„Hohe Streuverluste kann sich heute niemand mehr leisten" – wie Giovanni Porcelli Volvo mit präzisem GEO-Targeting erfolgreich macht
Julia Burger12.7.2026
Der Head of Digital bei Volvo Car Switzerland über 350 % mehr Probefahrten in fünf Tagen und warum Programmatic Advertising jetzt für alle zugänglich wird
Seit sieben Jahren arbeitet EWA Solutions mit Volvo Car Switzerland zusammen. Giovanni Porcelli, Head of Digital und Consumer Journey bei Volvo, hat die Entwicklung von Easy Digital Marketing (EDM) daher von Anfang an mitverfolgt – vom klassischen Banner-Tool zur umfassenden Plattform für SEA, Social Ads, HTML-Programmierung & Programmatic Advertising Display & Video. Und er weiß, was das Tool bringt: Für ein Event in Zürich generiert sein Team damit in nur fünf Tagen 350 % mehr Probefahrt-Anmeldungen. Der Schlüssel dazu? Kreation und Media-Buying auf einer einzigen Plattform.
Mit uns hat Giovanni Porcelli über präzises GEO-Targeting, die Demokratisierung von Programmatic Advertising und die Zukunft von KI-gesteuerten Kampagnen gesprochen.
Das Wichtigste in Kürze
- Im hart umkämpften Schweizer Automarkt entscheidet präzises GEO-Targeting darüber, ob Werbebudgets ohne Streuverluste wirken.
- EDM bündelt Kreation und Media-Buying auf einer Plattform und spart Volvo rund 50 % des täglichen Kampagnen-Workloads.
- Beim E-nova-Event in Zürich generiert Volvo mit EDM in nur fünf Tagen 350 % mehr Probefahrt-Anmeldungen.
- Programmatic Advertising war lange Großkonzernen vorbehalten. Self-Service-Tools wie EDM machen es jetzt auch für KMU und lokale Händler*innen zugänglich.
Stell dich unseren Leser*innen gern kurz vor. Wer bist du, was machst du und was treibt dich im Digital Marketing an?
Giovanni Porcelli: Ich bin verheiratet, Vater von drei Kindern und lebe in Zürich. Wenn ich im Urlaub nicht gerade leidenschaftlich gerne tauche, lebe und atme ich das Thema Digital Marketing. Aktuell bin ich extrem gespannt darauf, wie uns künstliche Intelligenz im Marketing in den kommenden Jahren beflügeln wird.
Mein Weg begann vor 16 Jahren in einer E-Commerce-Agentur im Allgäu. Seither begeistert es mich, die digitale Transformation voranzutreiben und Customer Journeys kontinuierlich zu optimieren. Ich bewege mich seit vielen Jahren an der Schnittstelle von Technologie, Kundenerlebnis und Geschäftserfolg. Vor 14 Jahren bin ich bei Volvo Car Switzerland gestartet. Mein Fokus liegt hier darauf, digitale Innovationen in messbaren Mehrwert für das Unternehmen und unsere Kund*innen zu übersetzen.
Dabei steht der Mensch für mich immer im Mittelpunkt – übrigens auch ein Kernwert von Volvo. Ich entwickle datenbasierte Strategien und digitale Lösungen, die Prozesse vereinfachen, fundierte Entscheidungen ermöglichen und nachhaltiges Wachstum schaffen. Mein Antrieb ist es, komplexe Herausforderungen in klare, skalierbare Systeme zu verwandeln, diese gemeinsam mit den Teams umzusetzen und so eine langfristige Wirkung zu entfalten.
Wie sieht dein typischer Arbeitsalltag aus und wie kam die Zusammenarbeit zwischen Volvo und Easy Digital Marketing (EDM) zustande?
Giovanni Porcelli: Mein Alltag ist geprägt davon, unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen – von Marketing und Vertrieb über IT bis hin zu Analytics. Daraus entwickeln wir Lösungen, die in der Praxis wirklich funktionieren. Ich hinterfrage bestehende Prozesse, suche nach den eigentlichen Ursachen von Herausforderungen und übersetze komplexe Zusammenhänge in klare Marketingkonzepte. Besonders faszinieren mich Technologien wie KI und Automatisierung. Sie schaffen uns Menschen die nötigen Freiräume, um uns auf wertstiftende Aufgaben zu konzentrieren.
