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301 vs. 302 – Wann welcher Statuscode sinnvoll ist

Nils Martens 12.10.2022

Wir verraten Euch den Unterschied zwischen einer 301 und einer 302 Weiterleitung, wie Ihr sie einrichtet und welche Tools Euch helfen

Statuscodes dienen zur Kommunikation zwischen Client und Server – also Fragendem und Antwortendem. Dabei gibt es zahlreiche Antworten. 301 und 302 sind zwei sehr häufig vorkommende Statuscodes. Sie werden dem Client vom Server gesendet, wenn eine Weiterleitung von der ursprünglich besuchten URL oder Domain zu einer anderen URL oder Domain erfolgt. 

Doch es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Redirects, worauf wir in diesem Artikel eingehen. Außerdem zeigen wir Euch, wie Ihr 301- und 302-Weiterleitungen anlegt, identifiziert und welche 7 SEO-Softwares auf OMR Reviews Euch dabei supporten. 

Wichtiger Fact zum Start: Weiterleitungen sind sehr wichtig für Euer SEO!

Wie Weiterleitungen funktionieren und warum sie wichtig sind

Zieht Ihr Eure Website zu einer neuen Domain um oder relauncht Eure Seite, ergibt eine Weiterleitung von der vorherigen URL Sinn. Vor allem, weil dadurch verbundene Backlinks Bestand behalten, ebenso das Ranking der Ex-URL bei Google und Co. Es macht somit einen großen Unterschied, ob Ihr die alte URL löscht und einfach zu einer neuen wechselt oder von der alten umleitet. Löscht Ihr die alte Domain, löscht Ihr alles. Womit Ihr mit der neuen Domain Euer SEO wieder bei null starten müsst. Und das möchte wohl keiner, in Anbetracht der schwierigen Herausforderung bei Google ein gutes Ranking zu erarbeiten.

Um nun anfragenden Clients mitzuteilen, dass eine Weiterleitung vorliegt, antwortet Euer Server mit den Statuscodes 301 oder 302. Sie sind sich in ihrer Bedeutung sehr ähnlich, haben jedoch einen wesentlichen Unterschied vorzuweisen. Das schreiben wir so platt, da beide oftmals noch gleichgesetzt werden und es dadurch zu Fehlern kommen kann – mit Folgen fürs SEO!

Wann Ihr eine 301-Weiterleitung verwendet

Die Weiterleitung 301 wird mit „moved permanently“ betitelt. Der englische Begriff drückt aus, dass die Weiterleitung dauerhaft besteht, Ihr somit keine Absicht habt, die alte Domain noch einmal zu aktivieren. Das Gute: Der gesamte Link Juice der bisherigen Domain wird der neuen vererbt!

Konkret ist die 301-Weiterleitung für folgende Szenarien gut:

  • Das Website-Protokoll ändert sich = Wenn Ihr Eure Seite fortan mit einem SSL-Zertifikat verschlüsselt und von http zu https weiterleiten wollt.
  • Umzug zu einer neuen Domain = Wenn sich beispielsweise Euer Brand-Name ändert oder Ihr für die Internationalisierung von .de auf .com umsteigt.
  • Doppelte Website vermeiden = Wenn Ihr Duplicate Content vermeiden (mag Google überhaupt nicht) und von https://www.domain.de zur www-freien Version weiterleiten möchtet – oder andersherum.
  • Änderung der URL-Struktur = Wenn Ihr an Eurer Website bastelt, sich dadurch die Verzeichnisse ändern, könnt Ihr es den Usern leicht machen, in dem Ihr weiterleitet.

Der letzte Punkt in der Liste zeigt auch den größten Mehrwert einer 301-Weiterleitung auf – abgesehen vom SEO-Standpunkt: Ihr macht es Euren Besucher*innen einfach, Seiten zu finden, auch wenn Ihr Änderungen vorgenommen habt!

Wie lange Ihr eine 301-Redirect bestehen lassen solltet

Google gibt keine Info darüber, wie lange eine 301-Weiterleitung Bestand haben muss, bis sie überflüssig wird und Ihr die Weiterleitung herausnehmen könnt. Achtet am besten darauf, wann Eure neue Domain von Google vollständig indexiert wurde und die alte Domain oder URL kaum noch gecrawlt wird. Beides könnt Ihr mit SEO-Tools überprüfen, die Ihr am Ende des Artikels oder direkt auf OMR Reviews findet.

Wann Ihr eine 302-Weiterleitung verwendet

Der ein oder andere wird bereits draufgekommen sein: Während der Statuscode 301 eine permanente Weiterleitung deklariert, steht der Code 302 für eine temporäre Weiterleitung. Die Umleitung auf eine andere URL oder Domain erfolgt somit innerhalb eines bestimmten Zeitraumes. 

Das wird meist für Onlineshops verwendet, wenn Produkte nur saisonal verkauft oder auf zeitlich begrenzte Aktions-URLs (wie Affiliate-Kampagnen) weitergeleitet werden soll. Zusätzlich sind 302-Redirects für Website-Tests und Tracking geeignet. Bevor Ihr einen Domain-Umzug in Betracht zieht, könnt Ihr also erst einmal testen. Sehen die Starts gut aus, könnt Ihr eine 301-Weiterleitung einbauen, um den Umzug zu vollenden.

