Mit diesen fünf Tipps zündet Ihr den Performance-Boost Eures Affiliate-Programms

Experte Malte Hannig erklärt im Gastbeitrag, wie Ihr Euer Affiliate-Programm nach vorne pushen könnt

Ihr seid bereits im Affiliate Marketing als Advertiser aktiv und betreibt ein Partnerprogramm? Dann seid Ihr hier genau richtig. Malte Hannig von xpose360 stellt in diesem Gastbeitrag ein paar passende Tipps & Tricks vor, um Eure Affiliate-Umsätze nachhaltig auszubauen, die Performance sinnvoll im Blick zu halten und somit Euer Partnerprogramm auf das nächste Level zu heben.

1. Pflegt Eure Partnerschaften

Affiliate Marketing ist People’s Business! Das ist einer der Standard-Sätze schlechthin in der Affiliate-Welt – und er ist wahr. Affiliate Marketing ist eben kein Online-Marketing-Kanal, den man auf Knopfdruck einschalten kann und die Sales „sprudeln“ einfach so herein. Deshalb ist es umso wichtiger, mit den Affiliates langfristige Partnerschaften aufzubauen.

Kennt die Top-Partner

Um schnell mit einem neuen Affiliate-Programm erfolgreich zu starten, solltet Ihr zu Beginn die größten Affiliates je Vertical onboarden. Warum? Man spricht hier gerne von der 80/20 Regel: 80 Prozent Eures Umsatzes wird durch 20 Prozent der Affiliates generiert. Auch wenn man diese „Regel“ durch neue Partnerschaften versucht, aufzubrechen, so werden die großen Affiliates mit Sicherheit eine sehr wichtige Rolle in Eurem Partnerprogramm einnehmen.

Erstellt Euch dazu am besten eine Liste mit den Top drei bis fünf Affiliates je Vertical, mit denen Ihr zusammenarbeiten möchtet. Das kann dann zum Beispiel so aussehen:

• Content: Utopia, Finanztip, remind.me, werstreamt.es (je nach Branche)
• Deals: mydealz, Dealdoktor, UNiDAYS, Urlaubstracker
• Cashback: Shoop, iGraal, Getmore, aklamio
• Loyalty: Payback, DeutschlandCard, Miles&More, &Charge

Mit diesen potenziellen Partnern geht Ihr dann in den persönlichen Austausch und versucht sie von einer Partnerschaft mit Eurem Shop zu überzeugen. Wenn ein Affiliate eine Partnerschaft erstmal ablehnt, kann es helfen, wenn Ihr gleich exklusive Aktionen anbietet mit exklusiven Angeboten für die User des Affiliates, Provisionserhöhungen oder Ähnliches.

Bei Gutscheinseiten reicht es mittlerweile nicht mehr, nur die einzelnen Player am Markt zu kennen. Die Gutscheinseiten betreiben in vielen Fällen mehrere Gutscheinseiten, zum Beispiel in Kooperation mit Nachrichtenportalen. Hier mal ein Auszug über Gutschein-Anbieter und ihre Gutscheinseiten:

• Global Savings Group: FOCUS, Chip, CupoNation
• Checkout Charlie: Sparwelt, gutscheine.de, DER SPIEGEL, RTL, n-tv
• Webgears Group: Gutscheinsammler, Bild, Computer Bild, Welt, Urlaubspiraten

Informiert Euch über Neuheiten aus der Branche

Die sogenannten „Whitelabel-Gutscheinseiten“ wechseln auch mal von einem Gutscheinanbieter zu einem anderen – und plötzlich können sich dadurch Sales extrem verschieben. Das ist nur ein Grund, weshalb Ihr immer am Puls der Zeit sein solltet und Euch über Neuigkeiten aus der Branche informieren solltet. Weitere wichtige Themen, zu denen Ihr immer informiert sein solltet, sind unter anderem Tracking und Datenschutz.

Und hier könnt Ihr Euch informieren:

• Blogs und Newsletter der Affiliate-Netzwerke (z. B. Awin, Tradedoubler & Co.). Für den Bereich Tracking & Datenschutz empfehle ich den Blog vom Private-Network-Anbieter easy Marketing.
• Allgemeine Branchenportale: affiliateBLOG.de, affiliate-deals.de, performancein.com

2. Aktive Aktionsplanung

Wie schon erwähnt, kann man im Affiliate Marketing nicht einfach einen Knopf drücken oder Gebote erhöhen, um Traffic und Sales zu steigern. Ein Großteil des Umsatzes wird durch exklusive Aktionen mit einzelnen Affiliates generiert. Ziel ist es, prominent auf den Kanälen der Affiliates beworben zu werden. Das geht zum Beispiel durch exklusive Endkunden-Vorteile oder Provisionserhöhungen.

