Digital-Assets – Rohstoffe des digitalen Zeitalters

Digital-Assets sind für Euer Unternehmen wertvoll, verwaltet sie daher richtig

Jede Epoche hat ihre Güter, auf die ein Großteil der globalen Wertschöpfung basiert. In der Agrargesellschaft waren es landwirtschaftliche Produkte, im Industriezeitalter Maschinen und in der heutigen Zeit sind es – meist digitale – Informationen. Digital-Assets sind der Überbegriff für digitale Informationen und Inhalte und können je nach Verwendungszweck unterschiedliche Formen annehmen. Welche das genau sind und welche Vorteile sie haben, erfahrt Ihr in diesem Artikel.

 

Was sind Digital-Assets?

Es gibt unzählige Definitionen von Digital-Assets. Zusammengefasst handelt es sich dabei um nicht-physische Vermögenswerte, die sich als binäre Daten auf Festplatten oder Servern speichern lassen. Sie sind meistens durch eine Buchstabenkombination im Dateinamen eindeutig identifizierbar, z. B. .doc, .jpg, .pdf. Digital-Assets sind werthaltige Dateien, deren Nutzungszweck sehr unterschiedlich sein kann und die in Unternehmen (hohe) Kosten verursachen. Der explizite Wert einer Datei ist gleichzeitig das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zu „digitalem Content“. Aufgrund der Aufwände für die (Re-)Produktion spricht man bei Assets auch von Investitionsgütern.

Zu den geläufigsten Asset-Kategorien zählen:

  • Textdokumente (.docx, .txt., .rtf, .pdf)
  • Fotos und Grafiken (.jpg, .gif, .svg)
  • Video-Dateien (.mp4, .wmv, .mov)
  • Audio-Dateien (.mp3, .flac, .wav)
  • Tabellen und Datenbanken (.xls, .csv)
  • Präsentationen (.pptx, .xml)
  • System-Dateien (.exe, .html, .js)
Was-sind-Digital-Assets

Was sind digitale Assets? (Bild-Quelle)

Wie viele Dateiformate es weltweit gibt, lässt sich nicht genau sagen, zumal immer wieder neue Asset-Kategorien und Klassen entstehen. Für besondere Aufmerksamkeit sorgen in letzter Zeit zwei neue Digital-Asset-Klassen: Kryptowährungen und NFTs. Sie sind für viele Menschen aufgrund ihres Wertzuwachses inzwischen eine attraktive Wertanlage und ein Indikator, in welche Richtung sich Vermögenswerte in Zukunft entwickeln. Hier ein interessanter TEDx-Vortrag von Roop Singh zu diesem Aspekt:

Welche Vorteile bieten Digital-Assets?

Auch wenn digitale Assets beliebte Ziele von Hackern sind und sie durch die enormen Serverkapazitäten viel Strom verbrauchen, überwiegen die Vorteile von digitalen Gütern:

Flexibilität:

Digital-Assets können je nach Art und Ort der Speicherung jederzeit und überall verfügbar sein. Binnen Sekunden lassen sich digitale Inhalte von beliebigen Orten abrufen, speichern, vervielfältigen, verändern und versenden. Außerdem haben digitale Assets den Vorteil, dass sie kein „materielles“ Verfallsdatum haben und Qualitätsverluste erleiden: ein Film oder ein Foto in digitaler Form lässt sich auch in 100 Jahren noch in der Qualität anschauen wie heute. Voraussetzung: es gibt Software, die derartige Inhalte lesen und verarbeiten können.

Genau wie bei materiellen Gütern bemisst sich der Wert von Digital-Assets u.a. daran, ob und wie aufwändig sie vervielfältigt werden können. Damit ist die Flexibilität eines digitalen Vermögenswerts je nach Betrachtungsweise nicht nur ein Vorteil.

Sicherheit und Auffindbarkeit:

Durch Passwörter lassen sich digitale Assets vor unberechtigten Zugriffen schützen. Außerdem können Digital-Assets durch Sichtbarkeitseinstellungen versteckt und dank intelligenter Suchmaschinen und Metadaten gefunden werden. Durch eine zentrale Ablage (z. B. via Digital-Asset-Management) können wichtige Inhalte stets auf dem aktuellen Stand und für alle Nutzer:innen schnell zugänglich gemacht werden.

Analysemöglichkeit:

Ein weiterer Vorteil ist das Analyse-Potenzial, das in digitalen Assets steckt. Dank unterschiedlichster Tracking-Tools lassen sich Informationen wie Anzahl und Dauer der Zugriffe, Verwendungsort und Nutzerverhalten ermitteln. Daraus lassen sich wichtige Rückschlüsse auf die Relevanz und Performance der digitalen Assets sowie die Charaktereigenschaften der Nutzer:innen ableiten.

