Amazon PPC

Diese Tipps helfen Euch bei der Amazon-PPC-Optimierung

Fynn Drees 16.12.2021

Wir zeigen Euch, mit welchen Kennzahlen und Tools Ihr Euren Amazon-Auftritt optimieren könnt

Amazon ist nicht nur der wohl bedeutendste Online-Marktplatz Deutschlands, sondern inzwischen auch die größte Produktsuchmaschine der Welt. Immer häufiger starten Kund:innen ihre Produktsuche direkt auf Amazon und nehmen nicht mehr den Umweg über Suchmaschinen wie Google. Dies führt dazu, dass immer mehr Marken auf Amazon vertreten sind und sich darum bemühen müssen, ihre Produkte für die Zielgruppe sichtbar zu machen. Als Marke bringt ein Auftritt auf Amazon viele Vorteile, da die Kund:innen direkt und ohne große Umwege die Produkte bestellen können und sich durch Self-Service-Werbekonsole, A+ Content und Brandstore vielfältige Möglichkeiten zur Optimierung des Markenauftritts bieten.

Auf Amazon sind dabei längst nicht nur bekannte Marken vertreten: Durch den für Händler:innen einfachen und strukturierten Anmeldeprozess können auch kleinere Marken in den direkten Konkurrenzkampf mit größeren Markenherstellern treten. Durch das ausgereifte System im Amazon-PPC-Advertising (Amazon Pay-Per-Click-Advertising) sind sie dabei nicht chancenlos, wenn es um die besten Platzierungen in den Suchergebnissen geht. Durch das sehr schnell wachsende Geschäftsfeld entsteht für etablierte Kräfte auf dem Markt eine neue und umfangreichere Konkurrenzsituation.

In diesem Artikel gibt Euch unser Gastautor Fynn Drees eine kurze Übersicht über den Bereich Amazon PPC geben und geht dabei auch auf Optimierungsmöglichkeiten für Eure Kampagnen ein. Um Eure Amazon PPC-Kampagnen optimieren zu können, solltet Ihr zunächst verstehen, wie Amazon PPC funktioniert. Grundlegend ist ein Verständnis für die unterschiedlichen Kampagnentypen und die möglichen Zielsetzungen im Amazon PPC-Advertising. Die Vorstellung wichtiger Amazon-PPC-Tools und Tipps aus dem Advertising-Bereich zeigt Euch, wie Ihr mit einfachen Mitteln schnell und gezielt Euren Amazon-Auftritt optimieren könnt. 

Was ist Amazon PPC?

Als Händler:in könnt Ihr bei Amazon in der Werbekonsole mithilfe von verschiedenen Werbeformaten Produkte auf dem Amazon Marketplace bewerben. Die Werbeanzeigen erscheinen in der Produktsuche vor und zwischen den organischen Suchergebnissen, können aber auch auf Produktseiten oder an anderen Stellen auf der Amazon-Website erscheinen.

Die ersten Amazon PPC-Anzeigen (rot umrandet) werden in der Produktsuche vor den organischen Suchergebnissen (blau umrandet) angezeigt.

Mit dem Pay-Per-Click-Modell (PPC) kommen auf Werbetreibende nur dann Kosten zu, wenn Nutzer:innen die geschaltete Anzeige anklicken, sodass die Werbeformate von Amazon für nahezu jedes Budget äußerst attraktiv sind. Die Werbemöglichkeiten auf dem Marktplatz sind für alle Händler:innen zugänglich, unabhängig davon, ob es sich um Seller oder Vendoren handelt. Ein großer Vorteil von Amazon PPC ist, dass Ihr alle Kampagnen via Self-Service selbst erstellen und verwalten könnt, sodass Euch maximale Flexibilität erwartet. Für wen der Self-Service nach zu viel Aufwand klingt, kann sich an eine der vielen Agenturen wenden, die auf Amazon PPC-Advertising spezialisiert sind. Alternativ gibt es hilfreiche Unterstützung durch Tools, die nicht nur Amazon-Einsteiger:innen, sondern auch Expert:innen die Arbeit erleichtern.

Welche Ziele verfolgt Amazon PPC?

