ChatGPT Ads: Wie Werbung in ChatGPT funktioniert und was Advertiser wissen sollten

Burak Görmez29.10.2026

Setup, Context Hints, Kosten und Tracking: ein Praxisleitfaden mit ersten Kampagnenwerten

Inhalt
  1. Was sind ChatGPT Ads und wie sehen sie aus?
  2. Wie wählt ChatGPT passende Anzeigen aus?
  3. Wer sieht Werbung in ChatGPT?
  4. Wie setzt du eine ChatGPT-Ads-Kampagne auf?
  5. Wie sollte das Anzeigenbild aufgebaut sein?
  6. Was kosten ChatGPT Ads? Abrechnungsmodelle und Budget
  7. Wie misst du den Erfolg von ChatGPT Ads?
  8. Meine anonymisierten B2B- und B2C-Erfahrungen
  9. Was unterscheidet ChatGPT Ads von Google Ads?
  10. Fazit
Das Wichtigste in Kürze
  • ChatGPT Ads erscheinen als gekennzeichnete gesponserte Platzierungen unter Antworten in den Modellen Free und Go, ohne den eigentlichen Inhalt der KI-Antwort zu beeinflussen.
  • Statt auf starre Keywords setzt die Aussteuerung auf ganzheitlichen Gesprächskontext sowie sogenannte Context Hints, die konkrete Nutzersituationen und Absichten abbilden.
  • Der Setup-Prozess im Ads Manager folgt mit Kampagne, Anzeigengruppe und Anzeige bekannter Performance-Marketing-Logik und unterstützt Tracking über Pixel sowie eine serverseitige Conversions API.
  • Besonders geeignet ist das Format für beratungsintensive B2B- und B2C-Angebote, da Nutzer ChatGPT vorrangig zur Recherche, Problemexploration und Lösungsfindung verwenden.
 
 
Best-of
Wissen von den Besten: Burak Görmez ist Experte für Cross-Channel Advertising und teilt sein Know-how seit Jahren auf OMR Reviews. Er unterstützt Unternehmen dabei, Marketing-Kanäle intelligent zu vernetzen und Kampagnen effektiv zu steuern.
ChatGPT Ads ermöglichen Werbung innerhalb von ChatGPT. Sie erscheinen als gesponserte Platzierung unter einer Antwort, getrennt vom eigentlichen KI-Ergebnis. Für Advertiser ist das spannend, weil sich die Relevanz neben der einzelnen Suchanfrage auch am Gesprächskontext ausrichten lässt. Wenn du ChatGPT Ads in Deutschland testen willst, brauchst du kein neues Marketing-Handwerk. Entscheidend bleiben Zielsetzung, saubere Kampagnenstruktur, überzeugende Anzeigen und belastbares Tracking.
Ich arbeite seit vielen Jahren mit Paid Media und sehe hier keine Kopie von Google Search. Menschen nutzen ChatGPT, um Möglichkeiten zu erkunden, Lösungen zu vergleichen und Entscheidungen vorzubereiten. Dieses Nutzungsverhalten verändert meine Herangehensweise an Anzeigen, Context Hints und die Bewertung der Ergebnisse. In diesem Ratgeber erläutere ich Setup, Kosten, Messung und Grenzen. Dazu kommen eigene anonymisierte Kampagnenerfahrungen und Screenshots einer Testkampagne zum Thema KI im Performance Marketing.

Was sind ChatGPT Ads und wie sehen sie aus?

ChatGPT Ads sind bezahlte Anzeigen direkt in ChatGPT. Sie erscheinen mit Sponsored-Kennzeichnung unter der Antwort und bestehen im Standardformat aus dem Namen der werbenden Marke, Favicon (dem kleinen Website-Icon), Titel, Beschreibung, Zielseite und Bild. Die Werbung beeinflusst laut OpenAI nicht, was ChatGPT antwortet. ChatGPT wählt die Anzeige getrennt von der Antwort aus; Advertiser können sich keine bevorzugte Erwähnung in der eigentlichen Antwort erkaufen.
Nehmen wir ein Beispiel aus dem Marketingalltag. Eine Person fragt, wie KI bei der Analyse von Google-Ads-Kampagnen hilft. Danach präzisiert sie ihre Anforderungen und sucht nach Praxiswissen. Ein relevanter Fachartikel kann in diesem Gesprächskontext als Anzeige passen. Fachleute nennen solche dialognahen Werbeformen auch Conversational Ads. Entscheidend ist, dass die Anzeige den nächsten sinnvollen Schritt unterstützt. Das Produkt muss im Gespräch dafür nicht exakt genannt werden.
Davon trennst du die organische Sichtbarkeit in KI-Antworten. Bei Generative Engine Optimization (GEO) geht es darum, in KI-Systemen ohne gebuchte Anzeige als relevante Quelle sichtbar zu werden. Bezahlt und organisch sind zwei verschiedene Hebel.

