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Beliebte LinkedIn-Formate 2022 im Überblick

Su Reiter 5.9.2022

Wir zeigen Euch, wie Ihr mit Content-Marketing Eure Personal Brand aufbauen könnt und welche LinkedIn-Formate dabei besonders vielversprechend sind

LinkedIn ist mit rund 17 Millionen Usern die wichtigste B2B-Plattform im DACH-Raum. Es ist also nicht verwunderlich, dass es immer mehr C-Levels, Politiker:innen und Influencer:innen auf die Business-Plattform zieht.

Mit dem neuen „Creator-Modus“ hat LinkedIn den Stellenwert von Plattform-eigenem Content erhöht und entwickelt sich zunehmend zu einer internationalen Content-Plattform für Unternehmen, Berufstätige und Jobsuchende.

Doch insbesondere LinkedIn-Neulinge haben die Qual der Wahl, wenn es um LinkedIn-Formate geht. Welche Formate funktionieren am besten? Und was sollte man dabei beachten? In diesem Artikel erfahrt Ihr von Gastautorin Su Reiter mehr. 

Content-Marketing auf LinkedIn

LinkedIn bietet eine Vielzahl an kreativen Formaten für Content Creator und solche, die es werden wollen. Dabei ist LinkedIn nicht als eine starre Business-Plattform zu verstehen, sondern vielmehr als soziales Netzwerk, das in erster Linie für den gegenseitigen Austausch gedacht ist. Denn wie jede andere Plattform ist auch LinkedIn auf die Interaktion mit den Beiträgen angewiesen. Deshalb ist die Interaktionsrate die wichtigste Währung auf der Plattform.

Weitere Vorteile von LinkedIn als Content-Plattform:

  • Selbst wenn Ihr aktuell nicht auf Jobsuche seid, findet Ihr auf LinkedIn spannende Kontakte und Job Opportunities.
  • Auch für Arbeitgeber kann es sich lohnen, auf LinkedIn-Content zu setzen. Durch gekonntes Employer Branding lässt sich nämlich auch der Nachwuchs begeistern.
  • Wer selbstständig ist, kann durch Social Selling auf LinkedIn jede Menge neue Aufträge an Land ziehen.
  • Wenn Ihr auf LinkedIn aktiv seid, werdet Ihr auch über Google gefunden. Es empfiehlt sich also, relevante Keywords im Profil zu benutzen und das Profil stets aktuell zu halten.

Das sind die wichtigsten Content-Formate auf LinkedIn

Als Content-Plattform bietet LinkedIn viele Formate für Beiträge. Welche Formate am beliebtesten sind und welche besonders gut funktionieren, zeige ich Euch im Folgenden.

Formate für das LinkedIn-Profil

Wer denkt, dass es ausreicht, seinen Lebenslauf auf LinkedIn hochzuladen, hat sich geirrt: LinkedIn bietet viele Möglichkeiten, um das eigene Profil zu personalisieren und somit aufzuwerten. Denn wer im LinkedIn-Dschungel gesehen werden will, muss sich von anderen unterscheiden. Und das geht am besten durch Einzigartigkeit und Design.

Bevor Ihr also damit beginnt, fleißig LinkedIn-Beiträge zu erstellen, solltet Ihr Euer Profil wie folgt vorbereiten:

LinkedIn-Profilbild (Bildgröße: 400 × 400 Pixel):

Genau wie bei Bewerbungen funktioniert auch auf LinkedIn vieles über Sympathie. Deshalb sollte Eure Wahl auf ein freundliches Portraitfoto fallen, das Euch weder zu seriös noch zu freizügig zeigt.

Bewährt haben sich Profilbilder mit einem klaren Fokus auf das Gesicht, zum Beispiel in einem schicken Büro, im Grünen oder mit einem neutralen (oder eingefärbten) Hintergrund. Profilbilder im Passfoto-Stil – am besten noch in schwarz-weiß – sind hingegen unbedingt zu vermeiden.

Profilbanner (Bildgröße: 1128 × 376 Pixel):

Von vielen vergessen und doch so wichtig – der Banner ganz oben auf Eurem Profil. Der Profilbanner ist neben dem Profilbild und dem Profilslogan das Erste, was andere LinkedIn-User sehen, wenn sie auf Euer Profil kommen. Am besten nutzt Ihr diesen Platz, um Eure Brandfarben unterzubringen, Eure Kernbotschaft zu vermitteln oder einen Call-to-Action (CTA) einzubauen.