Mit Amazon PPC können mehrere Ziele verfolgt werden. Ganz grob gesagt ist es ideal geeignet, um die Sichtbarkeit von Produkten zu steigern. Das oberste Ziel von Amazon PPC ist dabei, Eure Produkte und Eure Marke in der Produktsuche vor den Konkurrenzprodukten zu platzieren und diese Position langfristig halten zu können. Mit Amazon PPC könnt Ihr somit sowohl die Performance Eurer Produkte als auch Eure Markenbekanntheit auf dem Amazon Marketplace steigern. Welche der beiden Ziele Ihr wählt, hängt ganz von der Strategie ab, die Ihr verfolgt. Vorab: Es empfiehlt sich, sowohl die Performance- als auch die Branding-Strategie zu verfolgen.

Wählt Ihr die Performance-Strategie, sind beispielsweise die Steigerung von Verkäufen (Sales), der Ausbau von Marktanteilen (Market Shares) oder Markenbekanntheit (Brand Awareness) sowie eine optimale Einführung von Produktneuheiten mögliche Ziele. Außerdem könnt Ihr mithilfe eurer Amazon PPC Kampagnen bestimmte Keywords in der Produktsuche dominieren. Für Hersteller:innen von Ausstechformen für Weihnachtskekse empfiehlt es sich im umkämpften Markt nämlich nicht nur beim Keyword „Ausstechform“, sondern auch bei weiteren Keywords wie „Ausstechform Weihnachten“ oder „Keksausstecher“ ganz vorn in der Produktsuche zu erscheinen. Mit Performance-Kampagnen könnt Ihr zudem Kund:innen erreichen, die Eure Marke noch nicht kennen, sondern lediglich nach nicht-markenbezogenen Begriffen suchen.

Bei der Wahl einer Branding-Strategie geht es darum, diejenigen Kund:innen zu erreichen, die Eure Marke bereits kennen. Ein wichtiges Ziel dieser Strategie ist es, die Marktführerschaft zu gewinnen oder zu verteidigen. Weiterhin ist es mit der Branding-Strategie aber auch möglich, den Marktanteil eurer Marke auszubauen, indem Ihr auf Cross-Selling und Up-Selling setzt. Käufer:innen Eurer Produkte sollen dabei neben dem gesuchten Produkt idealerweise noch weitere Produkte Eurer Marke zum Warenkorb hinzufügen.

Für wen ist Amazon PPC wichtig?

Amazon PPC ist für alle Marken wichtig, deren Produkte durch den Hersteller selbst, als Vendor über Amazon oder über Einzelhändler:innen auf dem Marktplatz von Amazon verkauft werden. Mit Amazon PPC kann sowohl die Sichtbarkeit von Produkten und ganzen Marken als auch eine Steigerung der Sales erreicht werden. Produkte mit einem gut performenden Kampagnenkonstrukt werden mitunter vom Amazon Algorithmus belohnt und auch in der organischen Produktsuche besser platziert. Amazon PPC ist somit nicht nur für den schnellen Abverkauf von Produkten oder für das Pushen von Neuprodukten geeignet, sondern auch um die Performance von Produkten sowie deren Bedeutung und Marktanteil langfristig zu steigern.

Bevor Ihr allerdings Amazon PPC-Kampagnen startet, solltet Ihr darauf achten, dass Eure Produkte ausreichend optimiert sind. Eine gute Orientierung bieten zahlreiche Checklisten zur Retail Readiness. Die wichtigsten Attribute sowie Bullet Points, Produktbeschreibung und A+ Content sollten bereitstehen, um die Kund:innen mit den wichtigsten Informationen zu versorgen. Amazon-PPC-Kampagnen sind für neue Händler:innen auf dem Marktplatz somit vor allem dann relevant, wenn das grundlegende Setup für den Markenauftritt vollständig ist.

Bekanntere Marken und Marktführer können zwar davon profitieren, dass Nutzer:innen in der Produktsuche bereits gebrandete Keywords (Keywords, die den Marken- oder Produktnamen enthalten) nutzen, dafür müssen sie sich aber vor gezielten Angriffen der Konkurrenz schützen. Denn diese können ihre Werbemaßnahmen auf die Branding-Keywords der Konkurrenz schalten und erhalten somit die Chance, sich in den Suchergebnissen vor bekannten Marken zu positionieren. Das gleiche gilt für direkte Konkurrent:innen im Markt, die sich durch den gezielten Einsatz von Amazon PPC wichtige Keywords der Konkurrenz sichern können und so Kund:innen der Konkurrenz ansprechen können.