Digital-Form-Collection

Digital-Form-Collection (Bild-Quelle)

Welche Arten von Digital-Assets gibt es in Unternehmen?

Die fortwährende Digitalisierung von Geschäftsprozessen lässt vermuten, dass das Volumen und die Relevanz von Digital-Assets in Unternehmen wachsen, wenn sie nicht bereits zum Kern der Wertschöpfung geworden sind. Welche Asset-Klassen lassen sich in Unternehmen vorfinden?

Digital-Media-Assets

Zu den Digital-Media-Assets zählen alle Mediendateien, die in Unternehmen gebraucht werden: Videos, die zeigen, wie das Produkt richtig verwendet wird, Nahaufnahmen von Produktdetails, Tonspuren von Pressekonferenzen oder PDFs, die die Inhaltsstoffe und Materialien im Einzelnen auflisten. Besonders hochwertig sind Digital-Media-Assets dann, wenn sie Unternehmensinterna wie geheime Baupläne, Patente oder Rezepte enthalten und entsprechend selten vorkommen. Ein berühmtes Beispiel, wenn auch (vermutlich) nicht in digitaler Form: das Coca-Cola-Rezept.

Digital-Marketing-Assets

Digital-Marketing-Assets dienen der Kommunikation mit der Zielgruppe und haben zum Ziel, dass Marke und Produkte, Teil des „Relevance-Sets“ bei Kaufentscheidungsprozessen sind. Außerdem lassen sich durch Digital-Marketing-Assets (potenzielle) Kunden besser identifizieren und verstehen. Zu den wichtigsten Digital-Marketing-Assets zählen Social-Media-Profile, Webseiten und Kundendaten. Besonders Social-Media-Profile sind für viele Unternehmen unverzichtbar geworden. Durch Reichweiten in teils neunstelliger Höhe, wie das Unternehmen nike es vormacht, lassen sich Produkt- und Unternehmensneuheiten unmittelbar mit Konsumenten teilen. Immer öfter findet auf Facebook, Instagram, Twitter & Co. ein Großteil der Interaktion mit der Zielgruppe statt.

Websites und eigene Online-Shops sind in der Customer Journey die zweite Station. Eine erstklassige User-Experience und ein modernes User-Interface sind hier entscheidende Faktoren, die den Wert der Website als Digital-Asset maßgeblich beeinflussen. Websites bestehen wiederum aus unterschiedlichsten Digital-Asset-Kategorien: Produktbilder, Produktbeschreibungen und Erklärvideos sind Inhalte, die in sich einen expliziten Wert haben und damit ebenfalls zum digitalen Vermögen eines Unternehmens zählen.

Auch Kundendaten, die durch Online-Transaktionen wie Shop-Besuche, Käufe, Newsletter-Anmeldungen und Umfrage-Panels generiert wurden, sind als Marketing-Asset-Klasse unverzichtbar. Denn nur wenn Unternehmen wissen, wer ihre Kund:innen sind, was sie suchen und wie sie sich verhalten, können erfolgreiche Entscheidungen im Portfoliomanagement getroffen werden.

Warum sollten Unternehmen ihre Digital-Assets verwalten?

Digital-Assets nehmen in Unternehmen einen immer größeren Stellenwert ein. Das zeigt nicht nur die globale Menge produzierter Daten, sondern lässt sich auch an den zunehmend digitalisierten Workflows und Geschäftsprozessen ableiten. Wie eingangs erwähnt ist ein Vorteil von Digital-Assets ihre Reproduzierbarkeit. Doch um den eng damit verbundenen Organisationsaufwand beherrschen zu können, bedarf es in Unternehmen eine systematisierte Verwaltung. Manchmal kann eine effiziente und professionelle Administration von Digital-Assets ein Wettbewerbsvorteil bedeuten. Denn wenn Ihr Euch weniger mit dem Suchen und Finden von Dateien beschäftigen müsst, bleibt mehr Zeit für kreatives und produktives Arbeiten an wirklich wichtigen Themen.

Funktionen-und-Vorteile-DAM-Software

Funktionen und Vorteile von DAM-Software (Bild-Quelle)

Wie können Unternehmen ihre Digital-Assets verwalten?

Digital-Asset-Management-Systeme (DAM) können Eure Abhilfe sein, wenn Ihr in Unternehmen oder Organisationen arbeitet, die tagtäglich sehr viel oder sogar ausschließlich mit digitalen Inhalten arbeiten.