Tipp vom Profi:  Haltet Euer Profil möglichst einheitlich. Das bedeutet: Investiert in ein gutes Design, das Eure Personal Brand unterstreicht und sich wie ein roter Faden durch Euer LinkedIn-Profil zieht. Dies umfasst übrigens auch die Grafiken, die Ihr für Eure Beiträge erstellt. 

Text-Posts – Das LinkedIn-Evergreen

Die meisten Beiträge auf LinkedIn werden in Textform verfasst und ohne Anhänge veröffentlicht. Das hat auch einen logischen Grund: Nichts ist einfacher als mal eben ein paar Zeilen über ein Business-Thema zu schreiben, das einen aktuell beschäftigt und dies mit der Community zu teilen. Text-Beiträge lassen sich auch wunderbar über Automationstools wie Hootsuite oder Later automatisiert veröffentlichen.

Der Nachteil: Gerade für LinkedIn-Anfänger:innen kann es schwierig sein, ausschließlich durch Text-Beiträge eine Personal Brand aufzubauen. Deshalb sollte Euer Contentplan eine bunte Mischung aus Bild- und Text-Beiträgen bereithalten.

Gut zu wissen: Wie auf klassischen Webseiten ist es auch auf LinkedIn für den Algorithmus ausschlaggebend, wie lange die User auf Euren Beiträgen verweilen. Um diese Verweildauer zu erhöhen, arbeiten viele Content Creator mit provokanten Überschriften, die die User dazu animieren, auf „Mehr anzeigen“ zu klicken. 

Erst dann klappt der gesamte Text auf – der dann meistens auch mit aufrichtigem Interesse gelesen und nicht nur überflogen wird. Achtet also unbedingt darauf, Eure Kernbotschaft an den Anfang zu setzen und dabei nicht zu viel zu verraten.

Bild-Formate auf LinkedIn

Bilder sagen mehr als tausend Worte – das gilt auch auf LinkedIn. Schaut man sich die erfolgreichsten Persönlichkeiten auf LinkedIn an, wird schnell deutlich, dass Bilder ein absoluter Erfolgsfaktor sind. Doch nicht immer muss es ein Selfie sein. Auch Zitate, Statements, Visualisierungen und Infografiken funktionieren auf der Plattform.

LinkedIn-Bild-Format

Tipp vom Profi: Da die meisten User LinkedIn auf dem Smartphone nutzen, ist es ratsam, Grafiken entweder quadratisch (1920 × 1920 Pixel) oder im Hochformat (1080 × 1350 Pixel) zu veröffentlichen, um möglichst wenig Platz zu verschenken.

LinkedIn-Slides als Reichweitenbooster

Wie im vergangenen Jahr gilt auch dieses Jahr: Wer vom Algorithmus belohnt werden will, sollte sich mit LinkedIn-Slides anfreunden. Zum einen wird dieses Feature im Moment von LinkedIn favorisiert – zum anderen steigt auch hier die Verweildauer, wenn die User durch Eure Beiträge swipen. Es ist demnach kein Wunder, dass LinkedIn-Slides aktuell wahre Reichweitenbooster sind.

Auch aus strategischer Sicht kann es sinnvoll sein, auf LinkedIn-Slides zu setzen. Denn hier lassen sich nicht nur längere Texte, sondern auch viele visuelle Elemente gekonnt unterbringen. Nirgendwo sonst habt Ihr auf LinkedIn die Möglichkeit, diese Informationsdichte zu erreichen und dabei den Spaßfaktor hochzuhalten. Auf der letzten Seite lassen sich übrigens gute Call-to-Actions einbauen und Leads vorantreiben.

Tipp vom Profi: Das Stichwort lautet „Snackable Content“ – Beiträge, die sich auch mal eben in der Bahn oder 5 Minuten vor einem Meeting durchlesen lassen und dabei trotzdem einen Mehrwert bieten. Mit LinkedIn-Slides könnt Ihr es Eurer Community einfacher machen, Eure Inhalte zu konsumieren und zu erfahren, wer Ihr seid und was Ihr macht, ohne das Gefühl einer Doktorarbeit zu vermitteln.

Wie erstellt man LinkedIn-Slides?