Beim Keyword „Sprite“ erscheinen durch gezielte Amazon PPC-Kampagnen Produkte von Pepsi und Die Limo vor dem gesuchten Produkt von Coca-Cola.

Welche Amazon-PPC-Kampagnen gibt es?

In der Werbekonsole von Amazon können Seller und Vendorenn zwischen den vier verschiedenen Anzeigeformaten Sponsored Products Ads, Sponsored Brands Ads, Sponsored Brands Video Ads und Sponsored Display Ads wählen. Die Formate stehen sowohl registrierten Seller:innen als auch Vendoren mit Markenrechten zur Verfügung.

In der Werbekonsole im Amazon PPC kann zwischen verschiedenen Werbeformaten gewählt werden.

Sponsored Products Ads können Händler:innen nutzen, um gezielt einzelne Produkte zu bewerben. Je nach Art der Ausrichtung der Kampagnen (Auto, Phrase, Broad oder Exact) sind die Kampagnen sehr schnell erstellt. Die Anzeigen erscheinen in der Produktsuche vor und zwischen den organischen Suchergebnissen oder auf Produktdetailseiten. Sponsored Products Ads können auf Keywords oder ASINs geschaltet werden.

Sponsored Brands Ads können Händler:innen nutzen, um die Marke, den Brandstore oder mehrere Produkte gleichzeitig zu bewerben. Sponsored Brands erscheinen oberhalb der organischen Produktsuche und nehmen eine größere Fläche als Sponsored Products Ads ein. Sponsored Brands Ads können auf Keywords geschaltet werden und zusätzlich mit Markenlogo, Bild und Slogan versehen werden sowie auf den Brandstore verlinken.

Sponsored Brands Video Ads erscheinen an einem festen Ort in der organischen Produktsuche. Mit dem Video-Format im Amazon PPC kann ein Produkt durch ein Werbevideo beworben werden. Auch ohne große Vorkenntnisse könnt Ihr Videos mithilfe des Amazon DSP Video Creative Builders erstellen. Zur Targetierung können Keywords ausgewählt werden.

Sponsored Display Ads können sowohl auf dem Amazon Marketplace als auch auf externen Websites angezeigt werden. Im Gegensatz zu den weiteren Werbeformaten können hier auch Interessen oder das Kauf- und Suchverhalten der Kunden berücksichtigt werden. Sponsored Display-Kampagnen können nur von Händler:innen genutzt werden, die registrierte Markeninhaber:innen sind.

Welche Tools eignen sich für die Amazon-PPC-Optimierung?

Für eine Amazon-PPC-Optimierung ist die Nutzung von Tools unabdingbar. Diese sind nicht nur nützlich, um bei der Erstellung und beim Monitoring der Werbekampagnen viel Zeit zu sparen, sie bieten häufig auch zusätzliche Features an, durch die Eure Ziele im Amazon PPC-Advertising besser und schneller umgesetzt werden können. Die folgenden Tools unterstützen Euch in unterschiedlichen Bereichen dabei, Eure Amazon PPC-Kampagnen zu optimieren.

Helium 10

Helium 10 kann Euch in mehreren Bereichen unterstützten und bietet für viele Probleme ansprechende Möglichkeiten. Besonders für die Recherche von Keywords, ASINs und Produkten sowie zur Optimierung von Produktseiten ist Helium 10 besonders nützlich. Die Erweiterungsmöglichkeit für den Browser rundet Helium 10 ab.

Adspert

Auch Adspert kann Euch in der Optimierung von PPC Kampagnen unterstützen. Das Tools analysiert die Keywords aus Euren automatischen Amazon-Ads-Kampagnen und liefert Euch dann Vorschläge für Eure manuellen Kampagnen. Adspert kann Euch auch in der Budgetplanung helfen und liefert Euch außerdem Einblicke, die sehr wertvoll sein können, wie zum Beispiel über welches Keyword oder PAT ein bestimmtes Produkt verkauft wurde.

