Inhalt
- Endpoint-Management-Tools im Vergleich
- Das sind die besten Endpoint-Management-Tools
- Was ist Endpoint Management Software?
- Wie funktioniert eine Endpoint-Management-Software?
- Welche Vorteile bietet Endpoint Management Software?
- Endpoint Management, Endpoint Security, MDM oder RMM: welche Kategorie brauchst du?
- War ist Endpoint Management 2026 so relevant?
- Die richtige Endpoint-Management-Software auswählen
- Alternativen zu den vorgestellten Tools
- Fazit: So findest du die passende Software
Jeder Laptop, jedes Smartphone und jeder Server in deinem Unternehmen ist ein Endpunkt. Und jeder davon will inventarisiert, konfiguriert, gepatcht und abgesichert werden. Sobald mehr als eine Handvoll Geräte zusammenkommen, funktioniert das nicht mehr manuell. Endpoint Management löst das Problem, indem du alle Endgeräte über eine Konsole verwaltest, statt jedes Gerät einzeln anzufassen.
Der Markt ist unübersichtlich, weil sich Verwaltung und Sicherheit überlappen: Manche Anbieter kommen von der IT-Verwaltung, andere vom Virenschutz, wieder andere vom Backup. Dieser Artikel zeigt dir die fünf am besten bewerteten Tools aus der Kategorie Endpoint Management auf OMR Reviews, erklärt die Grundlagen und grenzt die Software-Kategorien voneinander ab, damit du das richtige Tool wählst.
Das Wichtigste in Kürze
- Endpoint Management Software verwaltet alle Endgeräte eines Unternehmens zentral: Inventar, Konfiguration, Patches, Softwareverteilung und Monitoring.
- Die fünf bestbewerteten Tools der Kategorie auf OMR Reviews sind Atera, NinjaOne, Avast Ultimate Business Security, Acronis Cyber Protect Cloud und Malwarebytes Endpoint Protection 1.2.
- Die Preismodelle unterscheiden sich grundlegend. Atera rechnet pro Techniker*in ab, Malwarebytes pro Gerät, NinjaOne und Acronis nennen keine öffentlichen Preise.
- Endpoint Management und Endpoint Security sind zwei verschiedene Dinge. Verwaltung sorgt für Ordnung und aktuelle Systeme, Security erkennt und blockt Angriffe.
- Zwei Entwicklungen erhöhen 2026 den Druck: Windows 10 ist seit Oktober 2025 ohne regulären Suppchland seit Dezember 2025geltendes Recht.
Tool | OMR-Bewertung | Preis (Einstieg) | Fokus | Ideal für |
|---|
Atera | 4,5 von 5 (1 Bewertung) | ab 129,00 EUR pro Techniker*in und Monat | RMM, Helpdesk und Patch-Management in einer Konsole | interne IT-Abteilungen und MSPs |
NinjaOne | 4,7 von 5 (13 Bewertungen) | auf Anfrage | Unified IT Operations, Endgeräteverwaltung und Automatisierung | IT-Teams mit vielen verteilten Endgeräten |
Avast Ultimate Business Security | 4,6 von 5 (4 Bewertungen) | ab 54,43 EUR pro Nutzer*in und Jahr | Endpoint Security mit automatisiertem Patch-Management | kleine Unternehmen und Agenturen ohne eigene IT |
Acronis Cyber Protect Cloud | 4,8 von 5 (2 Bewertungen) | auf Anfrage | Backup und Disaster Recovery, ergänzt um Security und Patching | MSPs und Unternehmen mit hohem Backup-Bedarf |
Malwarebytes Endpoint Protection 1.2 | 5,0 von 5 (1 Bewertung) | ab 3,33 EUR pro Monat und Gerät | Erkennung und Entfernung von Malware und Ransomware | kleine Teams, die vor allem Schutz brauchen |
Highlight Box
Die Auswahl der Tools basiert auf unserem OMR Score. Das Ranking wird anhand der durchschnittlichen Bewertung und deren Anzahl bis zu einem bestimmten Zeitpunkt ermittelt. Je mehr positive Stimmen, desto besser spiegelt das Ergebnis die allgemeine Zufriedenheit wider. Dieser Score soll dir bei der Entscheidungsfindung helfen.
