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Diese E-Recruiting-Tools unterstützen Euch auf der Suche nach neuen Talenten

Nils Martens 01.06.2022

Wir zeigen Euch, wie Ihr erfolgreich E-Recruiting nutzen und dem Fachkräftemangel entgegenwirken könnt

Demografie-Döner, junge Generationen, die nicht mehr mit Jobbörsen abzuholen sind, und gestiegenen Anforderungen an Unternehmenskulturen führen uns vor Augen, dass der Fachkräftemangel nicht mit den bisherigen Recruiting-Ansätzen gelöst wird. Um die zahlreichen freien Stellen zu besetzen, müssen Recruiter:innen ihre besten Tricks auspacken. Aber vor allem müssen sie auf die Digitalisierung setzen, um Recruiting-Prozesse auf das nächste Level zu bringen. Als Unterstützung haben sich bereits E-Recruiting-Tools bewährt – wovon allein auf OMR Reviews 70+ verglichen werden können.

Wir möchten Euch in diesem Artikel ein paar Handvoll der besten E-Recruiting-Softwares vorstellen. Aber vor allem zeigen wir Euch die Vorteile digitalen Recruitings auf, welche Methoden es gibt und inwiefern traditionelles Recruiting überhaupt noch eine Chance in der modernen Arbeitswelt hat.

E-Recruiting kurz erklärt

E-Recruiting nutzt alle digitalen Wege, um an fachlichen Nachwuchs zu kommen. Neben entsprechenden Tools gehört dazu auch die Kreativität, Wege zu wählen, die spezielle Zielgruppen anspricht. Beispielsweise holt man Gaming- und E-Sport-Interessierte (wovon es sehr viele in der Gen Z gibt) am besten in ihrer Welt ab. Das kann Discord sein oder man organisiert E-Sport-Turniere, wie es der große Wirtschaftsprüfer PWC macht. 08/15-Postings in Social Media über Eure Company sind definitiv nicht ausreichend und entsprechen nicht allein modernem Recruiting.

Vor allem geht es beim E-Recruiting darum, die Vorteile der Digitalisierung zu nutzen und effizienter zu werden. Damit könnt Ihr Euch als Unternehmen nicht nur attraktiver als Arbeitgeber:in positionieren, sondern setzt das Recruiting so um, wie es Kanditat:innen erwarten: schnell und transparent. Zusätzlich solltet Ihr verstehen, potenzielle Mitarbeiter:innen in verschiedene Zielgruppen einzuteilen. So sind Job-Suchende anders zu erreichen als wechselwillige Angestellte (wovon es ebenfalls viele gibt).

Um entsprechende Workflows in Eurer Recruiting zu etablieren, solltet Ihr Tools zur Hilfe nehmen, die den gesamten Recruiting-Prozess abdecken, nicht nur Teile davon. Folgende Parts sollten daher in Eurem Anforderungspaper stehen, wenn Eure Company zukünftig auf digitales Recruiting setzen will:

  • Automatisiertes Erfassen von Bewerberdaten + Datenbank
  • Elektronische Verwaltung von Bewerbungsunterlagen
  • Multiposting Eurer Stellenanzeigen auf LinkedIn, Indeed und Co.
  • Einbindung von HR, Management und Fachabteilungen
  • Schnelle Kommunikation mit Bewerber:innen
  • Einfache Bedienung
  • Umsetzung von Video-Interviews
  • Anzapfen von Talentpools
  • DSGVO-Konformität
  • Stats- und Analyse-Features
  • Umsetzung verschiedener Bewerbervorauswahlen anhand individueller Tests
  • Automatisierte Workflows und Terminierungen – damit es für Euch und die Bewerber:innen effizient vorwärts geht

Versteht zudem, dass Recruiting nicht zwangsläufig bei Einstellung der Bewerber:innen aufhört. Damit meinen wir nicht das gründliche Onboarding – was selbstverständlich sein sollte –, sondern das Halten von Talenten, die Euer Unternehmen selbst ausgebildet hat. Azubis und duale Student:innen nach dem Abschluss zu halten, ist heutzutage sehr schwer. Zurücklehen und warten bis diese um einen Übernahmevertrag bitten ist ziemlich 90er. Werdet aktiv und haltet mit Tools wie Talent2Go oder rexx systems Eure Talente in den eigenen Reihen – neben dem eigentlichen Recruiting externer Bewerber:innen.

Traditionelles vs. digitales Recruiting

Traditionelles Recruiting, wie wir es alle seit Jahrzehnten kennen, beinhaltet Job-Messen, die Big-Five der Jobbörsen, die Agentur für Arbeit, Annoncen in Tageszeitungen und ein Bewerbermanagement, dass auf Bewerbungen wartet, weniger aktiv auf potenzielles Personal zugeht.

