heyData vs. Vanta: Was „Made in Germany“ bei Compliance-Software wirklich bedeutet

Nils Knäpper6.10.2026

Berliner Compliance-Lösung mit Experten-Begleitung oder international skalierte Trust-Management-Plattform: Wir vergleichen Datenhaltung, Framework-Abdeckung, Support und Preise

Inhalt
  1. Die Kontrahenten im Überblick
  2. Der direkte Vergleich
  3. Der Detailvergleich: Wo die Unterschiede wirklich liegen
  4. Anwendungsfälle aus der Praxis
  5. Stärken und Schwächen laut Nutzerbewertungen
  6. Der Compliance-Markt in Deutschland: Besonderheiten und Trends
  7. Fazit: Welches Betriebsmodell dein Unternehmen braucht
„Made in Germany“ klingt bei Compliance-Software nach einem klaren Standortvorteil, doch wo deine Daten liegen, wer als Subprozessor zugreift und wer im Ernstfall fachlich unterstützt, sind drei verschiedene Fragen. heyData und Vanta stehen für zwei unterschiedliche Antworten: deutsche Compliance-Lösung, die Automatisierung, frameworkübergreifende Wiederverwendung und juristische Begleitung in einem Produkt bündelt, auf der einen, international skalierte Trust-Management-Plattform mit sehr großer Integrationstiefe auf der anderen. Unser Vergleich zeigt, worauf es bei Datenhaltung, Support, Integrationen, Preisen und der täglichen Compliance-Praxis wirklich ankommt.
Das Wichtigste in Kürze
  • heyData hostet nach eigener Angabe seit der Gründung 2020 in Deutschland, Vanta bietet seit 2023 einen EU-Tenant in Frankfurt als Option, ohne Garantie, dass alle Subprozessoren in der EU arbeiten.
  • heyData verbindet die Plattform mit persönlichen Jurist*innen und InfoSec-Expert*innen und deutsch- und englischsprachigem Support, Vantas Support ist laut Support-Policy ausschließlich auf Englisch verfügbar.
  • Vanta verfügt über eine deutlich größere Integrationslandschaft, insbesondere für komplexe Cloud- und Security-Stacks. heyData konzentriert sich stärker auf Integrationen, die für operative Compliance-Prozesse relevant sind, etwa HR-, Identity-, Cloud- und Development-Systeme.
  • heyData veröffentlicht seine Preise und startet bei 59 EUR pro Monat, Vanta nennt Preise nur auf Anfrage.
Made in Germany
Mit unserem Format „Made in Germany“ stellen wir deutsche Softwarelösungen vor, die nicht nur mit internationalen Größen mithalten können, sondern in entscheidenden Bereichen sogar überlegen sind.

Die Kontrahenten im Überblick

heyData

heyData ist eine Compliance- und Datenschutzlösung aus Berlin, die Software, Automatisierung und Expertenbegleitung verbindet und Unternehmen dabei unterstützt, DSGVO-Anforderungen und weitere regulatorische Pflichten effizient umzusetzen.Die Software richtet sich an wachsende Unternehmen, den Mittelstand und Enterprise-Organisationen, die Datenschutzprozesse strukturieren wollen, ob mit oder ohne eigene Rechts- und Compliance-Abteilung. In kleineren Unternehmen ersetzt sie die fehlende Abteilung, in größeren bündelt sie Dokumentation, Vorlagen und Audit-Prozesse an einer Stelle.
So schätzen User das Produkt einWhat users think about this product
0 %7 %15 %23 %31 %38 %46 %54 %62 %69 %77 %85 %93 %
BenutzerfreundlichkeitEase of Use
Kategorie-Durchschnitt: 93%Category Average: 93%
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Erfüllt die AnforderungenMeets Requirements
Kategorie-Durchschnitt: 96%Category Average: 96%
0 %7 %15 %23 %31 %39 %47 %54 %62 %70 %78 %86 %94 %
KundensupportCustomer Support
Kategorie-Durchschnitt: 94%Category Average: 94%
0 %7 %15 %22 %30 %37 %45 %52 %60 %67 %75 %82 %90 %
Einfache EinrichtungEase of Setup
Kategorie-Durchschnitt: 91%Category Average: 91%
Laut heyData selbst vertrauen bereits mehr als 2.500 Unternehmen auf die Lösung. Das Besondere am Betriebsmodell ist die Verzahnung von Software und Menschen. Zur Plattform gehören unter anderem persönliche Ansprechpersonen: externe Datenschutzbeauftragte, Rechtsanwält*innen im eigenen Haus und InfoSec-Expert*innen, die bei Auslegung, Priorisierung, internen Audits und dem Austausch mit Behörden unterstützen. 