Die Reihenfolge folgt dem aktuellen Ranking der
Kategorie Endpoint Management auf OMR Reviews. Auffällig ist die Mischung: Die Plätze eins und zwei sind klassische Verwaltungsplattformen, die Plätze drei bis fünf kommen aus der Security- und Backup-Ecke. Das spiegelt den Markt gut, weil viele Unternehmen ihre Endgeräte über mehrere Werkzeuge hinweg im Griff behalten.
1. Atera
Atera ist eine KI-gestützte IT-Management-Plattform, die Remote Monitoring und Management (RMM), Helpdesk und Ticketing, Patching und Automatisierung in einem Dashboard bündelt. Für Endpoint Management ist Atera deshalb interessant, weil Verwaltung und Support nicht in getrennten Systemen liegen. Bearbeitest du ein Ticket, siehst du den Zustand des Endgeräts direkt daneben.
Wichtigste Funktionen:
- Fernverwaltung, Automatisierung und Skripting
- Fernüberwachung und Warnungen in Echtzeit
- Patch-Management für Betriebssystem und Anwendungen
- Helpdesk- und Ticket-Automatisierung inklusive SLA und Zeiterfassung
- Fernzugriff über Splashtop, Berichte, API und Azure-AD-Integration
Geeignet für: interne IT-Abteilungen und Managed Service Provider, die Verwaltung, Monitoring und Support in einer Konsole zusammenziehen wollen.
Preise: Der Pro-Tarif startet bei 129,00 EUR pro Techniker*in und Monat bei jährlicher Abrechnung. Growth kostet 179,00 EUR, Power 209,00 EUR, jeweils pro Techniker*in und Monat. Mac und Linux sind erst ab Growth dabei. Eine 30-tägige Testversion ist ohne Kreditkarte verfügbar.
Das sagen Nutzer*innen auf OMR Reviews:
Stärken | Potenziale |
|---|
Preismodell auf kleinere Unternehmen zugeschnitten | Patch-Management wirkt am Anfang unübersichtlich |
Tickets lassen sich in Zeitintervallen automatisch erstellen | Chocolatey-Integration ist komplex im Einstieg |
Übersichtliche Oberfläche, neue Clients per Skript einspielbar | |
„Mir gefällt die Ausrichtung auf kleinere Unternehmen was das Pricing angeht. Besonders gefallen hat mir auch die Funktion dass Tickets in bestimmten Zeitintervallen automatisch erstellt werden können um Beispielsweise (sic) tägliche Checks abzubilden. Generell gestaltet sich die Oberfläche sehr übersichtlich und intuitiv.“ – Benjamin, IT-Koordinator bei WSS
2. NinjaOne
NinjaOne, früher NinjaRMM, ist eine Unified-IT-Operations-Lösung. Die Plattform verbindet Endgeräteverwaltung mit Endnutzer*innen-Support und deckt damit den Kern des Endpoint Managements ab: Sichtbarkeit über alle Geräte, automatisiertes Patchen und Fernzugriff, wenn es klemmt.
Wichtigste Funktionen:
- Proaktive Endpunktüberwachung und Remote-Management
- Automatisiertes Patch-Management und Softwareverteilung
- IT-Asset-Management und IT-Dokumentation
- Fernsteuerung und integrierter IT-Service-Desk
- Backup-Funktionen für Endgeräte
Geeignet für: IT-Teams und Dienstleister, die viele verteilte Endgeräte zentral überwachen und Routineaufgaben per Skript automatisieren wollen.
Preise: NinjaOne kommuniziert keine öffentlichen Preise, das Angebot kommt auf Anfrage. Eine kostenlose Testversion ist verfügbar. Für den Kostenvergleich heißt das: Angebot einholen und auf die Lizenzierung von Zusatzmodulen wie Fernwartung achten, denn genau die nennen einige Bewertungen als Kostentreiber.
Das sagen Nutzer*innen auf OMR Reviews:
Stärken | Potenziale |
|---|
Einfache Bedienung, viel funktioniert direkt out of the box | Unter Linux stehen weniger Funktionen bereit als unter Windows |
Automatisiertes Patch-Management und einfaches Scripting | Wartezeit auf angekündigte Funktionen |
Deutschsprachiger Support, der als reaktionsschnell beschrieben wird | Lizenzierung der Fernwartung gilt als teuer |
„Einfache Fernwartung, automatisiertes Patchmanagement, einfaches Scripting. Sehr sehr viele Details der Systeme werden angezeigt die bei anderen RMM Systemen kostenpflichtig sind.“ – Sascha, Angestellter bei Compfair GmbH
3. Avast Ultimate Business Security
Avast Ultimate Business Security schützt Nutzer*innen, Geräte und Anwendungen vor Malware, Phishing, Ransomware und weiteren Angriffen. In dieser Liste steht das Tool für die Sicherheitsebene mit Verwaltungsfunktionen. Es bringt ein automatisiertes Patch-Management und eine Remote-Verwaltung mit, zwei Bausteine, die klassisch zum Endpoint Management gehören.
