Learning by Doing (Business): Laura Lewandowski im Interview über Tools, Selbstständigkeit und AI

Die Unternehmerin und YouTuberin hat mit uns über ihre Lieblingssoftware und mehr gesprochen

Fotocredit: Lina Retzlaff

Zu sagen, Laura Lewandowski sei eine Journalistin, ist zwar richtig. Allerdings ist sie beruflich noch mehr als das: Mit Smart Chiefs rief sie einen erfolgreichen Newsletter übers Unternehmertum ins Leben. Ihre Vision: Im digitalen Zeitalter können alle selbstbestimmt, kreativ und flexibel arbeiten – wenn sie verstehen, wie sie smart statt hart arbeiten. Als Gründerin der Rethink Career GmbH empowert sie zudem in ihrer Mentorin-Rolle. Und in ihrer YouTube-Show (Meet Your Mentor) und auf den sozialen Medien postet sie regelmäßig Inhalte, die über hunderttausend Fans verfolgen. 

Ganz schön viel los bei der selbstständigen Mutter. Wir von OMR Reviews durften ihr bei einem Interview Fragen stellen und erfuhren dabei, mit welcher Software sie diesen Workload schafft und welche App ihr noch fehlt.

„How To Make Business, Not a Ton of Money“

Schnell wird klar: Die Creatorin hat einiges zu erzählen. Schon sehr früh sei ihr bewusst gewesen, wie gerne sie schreibt und wollte deswegen eine Journalismuskarriere anstreben. Und das, obwohl ihr Name Lewandowski in ihrer fränkischen Heimat mit etwas ganz anderem verbunden wurde: Ihre Familie führte ein mittelständisches Unternehmen im Schrott- und Metallhandel.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt stehst?

Laura: „Schon als ich mit dreizehn Jahren beim Bayerischen Rundfunk hinter dem Moderatorenpult stand, wollte ich unbedingt Journalistin werden. Entgegen dem anfänglichen Wunsch meiner Familie hörte ich auf meine innere Stimme, auf meine Intuition. Den Beruf Journalistin habe ich nicht ausgewählt. Ich bin das einfach – schließlich kommt ‚Beruf‘ von ‚Berufung‘.“ 

Während ihrer Laufbahn arbeitete Laura für die Deutsche Presse-Agentur; sie war bei politischen Großevents und auf roten Teppichen unterwegs. Schnell vermisste sie jedoch die Freiheiten, die in einem Angestelltenverhältnis fehlten. Sie kündigte und veranstaltete Berliner Techno-Raves für ostafrikanische Charity, um auf die humanitäre Katastrophe aufmerksam zu machen. Dies bescherte Laura in ihrer frühen Selbstständigkeit einen Freelance-Job als Live-Podcasterin in Kooperation mit Google.

Laura: „Ich durfte mir glücklicherweise mit Konzernen wie Uber und Meta ein finanzielles Polster aufbauen. Aber dann war ich wieder Dienstleisterin für andere. Und wieder hat mir die strategische Selbstbestimmung gefehlt. Ich fragte mich, wer ich bin und wie ich meine Kreativität in ein Unternehmen verwandle, das mir weiterhin erlaubt, kreativ zu bleiben. Deshalb musste ich lernen, wie ich diese Person werde. Und diese Reise habe ich online festgehalten: Der Smart Chiefs-Newsletter war geboren.“

Lewandowskis Newsletter Smart Chiefs erreicht circa 10.000 Leute und zeigt eine durchschnittliche Öffnungsrate von 60 %. Als sie ihren Newsletter erwähnt, gerät Laura ins Schwärmen über ihre engagierte Community.

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Fotocredit: Lina Retzlaff

Was ist deine Botschaft bzw. deine Motivation?

Laura: „Wenn ich ständig finanzielle Sorgen habe, kann ich auf Dauer nicht kreativ sein. Finanzielle Unabhängigkeit heißt für mich nicht zwangsläufig, dass ich Millionen verdienen muss, sondern dass ich mir das Leben erlauben kann, was ich möchte, und dabei flexibel bleibe. Viele Kreative gehen zu idealistisch ans Geldverdienen.“ 

Die Content Creatorin träumt davon, dass finanzielle Unabhängigkeit kein Privileg mehr sein muss. Echtes unternehmerisches Wissen würde meist an Elite-Unis unterrichtet oder in ohnehin schon privilegierten Kreisen weitergegeben und die breite Masse gar nicht erreichen. Doch ohne dieses Wissen seien wir abhängig: in Ehen, vom Staat, vom Auftraggeber.