Um LinkedIn-Slides zu erstellen, müsst Ihr Eure Grafiken als PDF exportieren und auf LinkedIn hochladen. Die Plattform erstellt dann automatisch die Slides für Euch. So geht Ihr am besten dabei vor:

  1. Ihr könnt das Grafikprogramm Eurer Wahl nutzen (z.B. Canva Pro). Als Format wählt Ihr 920 × 1.920 Pixel (Quadrat).
  2. Nun erstellt Ihr ca. 4–8 Seiten zu Eurem Wunschthema. Arbeitet hierbei mit möglichst wenig Text und vielen visuellen Elementen.
  3. Die erste und die letzte Seite haben die höchste Relevanz. Auf der ersten Slide macht Ihr neugierig auf das Thema. Auf der letzten Slide könnt Ihr eine Handlungsaufforderung (Call-to-Action) wie Liken, Folgen oder „Kontakt aufnehmen“ unterbringen.
  4. Verknüpft zuletzt die einzelnen Seiten in der richtigen Reihenfolge zu einem PDF-Dokument und ladet dieses mit einem kurzen Teaser auf LinkedIn hoch.

Mit derselben Methode lassen sich auch klassische PDF-Dokumente auf LinkedIn hochladen – davon ist allerdings abzuraten, denn niemand will auf dem Smartphone seitenlange Schreiben in kleinster Schriftgröße lesen.

LinkedIn-Videos stecken noch in den Kinderschuhen

Egal, ob Tiktok-Videos, Instagram-Reels oder YouTube-Shorts – nahezu jede große Plattform entwickelt sich gerade zu einer Video-Plattform. Video-Formate sind die Zukunft und wer diese Entwicklung früh erkennt, hat einen klaren Wettbewerbsvorteil. 

Auch auf LinkedIn ist es möglich, Videos zu veröffentlichen. Allerdings werden Videos (noch) nicht allzu stark vom Algorithmus unterstützt, weshalb sehr viele gut produzierte, informative oder unterhaltsame Videos im Newsfeed untergehen. Es bleibt aber nur eine Frage der Zeit, bis LinkedIn seinen Algorithmus vermehrt auf Videos ausrichtet und ein grundlegender Wandel auf der Plattform stattfindet.

Kurz: Auch wenn Video-Formate auf LinkedIn noch in den Kinderschuhen stecken, könnt Ihr als Early Adopter in Zukunft davon profitieren, frühzeitig Videos auf der Plattform zu veröffentlichen. Einmal erstellt, können Kurzvideos auch plattformübergreifend genutzt werden (sog. Content-Repurposing).

Worauf Ihr bei der Erstellung von Kurzvideos für LinkedIn achten solltet:

  • Videos im Querformat eigenen sich eher für YouTube-Videos, während Hochkant-Videos für eine Vielzahl von sozialen Netzwerken genutzt werden können. Das ideale Videoformat ist demnach 1080 x 1920 Pixel.
  • Plattformübergreifend performen kurze Videos (bis 3 Minuten) am besten. Dabei entscheiden die ersten 5 Sekunden darüber, ob ein User das Video weiterschaut.
  • Verlinkungen zu YouTube-Videos funktionieren nicht gut auf LinkedIn, denn sie führen von der Plattform weg. Ihr solltet Videos demnach immer nativ auf LinkedIn hochladen und nicht nur darauf verlinken.

LinkedIn-Umfragen – gut für zwischendurch

Eine gute Möglichkeit, um direktes Feedback einzuholen, sind LinkedIn-Umfragen. Ich verwende diese Funktion gerne regelmäßig, um zu erfahren, wie meine Community über aktuelle Debatten denkt und welche Inhalte sie sich von mir wünscht. So dienen Umfragen nicht nur dem Selbstzweck, sondern bieten euch auch eine Grundlage bei strategischen Entscheidungen

LinkedIn-Umfrage-Format

Da LinkedIn-Umfragen – genau wie die LinkedIn-Slides – vom Algorithmus gepusht werden, sind diese aktuell überall im Newsfeed zu sehen. In vielen Beiträgen beschweren sich User über diesen Zustand. Nutzt dieses Format daher nie im Alleingang und auch nicht allzu häufig, sondern verankert es immer mal wieder in Eurem Contentplan (2-4x pro Monat sind bei einer hohen Posting-Frequenz ideal).

Live gehen mit dem Live-Format auf LinkedIn

In letzter Zeit hat sich auf LinkedIn viel in Richtung Live-Formate getan. Mittlerweile könnt Ihr auf der Plattform nicht nur im Video-Format live gehen, sondern auch Live-Audio-Veranstaltungen organisieren. Besonders Audio-Formate werden auf der Business-Plattform geschätzt, da sie Usern ermöglichen, LinkedIn als „Nebenbei-Medium“ auf der Arbeit zu nutzen.