Wichtigste Funktionen:
- Schutz vor Malware, Phishing und Ransomware
- Automatisiertes Patch-Management
- Remote-Verwaltung der geschützten Geräte
- Verfügbar für Windows, iOS und Android
- 30 Tage Geld-zurück-Garantie
Geeignet für: kleine Unternehmen und Agenturen ohne eigene IT-Abteilung, die Schutz und Updates mit wenig Aufwand zentral steuern wollen.
Preise: Laut Produktprofil auf OMR Reviews (Stand Januar 2023) liegt Ultimate Business Security bei 54,43 EUR pro Nutzer*in und Jahr, für fünf Geräte starten die Kosten bei 255,75 EUR pro Jahr. Der Preis steigt mit der Anzahl der Geräte und der Laufzeit. Weil der Stand älter ist, lohnt eine Gegenprüfung beim Anbieter.
Das sagen Nutzer*innen auf OMR Reviews:
Stärken | Potenziale |
|---|
Läuft unauffällig im Hintergrund, ohne ständige Benachrichtigungen | Scan-Ergebnisse sind erst nach Öffnen der Oberfläche sichtbar |
Warnt bei Phishing-Versuchen direkt per Pop-up | Lizenzverteilung wird als unübersichtlich beschrieben |
Gut gestaltetes Dashboard, auch für Nicht-Profis bedienbar | Screen-Sharing im Netzwerk erfordert Eingriff in die Firewall |
„Es gibt viele Virenscanner, welche man aufwendig einrichten muss. Avast läuft gut im Hintergrund des Tagesgeschehen und gibt einem dennoch genau an den richtigen Stellen Rückmeldungen, sodass man weiß, auf welcher Webseite Daten abgegriffen werden können oder wo es sich um eine potenzielle Gefahr handelt.“ – Jan, Marketing Manager bei ISEO Online Marketing GmbH
4. Acronis Cyber Protect Cloud
Acronis Cyber Protect Cloud kommt aus dem Backup und der Disaster Recovery und hat sich in Richtung Endpoint-Schutz erweitert. Für das Endpoint Management ist das relevant, weil ein Endgerät auch ausfallen oder verloren gehen kann. Dann entscheidet das Backup darüber, wie teuer der Vorfall wird.
Wichtigste Funktionen:
- Backup und Wiederherstellung von Unternehmensdaten über verschiedene Plattformen
- Disaster-Recovery-Pläne inklusive Testwiederherstellung
- Security- und Patch-Management-Funktionen, laut Bewertungen zuletzt ausgebaut
- Partnerportal für Managed Service Provider
Geeignet für: MSPs und Unternehmen, die Datensicherung als Kern brauchen und Endpoint-Schutz aus derselben Konsole steuern wollen.
Preise: Acronis kommuniziert für Cyber Protect Cloud keine öffentlichen Preise. Eine kostenlose Testversion und eine Demo sind verfügbar, das Angebot läuft über den Anbieter oder Partner.
Das sagen Nutzer*innen auf OMR Reviews:
Stärken | Potenziale |
|---|
Zuverlässige Sicherung und getestete Wiederherstellung | Erstkonfiguration ist aufwendig |
Security- und Patch-Management ergänzen das Backup | Zuständigkeiten müssen manuell aktualisiert werden |
Partnerportal und Support werden für MSPs gelobt | |
„Wir sind seit fast 4 Jahren bei Acronis und sind sehr zufrieden. Anfangs war es nur eine Backup-/Disaster-Recovery-Lösung, aber in den letzten Monaten hat Acronis echte Sicherheits- und Patch-Management-Funktionen eingeführt. Das Partnerportal ist perfekt für MSP.“ – Christina, General Manager
5. Malwarebytes Endpoint Protection 1.2
Malwarebytes Endpoint Protection erkennt und entfernt Schadsoftware in Echtzeit, blockt Ransomware und sperrt den Zugriff auf bekannte bösartige Websites. Das Tool ist die schmalste Lösung im Vergleich und deckt nur die Schutzebene ab, keine Geräteverwaltung. Wenn du eine Verwaltungsplattform brauchst, kombinierst du Malwarebytes sinnvoll mit einem der beiden erstplatzierten Tools. Vertiefend dazu passt unsere Übersicht zu
Antivirus-Software für Unternehmen.