BidX

Wer sein Kampagnen-Management verbessern möchte, kommt um die Software von BidX kaum herum. BidX bietet zahlreiche Möglichkeiten, um die Erstellung und das Monitoring von Amazon-PPC-Kampagnen zu optimieren. Mit der 1-Click-Setup-Funktion lassen sich ganze Kampagnen-Konstrukte in sehr kurzer Zeit automatisiert erstellen. Auch Gebotsanpassungen und das Verschieben von Keywords funktioniert mit BidX automatisiert. Das Dashboard kann individuell zusammengestellt werden und so einen Überblick über die Entwicklung aller wichtigen KPIs geben.

ROPT

Das Dashboard des Tools ROPT bietet einen schnellen Überblick über alle relevanten Kennzahlen. Dabei werden Daten aus den Bereichen Advertising, Performance, Content, Sales und Reviews gebündelt dargestellt. Mithilfe der Forecasts erlaubt ROPT es Nutzer:innen Trends, Chancen und Probleme frühzeitig zu erkennen. Die ins Tool integrierte PQS-Analyse (Product Quality Score) bewertet außerdem die Qualität der eigenen Produktseiten. Ein weiterer großer Vorteil von ROPT ist, dass die Sichtbarkeit von Produkten und Marken durch die Angabe von Keyword-Rängen auf Marken-, Portfolio- und ASIN-Ebene gemessen wird.

Adference

Mit dem Tool von Adference werden für Eure Amazon-PPC-Kampagnen automatisiert die richtigen Gebote verwendet, während Ihr umsatz- oder klickmaximierende Strategien wählt und ACoS-Ziele und Budgets festlegt. Das Budget wird optimal genutzt, indem es automatisiert auf verschiedene Kampagnen verteilt werden kann. Die Kampagnen können sehr schnell erstellt und anschließend übersichtlich in Portfolios verwaltet und gesteuert werden. Ein weiteres Feature ist das automatisierte Keyword-Management, durch das Keyword- und Produktziele automatisch hinzugefügt oder ausgeschlossen werden.

Weitere Tools

Im stetig wachsenden Amazon PPC-Kosmos gibt es noch viele weitere Tools, die euch zusätzliche Features anbieten und so die Arbeit entweder erleichtern oder ganz abnehmen. Die Wahl des richtigen Tools ist eine wichtige und oftmals schwierige Entscheidung. Neben dem Funktionsumfang sind immer auch die eigene strategische Zielsetzung sowie die Kosten eines Tools von entscheidender Bedeutung. Eine Übersicht über weitere Tools hat euch OMR Reviews zusammengestellt.

Welche Kennzahlen sind bei einer Amazon-PPC-Optimierung relevant?

Für das Monitoring und die Auswertung Eurer Werbemaßnahmen veröffentlicht Amazon in der Werbekonsole zahlreiche Key Performance Indicators (KPIs). Ihr solltet die wichtigsten KPIs im Amazon PPC permanent im Blick haben, um einen langfristigen Erfolg Eurer Kampagnen zu gewährleisten. Die Kampagnen-Performance wirkt sich nämlich immer auch auf die Gesamt-Performance des Produkts aus und kann mit besseren Rankings belohnt werden. Grundsätzlich sind alle KPIs wichtig, je nach Zielsetzung im Amazon PPC solltet Ihr aber auf jeden Fall die nachfolgenden KPIs im Auge behalten, um eure Amazon PPC-Kampagnen optimieren zu können.

Im Dashboard der Werbekonsole könnt Ihr die wichtigsten Kennzahlen für alle Kampagnen anzeigen lassen. Innerhalb einer Kampagne könnt Ihr die KPIs auch für einzelne Keywords ansehen.

ACOS

Wenn Ihr die Profitabilität Eurer Werbekampagnen optimieren möchtet, solltet Ihr den ACoS im Blick haben. Der ACoS (Advertising Cost of Sales) ist eine Amazon-eigene Kennzahl, die die Profitabilität einer Werbekampagne bezüglich der Werbeausgaben angibt. Sie informiert über den Prozentanteil der Werbeausgaben am Werbeumsatz.