Wie wählt ChatGPT passende Anzeigen aus?

OpenAI berücksichtigt bei der Auswahl erwartete Relevanz und Ergebnisse. Dazu gehören Absicht und Kontext der laufenden Unterhaltung, Zielseite, Anzeigentitel, Beschreibung und zusätzliche Context Hints. Je nach Region und Einstellungen können weitere Signale aus der Nutzung von ChatGPT einfließen. Als Advertiser sehe ich dabei keine privaten Chatprotokolle.
Context Hints (Kontexthinweise) sind keine Keywords mit Exact-Match- oder Phrase-Match-Logik. Sie beschreiben, in welchen Gesprächen, Situationen oder Bedürfnissen das Angebot nützlich sein könnte. Für die Anzeigengruppe meiner Beispielkampagne „KI im Performance Marketing“ habe ich fünf Themen formuliert:
  • effizientere Planung und Optimierung bezahlter Werbung mit KI
  • KI-Einsatz in Google Ads und Meta Ads
  • Automatisierung von Reporting und Analysen
  • praktische Anwendungen generativer KI und KI-Agenten
  • die Einführung in bestehende Marketing-Prozesse
Ich starte mit echten Fragen der Zielgruppe statt mit einer langen Keyword-Liste. Beispiele sind „Wie kann ich mein Performance-Reporting automatisieren?“ und „Wo hilft KI bei Google Ads?“. Anschließend gruppiere ich verwandte Absichten. Sind Angebot, Landingpage oder Nutzenversprechen deutlich verschieden, lege ich getrennte Anzeigengruppen an. Auch Wörter wie „KI-Tools“ oder „Meta Ads“ dürfen vorkommen, sollten aber in einem verständlichen Nutzungskontext stehen. OpenAI empfiehlt kurze, natürliche und spezifische Beschreibungen statt loser Begriffslisten.
Ein Context Hint garantiert allerdings keine Ausspielung in einer bestimmten Unterhaltung. Auch der restliche Anzeigeninhalt und die Zielseite müssen das Versprechen glaubwürdig stützen.

Wer sieht Werbung in ChatGPT?

Anzeigen können in ChatGPT Free und ChatGPT Go erscheinen. Plus, Pro, Business, Enterprise und Edu sind werbefrei. Außerdem schließt OpenAI Konten von Personen unter 18 Jahren aus. Sensible Gesprächsbereiche unterliegen weiteren Einschränkungen. In Deutschland können Advertiser den ChatGPT Ads Manager (Self-Service) nutzen. Achte dabei auf die konkreten Konto- und Länderfreigaben.
Nicht alle ChatGPT-Nutzer*innen sind über Ads erreichbar. Dieser Punkt unterscheidet ChatGPT aus meiner Sicht deutlich von vielen offenen Werbeumfeldern. Werbung ist als Sponsored gekennzeichnet und von den Antworten getrennt. Werbetreibende erhalten aggregierte Leistungsdaten, aber keine fremden Unterhaltungen. Sprich das klar aus, wenn intern über Targeting nach Gesprächen diskutiert wird.

Wie setzt du eine ChatGPT-Ads-Kampagne auf?

Im ChatGPT Ads Manager baue ich Kampagnen in drei Ebenen auf:
  • Kampagne: steuert Ziel, Budget, Laufzeit und regionale Ausrichtung
  • Anzeigengruppe: bündelt Themen und Context Hints
  • Anzeige: enthält den sichtbaren Werbeinhalt
Die Screenshots stammen aus einer von mir angelegten Teststruktur für einen Fachartikel über KI im Performance Marketing. Sie zeigen keine veröffentlichten Kampagnenergebnisse.

