Inhalt
- Die Influencer-Marketing-Strategie als übergeordneter Leitfaden
- Vorbereitung: Ziele definieren und Zielgruppe verstehen
- Influencer Marketing ist kein isolierter Kanal
- In 4 Schritten zur Influencer-Marketing-Strategie
- Best Practices: Was erfolgreiche Influencer-Marketing-Strategien auszeichnet
- Fazit: Influencer-Marketing-Strategie ist der entscheidende Unterschied
Das Wichtigste in Kürze
- Influencer-Marketing ist ein integraler Bestandteil der Gesamtstrategie und sollte nicht als isolierter Kanal betrachtet werden.
- Eine fundierte Strategie basiert auf den 4 W’s (Wer, Wie, Was, mit Wem) sowie klar definierten Zielen und Zielgruppen-Analysen.
- Der Erfolg wird durch den strategischen Fit zwischen Marke und Creator sowie durch langfristige Partnerschaften statt durch reine Reichweite gesichert.
- Effizientes Kampagnenmanagement und Erfolgsmessung erfordern den gezielten Einsatz professioneller Analyse-Tools.
- Die Kombination aus organischem Content und Paid-Media-Skalierung ist ein entscheidender Hebel für maximale Performance.
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Was hat das Influencer-Marketing für eine Entwicklung in den letzten Jahren hingelegt – vom belächelten Underdog zum integrativen Teil im Marketing-Mix! Die Effektivität und Effizienz sind dabei nicht von der Hand zu weisen. Aktuelle Erhebungen zeigen, dass 2025 rund 29 Prozent der deutschen Internetnutzer*innen über soziale Netzwerke einkaufen. Zudem gaben laut einer Bitkom-Umfrage 25 bis 26 Prozent an, in den vergangenen zwölf Monaten mindestens ein Produkt wegen Influencer-Werbung auf Instagram bzw. YouTube gekauft zu haben. Doch wie funktioniert Influencer Marketing eigentlich in der Praxis? Welche Erfolgsfaktoren gibt es?
Die Influencer-Marketing-Strategie als übergeordneter Leitfaden
Eine gute Influencer-Marketing-Strategie schafft Orientierung, macht Maßnahmen vergleichbar und sorgt dafür, dass sich eure Erfolge skalieren lassen. Ich verstehe sie immer als übergeordneten Leitfaden, der die Richtung vorgibt – unabhängig davon, ob später einzelne Kampagnen oder kontinuierliche Maßnahmen umgesetzt werden. Sie ist das strategische Fundament. Dort legt ihr grundsätzliche Herangehensweisen fest. Sie kann zudem eine Situations- und Wettbewerbsanalyse enthalten.
Die Situationsanalyse zeigt auf, wie in der Vergangenheit bereits durchgeführte Influencer-Marketing-Maßnahmen performt haben – sofern schon Aktivitäten vorliegen. Die Wettbewerbsanalyse auf der anderen Seite analysiert, wie euer direkter und indirekter Wettbewerb Influencer*innen einsetzt, und welche Learnings daraus für die eigene Strategie gewonnen werden können. Tools, wie zum Beispiel IROIN oder Storyclash, haben integrierte Social-Listening-Funktionen, die dies mit nur wenigen Klicks ermöglichen.
Vorbereitung: Ziele definieren und Zielgruppe verstehen
Bevor ich über konkrete Kanäle oder Influencer*innen nachdenke, kläre ich im ersten Schritt immer zwei Fragen: Was will ich erreichen – und wen will ich erreichen? Typische Influencer-Marketing-Ziele sind dabei:
Reichweite und Markenaufbau
Engagement und Community-Bindung
Traffic oder Conversions
Content-Produktion
Co-Creations
Das gesetzte Influencer-Marketing-Ziel ist dabei immer eng verknüpft mit der Botschaft und/oder dem Produkt. Ein konkretes Beispiel: Mithilfe reichweitenstarker deutscher Influencer*innen soll im September ordentlich Buzz (mind. 10 Mio. Impressionen) für das Gaming-Keyboard und die Botschaft "Game on" geschaffen werden. Das messbare Ziel sollte so konkret wie möglich gehalten werden, da es bei der späteren Kreativkonzept-Entwicklung und auch bei der Erfolgsmessung hilft. Entscheidend ist die Klarheit. Unscharfe Ziele führen fast immer zu unscharfen Ergebnissen.