ACoS = (Werbeausgaben/Werbeumsatz) x 100

ROAS

Der ROAS (Return on Ad Spend) ist wie der ACoS eine Kennzahl, um die Profitabilität von Amazon PPC-Werbekampagnen zu messen. Der ROAS ist im Prinzip das Gegenstück zum ACoS und gibt als absolute Zahl an, wieviel Umsatz jeder ausgegebene Werbe-Euro einbringt.

ROAS = Werbeumsatz/Werbeausgaben

Impressionen

Eine Kampagne im Amazon PPC erhält immer dann Impressionen, wenn sie Nutzer:innen ausgespielt wird. Die Kennzahl gibt somit an, wie häufig eine Kampagne in den Suchergebnissen für die Kund:innen erscheint. Hat eine Kampagne geringe Impressionen, kann beispielsweise mit einer weiteren Keyword-Recherche oder einer Erhöhung der Keyword-Gebote entgegengesteuert werden.

Bestellungen (Sales)

Wer mithilfe von Werbekampagnen auf Amazon möglichst viele Produkte verkaufen möchte, sollte die verkauften Produkte betrachten. Die Anzahl der verkauften Produkte wird durch die Kennzahl Bestellungen (engl.: Sales) wiedergegeben. Hier wird wiedergegeben, wie viele Bestellungen durch Kund:innen nach dem Klick auf eine Werbeanzeige ausgelöst worden sind. Das Zurechnungsfenster variiert je nach Kampagnenart und beträgt entweder 7 oder 14 Tage.

Zusätzlich zu den genannten KPIs gibt es noch weitere Kennzahlen im Amazon PPC, die Ihr ebenfalls beobachten solltet. So können beispielsweise CTR (Click-Through-Rate) oder CPC (Cost-per-Click) entscheidende Hinweise dafür liefern, wie gut oder schlecht Kampagnen laufen und inwiefern Optimierungspotenzial vorhanden ist. Wichtig ist vor allem, dass Ihr die für Eure Ziele wichtigsten KPIs analysiert und sie stets mit den weiteren Kennzahlen gemeinsam betrachtet. Weitere Kennzahlen wie der TACoS (Total Advertising Cost of Sale) werden nicht standardmäßig von Amazon geliefert, können aber simpel selbst oder durch die Nutzung eines entsprechenden Tools berechnet werden.

8 Tipps für die Amazon-PPC-Optimierung

1. Produktseite optimieren

Bevor Ihr Produkte bewerbt, solltet Ihr zwingend die Produktseite optimieren. Auf der Produktseite sollten alle notwendigen Produktinformationen gut sichtbar dargestellt werden. Nutzt den verfügbaren Platz aus, um Euren Kunden das bestmögliche Einkaufserlebnis zu bereiten. Ihr könnt neben einem aussagekräftigen Produkttitel bis zu fünf verschiedene Bullet Points verwenden. Mithilfe der Informationen in der Produktbeschreibung könnt Ihr Kund:innen weitere Informationen zukommen lassen und das Kauferlebnis so steigern.

Ladet auch mehrere hochwertige und selbsterklärende Produktbilder hoch, die Euren Artikel aus mehreren Perspektiven zeigen. Nutzt auch den A+ Content: Hier könnt Ihr eine ausführlichere Beschreibung Eures Produktes einfügen und diese mit zusätzlichem Bildmaterial erweitern.

2. Verkaufsbereite Produkte bewerben

Bevor Ihr ein Produkt mit Amazon PPC bewerbt, solltet Ihr dafür sorgen, dass Euer Produkt die Voraussetzungen für die Retail Readiness erfüllt. Ist ein Produkt retail ready, so ist es verkaufsfähig und gut genug optimiert, um beworben werden zu können.

