Inhalt
- Was den Fortschritt wirklich blockiert
-
KI erreicht die Rathäuser schneller als die Regeln
- Digitale Souveränität und Cybersicherheit: Warum der Standort zählt
- Die Praxislücke bei digitalen Tools
- Fazit: Mehr Technik braucht bessere Rahmenbedingungen
97 Prozent der Bürgermeister*innen halten Digitalisierung für wichtig oder sehr wichtig.
Das ist eine Erkenntnis aus der zweiten forsa-Befragung im Auftrag von MeisterTask, für die 1.296 Bürgermeister*innen aus ganz Deutschland teilnahmen. Die Zahlen zeichnen ein klares Bild: Die Diskrepanz zwischen Bewusstsein und Umsetzung ist oft größer als vermutet.
Wie groß die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit tatsächlich ist, zeigt die aktuelle Studie:
- Nur 15 % der Bürgermeister*innen bewerten den eigenen Digitalisierungsstand als gut oder sehr gut.
- Die Schulnote für die Verwaltungsdigitalisierung liegt wie im Vorjahr bei 3,7
- 76 % nennen seit zwei Jahren unverändert regulatorische Hürden als größte Bremse.
Wie schnell die Digitalisierung vorankommt, hängt demnach nicht am fehlenden Willen der Kommunen. Entscheidend sind vor allem die äußeren Rahmenbedingungen. Die Ergebnisse fallen dabei regional sehr unterschiedlich aus. In Ostdeutschland bewertet rund ein Drittel der Befragten den eigenen Digitalisierungsgrad als nicht zufriedenstellend oder unzureichend. In Norddeutschland, der Region mit dem besten Wert, sind es nur 19 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- 97 % der Bürgermeister*innen halten Digitalisierung für wichtig, aber nur 15 % sind mit dem eigenen Digitalisierungsstand zufrieden. Die Schulnote bleibt bei 3,7.
- Regulatorische Hürden (76 %), fehlende Finanzierung (65 %) und Fachkräftemangel (49 %) bremsen den Fortschritt seit zwei Jahren unverändert.
- 52 % der Kommunen nutzen oder erproben KI bereits, aber nur 19 % haben dafür verbindliche Richtlinien.
- 88 % der Bürgermeister*innen erwarten von Softwareanbietern einen Serverstandort in Deutschland oder der EU.
- 84 % erkennen den Nutzen digitaler Projektmanagement-Tools, aber nur 25 % setzen sie tatsächlich ein.
Was den Fortschritt wirklich blockiert
Ein Blick auf die Studie zeigt, dass es vor allem vier Faktoren gibt, welche die Digitalisierung deutscher Kommunen häufig bremsen.
- Regulatorische Hürden: 76 %
- Fehlende Finanzierung: 65 %
- Fachkräftemangel: 49 %
- Fehlende politische Unterstützung: 36 %
Hinter diesen Blockaden stecken konkrete bürokratische Hürden: Datenschutzgesetze, Vergabevorschriften und fehlende Standards bremsen den Alltag in den Rathäusern. Am meisten betroffen von diesen Blockaden sind Kommunen mit niedrigem Digitalisierungsgrad. Die regulatorischen und finanziellen Einschränkungen werden als deutlich schwerwiegender empfunden als bei weiter fortgeschrittenen Verwaltungen. So verstärkt sich der Rückstand und schafft immer größer werdende Aufschlusslücken.
Die vier größten Digitalisierungshürden
Fehlende politische Unterstützung
Kurz erklärt: Die Studie dahinter
Für den Bericht „Digitalisierung in Deutschlands Kommunen 2026" befragt MeisterTask gemeinsam mit forsa 1.296 Bürgermeister*innen aus Gemeinden ab 1.000 Einwohner*innen. Die Erhebung lief vom 20. Mai bis zum 12. Juni 2026, die statistische Fehlertoleranz liegt bei ±3 Prozentpunkten.
KI erreicht die Rathäuser schneller als die Regeln
52 Prozent der Kommunen setzen
KI bereits produktiv ein oder erproben sie. Von den Verwaltungen, die noch zögern, planen 68 Prozent die Einführung. Dieser Wert bezieht sich allerdings nur auf Kommunen, die KI aktuell erproben oder noch nicht nutzen und ist damit nicht direkt mit dem Vorjahreswert vergleichbar. Die Technologie ist also längst angekommen. Was fehlt, sind die Leitplanken dafür: Nur 19 Prozent der Verwaltungen haben verbindliche
KI-Richtlinien, 23 Prozent sehen dafür aktuell gar keinen Bedarf.