Mit EWA Solutions arbeiten wir bereits seit über sieben Jahren zusammen. Ich konnte die Entstehung und Entwicklung von Easy Digital Marketing daher von Anfang an aus der Nähe beobachten und auch immer wieder mein Feedback einbringen. Das Spannende an EDM ist für mich, dass es sich von einer reinen Lösung für klassisches Banner-Marketing zu einer umfassenden Plattform für SEA, Social Ads, HTML-Programmierung & Programmatic Advertising Display & Video entwickelt hat.
Wer steckt hinter EDM?
Easy Digital Marketing (EDM) ist ein Schweizer AdTech-SaaS-Tool, das aus der inhabergeführten Digitalagentur EWA Solutions hervorgegangen ist. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, komplexe programmatische Werbekampagnen im Display- und Videobereich und in SEA-Kampagnen eigenständig, schnell und ohne tiefgehendes Entwickler-Know-how aufzusetzen. Zudem bietet EDM 24/7 Support bei der Erstellung & Optimierung der Kampagnen kostenlos an.
Easy Digital Marketing (EDM) ist ein Schweizer AdTech-SaaS-Tool, das aus der inhabergeführten Digitalagentur EWA Solutions hervorgegangen ist. Die Plattform ermöglicht es Unternehmen, komplexe programmatische Werbekampagnen im Display- und Videobereich und in SEA-Kampagnen eigenständig, schnell und ohne tiefgehendes Entwickler-Know-how aufzusetzen. Zudem bietet EDM 24/7 Support bei der Erstellung & Optimierung der Kampagnen kostenlos an.
Warum kamen klassische Kampagnen-Setups hier nicht infrage und wie habt ihr es geschafft, in nur fünf Tagen 350 % mehr Anmeldungen sowie eine CTR von 0,31 % zu erreichen?
Giovanni Porcelli: Durch die starken Zentralisierungsmaßnahmen unseres Mutterhauses in Schweden ist es manchmal eine echte Herausforderung, lokale Timelines für spontane, regionale Events einzuhalten. Genau hier kommt EDM ins Spiel. Für das E-nova-Event mussten wir innerhalb kürzester Zeit passgenaue Werbemittel erstellen, ein sehr spezifisches GEO-Targeting aufsetzen und eine spitze In-Market-Zielgruppe ansprechen.
Ein normales Setup über klassische Agenturschleifen hätte viel zu lange gedauert. EDM hat es geschafft, die Erstellung von CI-konformen HTML5-Bannern und das Ausspielen über die passenden Kanäle in nur 24 Stunden abzuwickeln. Der Schlüssel zum Erfolg war hier ganz klar die radikale Geschwindigkeit in der Umsetzung und die Tatsache, dass wir Kreation und Media-Buying auf einer einzigen Plattform bündeln konnten.
Warum ist lokales GEO-Targeting hier euer wichtigster Hebel gegen hohe Streuverluste im Media-Buying?
Giovanni Porcelli: Absolut richtig. Konsument*innen werden heute von so vielen Brands überflutet, dass eine Marke extrem schnell wieder von der mentalen Shopping-Liste verschwindet. Da im Schweizer Markt fast alle Marken importieren müssen, ist der Wettbewerb extrem intensiv. Wer hier unpräzise wirbt, muss sehr tief in die Tasche greifen, um überhaupt einen qualitativen Lead oder gar einen Verkauf zu erzielen.
Hohe Streuverluste kann sich heute schlicht niemand mehr leisten. Ein exaktes, lokales Zielgruppentargeting in jeder einzelnen Kampagne ist daher kein „Nice-to-have“ mehr, sondern ein absolutes Muss. Wir müssen die Botschaft genau dort ausspielen, wo das Einzugsgebiet der jeweiligen Händler*innen liegt.
EDM öffnet den Zugang zu Premium-DSPs wie DV 360, Xandr etc. – sonst komplex, teuer und Großagenturen vorbehalten. Wie knackt das Tool diese Hürde?
Giovanni Porcelli: EDM hat uns als SaaS-Plattform extrem viele Hürden genommen. Wenn ich es grob schätzen müsste, sparen wir im täglichen Kampagnen-Workload – also bei Setup, Reporting und Optimierung – rund 50 % unserer Zeit ein.