Wichtigste Funktionen:
- Echtzeit-Erkennung und Entfernung von Malware und Trojanern
- Schutz anfälliger Systeme vor Exploit-Angriffen
- Blockieren von Ransomware und bekannten bösartigen Websites
- Browser Guard für sichereres Surfen
- Verfügbar für Windows, Mac, Android und Chromebook
Geeignet für: kleine Teams, die eine schlanke, schnell eingerichtete Schutzlösung suchen und keine vollständige Verwaltungsplattform brauchen.
Preise: Der Premium-Tarif startet bei 3,33 EUR pro Monat für ein Gerät, das entspricht 39,99 EUR im Jahr. Fünf Geräte kosten 6,67 EUR pro Monat, mit Privacy VPN 7,08 EUR pro Monat. Eine 14-tägige Testversion ist verfügbar.
Das sagen Nutzer*innen auf OMR Reviews:
Stärken | Potenziale |
|---|
Findet Schadsoftware, die andere Scanner übersehen haben | Tarife passen schlecht für mittelgroße Unternehmen |
Kaum Konfigurationsaufwand bei der Einrichtung | Keine Geräteverwaltung im engeren Sinn |
Schnelle Scans, planbar im Voraus | |
„Wir haben Malwarebytes im Unternehmen eingeführt, da wir viele Spam Mails und Backdoor-Viren auf den Rechnern hatten. Unser vorheriges Avira Antivir hat die Viren nicht erkannt, Malwarebytes schon. Es gibt nicht viel zu konfigurieren oder einzurichten, um die Software zum Laufen zu bringen.“ – Kevin, Senior Consultant bei Excubate GmbH
Was ist Endpoint Management Software?
Endpoint Management Software ist eine zentrale Plattform, über die IT-Teams alle Endgeräte eines Unternehmens verwalten. Endpunkte sind alle Geräte, die sich mit dem Firmennetz verbinden: Laptops und Desktops, Smartphones und Tablets, Server, Drucker und zunehmend IoT-Geräte wie Sensoren oder Kassensysteme.
Die Software beantwortet drei Fragen dauerhaft und automatisiert: Welche Geräte gibt es, in welchem Zustand sind sie, und was muss passieren, damit sie sicher und aktuell bleiben? Ohne ein solches System liegt diese Information verteilt in Tabellen, Ticketsystemen und Köpfen, und niemand kann verlässlich sagen, ob auf allen Rechnern der letzte Sicherheitspatch installiert ist. Wenn du tiefer in das Thema einsteigen willst, lohnt unser Grundlagenartikel dazu, wie du mit
Endpoint Management die Kontrolle über deine IT-Infrastruktur behältst.
Wie funktioniert eine Endpoint-Management-Software?
Technisch läuft auf jedem verwalteten Gerät ein kleiner Agent. Dieser Agent meldet Hardware, installierte Software, Patch-Stand und Konfiguration an eine zentrale Konsole und führt von dort ausgelöste Aufgaben aus.
Aus diesem Rückkanal entstehen die vier typischen Arbeitsschritte: Die Software inventarisiert zunächst automatisch alle Geräte und legt damit die Datenbasis. Anschließend verteilt sie Konfigurationen und Richtlinien, etwa Verschlüsselung oder Passwortregeln, an definierte Gerätegruppen. Im laufenden Betrieb prüft sie Updates, testet sie in Ringen und rollt Patches nach Zeitplan aus. Parallel überwacht sie Zustand und Auffälligkeiten und schlägt Alarm, wenn ein Gerät abweicht oder offline geht.
Der praktische Gewinn liegt in der Skalierung. Ein Patch für 400 Geräte ist derselbe Aufwand wie ein Patch für vier, und eine neue Person bekommt ihren Laptop mit Standardkonfiguration ausgerollt, ohne dass jemand daneben sitzt.
Welche Vorteile bietet Endpoint Management Software?