Grobe Aktionsplanung für ein Jahr

Setzt Euch zu Beginn des Jahres hin und überlegt, was die saisonalen Highlights Eures Shops sind. Das können Feiertage sein (Ostern, Weihnachten) oder auch eine bestimmte Saison (Last Minute Reisesaison, KFZ-Versicherungswechsel).

Auch die Affiliates planen viele Specials passend zur Saison, am bekanntesten ist bestimmt der Black Friday. Da liegt es dann natürlich auf der Hand, dass Ihr genau zu den passenden Specials der Affiliates Eure Produkte promotet. Natürlich solltet Ihr aber auch außerhalb Eurer Peak-Seasons Aktionen vereinbaren.

Von der groben Aktionsplanung ins Detail

Wenn Ihr die grobe Aktionsplanung vorgenommen habt, geht auf die Partner zu und plant die Aktionen fix ein. Natürlich könnt und solltet Ihr nicht nur zu Jahresbeginn Aktionen planen, sondern auch spontan agieren, je nach eigenen Vorstellungen oder Marktgegebenheiten.

Erstellt daher einen Aktionsplan (z. B. als Excel-Tabelle) mit allen Aktionen, die Ihr plant. Hier ein paar Tipps, was Ihr darin festhalten könnt:

• Mit welchem Partner läuft die Aktion?
• Laufzeit der Aktion
• Platzierungen beim Affiliate (z. B. Blogbeitrag, Newsletter-Platzierung und Instagram-Story)
• Fallen zusätzliche Kosten an (WKZ oder Provisionserhöhung)?

Auswertung

Alle Aktionen solltet Ihr auswerten. Wie viele Klicks, Sales und Umsatz hat die Aktion gebracht? Gab es einen Uplift zum Vormonat ohne Aktion? So erhaltet Ihr auf Dauer immer mehr Insights und ein Gespür, mit welchen Partnern welche Aktionen gut funktionieren. Ebenso könnt Ihr während einer Aktion noch nachjustieren, falls diese nicht läuft wie geplant.

3. Performance im Blick

Wenn Ihr Eure Aktionen einzeln auswertet, habt Ihr darüber schonmal einen Überblick – nicht schlecht. Aber auch allgemein solltet Ihr jederzeit einen Überblick über Eure Zahlen haben. So könnt Ihr jederzeit reagieren, wenn es gerade sehr gut läuft (intensivieren) oder falls es auch mal nicht so gut läuft (nachjustieren).

Statistiken solltet Ihr auch von groß bis klein im Blick haben:
• Jahres-, Monats- & Tagesbasis
• Über alle Partner, nach Vertical sowie nach einzelnen Affiliates

Netzwerk-APIs

Natürlich könnt Ihr Euch die Zahlen direkt im Netzwerk anschauen. Das ist auch noch übersichtlich bei nur einem Netzwerk und einem Land. Bei mehreren Partnerprogrammen wird das aber schnell unübersichtlich. Die Affiliate-Netzwerke bieten dafür alle Schnittstellen an, über die Ihr alle Zahlen in einer Datenbank speichern könnt. Von dort könnt Ihr sie in interne Dashboards ziehen oder klassisch mit Excel und Pivots arbeiten.

Nutzen externer Tracking-Tools

Nahezu alle Shops nutzen allgemeine Tracking-Systeme wie beispielsweise Google Analytics. Durch das Anhängen von Parametern an die Affiliate-Links könnt Ihr auch dort die Performance im Blick behalten.

Praktisch: Affiliate-Netzwerke können die Partner-ID oder Werbeflächen-ID eines Partners dynamisch in einem Parameter übergeben. So könnt Ihr in externen Tracking-Systemen auch einzelne Partner im Blick behalten. Hier ein Beispiel, wie die Parameter beim Affiliate-Netzwerk Awin angehängt werden könnten:

beispielshop.de?utm_source=affiliate&utm_medium=awin&utm_campaign=!!!affid!!!

Anstelle der !!!affid!!! wird dann durch Awin die Publisher-ID befüllt.

Noch deutlich weitreichendere Analysen sind durch Customer-Journey-Tracking-Tools möglich, wie zum Beispiel Exactag. In den meisten Fällen werden Online-Kanäle nur nach Last-Click-Logik betrachtet – weil das einfach ist. Es spiegelt aber nicht die tatsächliche Werbewirkung wieder. Um also den tatsächlichen Wertbeitrag vom Affiliate-Kanal oder auch einzelnen Affiliates zu beurteilen, empfehlen wir den Einsatz eines Customer-Journey-Tracking-Tools.

4. Augen auf bei verdächtigen Affiliates

Affiliates werden provisionsbasiert bezahlt. Unter sehr vielen seriös arbeitenden Affiliates gibt es allerdings auch ein paar wenige schwarze Schafe, die sich diese Provisionen „ergaunern“ wollen. Und genau diese schwarzen Schafe sollte man bestenfalls gar nicht erst zum Partnerprogramm zulassen.