Vanta

Vanta ist eine Plattform für Security-Compliance, Risikomanagement und den kontinuierlichen Nachweis von Sicherheitsstandards wie SOC 2 und ISO 27001. Die Lösung richtet sich vor allem an technologiegetriebene Unternehmen, von schnell wachsenden Startups über Scale-ups bis hin zu Mid-Market- und Enterprise-Teams, die Compliance nicht als Einzelprojekt, sondern als laufenden Prozess abbilden wollen. V
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Vanta gibt an, von mehr als 15.000 Unternehmen genutzt zu werden; das Tool ist damit besonders relevant für Organisationen, die Security-Fragen systematisch in Vertrieb, Einkauf und interne Governance einbinden müssen. 
 
 

Der direkte Vergleich

Kriterium
heyData
Vanta
Framework-Abdeckung
DSGVO, UK GDPR, revDSG, ISO 27001, NIS2, EU AI Act, Hinweisgeberschutz
SOC 2, ISO 27001, GDPR, HIPAA, NIS2, DORA, EU AI Act, ISO 42001, FedRAMP, CMMC und weitere
Hosting und Datenhaltung
Hosting in Deutschland, ISO-27001-zertifizierter Hoster (Herstellerangabe)
US-Anbieter, EU-Tenant in Frankfurt (AWS) als Option; Subprozessoren teils außerhalb der Region
Bereitstellung
Cloud (SaaS), kein On-Premise
Cloud (SaaS), kein On-Premise
Supportmodell
Deutsch- und englischsprachig, persönliche Ansprechperson, Reaktionszeit 24 h bis 5 Tage je Paket, Jurist*innen inklusive
Englischsprachig, Chat und E-Mail zu US-Geschäftszeiten, Account- und Success-Kontakte je Plan
Preiseinstieg
Ab 59 EUR pro Monat
Auf Anfrage, vier Pläne ohne veröffentlichte Preise
Quellen: Herstellerwebsites und OMR Reviews, Stand September 2026.
 
 

Der Detailvergleich: Wo die Unterschiede wirklich liegen

Beide Plattformen zentralisieren Risiken, Richtlinien, Kontrollen, Lieferanten und Nachweise und bereiten Audits vor. Die Unterschiede liegen im Betriebsmodell, in der Datenhaltung und im Zuschnitt auf den europäischen Markt. Wir gehen die Kriterien einzeln durch:

Datenschutz und Serverstandort: Deutschland als Standard oder EU-Region als Option

heyData betreibt seine Plattform in Deutschland, und zwar seit der Gründung im Jahr 2020. Der Hoster ist nach ISO 27001 zertifiziert, Daten werden mit TLS 1.3 übertragen und mit AES-256 gespeichert, Zugriffe laufen über Rollenrechte, SSO und Zwei-Faktor-Authentifizierung. heyData betont, dass als deutsches Unternehmen europäisches Recht gilt und Behörden außerhalb der EU keinen Zugriff haben. Für Datenschutzbeauftragte heißt das: Der Auftragsverarbeitungsvertrag bleibt innerhalb der EU, eine Drittlandübermittlung für den Betrieb der Plattform selbst entfällt.
Vanta ist ein US-Unternehmen und betreibt seit März 2023 zusätzlich ein EU-Rechenzentrum in Frankfurt am Main bei Amazon Web Services. Kund*innen in Europa können ihre Vanta-Umgebung dort hosten lassen und melden sich dann über app.eu.vanta.com an. Die Region ist eine Option und kein Standard, und Vanta grenzt die Zusage in seinem Help Center selbst ein: Die Region bestimmt, wo die Vanta-Umgebung gehostet wird, garantiert aber nicht, dass alle unterstützenden Dienste, Netzwerkpfade oder Subprozessoren ausschließlich in dieser Region arbeiten. Welche Dienste das betrifft, steht in der Subprozessorenliste im Trust Center von Vanta. Für dich heißt das: Wenn du Vanta in der EU-Region einsetzt, prüfe diese Liste im Rahmen der eigenen Auftragsverarbeitung mit.