Neben den Zielen, Produkt und Botschaft, ist einer der wichtigsten Punkte, sich von Anfang an die gewünschte Zielgruppe anzuschauen und insbesondere ihr Verhalten. Meist leitet sich diese von der Marketing-Zielgruppe ab. Es gilt zu betrachten: Wo hält sich meine Zielgruppe auf – und wie konsumiert sie Content? Auch demografische Merkmale (Alter und Geschlecht) sowie Interessen-Definitionen (z. B. Interesse an Gaming, Gaming-Zubehör) sollten enthalten sein, da diese bei der späteren Influencer-Auswahl helfen können. Dies gilt nicht nur für B2C-Marken, sondern ebenso für B2B. Denn auch im B2B-Bereich gewinnt das Thema zunehmend an Bedeutung, wie
dieser Überblick zu B2B Influencer Marketing zeigt.
Influencer Marketing ist kein isolierter Kanal
Ein häufiger Fehler ist, Influencer Marketing getrennt von der restlichen Marketingstrategie zu betrachten. In der Realität funktioniert Influencer Marketing dann am besten, wenn es in die Gesamtstrategie eingebettet ist. Das zeigt sich konkret daran:
Ziele müssen zu den Unternehmenszielen passen
Botschaften müssen konsistent sein
Maßnahmen sollten mit anderen Kanälen verzahnt werden
Das sorgt in der Zielgruppe für Klarheit und erhöht auch den Trust-Faktor. In der Vergangenheit habe ich die stärksten Ergebnisse immer dann gesehen, wenn Influencer Marketing als integraler Bestandteil der gesamten Marketingstrategie eingesetzt wurde. Konkrete Beispiele sind zum Beispiel: Influencer*innen als Teil großer Launch-Kampagnen, oder auch Einsatz von Influencer*innen bei Co-Hosted-Events zwischen Marke und Creator.
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In 4 Schritten zur Influencer-Marketing-Strategie
Um Struktur in die Entwicklung zu bringen, arbeite ich gerne mit einem klaren Framework: den 4 W’s: Wer, Wie, Was und mit Wem. Wichtig hierbei ist, dass das Ziel und die Zielgruppe schon vorab definiert wurden und immer über allem stehen.
Wo: Die richtigen Kanäle wählen
Auf Basis des Influencer-Marketingziels und der Zielgruppe gilt es festzulegen, auf welchen Kanälen die Aktivitäten stattfinden sollen. Besonders beliebte Influencer-Marketing-Kanäle sind Instagram, YouTube, TikTok und Twitch. Je nach Produkt und Zielgruppe können jedoch auch Kanäle wie Snapchat, Twitter und/oder Pinterest hohe Relevanz für Eure Kampagnen haben. Vor allem im B2B-Bereich kommt u. a. LinkedIn auch hinzu.
Die Kanäle sollten nie rein nach Trends, sondern nach Relevanz ausgewählt werden. Der beste Kanal ist immer der, auf dem sich eure Zielgruppe tatsächlich bewegt. An dieser Stelle sei ebenfalls erwähnt, dass die Kanalauswahl immer eine gewisse Flexibilität erlauben sollte – insbesondere dann, wenn die Influencer-Marketing-Strategie langfristig ausgelegt ist. So könnte die Relevanz von Kanälen steigen, wenn beispielsweise neue Storytelling-Formate eingeführt werden. Eine weitere Ausnahme sollte auch dann in Betracht gezogen werden, wenn Influencer*innen mit einem perfekten Brand- und Zielgruppen-Fit gefunden werden, sich diese aber auf anderen Kanälen aufhalten. Hier gilt: Influencer*in vor Kanal. Eine regelmäßige Evaluierung des Kanal-Setups ist empfohlen.
Wie: Die Rolle der Influencer*innen definieren
Influencer*innen sind heute mehr als Reichweitengeber*innen. Sie sind ein toller Hebel, das Vertrauen auf die eigene Marke zu übertragen. Je nach Ziel können sie unterschiedliche Rollen übernehmen:
Content Creator
Testimonials
Co-Creator
Content-Lieferanten für Paid-Kampagnen
Erfolgreiche Marken sehen Influencer*innen nicht als Werbefläche, sondern als Partner im Content-Prozess. Der vermutlich gängigste Influencer-Einsatz ist der als Content Creators. Influencer*innen erstellen Content, der exklusiv auf dem Influencer-Kanal und/oder Brand-Kanal veröffentlicht wird. Immer häufiger werden Influencer*innen als Content Creator für den unternehmensinternen Content-Pool gebucht. Dieser Content wird nicht auf den Influencer-Kanälen geteilt, sondern darf vom Unternehmen frei genutzt werden und über eigene Social-Media-Tools oder über die Plattform selbst ausgesteuert werden.