Die Sorgen der Bürgermeister*innen sind dabei klar umrissen:
- Abhängigkeit von externen Anbieter*innen: 58 %
- Datenschutz: 57 %
- Cyberangriffe auf KI-Systeme: 51 %
Dazu kommt ein deutlicher
Größeneffekt. In Kommunen mit unter 5.000 Einwohner*innen setzen erst 39 Prozent KI ein oder erproben sie, in Städten mit mehr als 20.000 Einwohner*innen liegt der Wert bereits über 90 Prozent. Trotz aller offenen Fragen zu Regeln und Risiken sehen 47 Prozent der Befragten in KI explizit eine Chance gegen den
Fachkräftemangel, also genau das Problem, das ebenso viele als größte Digitalisierungshürde nennen.
Anwendungsfelder für KI in Kommunen
Erstellung und Bearbeitung von Dokumenten
Übersetzung und Texterstellung
Zusammenfassung und Analyse von Akten
Protokollierung und Transkription
Datenanalyse und Entscheidungsunterstützung
Aufgaben- und Projektmanagement
Über MeisterTask
MeisterTask ist ein Tool für Aufgaben- und Projektmanagement, mit dem Teams ihre Arbeit in Kanban-Boards organisieren und Aufgaben, Fristen und Zuständigkeiten zentral verwalten. Die Software hostet auf Servern in Deutschland und erfüllt zentrale europäische Datenschutz- und Sicherheitsstandards, zertifiziert nach DSGVO und ISO.
Digitale Souveränität und Cybersicherheit: Warum der Standort zählt
88 Prozent der Befragten legen Wert auf einen Serverstandort in Deutschland oder der EU. 58 Prozent nennen die Abhängigkeit von externen Anbieter*innen als eines der größten KI-Risiken.
Wie eng Budget und Risiko zusammenhängen, zeigt sich auch bei der
Cybersicherheit. 34 Prozent der Bürgermeister*innen glauben, dass Budgetbeschränkungen das Risiko eines Cyberangriffs auf ihre Stadt oder Gemeinde erhöhen. Vor allem die kleinsten Kommunen schätzen dieses Risiko am höchsten ein und verfügen gleichzeitig über die geringsten Budgetsteigerungen.
Und je mehr KI in den Kommunen zum Einsatz kommt, desto größer wird die Angriffsfläche.

Alle Insights findest du in dem Digitalisierungsbericht, Quelle: MeisterTask
Um diese Angriffsfläche zu reduzieren, braucht es klare Anforderungen an Anbieter*innen. Vor allem aber braucht es die richtigen Tools und genau dort klafft die größte Lücke der gesamten Studie: 84 Prozent der Bürgermeister*innen halten digitale Tools für sehr geeignet oder geeignet zur Effizienzsteigerung. Nur 25 Prozent setzen jedoch tatsächlich Aufgaben- und
Projektmanagement-Tools ein.
Der Vergleich der Tool-Kategorien macht das deutlich:
- Zusammenarbeits-Tools: 56 % im Einsatz
- Prozessautomatisierung: 44 % im Einsatz
- Projektmanagement-Tools: 25 % im Einsatz
Besonders kleine Kommunen liegen hier zurück. Rund 17 Prozent setzen entsprechende Tools ein. Bei größeren Verwaltungen sind es über 50 Prozent. Gründe dafür lassen sich meist im Mangel an Ressourcen oder fehlenden Kapazitäten bei der Einführung verorten. Trotz fehlender Mittel ist der grundsätzliche Wille zur Modernisierung vorhanden: 78 Prozent der Kommunen führen in den vergangenen drei Jahren neue Softwarelösungen ein.
Fazit: Mehr Technik braucht bessere Rahmenbedingungen
Die zweite forsa-Befragung zeichnet ein eindeutiges Bild: Kommunen erkennen den Nutzen neuer Technologien, stehen dann aber vor denselben Hürden aus Budget, Personal und Zeit, die schon die Digitalisierung insgesamt bremsen.
Die wichtigsten Takeaways aus der Studie:
- Regulatorische Hürden, fehlende Finanzierung und Fachkräftemangel bremsen seit zwei Befragungsjahren unverändert.
- 52 % der Kommunen nutzen KI bereits, aber nur 19 % haben dafür klare Richtlinien. Damit wächst die Governance-Lücke schneller, als die Technologie eingeführt wird.
- 84 % erkennen den Nutzen digitaler Tools, nur 25 % setzen sie tatsächlich ein.
Der Stillstand in deutschen Kommunen hat seinen Ursprung nicht in mangelndem Engagement. Er ist das Ergebnis struktureller Rahmenbedingungen. Es handelt sich um ein strukturelles Problem, dessen Lösung in der richtigen Einführungsstrategie und verlässlichen Partner*innen liegt.