Bereitstellung: Zwei Cloud-Plattformen, keine On-Premise-Option

Beide Anbieter liefern ihre Software ausschließlich als Cloud-Dienst im Browser. Eine On-Premise- oder Hybrid-Variante bietet weder heyData noch Vanta an. Vanta ergänzt die Cloud um einen Agenten für Endgeräte, der Laptops auf Verschlüsselung, Bildschirmsperre und Sicherheitsupdates prüft. Für IT-Abteilungen bedeutet das bei beiden Tools: kein eigener Serverbetrieb, dafür ein Auftragsverarbeitungsvertrag, eine Prüfung der technischen und organisatorischen Maßnahmen und ein Blick auf die Subprozessoren. 

Framework-Abdeckung: Anwendungstiefe gegen Breite

heyData deckt DSGVO, UK GDPR und das Schweizer revDSG ab, dazu ISO 27001, NIS2, den EU AI Act und das Hinweisgeberschutzgesetz. Der technische Kern ist die Framework Engine: Risikomanagement, Incident-Prozess, Verantwortlichkeiten und Lieferantenmanagement werden einmal angelegt und dann für ISO 27001, NIS2 und weitere Regelwerke wiederverwendet. Wer mit dem Datenschutz startet und später ein ISMS aufbaut, beginnt also nicht bei null. 
Vanta deckt mehr Frameworks ab, darunter viele mit US-Bezug wie SOC 2, HIPAA, FedRAMP und CMMC, aber ebenso ISO 27001, GDPR, NIS2, DORA, ISO 42001 und den EU AI Act. Darüber hinaus unterstützt die Plattform eigene Frameworks und kann Kontrollen über mehrere Standards hinweg mappen, sodass Nachweise nicht immer doppelt erbracht werden müssen. Statt auf manuelle Punktprüfungen setzt Vanta auf kontinuierliches Monitoring angebundener Systeme und eine stark automatisierte Compliance-Überwachung.

Testphase und Einstieg: Demo statt Free Trial bei beiden Anbietern

Eine frei zugängliche Testversion bietet keiner der beiden Anbieter. Bei heyData beginnt der Einstieg mit einer kostenlosen, unverbindlichen Demo, für die der Anbieter eine Antwort innerhalb von 24 Stunden zusagt. 
Bei Vanta läuft der Einstieg über eine Demo mit dem Vertrieb und ein individuelles Angebot. Auf der Preisseite steht kein Testzeitraum, und Vantas Support-Policy nimmt „Trial Services“ ausdrücklich vom Support aus, was auf zeitlich begrenzte Testumgebungen im Vertriebsprozess hindeutet. Wer Vanta kennenlernen will, plant also ein Gespräch ein, kein Selbst-Onboarding.

Kundenservice und Support: Persönliche Ansprechperson gegen Support-Organisation

Bei heyData ist der Support Teil des Produkts. Jedes Datenschutz-Paket enthält die Tätigkeit als externe*r Datenschutzbeauftragte*r und die Kommunikation mit der Aufsichtsbehörde. Die Reaktionszeit ist nach Paket gestaffelt: bis zu fünf Tage im Starter, bis zu 48 Stunden mit 10 Stunden zusätzlichem Support pro Jahr im Professional, bis zu 24 Stunden mit Telefonsupport und 18 Stunden zusätzlichem Support pro Jahr im Enterprise. Der Support ist deutsch- und englischsprachig. 
Vanta organisiert den Support als eigene Funktion. Laut Support-Policy ist der Support ausschließlich auf Englisch verfügbar, per Live-Chat montags bis donnerstags von 6 bis 20 Uhr Eastern Time (12 bis 2 Uhr MESZ) und freitags bis 19 Uhr Eastern Time, per E-Mail an fünf Tagen die Woche rund um die Uhr, dazu ein KI-Assistent im Produkt. Im Standard-Support gilt für dringende Fälle eine Reaktionszeit von drei Geschäftsstunden, im kostenpflichtigen Premium-Support eine Stunde, dort mit Zugang zu GRC-Fachleuten und dedizierten Ingenieur*innen. 