Schritt 1: Kampagne, Ziel und Budget

Nach der Kontoeinrichtung inklusive Zahlungsmethode lege ich eine neue Kampagne an. Als Ziele stehen Views (CPM, Kosten pro 1.000 Einblendungen), Clicks (CPC, Kosten pro Klick) und Conversions zur Verfügung. Für Conversions wählst du ein unterstütztes Ereignis. Abgerechnet wird je nach Berechtigung trotzdem über Klicks oder Impressionen, nicht pro Abschluss. Danach definiere ich Länder, Budget und Laufzeit. Ein Tagesbudget ist ein Durchschnittswert; die tatsächlichen täglichen Ausgaben dürfen laut OpenAI schwanken. Prüfe deshalb vor dem Start vor allem die Budgetlogik. In meiner Testmaske ist „Conversions“ als Kampagnenziel gewählt (Abbildung 1). Ob das das richtige Ziel ist, hängt vom konkreten Messkonzept ab.
Abbildung 1: Kampagnenziel im ChatGPT Ads Manager (Screenshot)
Abbildung 1: Kampagnenziel im ChatGPT Ads Manager (Screenshot)

Schritt 2: Anzeigengruppe und Context Hints

Anschließend lege ich eine thematisch fokussierte Anzeigengruppe an. In meinem Beispiel heißt sie „KI Interessierte“. Auf Ebene der Anzeigengruppe kannst du Ziel-URL, Tracking-Parameter, Gebotsstrategie und die Context Hints definieren. Die fünf Context Hints beschreiben Situationen, in denen der beworbene Fachartikel hilft.
Abbildung 2: Beispiel für Context Hints und Einstellungen auf Anzeigengruppenebene (Screenshot)
Abbildung 2: Beispiel für Context Hints und Einstellungen auf Anzeigengruppenebene (Screenshot)

Schritt 3: Anzeige und Creative anlegen

Auf Anzeigenebene hinterlege ich Titel, kurze Beschreibung, Bild und die konkrete Ziel-URL. Für mein Beispiel nutze ich „KI im Performance Marketing: So geht’s“ als Titel. Die Zielseite sollte direkt zum beworbenen Thema führen und nicht pauschal auf die Homepage. Im echten Launch ersetze ich die Beispiel-URL aus dem Screenshot durch die Artikelseite und ergänze UTM-Parameter (Kennzeichnungen in der URL, mit denen du Traffic-Quellen in der Webanalyse zuordnest).
Abbildung 3: Erstellung einer Text-Bild-Anzeige mit Titel, Beschreibung und URL (Screenshot)
Abbildung 3: Erstellung einer Text-Bild-Anzeige mit Titel, Beschreibung und URL (Screenshot)
OpenAI empfiehlt präzise, informative Anzeigen statt austauschbarer Werbesprüche. Für Standardanzeigen nennt die Plattform maximal 50 Zeichen für den Titel und 100 für den Beschreibungstext; kürzere Texte werden bevorzugt. Beim Bulk-Upload sind quadratische PNG- oder JPG-Bilder bis 1.200 × 1.200 Pixel dokumentiert.

Wie sollte das Anzeigenbild aufgebaut sein?

Ich würde zuerst ein klares Hauptmotiv definieren und erst danach dekorative Elemente ergänzen. Das Bild muss auch in kleiner Darstellung funktionieren; lange Texte, winzige Schrift und beliebige KI-Symbole erschweren das. OpenAI empfiehlt einfache, relevante und nicht überladene Motive, die zu Anzeigentext und Landingpage passen. Verschiedene Varianten solltest du anschließend anhand der Reaktionen testen, statt allein nach Geschmack zu entscheiden.
Mein quadratisches Beispiel setzt den Schriftzug „KI × Performance Marketing“ groß auf hellen Hintergrund, mit Schwarz und Orange als Kontrast. Dazu kommen eine transparente 3D-Kugel, geometrische Elemente und ein stilisiertes Diagramm. Die Formensprache greift Technik und datenorientierte Werbung auf. Der Schriftzug ist ein eindeutiger Themenanker. Die 3D-Elemente sind allerdings komplex. Prüfe sie deshalb in der verkleinerten Vorschau auf Lesbarkeit. Die eigentliche Argumentation gehört in Titel, Beschreibung und Artikel, nicht vollständig ins Bild.
Abbildung 4: Eigenes Anzeigenmotiv für die Beispielkampagne „KI im Performance Marketing“ (eigene Darstellung)
Abbildung 4: Eigenes Anzeigenmotiv für die Beispielkampagne „KI im Performance Marketing“ (eigene Darstellung)