Sorgfältige Partner-Freischaltung

Affiliates müssen erst vom Shop zum Partnerprogramm zugelassen werden, bevor sie Zugriff auf entsprechende Affiliate-Links und somit Provisionen haben. Und genau hier habt Ihr gleich den größten Hebel, Betrug vorzubeugen.

Bei der Freischaltung solltet Ihr auf folgende Dinge achten:
• Impressum vorhanden?
• Sitz der Website & Erreichbarkeit: Wenn die Website ihren Sitz zum Beispiel in China oder Russland sitzt, muss das nicht schlecht sein. Aber es ist ein Indiz, noch genauer hinzuschauen.
• Inhalte – passen sie thematisch zu Eurem Shop?
• Aktualität der Website / wann wurden die letzten Beiträge geschrieben?
• Verständlichkeit des Geschäftsmodells: Wenn auf der angegeben Website nur eine Technologie beworben wird, mit der Euer Shop wiederum beworben werden soll, schaut noch genauer hin. Wenn Ihr die Technologie nicht versteht, verzichtet zunächst auf die Partnerschaft beziehungsweise informiert Euch noch genauer, was der Affiliate wie genau macht, um Euren Shop zu bewerben.

SEA-Anzeigen überwachen

Eine Methode, um unrechtmäßig Provisionen zu erhalten, ist sogenanntes Brand Bidding. Hierbei schaltet ein Affiliate SEA-Anzeigen auf den Shop-Namen, was in der Regel nicht gewünscht ist. Teilweise wird von den SEA-Anzeigen auch direkt in den Shop und nicht zur Affiliate-Website verlinkt. Noch dreister ist Ad-Hijacking, wobei die SEA-Anzeigen des Shops 1:1 kopiert werden.

Natürlich könnt Ihr manuell Euren Shop-Namen googeln und schauen, welche Anzeigen ausgespielt werden. Aber es ist natürlich auch möglich, dass der Affiliate genau in Eurer Stadt keine Anzeigen schaltet oder nur am Wochenende, sodass Ihr es nicht mitbekommt.

Erkennen könnt Ihr diese Methoden durch Brandwatch-Tools wie zum Beispiel AdPolice. Diese Anbieter „überwachen“ Eure Anzeigen beziehungsweise bestimmte Suchbegriffe – und das zu jeder Tageszeit und über viele verschiedene Standorte.

Meta-Netzwerke im Blick haben

Eine Sonderform von Affiliates sind Meta-Netzwerke. Das sind Affiliate-Netzwerke in einem Affiliate-Netzwerk. Diese bieten ihren Sub-Affiliates zusätzliche Tools, um Affiliate-Links sehr einfach zu integrieren oder auch automatisch anzupassen. Gerade Dealseiten nutzen diese Dienste gerne, da dadurch auch Deal-Beiträge aus der Community monetarisiert werden können, bei denen eigentlich kein Affiliate-Link hinterlegt ist.

Allerdings können sich hinter den Meta-Netzwerken auch dubiose Webseiten verstecken. Daher mein Rat: Lasst Euch von Euren aktiven Meta-Netzwerken auch einen Login anlegen und prüft dort, welche Seiten Euren Shop genau bewerben. Gegebenenfalls sollten einzelne Verticals oder auffällige Affiliates ausgeschlossen werden.

Wie gesagt, es ist nur ein sehr kleiner Anteil an Affiliates, der unseriös arbeitet. Aber vor diesen wenigen solltet Ihr Euch natürlich wappnen, damit Euch nicht die Lust am Affiliate Marketing vergeht.

5. Ein Zusatztipp: Versetzt Euch in die Lage Eurer Affiliates

Wenn Ihr Euch Mal nicht sicher seid, wie Ihr etwas angehen solltet, hier ein Universal-Tipp: Versetzt Euch in die Lage der Affiliates. Wenn Ihr das tut, könnt Ihr viele Fragen selbst beantworten.

Typischerweise möchten Affiliates folgendes:
• Austausch auf Augenhöhe
• Rechtzeitige Aktionsplanung
• Sicheres Tracking
• Sichere Einnahmen, ggf. durch einen Werbekostenzuschuss
• Exklusive Angebote für ihre User
• Und natürlich: Geld verdienen

Diese Punkte können Euch bei der Aktionsplanung, Kommunikation oder der Provisionsgestaltung helfen – aber natürlich auch bei vielen anderen Themen rund um Euer Partnerprogramm.

Malte Hannig ist seit 2014 bei der Digital-Marketing-Agentur xpose360 tätig und mittlerweile Teamleiter im Affiliate Marketing. Als begeisterter Backpacking-Reisender und Schwaben-Sparfuchs verantwortet er die Bereiche Travel & Vertragswesen. Zudem trat er bereits auf mehreren Konferenzen als Speaker auf, wie der Affiliate Conference oder der internationalen Reisemesse ITB Berlin und war Podcast-Gast beim OMT und Affiliate MusixX.

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