Heute gleicht das Recruiting jedoch einem Fußballverein: Es gibt mehrere Verantwortliche, die sich Gedanken machen, wie die Top-Mannschaft für die kommende Saison aussehen kann. Sie kaufen die Spieler:innen zusammen, indem sie diese mit guten Argumenten überzeugen, für ihren Verein zu spielen. Der Vergleich zeigt, dass nicht nur die Digitalisierung verantwortlich dafür ist, dass E-Recruiting relevanter geworden ist. Die Transformation von einem Arbeitsmarkt zu einem Bewerbermarkt ist der eigentliche Grund dafür. Arbeitgeber:innen können sich nicht mehr erlauben auf Bewerber:innen zu warten, sondern müssen aktiv Personal suchen und anschließend gute Argumente haben, warum man bei ihnen einen Arbeitsvertrag unterschreiben sollte.

Um dieser Transformation gerecht zu werden, sind schnelle Workflows, Anforderungserfüllung gegenüber Bewerber:innen sowie digitale Wege unentbehrlich. Davon ist kein Jobzweig ausgenommen, betrachtet man den demografischen Wandel genauer.

Die Vorteile des E-Recruiting

Hier und da bereits angesprochen, kommen einige Vorteile zusammen, die das E-Recruiting ausmachen:

  • Absolute Abbildung des gesamten Recruiting-Prozesses durch digitale Workflows
  • Zeitersparnis für alle am Recruiting teilnehmenden Parteien
  • Arbeitserleichterung durch kurze „Dienstwege“
  • Mehr Transparenz, indem Bewerber:innen und Unternehmen stets Einblick in den Stand des Bewerbungsprozesses haben
  • Weniger Fehler durch digitale Verarbeitung von Daten
  • Effizientere Einhaltung der DSGVO (als bei Papierakten)
  • Automatisierte Workflows sorgen für schnelle Reaktionen auf Bewerbungen und Terminierungen von Interviews
  • Auslotung qualifizierter Portale für Stellenanzeigen per Multiposting
  • Steigerung der Qualität der Bewerber:innen anhand KI-gesteuerter Vorauswahl
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E-Recruiting hat kaum Nachteile

Wo es Vorteile gibt, gibt es ausnahmslos auch immer Nachteile. In Bezug auf E-Recruiting halten die sich jedoch in Grenzen. Ein Nachteil digitalen Recruitings: Die Masse an Bewerbungen wird deutlich größer sein als die antiquierten physischen Stapel in der HR-Abteilung hoch waren. Und wie es früher schon hieß: Die Masse ist die Mehrzahl von niemand. Es muss sich also abgehoben werden!

Dabei beziehen wir uns mit dem Sprichwort additiv auch auf die Masse an Stellenausschreibungen, die sich im Netz tummeln. Sowohl Unternehmen als auch Bewerber:innen müssen sich etwas einfallen lassen, um bemerkt zu werden. Hier kommt die angesprochene Kreativität ins Spiel. 

Beispiel gefällig? Dann hergehört: Herr Anwalt spricht die Generation Z für Kaufland auf TikTok an, woraufhin der Supermarktkette bewerbungstechnisch die Türen eingerannt werden. Dabei hat Kaufland nur eines erkannt: Die Bewerber:innen von morgen in ihrer Umgebung, in ihrer Sprache ansprechen. Ohne E-Recruiting-Software wäre dieser Ansturm jedoch nicht zu handeln.

Ein weiterer Nachteil kann sich in der Reduzierung persönlichem Engagements seitens der Recruiter:innen bemerkbar machen. Konkret kann das bedeuten, dass falsch justierte Automatisierungen Bewerber:innen filtern, die eigentlich gut passen könnten. Man könnte es auch anders ausdrücken: Maschinen sind nicht besonders gut darin, Menschen individuell zu sehen. Habt also besser ein Auge auf Euer E-Recruiting.

Die verschiedenen Methoden für digitales Recruiting

So komplex das Thema E-Recruiting ist, setzt es sich aus mehreren Methoden zusammen. Hierbei stellt sich nicht die Frage, welche Methode für Euer Unternehmen relevant ist, sondern wie Ihr alle davon umsetzt und auf welcher Methode der Fokus liegen sollte.

  1. Ganzheitliche Strategie – Setzt niemals auf partielle E-Recruiting-Lösungen, sondern denkt immer den gesamten Prozess digital ab. Denn wenn das Getriebe nicht richtig läuft, werdet Ihr kein besseres Ergebnis erwarten können.
  2. Employer Branding umsetzen – Das erste, was 99 % der Bewerber:innen auffällt, ist Euer Branding. Dabei kommt es darauf an, welche Arbeitsumgebung, was für ein Team und welche Incentives Interessenten bei einer Einstellung erwarten.
  3. Corporate Influencer:innen sprechen lassen – Um ein Employer Branding gezielt nach außen zu tragen, sollten Mitarbeiter:innen über das Unternehmen sprechen. Denn wenn Mitarbeiter:innen glücklich sind und darüber auf LinkedIn und Co. erzählen, ist das tausendmal mehr wert als jede Print- oder Social-Ad-Kampagne.
  4. Prämien anbieten – Die eine Sache, die früher funktioniert hat und noch immer ankommt. Prämien bieten, wenn Mitarbeiter:innen neue Mitarbeiter:innen werben, ist quasi das Add-on zu Corporate Influencer:innen.
  5. Talentspool aufbauen – Einen Pool von Talenten und Young Professionals aufzubauen, hilft dabei, Stellen zeitnah besetzen zu können – ohne immer wieder einen Recruiting-Prozess anzuschmeißen. 
  6. In Interviews überzeugen – Als Unternehmen müsst Ihr Bewerber:innen von Euch überzeugen. Die Rollen im Game haben sich also geändert. Geht davon aus, dass Bewerber:innen einige solcher Gespräche haben und hinterher entscheiden, wo sie hingehen. Hebt Euch also ab!

