Inhalt
- Was ist ein Accessibility Audit?
- Wie läuft ein Accessibility Audit ab?
- Warum automatisierte Tools allein nicht reichen
- Warum ein Accessibility Widget ein Audit nicht ersetzt
- Accessibility-Schulden skalierbar abbauen
- Wer führt Accessibility Audits durch? Accessiway im Überblick
- Fazit: Warum sich ein Audit auch jenseits der BFSG-Pflicht lohnt
Das
Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) ist seit dem 28. Juni 2025 in Kraft und verpflichtet erstmals auch private Unternehmen zu barrierefreien digitalen Angeboten. Mehr als ein Jahr später geht es um die Durchsetzung des Gesetzes. Seit August 2025 verschicken Wettbewerber*innen und Verbände die ersten Abmahnungen und die Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer prüfen zunehmend aktiv, ob Unternehmen die Vorgaben erfüllen.
Wie es um dein digitales Angebot steht, verrät ein
Accessibility Audit, auch
BFSG-Audit genannt. Diese Prüfung kann dich vor weitreichenden Konsequenzen bewahren, denn bei Verstößen wird es teuer. Nach
§ 37 BFSG drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, je nachdem, wie schwer die Missachtung wiegt. Hinzu kommen die Kosten wettbewerbsrechtlicher Abmahnungen, die schnell im fünfstelligen Bereich liegen können.
Gut zu wissen: Eine Ausnahme gibt es für Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz oder Bilanzsumme. Für sie entfällt die Pflicht, ihre Dienstleistungen wie Webshops, Buchungssysteme oder Kundenportale barrierefrei zu gestalten. Stellen sie zusätzlich Produkte her oder verkaufen sie diese, etwa Hardware oder Selbstbedienungsterminals, greift das BFSG für diesen Teil des Geschäfts trotzdem, unabhängig von der Unternehmensgröße.
Das Wichtigste in Kürze
- Seit dem 28. Juni 2025 gilt das BFSG auch für private Unternehmen, Bußgelder reichen bis zu 100.000 Euro pro Verstoß, Kleinstunternehmen sind unter bestimmten Voraussetzungen ausgenommen.
- Automatisierte Scans erkennen nur rund 30 Prozent der tatsächlichen WCAG-Probleme, ein vollständiges Accessibility Audit braucht zusätzlich manuelle Prüfung durch zertifizierte Expert*innen.
- Ein Barrierefreiheits-Widget ersetzt kein Audit, es verändert nichts am zugrunde liegenden Code und macht eine Website nicht automatisch BFSG-konform.
- Ein Accessibility Audit braucht kontinuierliches Monitoring und regelmäßige Re-Audit-Zyklen, weil digitale Produkte sich laufend verändern.
- Barrierefreiheit wird zunehmend zur Voraussetzung in B2B-Ausschreibungen und verbessert SEO-Traffic und Nutzererfahrung für alle.
Was ist ein Accessibility Audit?
Ein Accessibility Audit ist die systematische Prüfung eines digitalen Angebots auf Einhaltung von Barrierefreiheitsstandards. Weil sich die Prüfung direkt an den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes orientiert, ist im deutschsprachigen Raum auch der Begriff BFSG-Audit gebräuchlich. Das Audit betrifft nicht nur Websites, sondern gleichermaßen mobile Apps und Dateien wie PDFs. Gerade mobile Apps werden in der Praxis häufig übersehen, obwohl sie denselben gesetzlichen Vorgaben unterliegen wie Websites: Eine Banking-App mit schlechtem Kontrast oder ein nicht per Screenreader bedienbarer Checkout-Flow sind ebenso BFSG-relevant wie die zugehörige Website. Bei Audits werden sie aber deutlich seltener mitgeprüft.
Wichtig ist die Abgrenzung zu anderen Prüfmethoden. Ein automatischer Scan liefert einen schnellen ersten Überblick, ein Nutzertest zeigt, wie Menschen mit Behinderungen ein Produkt tatsächlich erleben, und ein Accessibility Audit verbindet beides mit einer strukturierten, kriteriengeleiteten Analyse durch Fachexpert*innen. Technische Grundlage ist dabei
WCAG 2.2 AA, die aktuelle Fassung der
Web Content Accessibility Guidelines des W3C. Sie legt in vier Prinzipien fest, wann digitale Inhalte wahrnehmbar, bedienbar, verständlich und robust sind. Ergänzt wird sie durch die europäische Norm
EN 301 549, die WCAG in konkrete Anforderungen für Websites, Apps und Selbstbedienungsterminals übersetzt. Auf diese Norm bezieht sich das BFSG.