Damit ein Produkt für den Verkauf und die Werbung optimiert ist, solltet Ihr einen optimierten Produkttitel und gut gefüllte sowie aussagekräftige Produktattribute gepflegt haben. Fügt neben Eurem Hauptbild weitere hochwertige, professionelle Produktbilder und -videos zur Produktseite hinzu. Erstellt außerdem A+ Content, um Kund:innen bestmöglich über die Eigenschaften und Vorteile zu informieren. Damit Euer Produkt verkauft werden kann, müsst Ihr stets den Lagerbestand im Blick haben. Werbung kann nur dann angezeigt werden, wenn die Produkte auf Lager sind. Um erfolgreich Werbung zu schalten, sollte Euer Produkt außerdem gute Kundenbewertungen und ausreichend Rezensionen haben. Empfehlenswert ist eine Bewertung von 3,5 Sternen und mehr sowie mindestens 15 Kunden-Rezensionen.

3. Amazon Brand Analytics nutzen

Nutzt Amazon Brand Analytics, um das Kaufverhalten von Kund:innen und die Performance Eurer Produkte besser zu verstehen. Mit Amazons eigenem Analyse-Tool könnt Ihr zahlreiche Daten auswerten und dabei auf Informationen zu Verkäufen, Traffic oder Kundenverhalten zurückgreifen.

Besonders gut eignen sich die Daten aber auch für das Amazon PPC-Advertising, da sie durch die verschiedenen Dashboards wie z.B. zur Verkaufsdiagnose und Traffic-Diagnose nicht nur eine wichtige Datengrundlage zur Evaluierung vergangener Maßnahmen bieten, sondern auch eine große Hilfestellung bei der Planung zukünftiger Werbekampagnen sind. Auch die von Amazon Brand Analytics herausgegebenen Informationen zum Kundenverhalten sind äußerst wertvoll, da sich durch die Warenkorbanalyse und das Artikelvergleich- und Alternativkauf-Verhalten mögliche Produkt-Bundles und Cross-Selling-Potenziale aufzeigen.

Mit Brand Analytics bietet Amazon Nutzer:innen vielfältige Analysemöglichkeiten, die zur Amazon-PPC-Optimierung genutzt werden können.

4. Gründliche Keyword- & ASIN-Recherche

Wer PPC-Kampagnen schaltet, sollte für eine optimale Ausspielung im Vorfeld die richtigen Keywords und ASINs analysieren. Je nachdem welches Ziel mit Eurer Amazon PPC-Kampagne verfolgt wird, ob Ihr also eine Branding- oder Performance-Strategie auswählt, sind die optimalen Keywords unterschiedlich. Erstellt Euch vor der Recherche einen Plan, sodass Ihr möglichst alle für Euer Produkt relevanten Keywords in Eure Kampagne integriert. Achtet bei der Keyword-Recherche darauf, dass Ihr sowohl Long Tail- als auch Short Tail-Keywords habt, damit Ihr das Suchverhalten aller Kund:innen berücksichtigt. Ohne eine strukturierte Vorgehensweise bei der Keyword-Recherche können Euch mitunter wichtige Suchbegriffe – und somit auch wichtiger Traffic – verloren gehen. Auch bei der ASIN-Recherche solltet Ihr einen Plan erstellen und darauf achten, dass Ihr nicht zwingend auf jede Konkurrenz-ASIN Werbung schaltet. Häufig sorgen viel günstigere oder viel teurere ASINs nicht für die gewünschten Ergebnisse und verursachen unnötige Kosten.

5. Beachtet, in welcher Advertising-Phase Ihr euch befindet

Gerade zu Beginn des Kampagnenstarts liefern viele Kampagnen im Amazon Advertising nicht die gewünschten Zahlen. Das ist nicht immer ein Problem, sofern Ihr beachtet, in welcher Phase sich Eure Kampagnen befinden. Analysiert im Vorfeld den Markt Eures Produktes und teilt die Kampagne drei Phasen ein: Eine Boost-Phase, eine Balance-Phase und eine Profit-Phase.

In der Boost-Phase sollten höhere Gebote auf die recherchierten Keywords platziert werden, damit Ihr schnell hilfreiche Daten gewinnen könnt. Der ACOS sollte zu diesem Zeitpunkt eine eher untergeordnete Rolle spielen. Die Boost-Phase hilft euch dabei, die Kampagnen im weiteren Verlauf optimieren zu können. In der Balance-Phase werden die Gebote langsam optimiert, indem Ihr die bisherigen Learnings umsetzt. Hierdurch wird sich der ACOS Eurem anvisierten Wert annähern. In der Profit-Phase solltet Ihr die Gebote für die einzelnen Keywords bereits so angepasst haben, dass Ihr Euren ACOS-Zielwert erreicht.

