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Affiliate Marketing

Mit Affiliate-Marketing richtig Geld verdienen

Träumen wir nicht alle davon, mit möglichst wenig Aufwand ein fortlaufendes und skalierbares Einkommen zu generieren? Im besten Fall sogar passiv? Nun, einer der Wege dahin ist Affiliate-Marketing. Affiliate-Marketing profitiert in hohem Maße vom starken Wachstum des E-Commerce und ist weiterhin der Champion im Generieren von Umsätzen. 

Was ist das eigentlich und wie kann man mit Affiliate-Marketing Geld verdienen? 

Definition – Was ist Affiliate-Marketing? 

Übersetzt bedeutet „Affiliate“ (engl.) so viel wie „Partner“ und kann für eine Person oder eine Partnergesellschaft stehen. 

Das Affiliate Business ist ein Teilbereich des Online-Marketings und im Grunde nichts anderes als ein Provisionsgeschäft für Produkte oder Services. Betreiber von Websites oder Social-Media-Kanälen können ihre Reichweite dazu nutzen, mit dem Setzen von Links Geld zu verdienen. Dazu empfehlen sie ihrer Community Produkte; im Falle eines Kaufs oder sogar bereits beim Klick eines Users auf den gesetzten Affiliate-Link erhalten sie eine Provision. Die empfohlenen Produkte können sowohl physische Waren als auch digitale Güter sein, beispielsweise ein Video-Kurs. Bei hoher Reichweite kann sich das für einen Website-Betreiber bzw. Influencer durchaus sehr lohnen. Per Definition ist Affiliate-Marketing also die strategische Nutzung von Partnern bzw. Affiliate-Anbietern, um Umsatz zu machen. 

Die Betreiber von Websites oder anderen Kanälen sind dabei die „Affiliates“ oder „Publisher“, die Anbieter von Produkten mit Provision „Advertiser“ oder „Merchants“. 

Wie funktioniert Affiliate-Marketing?

Mithilfe einer durchdachten Strategie ist es nicht schwer, mit Affiliate-Links Geld zu verdienen. 

Es sieht ganz einfach aus:

  1. aufbauen von Reichweite, bspw. in Form einer engagierten Community
  2. Affiliate-Netzwerke oder geeignete Publisher suchen
  3. Affiliate-Partner werden (mit passenden Merchants/Publishern)
  4. Links platzieren oder teilen 
  5. Cash machen

Klingt easy, oder? Nun, ganz so einfach ist es leider doch nicht. 

Willst du mit Affiliate-Links langfristig gutes Geld machen, musst du einiges beachten: Eine Affiliate-Marketing-Strategie ist unerlässlich. 

Was sind Affiliate-Links?

Eine Provision wird nur für Klicks auf die Affiliate-Links gezahlt – mitunter muss auch noch mehr geschehen. Die verbreitetsten Provisionsmodelle sind: 

  • CPC (Cost-per-Click): Klick auf Link oder Werbemittel
  • CPL (Cost-per-Lead): Herstellung einer Geschäftsbeziehung oder Gewinn relevanter Daten durch Vermittlung des Kontakts
  • CPO (Cost-per-Order) / CPS (Cost-per-Sale): Verkauf eines Produkts ohne Rücksendung – die wohl häufigste Variante. 

Affiliate-Links enthalten einen eindeutigen Code, der dem Publisher zugewiesen wird. Über diesen wird der Verlauf durch den Anbieter oder die Affiliate-Plattform getrackt. Neben Text-Links werden oft auch Werbebanner genutzt. 

Wer kann mit Affiliate-Marketing Geld verdienen? 

Grundsätzlich bietet sich diese Art der Monetarisierung für jeden an, der im Internet über eine gut besuchte Plattform (wie etwa eine Website) verfügt oder eine große Reichweite und hohe Reputation in den sozialen Medien vorweisen kann. 