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Schweppes gilt hier schon seit Jahren als einer der Vorreiter. Stark zugenommen hat ebenfalls der Einsatz von Influencer*innen in den Bereichen Testimonial und Co-Creation. Beide Felder sehen meist einen langfristigen Einsatz von Influencer*innen vor. Von der langfristigen Bindung an eine Marke können beide Seiten profitieren und sie sollte stets mitgedacht werden. Das stärkt eure Authentizität und ihr könnt von inkrementellen Reichweiten und mehrheitlich auch Earned-Content profitieren (die Veröffentlichung von zusätzlichem, nicht gebuchtem und daher kostenlosem Content). Gerade wenn wir an den Bereich der Co-Creation denken, bringen Influencer*innen meist nicht nur Wissen über die Vorlieben ihrer Community mit, sondern auch spannende Insights. Ein großes Potenzial für Euer Unternehmen!
Was: Maßnahmen gezielt auswählen
Ebenfalls ausgehend von der Zielgruppe und den Influencer-Marketing-Zielen, gilt es zu entscheiden, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden können. Soll beispielsweise Buzz für das neue Gaming-Keyboard geschaffen werden, könnte sich eine klassische Produktinszenierung ebenso lohnen, wie ein Event, auf welchem das Produkt gezeigt wird. Die Produktinszenierung könnte dann beispielsweise in Form eines großen Reveal-Unboxings stattfinden.
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Nona hat den Rioca-Launch Ende 2025 besonders erfolgreich umgesetzt. Was sich im Vergleich zu Vorjahren verändert hat, ist, dass die Community viel stärker im Content einbezogen wird – von Umfragen bis hin zur Weitergabe der Entscheidung über Content, oder auch Design an die Community. Im Bereich Maßnahmen arbeite ich immer gerne nach einer klaren Logik: Ziel → KPI → Maßnahme.
Kampagne vs. Always-on richtig einordnen
Auf Basis dieser Logik ergibt sich dann der nächste Schritt:
Kampagnen
zeitlich begrenzte Maßnahmen (z. B. Produktlaunch)
sorgen für kurzfristige Peaks
Always-on-Maßnahmen
kontinuierliche Zusammenarbeit
sorgen für langfristige Wirkung
Die Maßnahmen und Frequenzen sind dabei immer in starker Relation zum Budget zu setzen. Bei einem kompletten Start mit Influencer-Marketing empfehle ich, erstmal mit einer Testkampagne zu starten und erste Learnings zu generieren. Die besten Ergebnisse entstehen aus meiner Erfahrung immer dann, wenn beides zusammen spielt, aber auch separat kann es gute Ergebnisse erzielen. Wichtig ist immer die Zielsetzung und natürlich auch das vorhandene Budget.
Mit Wem: Die richtigen Influencer*innen auswählen
Im Rahmen der Influencer-Marketing-Strategie gilt es auch zu definieren, mit welchen Influencer*innen ihr zusammenarbeiten möchtet. Beispiel: Unternehmen X mit Gaming-Keyboard richtet sich an junge Männer im Alter von 18–25 Jahren mit hohem Interesse an Technik, Technikgadgets, Gaming und Unterhaltung. Die Frage, die sich jetzt stellt, ist, wie könnt Ihr sicherstellen, dass die Zielgruppe des Influencers mit Eurem Unternehmen deckungsgleich ist? Die folgenden Influencer-Marketing-Tools können bei der Influencer-Auswahl helfen:
Viele dieser Tools erlauben es, durch verschiedene Filtermöglichkeiten auf Basis von quantitativen Daten (wie zum Beispiel die Altersverteilung oder das Länderfollowing) eine Vorauswahl zu treffen. Auf OMR Reviews findet Ihr dazu noch mehr spannende Softwares und könnt euch einen Überblick über weitere Influencer-Marketing-Tools verschaffen. Zudem findet ihr auf OMR Reviews eine Auswahl von Influencer-Marketing-Agenturen, die euch helfen können, die passenden Influencer*innen zu finden.