Kampagnen klonen

Im ChatGPT Ads Manager kann ich Kampagnen klonen. Derzeit muss sich bei der Kopie jedoch das Ziel oder ein unterstütztes Abrechnungsmodell ändern. Eine Klickkampagne unverändert als weitere Klickkampagne zu duplizieren, ist laut OpenAI aktuell nicht möglich. Die Funktion kann sich künftig ändern; einen verbindlichen Termin nennt OpenAI nicht. Für einen Test derselben Zielsetzung muss ich aktuell eine neue Kampagne anlegen.
Abbildung 5: Klonfunktion mit Auswahl eines anderen Kampagnenziels (Screenshot)
Abbildung 5: Klonfunktion mit Auswahl eines anderen Kampagnenziels (Screenshot)

Custom Audiences und Produktfeeds

Optional lassen sich Custom Audiences (eigene Zielgruppen aus Kontaktlisten) aus zulässigen Bestandskunden- oder Interessentenlisten ein- beziehungsweise ausschließen. Custom Audiences ersetzen nicht die Prüfung von Rechtsgrundlage und regionaler Verfügbarkeit. Für E-Commerce gibt es außerdem Produktkataloge im Bereich Tools → Feeds: Produkte lassen sich per Datei oder gehosteter URL übermitteln. Geeignetes Feed-Management ist gerade bei größeren Sortimenten relevant. Für große Sortimente kann ergänzend Channel Pilot Pro als Feed-Management-Lösung helfen. Ob es eine direkte Schnittstelle zu ChatGPT Ads gibt, solltest du vorab prüfen.
Abbildung 6: Produktfeed-Anbindung im ChatGPT Ads Manager (Screenshot)
Abbildung 6: Produktfeed-Anbindung im ChatGPT Ads Manager (Screenshot)

Conversion-Tracking einrichten

Unter Conversions richte ich Datenquellen und Ereignisse wie Leads, Registrierungen oder Käufe ein. Du misst über den OpenAI Pixel, die Conversions API (serverseitige Übermittlung) oder beides. Für Shopify hat OpenAI eine App dokumentiert, die Katalogdaten und Commerce-Events einfacher anbinden kann. Die offizielle App ist zum Redaktionsstand zunächst in den USA verfügbar. Prüfe vor dem Projektstart, ob sie für deutsche Shops verfügbar ist. Tracking und Produktfeed sind also unterschiedliche Aufgaben, auch wenn eine Integration beides unterstützen kann.

Was kosten ChatGPT Ads? Abrechnungsmodelle und Budget

Die Kosten für ChatGPT Ads hängen von Kampagnenziel, Gebot, Wettbewerb und Anzeigenrelevanz ab. CPM bedeutet Kosten pro 1.000 Einblendungen, CPC Kosten pro gültigem Klick. Bei Conversion-Optimierung sind die Modelle oCPC und oCPM möglich (optimierter CPC bzw. CPM: Das System optimiert auf Conversions, abgerechnet wird weiter pro Klick oder Impression). Je nach Währung und Konto gelten Mindestbudgets. Wer manuelle Gebote setzt, arbeitet mit einem Höchstgebot; das ist nicht zwangsläufig der tatsächlich gezahlte Preis.
Für den Vergleich mit anderen Kanälen würde ich zunächst CTR (Klicks geteilt durch Impressionen), CPC und CPM betrachten. CTR, CPC und CPM beschreiben die Resonanz und die Kostenstruktur, nicht automatisch die Wirtschaftlichkeit. Ein höherer CPC kann sich lohnen, wenn die Leads wertvoller sind; ein niedriger CPM ist ohne relevante Klicks wenig aussagekräftig.

Wie misst du den Erfolg von ChatGPT Ads?