Bei temporären 302-Weiterleitungen wird der Pagerank ebenfalls weitergegeben, nur werden die Ziel-URLs oder Domains von Google nicht indexiert. Derartige Weiterleitungen solltet Ihr daher wirklich nur übergangsweise verwenden.

Wie Ihr eine Weiterleitung einrichtet

Wichtiger Tipp, bevor Ihr die Einrichtung startet: Macht immer erst ein Backup, bevor Ihr einen Code ändert. Falls auch nur der kleinste Fehler vorliegt, kann das ungemütliche Folgen haben.

Wie Ihr vorgeht, hängt davon ab, ob Ihr einen Apache-Webserver benutzt (ist auch der Weg für WordPress-Websites) oder die Weiterleitung per PHP einrichten wollt. Wir zeigen beide Wege!

Weiterleitung via Apache-Webserver

Folgende Anleitung könnt Ihr für 301- und 302-Weiterleitungen gleichermaßen verwenden:

  1. Loggt Euch via FTP auf Eurem Webserver ein.
  2. Öffnet die Datei .htaccess (es kann sein, dass die Datei versteckt ist. Über den meist „Darstellung“ genannten Menüpunkt, könnt Ihr versteckte Dateien einblenden).
  3. Fügt „redirect /url-alte-seite https://eure-domain.de/url-neue-seite“ oben in den Code ein.

Wie Ihr den Code-Schnipsel editieren müsst: „url-alte-seite“ ist der URL-Ausgangspunkt, von dem zur neuen URL weitergeleitet werden soll, im Beispiel-Code „https://eure-domain.de/url-neue-seite“ bezeichnet. Also gebt Ihr zunächst die alte URL an (ohne etwas davor zu schreiben), danach die neue URL. Fertig!

Möchtet Ihr eine komplette Domain umziehen, befolgt ebenso Schritt eins und zwei. Schritt drei erfordert in diesem Fall einen längeren Code-Schnippsel:

RewriteEngine On

RewriteBase /

RewriteCond %{HTTP_HOST} !alte-domain.de$ [NC]

RewriteRule ^(.*)$ http://www.neue-domain.de/$1 [L,R=301]

Unter „alte-domain.de“ fügt Ihr Eure bisherige Adresse ein und unter „neue-domain.de“ die neue Adresse (mit „http://www.“ bzw. „https://www.“).

WordPress-Plugins wie Rank Math oder andere Plugins können Euch auch dabei unterstützen, Weiterleitungen einzurichten. Prüft das am besten, bevor Ihr an einer Datei wie .htaccess herumbastelt. 

Weiterleitung via PHP

Ist das Quell-Skript eine PHP-Datei, geht wie folgt vor:

  1. Öffnet das PHP-Skript, das weitergeleitet werden soll.
  2. Fügt folgenden Quellcode in Zeile eins ein: ⁠ ⁠<?php header("HTTP/1.1 301 Moved Permanently"); header("Location: https://www.eure-domain.de/neue-url.php"); header("Connection: close"); ?>

Passt lediglich unter „neue-url.php“ den Namen der neuen Quelle ein, zu der umgeleitet werden soll. Et voilà, die Weiterleitung via PHP ist vollendet!

Wie Ihr eine Weiterleitung identifiziert beziehungsweise prüfen könnt

Um zu überprüfen, ob eine Weiterleitung für Eure Website aktiv ist, könnt Ihr SEO-Softwares wie RyteWildShark SEO Spider oder searchVIU verwenden. Sie zeigen Euch für jeden Statuscode die Anzahl der URLs an, die jeweils betroffen sind. Kleiner Tipp: Behaltet vor allem ein Auge auf 4xx- und 5xx-Codes. Diese weisen Client-Errors bzw. Server-Errors aus.

Regelmäßiges Überprüfen aller Eurer URLs ist notwendig, um ein gutes User-Erlebnis zu schaffen und Google zunehmend zufrieden zu stellen. Überprüft mit SEO-Tools also immer wieder Eure 301-Weiterleitungen, aber auch die anderen Statuscodes.

7 Softwares, die Euch bei 301- und 302-Weiterleitungen weiterhelfen

SEO-Softwares gibt es einige. Wir haben Euch die 7 besten Lösungen mitgebracht, die sich für die Überprüfung von Statuscodes und das Crawling eignen. Mit einem Klick auf die jeweiligen Tools gelangt Ihr auf OMR Reviews. Dort sind alle sieben SEO-Softwares von verifizierten Usern bewertet sowie hier und da mit einem Live-Bericht ergänzt. Auf diese Weise könnt Ihr bequem vergleichen und Euch die beste Software-Lösung herauspicken:

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Screaming Frog SEO Spider ist eines von vielen SEO-Tools, mit denen Ihr 301- und 302-Redirects identifizieren und einrichten könnt.

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Autor:In
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Nils Martens

Verfolgt die Software-Welt schon seit Windows 3.1 – als Slack, Google Meets und Ahrefs noch nicht existierten. Für OMR Reviews ist Nils als Redakteur mit Hype auf Technik, Internetkultur und Software unterwegs. Außerdem kümmert er sich als Freelancer um die Content Creation & das Personal Branding von CEOs auf LinkedIn. In seiner Freizeit findet ihr ihn gerne mal beim FPS-Zocken.

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