Als Publisher sind das beispielsweise Blogger, Betreiber von Nischenseiten, Instagram-Influencer, YouTube-Videoblogger oder Consultants mit einem Beratungsangebot im Internet. 

Auch Anbieter von Produkten, etwa Onlineshops und digitale Merchants wie E-Book-Stores oder Software-Tools, können mit der Nutzung der richtigen Affiliate-Marketing-Strategie ihren Umsatz um ein Vielfaches steigern. 

Wichtig: Als Publisher gibt es einige rechtliche Dinge zu beachten, die je nach Land unterschiedlich sind. Stichworte sind: Kennzeichnungspflicht und Offenlegungserklärung. 

Die richtigen Affiliate-Programme finden

Publisher finden die meisten Affiliate-Anbieter in Affiliate-Netzwerken. Diese Plattformen vermitteln zwischen Publisher und Anbieter und bündeln viele Partnerprogramme. Über eine einzige Oberfläche hat der Publisher so die Wahl aus mehren, zu ihm passenden Affiliate-Partnern und kann mit ihnen Partnerschaften eingehen. 

Auch Merchants können hier ganz easy Affiliates finden. Dabei haben sowohl Publisher als auch Merchant die Freiheit, eine Zusammenarbeit anzunehmen, abzulehnen oder zu beenden. 

Solch ein Affiliate-Netzwerk hat viele Vorteile für beide Seiten: 

  • viele Affiliate-Anbieter und Publisher auf einen Blick
  • Zusammenarbeit mit einem Klick
  • Hintergrundinfos über Merchants, etwa bisherige Performance und Auszahlungszeitraum
  • Merchants erhalten umfassenden Einblick in die Performance der Publisher-Medien und wertvolle Infos über die eigene Zielgruppe
  • einfacher Zugriff auf Werbemittel 
  • automatische Abrechnung und gesammelte Überweisung der Einnahmen ohne eigenen Buchhaltungsaufwand

Das ist es doch, was wir wollen: Mit möglichst wenig Aufwand etwas Geld verdienen.

Und da geht sogar noch mehr: Häufig verfügen die Affiliate-Netzwerke selbst über ein Affiliate-Programm, das den Vermittler an den Umsätzen des Vermittelten beteiligt. 

Darüber hinaus haben einige Anbieter auch eigene Affiliate-Programme und sind nicht Teil eines Netzwerks. Es lohnt sich, seine Lieblingsanbieter dahingehend anzuschreiben. Oft sind die Provisionen hier auch höher. 

Die wichtigsten Plattformen für das Affiliate Business sind: 

  • Amazon Partnernet
  • AWIN/affilinet
  • Digistore24
  • BelBoon
  • ShareASale (AWIN Group)
  • Tradedoubler

Passende Affiliate-Produkte finden

Als Publisher ist es nicht immer einfach, die besten Affiliate-Produkte für die eigene Leserschaft zu identifizieren. Hierzu gehört die Kenntnis der Zielgruppe, eine Strategie für die eigene Website und die Wahl eines Affiliate-Partners, der eine gewisse Reputation sowie passende Produkte hat. 

Grundsätzlich solltest du die Zielgruppe bestimmen und verstehen. Mit Erstellung eines typischen Leser- oder Kundenprofils kannst du Content und Produkte auf ihre Interessen zuschneiden. Dies erhöht deine Chancen auf einen Affiliate-Verkauf deutlich. 

Welche Produkte solltest du nun wählen?

Blogger/Websitenbetreiber sollten auf Produkte oder Services setzen, die zum Thema ihrer Website passen. Diese können beispielsweise in Rezensionen, Empfehlungen oder Vergleichstabellen eingebaut werden. Auch eine Verlinkung innerhalb des Texts wird häufig vorgenommen und kann zu höheren Klickraten führen als auffällige Bannerwerbung. 