- Vollständiges Inventar: Du weißt, welche Geräte und Softwareversionen im Einsatz sind. Ohne diese Übersicht lässt sich kein Sicherheitsrisiko bewerten.
- Kürzere Reaktionszeit bei Schwachstellen: Patches lassen sich zentral priorisieren und ausrollen, statt Gerät für Gerät nachzuziehen.
- Weniger manuelle Routine: Onboarding, Softwareverteilung und wiederkehrende Prüfungen laufen automatisiert.
- Nachweisbare Sicherheitsstandards: Richtlinien wie Verschlüsselung oder Zwei-Faktor-Authentifizierung lassen sich flächig durchsetzen und dokumentieren.
- Support ohne Vor-Ort-Termin: Fernzugriff und Monitoring lösen viele Probleme, bevor Nutzer*innen sie melden.
Endpoint Management, Endpoint Security, MDM oder RMM: welche Kategorie brauchst du?
Die Begriffe werden im Marketing oft synonym benutzt, meinen aber unterschiedliche Aufgaben. Diese Abgrenzung entscheidet darüber, ob eine Anschaffung dein Problem löst.
Kategorie | Aufgabe | Typischer Einsatz |
|---|
Endpoint Management, oft Unified Endpoint Management (UEM) | Geräte inventarisieren, konfigurieren, patchen, Software verteilen | zentrale Verwaltung aller Endgeräte über Betriebssysteme hinweg |
Endpoint Security oder Endpoint Protection | Angriffe auf Endgeräte verhindern und blocken | Malware-, Ransomware- und Phishing-Schutz |
Mobile Device Management (MDM) | Smartphones und Tablets verwalten und absichern | mobile Flotte, private Geräte im Firmeneinsatz |
Remote Monitoring and Management (RMM) | Endgeräte aus der Ferne überwachen und warten | Dienstleister und verteilte Standorte |
Endpoint Detection and Response (EDR) | verdächtiges Verhalten analysieren und darauf reagieren | Security-Teams mit eigener Incident Response |
In der Praxis komibinieren viele Tools die oben genannten Bereiche: Ein Unternehmen mit 150 Notebooks und 80 Diensthandys braucht eine Verwaltungsebene, eine Schutzebene und für die Mobilgeräte oft eine eigene Verwaltung. Wenn dein Schwerpunkt auf der Fernwartung von Kundensystemen liegt, führt der Weg eher über
RMM-Software für IT-Dienstleister. Geht es überwiegend um Smartphones und Tablets, ist eine Lösung für
Mobile Device Management die passendere Wahl.
War ist Endpoint Management 2026 so relevant?
Zwei Entwicklungen haben Endpoint Management in Deutschland von einer Effizienzfrage zu einer Pflichtaufgabe gemacht.
Windows 10 ist seit Oktober 2025 ohne regulären Support
Microsoft hat den Support für Windows 10 am 14. Oktober 2025 beendet. Betroffene Geräte laufen in vielen Unternehmen trotzdem weiter, bekommen aber keine kostenlosen Sicherheitsupdates mehr. Neu entdeckte Lücken bleiben damit dauerhaft offen.
Als Übergang gibt es das Programm für erweiterte Sicherheitsupdates (Extended Security Updates, ESU). Das erste Jahr läuft von Oktober 2025 bis Oktober 2026, eine Verlängerung ist bis Oktober 2028 möglich. Für dein Endpoint Management heißt das drei Dinge: Du brauchst eine verlässliche Liste aller Geräte mit Betriebssystemversion, eine Bewertung der Windows-11-Fähigkeit der Hardware und einen Rollout-Plan mit Zeitachse. Diese drei Punkte liefert eine Verwaltungsplattform ohne Handarbeit. An einem lückenhaften Inventar scheitern Migrationen dagegen regelmäßig.
NIS2 verlangt Asset-Inventar und feste Patch-Fristen
Das deutsche NIS2-Umsetzungsgesetz ist am 6. Dezember 2025 in Kraft getreten. Betroffen sind rund 29.500 Unternehmen, deutlich mehr als unter der Vorgängerregelung. Die Registrierungspflicht beim BSI lief nach einer Verlängerung bis zum 31. Juli 2026.
Für die Endgeräteverwaltung sind vor allem drei Pflichten relevant. Erstens ein aktuelles Inventar der Hard- und Software samt Versionen, denn nur erfasste Systeme lassen sich gegen bekannte Schwachstellen abgleichen. Zweitens ein Patch-Management mit definierten Fristen je nach Kritikalität, mit vorher getesteten Updates aus verifizierten Quellen. Drittens Mehr-Faktor-Authentifizierung für privilegierte und externe Zugänge.