Preisstruktur

heyData Preispläne
Plan
Preis
Enthaltene Features und Leistungen (Auswahl)
Starter
59 EUR/Monat
  • Erstellung von Datenschutzerklärungen 
  • Tätigkeiten im Zusammenhang mit Datenschutzverletzungen
  • Unterstützung u.a. bei Auskunfts-, Widerspruchs- und Löschungsersuchen
  • Durchführung eines jährlichen Audits mit Bericht
  • Bereitstellung von Musterdokumenten
Professional
99 EUR/Monat
  • Starter Paket +
  • Rückmeldung durch persönlichen Ansprechpartner innerhalb von 48h
  • zusätzlicher Support im Rahmen von 10h/jährlich
  • zusätzlicher Administrator-Zugang zu heyData-Plattform
Enterprise
169 EUR/Monat
  • Rückmeldung durch persönlichen Ansprechpartner innerhalb von 24h
  • Telefonsupport
  • zusätzlicher Support im Rahmen von 18h/jährlich
  • 5 Administrator-Zugänge zur heyData-Plattform
Cybersecurity Frameworks
Auf Anfrage
  • ISO 27001 – Standard für sicheres Informationsmanagement
  • NIS2 – EU-Richtlinie für IT- und Netzwerksicherheit
  • EU AI Act – Vorgaben zur sicheren Nutzung von KI
  • Hinweisgeberschutzgesetz – Schutz für Whistleblower & Compliance-Sicherheit
(Stand: September 2026)
Vanta Preispläne 
Plan
Preis
Enthaltene Features und Leistungen (Auswahl)
Essentials
Auf Anfrage
  • Compliance-Framework
  • Automatisierte Nachweissammlung 
  • Kontroll- und Richtlinienbibliothek
  • Basis-Reporting
  • Basisfunktionen des Vanta AI Agent
Plus
Auf Anfrage
  • Alles aus Essentials 
  • Automatisiertes Richtlinien-Onboarding
  • KI-gestützte Fragebogen-Automatisierung (25 Fragebögen pro Jahr)
  • Access Management
Professional
Auf Anfrage
  • Risikomanagement
  • Erweitertes Reporting
  • Fragebogen-Automatisierung (144 pro Jahr)
Enterprise
Auf Anfrage
  • Unbegrenzte Frameworks
  • Premium-Support als Option
  • Add-ons wie Trust Center, Vendor Risk Management und Customer Commitments
(Stand September 2026)

Integrationsmöglichkeiten

heyData bietet mehr als 50 Integrationen in drei Gruppen: 
  1. HR-Systeme wie Personio, Workday, BambooHR, Lucca und Okta, aus denen neue Mitarbeitende automatisch in heyData angelegt und in Schulungen aufgenommen werden
  2. Cloud-Konten wie AWS, aus denen Assets automatisch übernommen werden
  3. Repositories wie GitHub und GitLab
Vanta nennt mehr als 400 Integrationen, geordnet nach Cloud-Providern, Identitätsanbietern, Versionsverwaltung, HR-Systemen, MDM, Endpoint Security, Ticketing, Observability, Vulnerability Scannern und Security Training. AWS, Azure, Google Cloud, GitHub, Okta und Jira stehen vorne. 
Vanta verfügt damit über die deutlich größere Integrationslandschaft, besonders für komplexe Cloud- und Security-Stacks. Daraus folgt die stündliche Prüfung: Je mehr Systeme angebunden sind, desto mehr Kontrollen lassen sich automatisch statt per Nachweis-Upload belegen.
heyData konzentriert sich stärker auf die Systeme, die für operative Compliance-Prozesse zählen, also HR, Identity, Cloud und Development, und ergänzt die Automatisierung um die Wiederverwendung von Nachweisen über Frameworks hinweg. Eine höhere Zahl an Integrationen bedeutet deshalb nicht automatisch mehr Compliance-Automatisierung. Betreibst du einen großen Tech-Stack, ist Vantas Breite ein echter Vorteil. Arbeitest du mit Personio, Google Workspace und einigen Cloud-Konten, reichen die Anbindungen, die beide bieten.
 
 

Anwendungsfälle aus der Praxis

Wofür setzen echte Anwender*innen die beiden Tools ein? Vier typische Szenarien zeigen, wo die Stärken liegen.

ISMS aufbauen und dauerhaft betreiben

Ein Informationssicherheits-Managementsystem nach ISO 27001 verlangt Risikoanalyse, Richtlinien, Kontrollen, Nachweise und ein internes Audit, und zwar nicht einmal, sondern in jedem Zyklus. 
Bei heyData läuft das als Continuous ISMS: Die Plattform führt durch Aufbau und Pflege, weist Aufgaben zu, zeigt den Status je Kontrolle und legt die Nachweise so ab, dass der Audit-Report per Klick entsteht. Die InfoSec-Expert*innen von heyData begleiten Gap-Analyse, interne Audits und die Vorbereitung auf die Zertifizierung. 
Bei Vanta steht die Automatisierung im Vordergrund: Die angebundenen Systeme liefern die Nachweise für einen Großteil der technischen Kontrollen selbst, stündliche Tests melden, wenn eine Kontrolle kippt, und Vanta vermittelt Auditor*innen aus dem eigenen Netzwerk. 