Der ChatGPT Ads Manager liefert unter anderem Auslieferungs-, Klick- und Kostenkennzahlen. Um Abschlüsse zu messen, brauchst du korrekt eingerichtete Conversion-Events. Der OpenAI Pixel erfasst geeignete Website-Ereignisse, die Conversions API übermittelt Ereignisse serverseitig. Die Klickreferenz oppref (eine Kennung für den Anzeigenklick) kann die Zuordnung unterstützen. Nutzt du Pixel und API gemeinsam, musst du identische Ereignisse über dieselbe Event-ID deduplizieren, damit sie nicht doppelt zählen. Weiterführend: Google Ads Conversion-Tracking
Ergänzend werte ich Website-Analytics und gegebenenfalls CRM-Daten aus. Gerade bei langen Entscheidungswegen können Attribution, Einwilligung und Messfenster die Plattformzahlen beeinflussen. Im Leadgeschäft interessieren mich später qualifizierte Kontakte; im Shop zusätzliche Umsätze und der Return on Advertising Spend (ROAS). Für die ersten Tests sind CTR, CPC und CPM aber sinnvolle Diagnosewerte. Weiterführend: ROAS in Google Ads

Meine anonymisierten B2B- und B2C-Erfahrungen

Erste Ergebnisse habe ich aus zwei Kampagnen: einem B2B-Anwendungsfall aus dem E-Commerce-Umfeld und einem B2C-Anwendungsfall aus dem Coaching-Umfeld mit Webinar-Traffic als Ziel. Aus Datenschutz- und Vertraulichkeitsgründen veröffentliche ich ausschließlich drei vereinbarte Leistungskennzahlen:
KennzahlB2B E-CommerceB2C Coaching (Webinar)
CTR0,67 %1,01 %
CPC2,36 €2,76 €
CPM15,76 €27,85 €
Die B2C-Kampagne hat die höhere CTR, gleichzeitig aber auch einen höheren CPC und CPM. Ich würde daraus nicht schließen, dass B2C in ChatGPT grundsätzlich teurer ist. Angebote, Zielgruppen, Gebotslogik und Wettbewerbsumfeld unterscheiden sich. Die Stichprobe ist begrenzt und keine repräsentative Benchmark. Die Abweichung zeigt aber, warum du CTR, CPC und CPM immer zusammen bewerten solltest, statt eine einzelne Kennzahl als Erfolgsmeldung herauszugreifen.

Was unterscheidet ChatGPT Ads von Google Ads?

Google Ads Search ordnet Anzeigen stark anhand expliziter Suchanfragen und weiterer Signale zu. ChatGPT Ads können zusätzlich den Verlauf einer Unterhaltung einbeziehen. Nutzer*innen formulieren dort oft zunächst ein Problem, statt sofort eine kaufnahe Suchanfrage abzusetzen. Deshalb betrachte ich ChatGPT Ads nicht als direkten Ersatz für Search, sondern als zusätzlichen Kontaktpunkt zwischen Inspiration, Recherche und Entscheidung.
AspektChatGPT AdsGoogle Ads Search
AusgangssignalGesprächsabsicht und KontextSuchanfrage und weitere Signale
Thematische SteuerungContext Hints, AnzeigeninhaltKeywords und Suchintention
AnzeigenumfeldUnter KI-AntwortenSuchergebnisse
MessungOpenAI Pixel und Conversions APIGoogle-Tag und weitere Messlösungen
Rolle im MixEntdeckung, Vergleich, EntscheidungHäufig konkrete aktive Suche
Auch die organische KI-Sichtbarkeit durch GEO darf nicht mit ChatGPT Ads verwechselt werden. Unternehmen können beide Themen parallel bearbeiten, sollten Erfolg und Ziele aber getrennt erfassen.

8. Für wen lohnt sich ein Test mit ChatGPT Ads?

ChatGPT Ads eignen sich vor allem für Angebote mit Beratungsbedarf: Kund*innen stellen Fragen, vergleichen Alternativen und suchen vor einer Entscheidung Orientierung. Dazu zählen erklärungsbedürftige B2B-Produkte, Software, Coaching-Angebote oder ausgewählte E-Commerce-Kategorien. Für sehr impulsive Käufe ohne Beratungsbedarf sehe ich den Nutzen weniger eindeutig. Passende Tools für die Vorbereitung und Begleitung solcher Tests findest du auf OMR Reviews in den Kategorien Künstliche Intelligenz, Generative Engine Optimization (GEO) und Search Engine Advertising (SEA).
Meine Empfehlung ist ein begrenzter Test mit klarer Hypothese. Beantworte vorab drei Fragen:
  • Welche Gesprächssituation soll erreicht werden?
  • Welches Angebot passt dazu?
  • Welche Handlung erwartest du auf der Landingpage?
Ich plane mehrere saubere Anzeigenvarianten, prüfe Zielseite und Tracking und bewerte zunächst Reichweiten- und Traffic-Kennzahlen. Über Skalierung entscheide ich erst, wenn auch die Qualität des nachgelagerten Verhaltens sichtbar ist.