Magic Recruiting-Tools: Welche Softwares für E-Recruiting eingesetzt werden können

Wie eingangs erwähnt, findet Ihr bei uns auf OMR Reviews über 70 E-Recruiting-Tools bewertet und bereit zum Vergleich. Doch folgende 7 Tools können wir zudem noch empfehlen, da sie zu den meisten Unternehmen – ob klein, mittel, groß – passen:

  1. Personio: Der Star der digitalen Welt der HR-Tools. Personio ist auf Effizienz getrimmt, wenn es um Workflows in der Personalabteilung geht. Ein Fokus liegt dabei auf der Automatisierung des Recruitings.
  2. rexx systems: Das Hamburger Unternehmen rexx systems supportet nicht nur in Sachen E-Recruiting, sondern kümmert sich auch um das Talent-Management. Damit Ihr Eure besten Mitarbeiter:innen gar nicht erst verlieren könnt.
  3. Factorial: Ebenfalls im E-Recruiting Game erfahren, ist Factorial. Die spanische Antwort auf „Wie finde ich Talente für mein Unternehmen?“ hilft Euch mittels Bewerbermanagement, Karriereseiten und optimierten Prozessen Euer Personal zu verstärken.
  4. JobShop: JobShop von talentsconnect unterstützt Euch dabei, den richtigen Content auszuspielen, um Eure Stellenanzeigen unübersehbar zu machen. In der Cloud-Lösung dreht sich alles um interaktive Inhalte und optimale Karriereseiten, um Recruiting-Ziele schnell zu erreichen.
  5. BambooHR: Um an die besten Kandidaten für Euren Bewerberpool heranzukommen, könnt Ihr BambooHR nutzen. Mittels „Applicant Tracking System“ organsiert Ihr die Personalbeschaffung im Team und bekommt eine umfassende Recruiting-Software an die Hand.
  6. HeavenHR: Die HeavenHR-Software ist ein Allrounder und kümmert sich neben Recruiting um die Personalverwaltung und die Lohnabrechnung. Drei Stützpfeiler des HR. Bezüglich E-Recruiting könnt Ihr Euch individuell austoben, um die für Euch optimalen Prozesse zu implementieren.
  7. Talent2Go: Talent2Go richtet sich ehrlicherweise nicht direkt an Recruiter:innen. Ziel der Software ist es Talente in Ausbildungsbetrieben auszumachen und diese gezielt zu fördern. Das kann Eure sämtlichen Recruiting-Bestrebungen reduzieren, in dem neues Fachpersonal aus den eigenen Reihen kommt.
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Mit der ganzheitlichen Übersicht von E-Recruiting-Tools schnell und transparent neue Talente einstellen. Quelle: Factorial

Fazit

„Ohne E-Recruiting, ohne Zukunft“ könnte die Überschrift dieses Artikels auch lauten. In kaum einem Unternehmensbereich ist es wichtiger, die digitale Transformation umzusetzen als bei der Beschaffung neuen Personals. Die junge Zielgruppe lebt bereits in der digitalen Welt, hat andere Anforderungen als vorige Generationen und wartet darauf, gecatcht zu werden. Die Zeiten des Zurücklehnens und auf Bewerbungen warten ist lange vorbei. Unternehmen müssen aktiv werden und das dort, wo die Wunschkandidat:innen zu finden sind.

Außerdem ist Kreativität ein entscheidendes Stichwort, wenn man in der Masse auffallen möchte. Denn alle Unternehmen sind nun auf der Suche!

Um die Digitalisierung des Recruitings umzusetzen, liefern Software-Lösungen schlussendlich den weisenden Weg. Workflows können automatisiert, der Bewerbungsprozess ganzheitlich dargestellt und generell mehr Transparenz erreicht werden. Auf OMR Reviews findet Ihr für Eure Zwecke ganz bestimmt das passende E-Recruiting-Tool.

Nils Martens
Autor:In
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Nils Martens

Verfolgt die Software-Welt schon seit Windows 3.1 – als Slack, Google Meets und Ahrefs noch nicht existierten. Für OMR Reviews ist Nils als Redakteur mit Hype auf Technik, Internetkultur und Software unterwegs. Außerdem kümmert er sich als Freelancer um die Content Creation & das Personal Branding von CEOs auf LinkedIn. In seiner Freizeit findet ihr ihn gerne mal beim FPS-Zocken.

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