Der Aufwand lohnt sich dabei nicht nur rechtlich. Barrierefreie Websites laden schneller und sind sauberer strukturiert. Suchmaschinen-Crawler lesen sie ähnlich wie Screenreader, ein Effekt, der sich messbar in besserem organischen Traffic niederschlägt.
Besonders unter Druck stehen Branchen mit vielen digitalen Verbraucherkontaktpunkten. Dazu zählen E-Commerce, wo etwa
Barrierefreiheit im Onlineshop kaufentscheidend sein kann, Finanzdienstleister mit Online-Banking-Angeboten, der öffentliche Sektor, das Gesundheitswesen und B2B-SaaS-Unternehmen, deren Kund*innen wiederum selbst
Compliance-Nachweise verlangen.
Highlight-Box
In der EU leben rund 90 Millionen Menschen mit Behinderungen. Viele von ihnen stoßen im digitalen Alltag auf Websites, Apps und Dokumente, die sie ausschließen. Ein einmaliger Quick-Fix löst dieses Problem nicht, weil sich digitale Angebote laufend verändern. Was stattdessen wirkt, ist ein strukturiertes Accessibility Audit, der Schwachstellen systematisch aufdeckt und einen klaren Weg zur Behebung liefert. Eine erste Orientierung, welche konkreten Schritte dazugehören, gibt dir auch unsere BFSG-Checkliste.
Wie läuft ein Accessibility Audit ab?
Ein professionelles Accessibility Audit folgt in der Regel einem festen Ablauf:
- Automatisierter Vorscan: Liefert einen schnellen ersten Überblick über offensichtliche Probleme, etwa fehlende Alt-Texte, zu geringe Kontraste, nicht beschriftete Formularfelder, fehlerhafte Überschriftenstruktur oder fehlende Sprachangaben im Code. Ein kostenloser Website-Check, z. B. mithilfe des Accessibility Scanners von Accessiway, eignet sich dafür als Einstieg und dauert meist nur wenige Minuten.
- Manuelle Prüfung durch Expert*innen: Automatisierte Tools erkennen lediglich einen kleinen Anteil der tatsächlichen Mängel. Deshalb folgt eine manuelle Prüfung durch zertifizierte Expert*innen, die Templates, User Flows und interaktive Elemente Schritt für Schritt durchgehen, inklusive Tastaturbedienung, Screenreader-Test und Formularlogik.
- Priorisierter Audit-Bericht: Der Bericht ordnet jeden Befund nach Schweregrad ein, von kritischen Barrieren, die eine Nutzung komplett verhindern, bis zu kleineren Abweichungen, und verknüpft ihn direkt mit dem passenden WCAG-Kriterium. So sehen Entwicklerteams sofort, welches Problem welchem Standard zuwiderläuft und wie dringend Handlungsbedarf besteht.
- Remediation und Retest: Entwicklerteams setzen die empfohlenen Fixes um, häufig unterstützt durch eine direkte Anbindung an Tools wie Jira. Anschließend prüft das Audit-Team die Umsetzung erneut und bestätigt, dass die Barriere tatsächlich behoben ist. Erst dieser Retest schließt den Kreislauf, ohne ihn bleibt jede Behebung reine Selbstauskunft.
Eine Frage, die in der Praxis oft zu kurz kommt, ist die nach der Häufigkeit. Ein einziges Audit reicht nicht aus, weil sich Websites, Apps und Inhalte laufend weiterentwickeln. Jedes neue Feature kann eine neue Barriere mitbringen. Sinnvoll ist deshalb ein Erstaudit, gefolgt von kontinuierlichem Monitoring über ein Dashboard, das bei größeren Releases oder Redesigns durch gezielte Re-Audit-Zyklen ergänzt wird.
Was am Ende zählt, ist ein Bericht, der zwei Zielgruppen gleichzeitig bedient. Entwicklerteams brauchen konkrete Handlungsempfehlungen mit Bezug zu den betroffenen Code-Stellen, Entscheider*innen dagegen eine verständliche Zusammenfassung ohne technischen Ballast, die den Compliance-Status auf einen Blick zeigt.