Fazit

Die Technologie ist neu, die grundlegende Disziplin des Performance Marketings nicht. ChatGPT Ads können ein sinnvoller zusätzlicher Kanal sein, wenn Relevanz, Creative, Messung und wirtschaftliches Ziel zusammenpassen. Die ersten eigenen Ergebnisse machen neugierig, mehr aber zunächst nicht. Genau deshalb halte ich strukturierte Tests für wertvoller als frühe Versprechen über vermeintlich sichere Benchmarks.
 
 
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Burak Görmez

Burak Görmez ist Lead Media Consultant bei der nexum AG und beschäftigt sich seit über 15 Jahren mit datengetriebenem Marketing, Paid Media und Marketing Analytics. Sein Schwerpunkt liegt auf der Verbindung von Technologie, Daten und Mediastrategie, um Unternehmen bei fundierten Marketingentscheidungen und der Optimierung ihrer Werbeinvestitionen zu unterstützen.

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Im Artikel erwähnte Softwares

Im Artikel erwähnte Software- oder Service-Kategorien

Product Feed Management
Bei der Suche nach Produkten werden die unterschiedlichsten Plattformen genutzt – von Amazon über Google Shopping bis zu Idealo.de. Product-Feed-Management-Tools ermöglichen Händler:innen und Shop-Betreiber:innen jeder Art eine effiziente und intelligente Verwaltung ihrer Produkte auf allen Plattformen. Über die Software werden Inhalte in den sogenannten Feeds der jeweiligen Plattformen gesteuert. Das bedeutet zum Beispiel, dass der angezeigte Produktmix dynamisch und auf Grundlage von Engagement und Conversion Rates optimiert wird und unterschiedliche Bilder und Preise getestet werden. Es gibt vier Schlüsselfunktionen für ein Product-Feed-Management-Tool: Aufrechterhaltung der Qualität des Quell-Feeds, Anpassung an verschiedene Kanalanforderungen, Optimierung der Feed-Qualität und Optimierung der Kampagnenqualität. Für die erste Komponente, die Aufrechterhaltung der Qualität des Quell-Feeds, können die Tools dabei helfen, alle erforderlichen Details wie GTIN-Codes, Bilder, Preise, Beschreibungen und URLs im Auge zu behalten. Für die zweite Komponente, die Anpassung an die Anforderungen der verschiedenen Kanäle, kann es eine Herausforderung sein, den Content und die Produkte an die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Kanäle, von Google Shopping bis Amazon, anzupassen. Jede Plattform hat unterschiedliche Spezifikationen und ein Feed-Tool kann dabei helfen, den Inhalt schnell an die unterschiedlichen Anforderungen anzupassen. Für die dritte und vierte Anforderung, die Optimierung der Feed-Qualität und die Optimierung der Kampagnenqualität, helfen Feed-Tools bei der Analyse von Daten und Trends zur Optimierung in Richtung Return on Invest (ROI) und Return on Advertising Spend (ROAS). Product-Feed-Management-Softwares bieten Integrationen zu Shopsystemen, was den automatischen Export und die Platzierung von Produkten auf tausenden Preisvergleichsseiten, Affiliate-Plattformen und Online-Markplätzen ermöglicht. Product-Feed-Management Software ist zudem mit Product-Information-Management (PIM) Software verwandt.
Künstliche Intelligenz
KI Tools sind Software-Programme, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basieren und Unternehmen dabei helfen, Daten zu analysieren und zu interpretieren. Diese Tools nutzen Algorithmen und Machine-Learning-Modelle, um aus großen Datenmengen Muster und Zusammenhänge zu erkennen und Vorhersagen zu treffen. Dadurch können Unternehmen Entscheidungen schneller und effizienter treffen, da sie auf fundierte und datengestützte Informationen zurückgreifen können. KI Tools finden Anwendung in verschiedenen Bereichen, wie beispielsweise im Marketing, in der Finanzanalyse, im Gesundheitswesen oder in der Produktionsoptimierung.