Das Tool öffnet nicht nur auf intuitive Weise die Tür zu diesen ansonsten hochkomplexen DSPs (Demand-Side-Plattformen), sondern nimmt uns auch die manuelle Optimierungsarbeit ab. Die Kampagnen werden im Hintergrund kontinuierlich durch Algorithmen und KI-Technologie optimiert. Das ist ein riesiger Effizienzgewinn für ein schlankes Marketing-Team.
Programmatic Advertising war lange nur was für Großkonzerne mit Millionenbudgets. EDM beweist: Es funktioniert vom Coiffeur in Uster bis zu Weltmarken wie Volvo. Wie bewertest du diese Entwicklung?
Giovanni Porcelli: Laut Duden bedeutet Demokratisierung ja, etwas „der Allgemeinheit zugänglich zu machen“. Im Kontext des Werbemarktes ist das eine fantastische Entwicklung. Es ist eine echte Chance für KMUs und lokale Einzelpersonen, ihr Business professionell zu skalieren, ohne dafür Programmierkenntnisse oder ein tiefgreifendes, technisches Verständnis des Werbemarktes mitbringen zu müssen. Die Barrieren fallen, und das schafft endlich Chancengleichheit auf den großen Premium-Werbeflächen.
Für viele kleinere Betriebe bleibt Programmatic Display eine „Blackbox“. Bei Volvo zählt am Ende nur eins: verkaufte Fahrzeuge. Welche KPIs nutzt ihr auf dem Weg dorthin?
Giovanni Porcelli: Der Weg zum Autokauf ist lang und von vielen Zwischenschritten geprägt. Um die Blackbox zu lüften, muss man Klarheit darüber schaffen, welche Teil-Conversions auf dem Weg zum Ziel entscheidend sind. Über unser Dashboard steuern und optimieren wir vor allem folgende Metriken:
- Interaktionsrate & CTR (Click-Through-Rate): Zeigt uns, ob das Werbemittel die Aufmerksamkeit weckt.
- Micro-Conversions: Registrierungen für den Newsletter oder Klicks auf den Konfigurator.
- Macro-Conversions: Konkrete Buchungen von Probefahrten im lokalen Einzugsgebiet.
Ohne ein übersichtliches Dashboard, das diese Daten in Echtzeit bündelt, wäre die fortlaufende Optimierung von Landingpages, Werbemitteln und Media-Buying ein gigantischer, kaum zu bewältigender Arbeitsaufwand.
Welchen Hands-on-Tipp gibst du Marketingentscheider*innen und Händler*innen, die noch Berührungsängste vor Programmatic Advertising haben?
Giovanni Porcelli: Mein wichtigster Rat: Geht in die Verantwortung und testet es einfach selbst. Man muss nicht direkt mit riesigen Budgets starten – man kann sich wunderbar Schritt für Schritt herantasten. Was uns bei der Einführung enorm geholfen hat, war der persönliche Support während der Onboarding-Phase von EDM. Man wird mit der Technologie nicht allein gelassen. Lasst nicht zu, dass Berührungsängste vor neuer Technologie euch von eurem verdienten Erfolg abhalten!
Zum Abschluss ein Blick in die Glaskugel: Wohin geht die Reise im programmatischen Marketing in den nächsten zwei bis drei Jahren? Welche Rolle werden Self-Service-Tools dabei spielen?
Giovanni Porcelli: Das ist eine extrem spannende Frage, bei der ich mir selbst vielleicht auch schon ein bisschen Zukunftsmusik wünsche. Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir in naher Zukunft nur noch einen spezialisierten KI-Agenten einbriefen müssen. Nach dem erfolgreichen Setup des SaaS-Tools nimmt der Mensch die Kampagne nur noch strategisch ab. Der KI-Agent weiß dann ganz genau, wie er das Tool steuern und optimieren muss, damit das gewünschte Kampagnenziel nicht nur erreicht, sondern übertroffen wird.
Ob diese KI-gesteuerten Systeme dann wiederum für Agenturen optimiert sind, die im Hintergrund Dienstleistungen einkaufen, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Aber die Richtung zeigt ganz klar hin zu maximaler Automatisierung bei voller Transparenz.