Automatisierte Scans sind ein guter Startpunkt. Sie erkennen allerdings nur rund 30 Prozent der tatsächlichen WCAG-Probleme. Was durch die Raster automatisierter Tools fällt, sind vor allem die Probleme, die Nutzer*innen im Alltag am stärksten betreffen, z. B.:
- Die Bedienbarkeit über die Tastatur
- Die Kompatibilität mit Screenreadern und anderen assistiven Technologien
- Eine korrekte Fokusführung
- Richtig gesetzte ARIA-Attribute (Accessible Rich Internet Applications)
All diese Faktoren lassen sich nur durch eine manuelle Prüfung zuverlässig testen. Eine weit verbreitete Grundlage dafür sind die Zertifizierungen der IAAP (International Association of Accessibility Professionals) bzw. im DACH-Raum der
IAAP DACH.
„Ein automatischer Scan erkennt einen Teil der Fehler im Code, kann die tatsächliche Nutzererfahrung aber nicht beurteilen. Er markiert vielleicht ein Bild ohne Alt-Text, nur eine menschliche Prüfperson kann aber einschätzen, ob dieses Bild überhaupt eine Beschreibung braucht oder rein dekorativ ist. Deshalb bleibt die manuelle Prüfung das eigentliche Fundament jeder Accessibility-Analyse: Ein Mensch versetzt sich in die Nutzer*innen hinein und beurteilt, was wirklich eine Barriere ist. Automatisierte Tools helfen, sie sind aber nur die Kulisse für eine Arbeit, die menschliche Wahrnehmung und Sensibilität braucht.“ – Ambra Fabbri, Accessibility-Expertin bei Accessiway
Barrierefreiheits-Widgets versprechen eine schnelle Lösung per JavaScript-Overlay, das sich in wenigen Minuten einbinden lässt. Ein solches Accessibility-Overlay verändert jedoch nichts am zugrunde liegenden Code der Website. Es legt lediglich eine zusätzliche Bedienebene darüber.
Nutzer*innen können über ein Widget häufig Kontrast, Schriftgröße oder eine vereinfachte Leseansicht anpassen. Das kann die Erfahrung verbessern. Strukturelle Barrieren wie fehlende Alt-Texte, eine unlogische Tab-Reihenfolge oder nicht kompatible Formularfelder bleiben davon aber unberührt, weil sie im Code selbst liegen und nicht per Overlay behoben werden können. Wer allein auf ein Barrierefreiheits-Widget setzt, agiert deshalb nicht automatisch BFSG-konform, auch wenn das auf den ersten Blick oft so wirkt.
Genau deshalb positioniert auch das SaaS-Unternehmen
Accessiway das eigene
Accessibility-Overlay explizit als Ergänzung zum Audit und nicht als Ersatz dafür. Es handelt sich dabei um einen ersten Schritt zur digitalen Barrierefreiheit, der auf einer strukturierten Analyse und einer langfristigen Strategie aufbauen muss, um wirklich zu funktionieren.
„Widgets werden oft als Ein-Klick-Lösung für Barrierefreiheit verkauft, das ist aber irreführend. Es erzeugt falsche Sicherheit bei Unternehmen und Probleme für die Menschen, die die Seite tatsächlich nutzen müssen. Eine Kundin hat mich einmal gefragt, ob das Widget vage Linktexte wie „Hier klicken“ automatisch reparieren kann. Ich musste erklären, dass keine Software den tatsächlichen Kontext hinter so einem Text versteht, sie kann nur raten. Echte Barrierefreiheit bedeutet Aufmerksamkeit für Code, Inhalt und Tests mit echten Menschen, kein Allheilmittel per Overlay.“ – Alessia Pia Colella, Accessibility-Expertin bei Accessiway

Ein Accessibility Widget wie das von Accessiway bietet unterschiedliche Einstellungsmöglichkeiten für eine bessere Zugänglichkeit von Webseiten und Anwendungen. Bild: Accessiway
Accessibility-Schulden skalierbar abbauen
Das eigentliche Problem hinter vielen gescheiterten Compliance-Projekten ist, dass Accessibility-Schulden laufend entstehen und nicht einmalig. Jedes neue Feature, jeder Content-Release und jedes Redesign kann neue Barrieren schaffen, selbst wenn die letzte Prüfung noch nicht lange zurückliegt.
