere zuerst einen Teil deiner Produkte, um alle Funktionen zu testen. So stellst du sicher, dass das System richtig läuft, und erkennst früh, was noch angepasst werden muss. Arbeite in dieser Phase schon erste Kolleg*innen ein und prüfe, wie gut sie mit dem neuen System zurechtkommen.
Läuft der Test rund, rollst du die Software für alle Nutzer*innen aus. Und danach? Abgeschlossen ist die Einführung damit nicht. Ein PIM-System wächst mit deinem Unternehmen. Erweitere es Schritt für Schritt um neue Use Cases, Kanäle und Automatisierungen. Mit jeder neuen Datenquelle, jedem zusätzlichen Vertriebskanal und jeder weiteren Automatisierung steigt der Nutzen für das gesamte Unternehmen.

Das sind die besten PIM-Systeme

Die Nachfrage nach hochwertigen Produktdaten wächst, und mit ihr die Auswahl an PIM-Systemen. Hier findest du einige der besten PIM-Softwares:

Die besten PIM-Systeme im Überblick:

PIM-Systeme: ein Muss für jedes Unternehmen

B2B oder B2C, qualitativ hochwertige Daten sind das Rückgrat jedes Unternehmens. Genau deshalb sind PIM-Systeme heute so wichtig. Eine PIM-Software verwaltet deine Daten in einem zentralen Hub und stellt sicher, dass alle Produktinformationen korrekt, aktuell und konsistent sind. Dein Team spart sich manuelle Dateneingabe und -pflege. Datensilos lösen sich auf, und du behältst die Kontrolle über alle Produktinformationen und digitalen Assets. Ganz nebenbei entsteht so auch die Datenbasis, die deine KI-Vorhaben brauchen. Und dank Use-Case-basierter Einführung, No-Code-Konfiguration und API-first-Architektur musst du dafür kein monatelanges IT-Projekt mehr einplanen.
Möchtest du weitere PIM-Systeme kennenlernen? Auf OMR Reviews findest du eine umfangreiche Liste mit PIM-Anbietern. Dort kannst du dich über alle Lösungen informieren und mithilfe verifizierter Nutzerbewertungen das passende Tool für deine Anforderungen auswählen.

Häufige Fragen zur Einführung eines PIM-Systems

Welches PIM-System ist einfach zu bedienen und schnell einführbar?

Achte auf zwei Dinge: eine No-Code-Oberfläche und einen Use-Case-basierten Einführungsansatz. Systeme, bei denen Fachbereiche Datenmodelle und Workflows selbst konfigurieren, sind im Alltag deutlich einfacher zu bedienen. Lösungen, die für jede Anpassung IT-Ressourcen brauchen, bremsen dagegen den Alltag. Cloud-native Plattformen wie viingx bringen erste Use Cases oft schon nach wenigen Wochen live. Ein guter Praxistest ist wichtig. Lass dir in der Demo zeigen, wie du selbst ein neues Datenfeld anlegst. Braucht es dafür einen Entwickler, weißt du, worauf du dich einlässt.

Welche PIM-Systeme lassen sich per API anbinden?

Die meisten modernen PIM-Systeme bieten Schnittstellen, entscheidend ist aber die Tiefe. API-first bedeutet, dass jede Funktion der Plattform auch über die API verfügbar ist, nicht nur ein Teil. Achte auf REST APIs, idealerweise ergänzt um GraphQL und Webhooks für ereignisgesteuerte Prozesse. So bindest du ERP, Shop-System und weitere Tools an, ohne teure Individual-Integrationen zu entwickeln. Frag Anbieter außerdem nach vorhandenen Standard-Konnektoren für deine bestehenden Systeme.

Welche PIM-Systeme sind wirklich AI-ready und nicht nur Marketing?

AI-ready steht inzwischen in fast jeder Produktbroschüre. Ob etwas dahintersteckt, erkennst du an drei Fragen:
  1. Liegen Produktdaten, Assets und Content in einem gemeinsamen, strukturierten Datenmodell? KI braucht Kontext, nicht nur Rohdaten.
  2. Kann KI direkt auf diese Daten zugreifen, etwa über offene Standards wie MCP, mit dem KI-Agenten mit dem System kommunizieren.
  3. Sind KI-Funktionen in die Workflows integriert, zum Beispiel für Textgenerierung oder Übersetzungen, statt als isoliertes Add-on?
Wer diese drei Fragen mit Ja beantworten kann, meint es ernst.
 
 
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Christoph Könninger
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Christoph Könninger

Christoph Könninger ist Director Business Development bei viingx, einem Marketing Content Hub, der PIM, DAM und Headless CMS in einer Plattform vereint. Er verantwortet den Ausbau von Kundenbeziehungen und strategischen Partnerschaften und begleitet Unternehmen bei der Digitalisierung und Transformation von Marketingprozessen. Sein Schwerpunkt liegt auf der Vernetzung und Automatisierung von Produktinformationen, Content und Prozessen – vom Daten-Onboarding bis zur Bereitstellung in Marketing- und Vertriebskanälen. Ein besonderer Fokus seiner Arbeit ist heute der Einsatz von KI und Agentic AI.

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