Wichtig bei der Influencer-Auswahl ist auch zu definieren, in welcher Größenordnung sich die Influencer*innen befinden sollten. Je nach Ziel, Budget und zuvor definierter Strategie, lohnt sich beispielsweise die Zusammenarbeit mit wenigen ausgewählten Macro-Influencer*innen, welche für Buzz und Reichweite sorgen. Genauso legitim könnte ein Seeding-Einsatz mit vielen Micro- und Mid-Influencer*innen sein. Beide Ansätze können funktionieren – entscheidend ist die strategische Einordnung.
Best Practices: Was erfolgreiche Influencer-Marketing-Strategien auszeichnet
Unabhängig von Branche oder Budget sehe ich in der Praxis immer wieder ähnliche Muster, die erfolgreiche Influencer-Marketing-Strategien auszeichnen.
Strategie vor Umsetzung: Viele Kampagnen starten direkt in der Umsetzung – ohne klares Zielbild. Erfolgreiche Marken investieren zuerst Zeit in Strategie und legen den Rahmen für ihre Aktivitäten fest.
Langfristigkeit schlägt Einzelmaßnahmen: Einzelne Kampagnen können kurzfristig funktionieren – vor allem im Lower-Funnel. Nachhaltiger Erfolg entsteht jedoch fast immer durch langfristige Zusammenarbeit mit Influencer*innen und Maßnahmen.
Content schlägt klassische Werbung: Influencer Marketing funktioniert nicht wie klassische Werbung. Content, der zur Plattform und zur Community passt, performt deutlich besser als rein werbliche Botschaften. Deswegen: Content immer stets mit den Influencer*innen gemeinsam entwickeln.
Creator-Fit ist wichtiger als Reichweite: Reichweite wird oft überschätzt. Entscheidend ist, wie gut ein*e Influencer*in zur Marke, zur Botschaft und zur Zielgruppe passt. Ein hoher Fit führt fast immer zu besseren Ergebnissen.
Kombination aus Influencer*innen und Paid Media: Der größte Hebel entsteht, wenn Influencer-Content nicht nur organisch ausgespielt, sondern zusätzlich über Paid Media skaliert wird.
Klare KPIs statt Bauchgefühl: Erfolgreiche Strategien basieren auf klar definierten KPIs. Ohne messbare Ziele wird Influencer Marketing schnell zum Experiment ohne belastbare Learnings.
Influencer*innen als Partner denken: Die besten Ergebnisse entstehen, wenn Influencer*innen nicht als Werbefläche gesehen werden, sondern als Partner im Content- und Kommunikationsprozess.
Fazit: Influencer-Marketing-Strategie ist der entscheidende Unterschied
Die vorab definierten 4 W’s können Euch dabei helfen, Euren Influencer-Marketing-Aktivitäten einen Rahmen zu geben. Die Reihenfolge hierbei ist meist gleich und sichert einen zielführenden Output. Dennoch sollten die Inhalte der Strategie kontinuierlich hinsichtlich Inhalt und Erfolg bewertet werden. Es darf nicht vergessen werden, dass das Influencer-Marketing per se eine sehr dynamische Disziplin ist, die auf sich ständig verändernden Kanälen stattfindet. Was heute auf Instagram oder TikTok funktioniert, kann in ein paar Monaten schon überholt sein.
Mit steigender Komplexität wird Influencer Marketing ohne Tools schnell ineffizient. Typische Einsatzbereiche von solchen Influencer-Marketing-Tools sind:
Influencer-Recherche
Kampagnenmanagement
Performance-Analyse
Gerade bei skalierenden Kampagnen sind sie ein wichtiger Bestandteil eurer Social-Media-Marketing-Prozesse. Zur zentralen Frage: Ist eine Influencer-Marketing-Strategie ein Erfolgsgarant? Jein – eine Influencer-Marketing-Strategie ist kein alleiniger Erfolgsgarant – aber sie entscheidet darüber, ob Erfolg überhaupt möglich ist. Die meisten Kampagnen und Aktivitäten scheitern nicht an der Umsetzung, sondern an fehlender Klarheit im Vorfeld. Wer Influencer Marketing strategisch denkt, schafft bessere Ergebnisse, kann Maßnahmen skalieren und baut langfristig Wirkung auf. Genau darin liegt der Unterschied zwischen einzelnen Kampagnen und nachhaltigem Erfolg.
Viel Erfolg!
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