„Bei Barrierefreiheit gibt es immer noch eine kulturelle Lücke. Am deutlichsten zeigt sie sich darin, wie Unternehmen das Thema als einmaliges Projekt behandeln: einmal die Seite fixen, Compliance erreicht, fertig. Das Web verändert sich aber laufend, es kommen neue Beiträge und neuer Code und innerhalb weniger Monate sind die Barrieren zurück. Dieses Stop-and-go ist teuer: Jahre an angesammelten Fehlern zu beheben kostet deutlich mehr, als Barrierefreiheit fortlaufend zu pflegen. Laufende Wartung, Training, Monitoring und regelmäßige Tests schützen die Investition wirklich.“ – Alessia Pia Colella, Accessibility-Expertin bei Accessiway
Ein skalierbares Programm braucht deshalb mehr als einzelne Audits. Ein
zentrales Dashboard mit Issue-Tracking sorgt dafür, dass gefundene Probleme nicht in Tabellen verloren gehen. Eine
Jira-Integration überträgt die Probleme direkt in den Workflow der Entwicklerteams. Über das Dashboard behalten alle Teams, von IT über Compliance bis Marketing, den Compliance-Status der eigenen Produkte im Blick und sind so jederzeit auf demselben Stand.
In Sachen Barrierefreiheit unterschätzen Unternehmen oft zwei Aspekte:
- Barrierefreiheit wird zunehmend zur Voraussetzung in B2B-Ausschreibungen. Insbesondere im öffentlichen Sektor verlangen Vergabeverfahren mittlerweile einen konkreten Compliance-Nachweis, bevor ein Angebot überhaupt berücksichtigt wird.
- User Testing mit Menschen mit Behinderungen deckt Barrieren auf, die selbst das gründlichste technische Audit übersieht, weil es hierbei nicht um Kriterien, sondern um gelebte Erfahrung geht.
Neben diesen beiden Punkten lohnt sich auch ein Blick auf die Formate, die im Alltag am häufigsten durchs Raster fallen: Dazu zählen PDFs und andere Dokumente, für die sich PDF-Remediation anbietet, sowie das Wissen im eigenen Team, das sich über Entwicklertrainings langfristig verankern lässt.
Alle diese Bausteine liefern am Ende die Grundlage für ein Dokument, das Unternehmen ohnehin erstellen müssen: die Barrierefreiheitserklärung. Ihr Inhalt entsteht direkt aus den Audit-Ergebnissen und beantwortet Fragen wie diese:
- Welcher Konformitätsgrad wurde erreicht?
- Welche Barrieren sind bereits behoben?
- Welche Barrieren bestehen noch und bis wann sollen sie behoben werden?
Ohne ein strukturiertes Accessibility Audit gibt es auf diese Fragen nur vage Antworten. Damit ist die Barrierefreiheitserklärung gleichzeitig gesetzlich vorgeschriebenes Dokument und Vertrauenssignal nach außen.
Wer führt Accessibility Audits durch? Accessiway im Überblick
Accessiway ist eine europäische
Accessibility-Plattform, die Audits zertifizierter Expert*innen mit einer
SaaS-Plattform kombiniert. Das Unternehmen ist in fünf Märkten aktiv, darunter Deutschland und Österreich, und arbeitet mit mittelständischen bis großen Organisationen aus E-Commerce, Finanzdienstleistung, öffentlichem Sektor und Gesundheitswesen zusammen. Statt Barrierefreiheit als einmaliges Projekt zu behandeln, bildet die Plattform den gesamten Prozess ab: vom ersten Scan über das Audit bis zur laufenden Kontrolle im Alltag.
Baustein | Was er leistet |
|---|
Kostenloser Website-Scan | |
Accessibility Audit durch IAAP-zertifizierte Expert*innen | Manuelle Tiefenprüfung von Templates, User Flows und interaktiven Elementen nach WCAG 2.2 AA |
Platform-Dashboard | Alle Befunde klassifiziert, priorisiert und in Echtzeit einsehbar, gemeinsame Ansicht für IT, Compliance und Marketing |
Jira-Integration | Bidirektionale Anbindung, Befunde landen ohne manuelle Exporte direkt im Workflow der Entwicklerteams |
Retest und Validierung | Umgesetzte Fixes werden von Accessiway geprüft, statt dass Unternehmen sich selbst zertifizieren |
PDF Solution Suite | Barrierefreie Aufbereitung von Dokumenten wie Berichten, Formularen und Publikationen |
User Testing | Nutzer*innen mit Behinderungen testen als Expert*innen für ihre eigene Erfahrung, decken Barrieren auf, die technische Audits allein übersehen |
Accessiway Widget | Zusätzliche Anpassungsoptionen für Nutzer*innen, ergänzt das Audit, ersetzt es aber nicht |
Barrierefreiheitserklärung und Compliance-Badge | Öffentlich sichtbarer Nachweis des erreichten Konformitätsgrads, wichtig für Vergabeverfahren und Markenvertrauen |
Die Ergebnisse des Accessibility Audits von Accessiway fließen direkt in ein Platform-Dashboard. Dort werden sie nach Schweregrad klassifiziert, priorisiert und sind sofort umsetzbar. Über eine bidirektionale Jira-Integration landen Mängel ohne manuelle Exporte oder Tabellen direkt im Workflow der Entwicklerteams.