Generative Engine Optimization (GEO)
Generative Engine Optimization (GEO) Software bezeichnet Lösungen, die speziell dafür entwickelt wurden, die Sichtbarkeit von Marken in KI-basierten Such- und Empfehlungssystemen zu verbessern. Im Gegensatz zu klassischen SEO-Tools, die auf Suchmaschinen wie Google oder Bing abzielen, optimieren GEO-Tools Inhalte für KI-generierte Antworten in Large Language Models (LLMs), Chatbots oder anderen AI-getriebenen Interfaces. Ziel ist es, besser in den Ergebnissen von generativen KI-Anwendungen präsent zu sein. Zum Einsatz kommt GEO-Software vor allem in den Bereichen Marketing, PR und Produktmanagement. Sie unterstützt Teams dabei, die Repräsentation ihrer Marke in AI-generierten Ausgaben zu steuern und zu analysieren. Unternehmen erhalten Einblicke, wie KI-Systeme ihre Inhalte interpretieren, gewichten und präsentieren. Zusätzlich ermöglichen diese Tools eine Sentiment-Analyse, um potenzielle Fehldarstellungen oder Verzerrungen in der KI-Wahrnehmung zu identifizieren. Auch Wettbewerbsanalysen und Benchmarks sind Teil der Funktionalität, sodass Marken ihre Position im AI-Umfeld gezielt verbessern können. Um in der Kategorie Generative Engine Optimization (GEO) aufgenommen zu werden, sollte eine Lösung folgende Features und Eigenschaften aufweisen: - Optimierung von Inhalten für AI-gestützte Such- und Antwortsysteme - Tracking der Markenpräsenz in KI-generierten Ausgaben - Analyse von LLM-Verhalten und Ranking-Faktoren - Sentiment- und Bias-Erkennung in AI-Antworten - Wettbewerbsvergleich im Kontext KI-Sichtbarkeit
Search Engine Advertising (SEA)
Search Engine Advertising (SEA) bildet neben Search Engine Optimization (SEO) den zweiten Bestandteil des Search Engine Marketings (SEM). Während SEO-Software dabei hilft, die organische Sichtbarkeit einer Website bei den gängigen Suchmaschinen zu optimieren, ist Search Advertising Bestandteil des kostenpflichtigen Kampagnenmanagements von Werbetreibenden und wird deswegen auch als Paid Search bezeichnet. Search Advertising Software unterstützt also dabei, bezahlte Werbung für bestimmte Keywords und Keyword-Kombinationen in Suchmaschinen wie Google, Bing oder Yahoo! zu schalten und so mit der eigenen Website unter den mit „Anzeigen“ oder „Ads“ gekennzeichneten Suchergebnissen aufzutauchen, wenn Browsende nach den entsprechenden Keywords suchen. Die Funktionen von Search Advertising Software sind vielseitig und unterstützen unter anderem bei der Identifikation und beim Targeting relevanter Keywords, beim Bieten auf die identifizierten Keywords, beim Optimieren von Anzeigen und Anzeigegruppen, beim Tracking relevanter KPIs, wie der Conversion oder dem Return on Ad Spend (ROAS) oder ganz einfach beim Management der Search Advertising Kampagnen. Einige Softwares enthalten Funktionen zur Schaltung von Werbeanzeigen auf Display-, Video-, Mobile- oder Social-Media-Kanälen. Ihr wollt Euch im Search Engine Advertising fortbilden und weiterentwickeln? Der OMR Fundamental SEA Guide – Google Ads bietet Euch auf 98 Seiten Google-Expertenwissen sowie jede Menge Tricks, Hacks und Tools für die erfolgreiche Anzeigenschaltung in Google Ads. Wenn Ihr doch lieber ein flexibles E-Learning Format bevorzugt, sind das OMR Google Ads Pro Deep Dive Webinar und der OMR Academy SEA & Google Ads Fundamentals E-Learning Kurs genau das richtige für Euch.

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