6. Tools nutzen, um Kampagnen-Performance zu optimieren

Tools erleichtern die Arbeit für Amazon Vendoren und Seller enorm. Nutzt die oben genannten Tools, um Euch die Arbeit bei der Kampagnenerstellung und beim Monitoring zu erleichtern. Für nahezu jeden Bereich im Amazon PPC-Avdertising gibt es inzwischen Tools – und es werden stetig mehr. Die Wahl des richtigen Tools ist bedeutend. Eine Übersicht über wichtige Amazon-PPC-Tools haben wir auch für Euch.

7. Hochwertigen Brandstore erstellen und bewerben

Der Brandstore auf Amazon ist eine großartige Möglichkeit, Eure Marke auf Amazon darzustellen. Jeder Markeninhaber kann innerhalb kürzester Zeit einen Markenshop erstellen. Neben Text, Bildern und Videos können auch Shoppable-Bilder, Produktraster sowie meistverkaufte und empfohlene Produkte eingebunden werden. Mit einem Brandstore könnt Ihr Kund:innen die volle Bandbreite der von euch angebotenen Produkte präsentieren und zusätzliche Hintergrundinformationen zu Produkten und Marke bereitstellen. Für das Amazon PPC besonders wichtig: Ihr könnt mithilfe von Sponsored Brands-Kampagnen gezielt potenzielle Kund:innen auf Euren Brandstore locken. Habt ihr hochwertige Landingspages in Eurem Store erstellt, steht dem perfekten Markenerlebnis auf Amazon nichts mehr im Weg.

8. Portfolios strukturieren für gezieltes Monitoring

Die Portfolios in der Amazon Werbekonsole helfen Euch dabei, eine übersichtliche Struktur in Eure Amazon PPC-Kampagnen zu bringen. Indem Ihr die Portfolios entsprechend Eurer Strategie aufteilt, habt Ihr einen wesentlich besseren und schnelleren Überblick über die aktuelle Entwicklung der Kampagnen. Auf mögliche Fehlentwicklungen könnt Ihr schneller und effektiver reagieren und beispielsweise mehrere Kampagnen auf einmal stoppen oder Budgets ändern. Gerade für Seller und Vendoren, die im Laufe des Jahres zwischen unterschiedlichen Kampagnen-Strategien wechseln oder verschiedene saisonale Phasen haben, sind Portfolios perfekt geeignet, um schnell die Kampagnen umzuschalten und das gesamte Jahr über die geeigneten Kampagnen aktiviert zu haben.

Bedeutung von Amazon PPC für Händler:innen

Wer langfristig erfolgreich auf Amazon Produkte verkaufen oder Sichtbarkeit für eine Marke generieren möchte, kommt um Amazon Advertising nicht herum. Die vielfältigen Möglichkeiten des bedeutendsten Online-Marktplatzes hierzulande bieten sowohl für Seller als auch Vendoren sehr viel Spielraum, um unterschiedlichste Zielsetzungen zu erreichen. Optimierte Amazon-PPC-Kampagnen sorgen dafür, dass Ihr das Maximum aus Eurem Amazon-Auftritt herausholt. Die richtigen Tools, Strategien und Tipps helfen dabei, Eure Zeit effizient zu nutzen. Mit einer strukturierten Vorgehensweise könnt Ihr Euch von der Konkurrenz absetzen und entscheidende Wettbewerbsvorteile generieren. Nehmt Euch dabei ausreichend Zeit, um Eure Kampagnen-Konstrukte gründlich zu planen oder fragt bei Amazon-PPC-Agenturen an, um auf dem Amazon Marketplace voll durchzustarten.

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Fynn Drees ist als E-Commerce Consultant bei der Kieler Markplatz-Agentur MOVESELL GmbH tätig. Hier unterstützt er Unternehmen aus verschiedenen Branchen bei der Strategiefindung auf dem Amazon-Marktplatz sowie beim Amazon Advertising, Marktanalysen und der Content-Erstellung.

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