In Konzernen lassen sich mithilfe von DAM zentrale Hubs einrichten, auf die unterschiedlichste Abteilungen sowie externe Partner und Dienstleister kontrolliert zugreifen können. Der Vorteil: jeder Stakeholder bedient sich aus einer Quelle und niemand greift auf veraltete Dateien zurück. So wird ein konsistentes Markenerlebnis nach Corporate-Design-Richtlinien gewährleistet.

Aber auch in Ein-Mann-Agenturen oder Start-ups können DAM-Systeme erhebliche Vorteile mit sich bringen. Kollaboratives und simultanes Arbeiten mit Digital-Assets lassen sich mit DAM-Tools realisieren und sorgen für reibungslose Workflows.

Welche Digital-Asset-Management-Software gibt es?

In Unternehmen gibt es verschiedene Möglichkeiten, Digital-Asset-Management-Tools einzusetzen. Die zwei gängigsten Möglichkeiten sind:

Cloudbasierte SaaS-Lösungen

Wenn Ihr ein DAM-System nicht in Eure IT-Struktur integrieren wollt oder könnt, seid Ihr mit einer cloudbasierten Lösung auf der richtigen Seite. Euch stehen je nach Anpassungsgrad alle Funktionen eines DAM-Tools zur Verfügung und Ihr müsst Euch nicht um Themen wie Datensicherung und Softwareaktualisierung kümmern. Im Gegenzug müsst Ihr auf Individualisierungen, wie ein webbasiertes CMS, verzichten. Hinzu kommt eine regelmäßige Abo-Gebühr für die Nutzung. Cloud-DAM-Tools werden immer beliebter und sind bei den meisten Unternehmen die erste Wahl.

Cloudbasierte SaaS-Lösungen für Euer Digital-Asset-Management sind bspw. Admiral Cloud, Frontify und Canto.

On-Premise-Lösungen

Hierbei wird das DAM-System als interner Datenserver lokal installiert und meistens einmalig erworben. Dieser Single-Source-Ansatz ist deutlich aufwändiger in seiner Installation und dadurch anfangs kostspieliger. Außerdem müsst Ihr berücksichtigen, dass eine Skalierung nicht ohne Weiteres möglich ist und Ihr Euch selbst um Systemaktualisierungen kümmern müsst. Im Gegenzug könnt Ihr das System mit Euren bestehenden Datenbanken und Schnittstellen individuell kombinieren und anpassen. Außerdem könnt Ihr Eure Standards für die Datensicherheit bei einer internen Implementierung direkt übertragen und überwachen.

On-Premise-Lösungen für Digital-Asset-Management sind bspw. Kontainer, 4ALLPORTAL und snaatch.

Falls Ihr Eure digitalen Assets mithilfe einer anderen cloudbasierten oder On-Premise-Lösung verwalten möchtet, findet Ihr bei OMR-Reviews in der Digital-Asset-Management-Kategorie viele weitere DAM-Anbieter. Zudem bekommt Ihr dort auch echter Nutzer:innen-bewertungen und deren Erfahrungsberichte, wie sie mit den DAM-Tools zurechtkommen.

Fazit zu Digital-Assets

Digital-Assets sind ein fester Bestandteil der globalen Wertschöpfung und damit eine Art „Rohstoff“ unseres heutigen Zeitalters. Die Vorteile von digitalen Assets liegen in ihren Eigenschaften begründet: sie sind nahezu überall und jederzeit verfügbar, verbrauchen keine teuren Lagerplätze und lassen durch Business-Intelligence-Tools eine Menge Rückschlüsse auf deren Verwender:in und Relevanz zu.

Doch das wichtigste Erkennungsmerkmal von Digital-Assets ist der Wert, der ihnen zuzuschreiben ist. Dieser kann durch kosten- und zeitaufwändige (Re-)Produktionsprozesse und/oder durch ihre Seltenheit in Unternehmen entstehen. Umso wichtiger ist es, die digitalen Assets zu schützen und sie intelligent zu organisieren.

Unternehmen, die beides hervorragend beherrschen, haben nicht „nur“ einen Wettbewerbsvorteil gegenüber Marktbegleiter:innen ohne professionelles Digital-Asset-Management, sondern auch zufriedenere und motiviertere Mitarbeiter:innen, da sie sich um Aufgaben kümmern können, die wirklich wichtig sind.

Michael-Stuetzle

Michael Stuetzle ist seit 2013 als digitaler Produktentwickler- und Vermarkter in der Verlagsbranche aktiv. Vor 4 Jahren startete er als Business Development Manager mit Redaktionskolleg:innen von Auto Motor und Sport den ersten Podcast der Motor Presse Stuttgart. Neben dem Audio-Business kümmert er sich als Product Owner um strategische Content- und Produktpartnerschaften mit externen Plattformen, OEMs und Unternehmen.

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