Social-Media-Influencer können Produkte gezielt in Bilder und Videos einbauen und direkt empfehlen. Anders als Website-Betreiber stehen Influencer als Personen des öffentlichen Lebens mit einer gewissen Glaubwürdigkeit im Vordergrund. Für sie ist es daher besonders wichtig, nur authentische Affiliate-Produkte zu bewerben. 

Allgemein solltest du bei der Wahl der passenden Affiliate-Produkte Folgendes beachten: 

  • Authentizität: Es sollte nur empfohlen werden, was tatsächlich einen Wert und eine gewisse Qualität hat. Minderwertige Produkte können zwar zu kurzfristigem Erfolg führen, sie werden jedoch die Leserschaft mittel- und langfristig abschrecken. 
  • Passende Nische: Selbstverständlich sollte die Auswahl der Produkte auf die eigene Nische abgestimmt sein. Die Chance, dass ein Besucher ein Paar Schuhe auf einem Blog für Autos kauft, ist eher gering. 
  • Namhafte Anbieter: Kaufwillige Interessenten klicken lieber auf Links zu bekannten Shops und Brands als auf Links zu unbekannten Zielen. Die Ausnahme von der Regel können extrem stylishe oder innovative Start-ups sein, die bei der richtigen Klientel zu einem wahren Run führen können. 
  • Wettbewerber-Vielfalt: Besucher lieben Vielfalt. Wenn ein Produkt besonders erfolgreich ist, kann die Platzierung eines vergleichbaren Produkts aus anderem Hause die Auswahl für die Leser erweitern und die Wahrscheinlichkeit, dass auf einen Affiliate-Link geklickt wird, steigt. 
  • Gewinnanteil: Hochpreisige Produkte und digitale Waren haben eine höhere Provisionsauszahlung zur Folge. Doch hochpreisige Waren sind schwerer zu verkaufen als niedrigpreisige. Waren mit einer Affiliate-Provision im Cent-Bereich können über die Masse ein nettes Sümmchen generieren. Hier gilt es, zwischen Höhe der Provision und Verkaufswahrscheinlichkeit abzuwägen. 

Affiliate-Seiten leben von diesem Modell 

Eine Affiliate-Seite (auch „Nischenseite“) befasst sich mit einem sehr fokussierten Nischenthema und lebt von gutem SEO. Der Zweck dieser Seiten ist es, den Leser mit seinen Fragen (deren Hintergrund eine Kaufabsicht ist) in den Suchmaschinen abzuholen und direkt auf eine eigene Landing Page zu leiten, auf der gezielt über das gesuchte Produkt oder die Produktkategorie informiert wird. 

Zusätzlich befinden sich auf dieser Landing Page Links oder Artikelbanner zu verschiedenen passenden Produkten. Typisch für erfolgreiche Affiliate-Seiten sind Produktvergleichstabellen und ausführliche Testberichte, die jeweils mit Affiliate-Links versehen sind. Der Interessent soll direkt von der Webseite zum Kaufabschluss in einem Onlineshop geleitet werden.

Eine überaus erfolgreiche Affiliate-Seite ist zum Beispiel Wirecutter aus den USA. Die Website setzt Millionen nur mit Affiliate-Links um. Das Potenzial, das in dieser Art von Affiliate-Werbung liegt, ist also riesig. 

Eine Affiliate-Website erstellen

Der Aufbau einer Affiliate-Website ist nicht so schwer, wenngleich die Platzierung einer Nischenseite in den oberen Rängen bei den Suchmaschinen nicht mehr so einfach ist wie noch vor einigen Jahren. 