Damit wird aus dem, was vorher gute Praxis war, eine dokumentationspflichtige Aufgabe. Kannst du Inventar und Patch-Stand aus einem System heraus belegen, hast du den Nachweis fast automatisch. Mit Tabellen baust du ihn jedes Mal neu. Ergänzend lohnt ein Blick auf das Konzept der
Zero-Trust-Architektur, das dieselbe Grundannahme verfolgt: kein Gerät ist per se vertrauenswürdig.
Die richtige Endpoint-Management-Software auswählen
Prüfe vor der Auswahl diese Punkte:
- Betriebssysteme: Deckt das Tool alle im Einsatz befindlichen Plattformen gleichwertig ab? Mehrere Anbieter unterstützen Linux und macOS schwächer als Windows oder erst in höheren Tarifen.
- Preislogik: Pro Gerät, pro Nutzer*in oder pro Techniker*in? Bei kleinen Teams mit vielen Geräten ist eine Abrechnung pro Techniker*in günstig, bei vielen Nutzer*innen mit je einem Gerät ist es umgekehrt.
- Funktionstiefe beim Patchen: Kannst du Gerätegruppen, Zeitfenster und Test-Ringe definieren, oder gibt es nur einen globalen Schalter?
- Integrationen: Passt das Tool zu Verzeichnisdienst, Ticketsystem und, falls vorhanden, deinem IT-Service-Management?
- Reporting: Lassen sich Inventar und Patch-Stand exportieren? Das brauchst du für Nachweise gegenüber Prüfer*innen und Versicherungen.
- Zusatzmodule: Was kostet extra? Fernwartungslizenzen und Backup werden häufig separat berechnet.
Ein pragmatischer Test: Lass dir im Trial das Ausrollen eines Patches auf eine Testgruppe zeigen und einen Inventarbericht exportieren. Wenn beides in wenigen Minuten klappt, ist das Tool potenziell geeignet für deinen Alltag.
Direkt hinter den Top 5 folgen in der Kategorie Scalefusion Veltar, Versio.io, die HP Workforce Experience Platform, Cynet All-in-One und Cortex XDR. Scalefusion Veltar ist besonders für Teams interessant, deren Schwerpunkt auf mobilen Geräten liegt.
Bekannte Alternativen aus dem Umfeld sind Microsoft Intune als Verwaltungsplattform im Microsoft-Ökosystem, N-central RMM und SuperOps für Dienstleister sowie Sophos Intercept X, CrowdStrike Falcon und Microsoft Defender for Business auf der Security-Seite. Brauchst du vor allem Fernüberwachung, findest du in unserem Überblick zu
Remote Monitoring and Management die passenden Ansätze.
Fazit: So findest du die passende Software
Die Wahl hängt weniger am Funktionsumfang als am Ausgangspunkt. Brauchst du eine echte Verwaltungsplattform für eine gemischte Geräteflotte, kommen NinjaOne oder Atera in Frage. NinjaOne hat mit 13 Bewertungen die belastbarste Rückmeldung der Community und punktet bei Bedienung und Automatisierung, verlangt aber ein individuelles Angebot. Atera ist transparent bepreist und rechnet pro Techniker*in ab, was kleine IT-Teams mit vielen Geräten deutlich entlastet.
Steht der Schutz im Vordergrund und ist die IT klein, ist Avast Ultimate Business Security die pragmatische Wahl, weil automatisiertes Patch-Management und Remote-Verwaltung mitkommen. Acronis Cyber Protect Cloud passt, wenn Backup und Wiederherstellung das Kernrisiko sind, besonders für MSPs. Malwarebytes Endpoint Protection ist die schlanke Ergänzung für Teams, die reine Erkennungsleistung suchen und die Verwaltung anders lösen.
Unabhängig vom Tool gilt für 2026: Zuerst das Inventar, dann Patch-Fristen, dann Automatisierung. Windows-10-Migration und NIS2-Nachweise brauchen beides ohnehin.
Disclaimer: Alle Preise und Features basieren auf öffentlich verfügbaren Informationen aus den jeweiligen Produktseiten (Stand: August 2026). Änderungen durch die Anbieter*innen sind möglich.