Employer Branding
Was ist Employer Branding?
Employer Branding ist die identitätsbasierte, intern wie extern wirksame Entwicklung und Positionierung eines Unternehmens als glaubwürdiger und attraktiver Arbeitgeber.
Definition
aus dem OMR Report "Talent Acquisition – Professional Guide"
Unterschiede: Employer Branding, Personalmarketing und HR-Kommunikation
- Employer Branding ist strategisch angelegt und langfristig wirksam. Es geht um Identität, Werte und die emotionale Positionierung als Arbeitgeber.
- Personalmarketing ist operativer als Employer Branding. Es unterstützt vor allem die kurzfristige Besetzung offener Stellen, zum Beispiel durch Kampagnen oder Stellenanzeigen.
- HR-Kommunikation umfasst alle Maßnahmen, die rund um das Thema Arbeit kommuniziert werden. Das gilt sowohl intern als auch extern.
Relevanz von Employer Branding
Grund 1: Demografischer Wandel
Grund 2: Wandel der Qualifikationen
Grund 3: Wertewandel in der Arbeitswelt
Grund 4: Globalisierung und internationale Arbeitsmärkte
Vorteile von Employer Branding
- Sie führt zu gezielteren und oft auch mehr Bewerbungen.
- Sie beschleunigt die Besetzung offener Stellen.
- Sie reduziert die Fluktuation. Wer sich mit der Organisation identifiziert, zeigt mehr Engagement und bleibt länger im Unternehmen.
Grundlagen für eine Employer Brand
Übersicht: Wichtige Bausteine einer Employer Brand
- Kulturelle Klarheit: Gelebte Werte als Orientierung für alle Mitarbeiter*innen im Unternehmen.
- Führung und Kommunikation: Führungskräfte prägen das Erleben der Marke im Alltag. Wichtig: Ihr Verhalten muss zur Botschaft passen.
- Mitarbeitende als Botschafter*innen: Wer sich gesehen fühlt, spricht authentisch über das Unternehmen.
- Partizipation: Mitarbeitende frühzeitig einbeziehen, statt über ihre Köpfe hinweg kommunizieren.
- Zielgruppen-Analyse: Ein Verständnis dafür entwickeln, wen das Unternehmen erreichen will und was diese Zielgruppe bewegt.
- Employer Value Proposition (EVP, deutsch: Arbeitgeberversprechen): Ein klares, glaubwürdiges Versprechen, das sich intern bewährt und extern überzeugt.
- Kanalstrategie: Passende Formate und Kanäle, um sichtbar und relevant zu sein.
- Messbarkeit: Wahrnehmung und Wirkung regelmäßig evaluieren, sowohl intern als auch extern.
Aufbau einer Arbeitgebermarke
- Analyse: Ausgangslage verstehen.
Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme. Wie wird das Unternehmen aktuell, intern und extern als Arbeitgeber wahrgenommen? Was macht die Kultur aus? Welche Stärken und Schwächen gibt es? Ziel ist es, ein realistisches Bild der Arbeitgeberidentität zu bekommen, auf dem alle weiteren Schritte aufbauen können. - Strategie: Positionierung entwickeln.
Auf Basis der Analyse wird die Employer-Branding-Strategie erarbeitet. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bewertet, verdichtet und in eine klare Positionierung überführt. Diese definiert, wofür das Unternehmen als Arbeitgeber stehen will und bietet die Grundlage für alle Maßnahmen nach innen und außen. - Interne Verankerung: Kultur gestalten.
Bevor Employer Branding nach außen wirkt, muss es intern gelebt werden. Die Positionierung soll in dem Unternehmen in der Führung, Kommunikation und im Alltag verankert werden. Nur, wenn Mitarbeitende die Arbeitgeberidentität mittragen, entsteht Glaubwürdigkeit. - Externe Aktivierung: Sichtbarkeit schaffen. Jetzt geht es darum, die Arbeitgebermarke nach außen zu tragen. Mit zielgerichteter Kommunikation auf passenden Kanälen, relevanten Botschaften und authentischem Content. So wird das Unternehmen als attraktiver Arbeitgeber sichtbar und differenziert sich von der Konkurrenz. Das zieht passende Talente an.
Kommunikationskanäle
Interne Kommunikationskanäle
- Wo informieren sich Mitarbeitende über interne Themen?
- Welche Formate passen zur Unternehmenskultur?
- Wie kann Arbeitgeberidentität erlebbar werden?
- Intranet
- interne Newsletter
- Teammeetings
- Führungskräftekommunikation
- digitale Boards
- interne Events.
Externe Kommunikationskanäle
- Digital: Karriereseite, Social Media, Online-Jobbörsen, E-Mail-Kampagnen
- Klassisch: Printanzeigen, Plakate, Broschüren
- Dialogisch: Empfehlungen, Networking, direkte Gespräche
- Live: Jobmessen, Unternehmensbesuche, Live Q&As
- PR: Pressearbeit, Fachbeiträge, Auszeichnungen
- Sonstige: kununu, Active Sourcing, Podcasts
KPIs im Employer Branding
- Arbeitgeberbekanntheit: z. B. Reichweite der Karriereseite, Social-Media-Performance
- Arbeitgeberimage: Bewerber*innen-Feedback, kununu-Bewertungen
- Attraktivität: Zahl und Qualität der Initiativbewerbungen
- Passung: Verhältnis von Bewerbungen zu Interviews
- Effizienz: Time-to-Hire Zeitspanne vom Beginn des Rekrutierungsprozesses bis zur Vertragsunterzeichnung eines*einer Kandidat*in)
- Cost-per-Hire (durchschnittliche Kosten, die pro eingestellter Person anfallen, z. B. für Anzeigen, Agenturen, interne Ressourcen)
- Zufriedenheit: Ergebnisse aus Pulse- oder Engagement-Umfragen
- Bindung: Fluktuationsrate, durchschnittliche Betriebszugehörigkeit
- Leistung: Team-Performance, Zielerreichung
Fazit und weiterführende Ressourcen
Marvin ist Redakteur bei OMR Jobs & HR. Zuerst studierte er erfolgreich Journalistik, dann wagte er einen Blick ins gymnasiale Lehramt. Seinem Abschluss in Sportwissenschaften und Germanistik zum Trotz folgte er weiterhin seiner journalistischen Leidenschaft.
Rebecca ist Content & Project Manager bei OMR Jobs & HR und schreibt seit 2017 für die HR-Zielgruppe. Mit ihrer Erfahrung aus der E-Learning-Branche versteht sie, wie Wissen verständlich und praxisnah vermittelt wird. Was sie selbst nie erwartet hätte: Dass ihr das Thema Compliance dabei so sehr ans Herz wachsen würde.