Ergänzt wird das Angebot von Accessiway durch die PDF Solution Suite für barrierefreie Dokumente sowie das Accessiway Widget, das die Barrierefreiheit zusätzlich unterstützt, das Accessibility Audit aber nicht ersetzt. Hinzu kommt ausführliches User Testing: Menschen mit Behinderungen prüfen dabei als Expert*innen für ihre eigene Nutzungserfahrung, wie sich ein digitales Produkt im Alltag tatsächlich bedienen lässt.
Mehr als 2.000 Unternehmen setzen bereits auf die
Lösungen von Accessiway, darunter große E-Commerce-Unternehmen, Banken und Versicherungen, öffentliche Einrichtungen, Healthcare- und B2B-SaaS-Unternehmen.
Gut zu wissen
Gut zu wissen: Neben dem deutschen BFSG deckt Accessiway auch das österreichische Barrierefreiheitsgesetz ab. Das BaFG gilt ebenfalls seit dem 28. Juni 2025 und stellt mit einem Bußgeldrahmen von bis zu 80.000 Euro inhaltlich ähnliche Anforderungen an Websites und Apps wie das BFSG in Deutschland.
„Die meisten Unternehmen kommen aus regulatorischen Gründen zu Barrierefreiheit, wegen einer Frist für die Barrierefreiheitserklärung oder einer gesetzlichen Vorgabe. Also konzentrieren sie sich auf eine Compliance-Prozentzahl, die aber nichts über die wirkliche Nutzbarkeit aussagt: Ein einziger Fehler kann viele Menschen blockieren, selbst wenn der ausgewiesene Score hoch ist. In Meetings nach dem Audit fragen mich Kund*innen oft, wie sie die Fehler selbst nachvollziehen können, um deren Auswirkung zu verstehen. Erst in diesem Moment wird aus Barrierefreiheit als reine Compliance-Vorgabe die Frage: „Wie verbessere ich meinen Service wirklich für die Menschen, die ihn nutzen?“ Eine nicht barrierefreie Banking-Website kann bedeuten, dass jemand keine Überweisung abschließen kann, ein nicht barrierefreier Onlineshop kann einen entgangenen Verkauf bedeuten. Barrierefreiheit prägt letztlich den Alltag von Menschen.“ – Ambra Fabbri, Accessibility-Expertin bei Accessiway
Fazit: Warum sich ein Audit auch jenseits der BFSG-Pflicht lohnt
Das BFSG macht das Accessibility Audit zur Pflicht. Für Unternehmen reichen die Chancen durch die BFSG-Pflichten aber deutlich weiter als bis zur reinen Vermeidung hoher Bußgelder:
- Barrierefreiheit verbessert die Nutzererfahrung für alle.
- Untertitel helfen nicht nur gehörlosen Menschen, sondern auch beim Ansehen von Videos ohne Ton.
- Eine funktionierende Tastaturnavigation kommt allen entgegen, die gerade keine Maus zur Hand haben.
Auch wirtschaftlich zahlt sich das aus. Barrierefreie Websites verzeichnen in der Regel mehr organischen Traffic, denn
SEO und Accessibility greifen technisch an vielen Stellen ineinander. Wer dagegen abwartet, häuft Schulden auf, die mit jedem neuen Feature und jedem Redesign teurer werden. Ein strukturiertes Accessibility Audit, bspw. mit Unterstützung von
Accessiway, ist der erste konkrete Schritt, um aus dieser Spirale herauszukommen.
Hinweis: Bei den Tipps sowie rechtlichen Informationen in diesem Artikel handelt es sich um eine zusammenfassende Darstellung der geltenden Grundlagen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit der Angaben. Eine im Einzelfall umfassende Prüfung und Beratung durch eine Rechtsanwaltskanzlei wird durch den Artikel nicht ersetzt.