Laura: „In Zeiten der Industrialisierung war Unternehmenserfolg immer mit hohen Kosten verbunden. Durch die modernen Technologien wie künstliche Intelligenz und No-Code-Software ist es inzwischen möglich, mit einem kleinen Set-up ein Unternehmertum aufzubauen. Richtig angewandt, sind IT-Lösungen ein Segen für uns.“

„Passwort-Manager sind nichts für mich, Miro-Boards schon.“

Laura berichtet zum einen von ihrem Freund Frederik Riedel, den sie bei einem Funk-Format übers Coden und Hacker kennenlernen durfte. Er entwickelte unter anderem die App one sec – Lauras Lieblingsapp – und ist praktisch ein Paradebeispiel für die Vision Lewandowskis: vom Kinderzimmer ins Business. 

Welche Tools benutzt du für deine Projekte und dein Business an sich?

Laura: „Bei mir mischen sich die Tools für Job und Privatleben. Insbesondere bei Selbstständigen ist es unfassbar wichtig, auf die eigene Work-Life-Balance zu achten. Deswegen zähle ich auch B2C-Software wie Shazam, Apple Health, Classpass zu meinem Tech Stack. Natürlich nutze ich zudem soziale Medien wie YouTube und Reddit als Informations- und Inspirationsquellen.“

Als B2B-Tools nennt die Unternehmerin Gmail und WhatsApp für die Kommunikation, Canva beim Erstellen von Bildinhalten und Miro fürs Brainstorming. Für sie als visueller Mensch seien diese Boards ein absolutes Muss. Des Weiteren nutzt sie behiive (Plattform von Morning Brew, ein Newsletter, den sie selbst konsumiere) für ihre Mailings, Webflow für ihre Homepage und Lexware als Buchhaltungssoftware.

Laura: „Es wäre toll, wenn es eine App für alle Rechnungen (z. B. von Uber) gäbe, damit alles gesammelt an einem Ort digital abliegt. Außerdem ist es doch irgendwie rückschrittlich, sich überall neu und physisch anwesend einloggen zu müssen. Da lassen sich einige To-dos nicht gut delegieren. Diese beiden Apps sollte doch bitte mal jemand erfinden.“ 

Wie stehst du zu AI-Tools?

Laura: „Anfang der 90er-Jahre konnte sich keiner vorstellen, welche Bedeutung das Internet heute für uns haben wird. Ich bin mir sicher, genau so wird es im Bereich KI sein. Entsprechend setze ich gerade alle Hebel in Bewegung, um mich damit zu befassen. Aktuell nehme ich sogar an einem MBA für KI teil, um Prozesse in meinem Alltag noch besser zu integrieren.“ 

Google scheitere oft an spezifischen Aufgaben. Da seien KI-Tools oft schon weiter, so die Content Creatorin. Zum Recherchieren empfiehlt sie entweder perplexity.ai oder die App snipd. Diese Anwendung sei ein wahrer Gamechanger, denn beim Podcast-Hören lassen sich die Hauptinfos zusammenfassen, statt sie händisch mitschreiben zu müssen. Zusätzlich helfen Tools wie ChatGPT vor allem in puncto Marketing, Sales und Automatisierungen.

Die Gefahr, dass AI Jobs ersetzen können, sei da. Laura führt in diesem Zusammenhang gerne die Analogie von KI-Experten Dominic von Proeck an, AI sei wie ein Praktikant – eine Assoziation, die sehr sinnvoll erscheine. Dabei sei es erst recht wichtig, kreativ und flexibel arbeiten zu können und insbesondere gute Anweisungen zu geben. Lauras kleine Mission als Randnotiz: Auch Frauen können Ahnung von Technik haben.

„Wissen sollten wir teilen“ – Ob durch Medieninhalte oder eben Interviews

Die Zukunft des freien, kreativen Individuums liegt in der Hand derer, die sich weiterbilden – und das nicht nur in Sachen Unternehmertum. Auch andere gesellschaftliche Bereiche, die in dieses Feld hineinspielen, faszinieren Laura: von Bitcoin bis zur Wirkung von Psychedelika. Auch wenn sie einen Großteil ihres Wissens aus dem Internet und Ihren eigenen Podcast-Gästen zieht, schwört sie auf Bücher: Laura liest bekannterweise sehr viel nach wie vor analog. Eine Sache, die allerdings die wenigsten wissen: ihr Traum ist es, einmal zum Podcast von Joe Rogan eingeladen zu werden.

Vielen Dank für das spannende Interview und den Blick in deinen Tech Stack, Laura! 

 

Marvin Erdner
Autor*In
Marvin Erdner

Marvin ist Redakteur bei OMR Reviews. Nach seinem Studium in Englisch und Spanisch an der Uni Augsburg zog der gebürtige Hannoveraner nach Hamburg. Dort ist er im Fitnessstudio, im Kino oder in einem der Sushirestaurants anzutreffen. Neben der Leidenschaft für Sprachen interessiert er sich für digitales Marketing und praktische Onlinetools.

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