Sämtliche Live-Funktionen sind allerdings noch nicht für alle LinkedIn-User freigeschaltet. Besonders die Audio-Only-Formate sind reichweitenstarken Creatorn vorbehalten, die die brandneue Funktion auf Herz und Nieren überprüfen. Normalsterbliche müssen sich also noch ein wenig gedulden, bis sie ihre eigenen Formate veröffentlichen können.

LinkedIn-Artikel: Wissen teilen durch Longform-Content

Eine gute Möglichkeit, Longform-Content auf LinkedIn zu veröffentlichen, bietet die Artikel-Funktion. Mithilfe von LinkedIn-Artikeln könnt Ihr über Eure Lieblingsthemen sprechen, ohne Euch auf eine bestimmte Anzahl an Zeichen einstellen zu müssen. LinkedIn-Artikel sind demnach das Pendant zu einem klassischen Blogpost.

Achtung: Erfahrungsgemäß ist ein LinkedIn-Artikel wenig „snackable“ – das heißt, der Artikel geht unter Umständen nicht so viral wie ein kurzer LinkedIn-Beitrag mit Grafik zum Thema. Nutzt dieses Format also gerne gelegentlich, um Wissen zu vermitteln und Expertise zu zeigen, aber ergänzt es in jedem Fall mit leicht verdaulichem Content.

Tipp vom Profi: Wenn Ihr Euch dazu entscheidet, einen LinkedIn-Artikel zu schreiben, achtet unbedingt darauf, dass dieser leserlich bleibt. Viele denken, dass Longform-Content zwangsläufig aus reinem Fließtext bestehen muss. Allerdings hat es sich gerade bei langen Text-Formaten bewährt, optisch Abwechslung zu schaffen (z.B. viele Absätze, Fett-Markierungen, Banner und Infografiken, Bullet Points etc.).

LinkedIn-Newsletter – Unsichtbares Feature?

Vor einigen Wochen hatte ich eine Umfrage auf meinem LinkedIn-Profil veröffentlicht und die Community gefragt, wie sie zu LinkedIn-Newslettern stehen. Das Ergebnis dieser Umfrage hatte ich schon befürchtet: Mehr als 2/3 meiner Community kannte die Funktion noch nicht.

LinkedIn-Umfrage-Post

Und das ist auch nicht weiter verwunderlich: Auf einem sozialen Netzwerk wie LinkedIn ist ein integrierter Newsletter vollkommen überflüssig, wenn er dieselben Inhalte bietet wie normale LinkedIn-Beiträge.

Schließlich scrollen viele User ja gerade deshalb täglich durch ihre Newsfeeds, weil sie auf dem aktuellen Stand bleiben wollen. Meine klare Empfehlung lautet daher: Investiert Eure Zeit in gute LinkedIn-Beiträge, die ihr regelmäßig veröffentlicht, anstatt einen Newsletter aufzusetzen, den im Zweifel niemand auf der Plattform sieht.

Fazit: Das sind die beliebtesten LinkedIn-Formate 

Wer auf LinkedIn sichtbar werden will, muss in guten Content investieren. Hierfür stehen Euch viele Tools zur Verfügung, die Euch die Erstellung und Veröffentlichung des Contents erleichtern.

Neben reinen Text-Beiträgen solltet Ihr einen Schwerpunkt auf Beiträge mit Bildern und LinkedIn-Slides setzen. Sobald Live-Formate für Eure Profile zugänglich sind, könnt Ihr regelmäßige Business-Talks im Video- oder Audio-Format organisieren. Wer sich zudem vor die Kamera traut und Kurzvideos für LinkedIn erstellt, hat noch die Chance, sich einen Early-Adopter-Status in seiner Branche zu sichern.

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Su Reiter

Su Reiter ist Expertin für Content-Marketing und unterstützt als Solo-Selbstständige juristische Unternehmen und Kanzleien bei der Erstellung von LinkedIn-Content und suchoptimierten Rechtstexten.

Mit mehr als 10.000 Followern auf LinkedIn hat die angehende Juristin es geschafft, sich als Thought Leader zu positionieren, praktisches Wissen rund um visuellen Content zu teilen und die Etablierung von ortsunabhängiger Arbeit (Remote Work) voranzutreiben.

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