  1. Am Beginn jeder Nischenseite steht das Identifizieren einer Nische. Die Entwicklung der Idee kann entweder durch Keyword-Recherche erfolgen, durch Beobachtung des eigenen Umfelds, durch Recherche in Frage-Antwort-Portalen oder in den sozialen Medien. 
  2. Dann wird die Website aufgebaut, meist mit einem CMS wie WordPress. Hier gibt es Affiliate-Themes, die in Layout und Funktionalität bereits alles für eine erfolgreiche Affiliate-Seite mitbringen. Wichtig sind ein aufgeräumtes Layout und die richtige Hinleitung des Besuchers zum Affiliate-Produkt mittels gestalterischer Elemente.  
  3. Die Inhalte bilden den Kern. Informative Artikel, die relevante Fragen weitestgehend beantworten, sind ein Muss für Affiliate-Seiten. Die Texte sollten professionell sein, keine Fehler enthalten und inhaltlich gut recherchiert worden sein. Wichtig ist eine Orientierung der Formulierungen an gesuchten Keywords. Auch passende Bilder sind wichtig.
  4. Nun geht es ans Erstellen der Affiliate-Links. Die Produkte sollten so passend wie möglich zur Suchanfrage platziert werden. Dabei sind auch Farbe, Größe oder Muster wichtig. 

Wenn eine tip-top Nischenseite erstellt ist, geht es an den Linkaufbau und die Pflege des Portals. Eine kontinuierliche Veröffentlichung von neuen Artikeln ist sinnvoll, muss jedoch nicht so häufig erfolgen wie bei einer redaktionell geführten Website, etwa einem Blog. 

Affiliate-Marketing ohne eigene Website

Auch ohne eigene Homepage kann man Affiliate werden. Wer eine große Reichweite in einem Social-Media-Kanal hat, kann auch durch die reine Platzierung von Links dort gute Umsätze einfahren. 

Beispiele sind Social-Media-Influencer wie Instagramer, Facebook-Influencer oder YouTuber. Ein Kanal mit vielen Fans ist die ideale Plattform, um den einen oder anderen Affiliate-Link unterzubringen. Um in den Augen der Follower aber nicht an Glaubwürdigkeit einzubüßen, sollten sich gesponsorte Inhalte und redaktionelle Inhalte dabei die Waage halten. Außerdem ist hier die korrekte Kennzeichnung ebenfalls essenziell. 

Weitere Orte, an denen sich Affiliate-Links platzieren lassen, sind Foren und jegliche Art von Plattformen mit User-generiertem Content. Du solltest jedoch auf die Regeln der jeweiligen Plattform achten. 

Eigenes Affiliate-Programm aufsetzen?

Als Merchant ein eigenes Affiliate-Programm aufzusetzen, kann durchaus Sinn machen. Wenn eigene Produkte bereits auf dem Markt sind und sich schon verkaufen, können Verbreitung und Umsatz per Affiliate-Marketing gesteigert werden. 

Komplett neue Produkte sind für das Affiliate Business eher ungeeignet. Warum? Wenn Kaufabläufe und Produkt-Features noch nicht zu 100 Prozent ausgereift und zur Zufriedenheit der meisten Kunden optimiert sind, kann ein eigenes Affiliate-Programm zu Frust bei den Käufern und den Publishern führen. 

Zur Wahl steht dann, einem der großen Netzwerke für Affiliate-Marketing beizutreten oder eigene Affiliate-Programme aufzusetzen. 

Für die Implementierung eines eigenen „Private Affiliate Network“ gibt es Tools, die sich in die eigene Website und das Reporting integrieren lassen. So erhält man volle Einsicht und Kontrolle über die Verbreitung und Performance der ausgegebenen Links. 

Fazit:

Merchants können beim Einsatz von Affiliate-Marketing von der viralen Kraft der Publisher profitieren und sicher sein, die richtige Zielgruppe zu erreichen. So steigern Merchants bequem ihren Umsatz, ohne viel Geld für Werbung oder Akquise in die Hand nehmen zu müssen. 

Publisher können sich mit Affiliate-Marketing eine relativ sichere Einkommensquelle schaffen, die größtenteils passive Umsätze bringt und sich wunderbar erweitern lässt. 

Es handelt sich also um eine Win-win-Situation.

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