NIS2-Nachweise führen und den Status im Blick behalten

Seit dem 6. Dezember 2025 gilt das NIS2-Umsetzungsgesetz ohne Übergangsfrist für Einrichtungen in Deutschland mit mehr als 50 Beschäftigten oder mehr als 10 Millionen EUR Umsatz. Gefordert sind unter anderem Risikomanagement, Meldeprozesse für Sicherheitsvorfälle, Lieferkettensicherheit und die Registrierung beim BSI. 
Beide Plattformen ermöglichen es, Überschneidungen zwischen NIS2 und ISO 27001 abzubilden und bereits bestehende Controls und Nachweise wiederzuverwenden. heyData nutzt dafür seine Framework Engine, sodass unter anderem Risiken, Maßnahmen, Incident-Prozesse, Lieferantendaten und Nachweise frameworkübergreifend genutzt werden können. Zusätzlich unterstützen InfoSec- und Compliance-Expert bei Fragen zur Betroffenheit, Einordnung und Umsetzung. Vanta verfolgt ebenfalls einen Cross-Framework-Ansatz und kombiniert diesen mit einer sehr breiten Integrationslandschaft und automatisierter technischer Nachweissammlung.

KI-Governance und EU AI Act: Den eigenen KI-Einsatz steuern

Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten des EU AI Act: Wer KI-Systeme einsetzt, die mit Menschen interagieren oder „lebensechte“ Inhalte erzeugen, muss das kenntlich machen. Praktisch beginnt KI-Governance mit einer Inventur: Welche KI-Systeme sind im Einsatz, in welcher Risikoklasse, mit welchen Daten, unter wessen Verantwortung. 
heyData setzt dafür auf AI Governance, also auf den vollständigen Weg von der Inventur über die Bewertung und Dokumentation bis zur regulatorischen Steuerung. Das AI Inventory ist der Einstieg: Systeme werden erfasst, klassifiziert und mit Maßnahmen und Schulungen verknüpft. Der Bezug zur DSGVO ist eingebaut, weil viele KI-Anwendungen personenbezogene Daten verarbeiten und eine Datenschutz-Folgenabschätzung auslösen. Die Ebene darüber ist die Steuerung des unternehmensweiten KI-Einsatzes mit Blick auf den EU AI Act.
Vanta adressiert KI-Nutzung über die Frameworks EU AI Act, ISO 42001 und das NIST AI Risk Management Framework und ergänzt eigene KI-Funktionen wie den Vanta AI Agent für Richtlinienentwürfe und die Auswertung von Nachweisen. Die beiden Ansätze zielen damit auf verschiedene Ebenen: Vanta setzt AI innerhalb der eigenen Plattform ein, um Compliance-Arbeit zu automatisieren, heyData hilft dir dabei, den KI-Einsatz in deinem Unternehmen zu steuern. Für Unternehmen, deren KI-Einsatz in erster Linie Microsoft Copilot, ChatGPT und ein paar Marketing-Tools umfasst, ist der geführte Governance-Prozess der entscheidende Schritt. Für Anbieter eigener KI-Produkte wird die ISO-42001-Abdeckung relevant.

Lieferantenrisiko steuern 

Jeder externe Dienstleister mit Zugriff auf Daten ist ein Risiko, das dokumentiert, bewertet und vertraglich geregelt werden muss. heyData bündelt das im Vendor Risk Manager mit über 4.400 vorausgefüllten Vendor-Assessments, Vertragsablage für Auftragsverarbeitungsverträge, Risikobewertung und Wiedervorlage. 
Vanta bietet ebenfalls Vendor Risk Management, setzt aber besonders stark auf die Automatisierung eingehender Security Questionnaires: Mit Questionnaire Automation können Antworten aus vorhandenen Nachweisen generiert und je nach Plan bis zu 25 oder 144 Fragebögen pro Jahr bearbeitet werden. Wer vor allem die eigene Lieferantenlandschaft, Verträge und Lieferantennachweise im Blick behalten will, findet bei heyData eine sehr passende Logik; wer regelmäßig viele eingehende Sicherheitsfragebögen bearbeiten muss, profitiert eher von Vantas Automatisierung und Trust-Center-Ansatz.
 
 

Stärken und Schwächen laut Nutzerbewertungen

heyData

Stärken
Schwächen
Persönliche Datenschutzbeauftragte und Jurist*innen, die das Unternehmen kennen und schnell antworten
Technischer Support und Antworten über den regulären Kanal dauern gelegentlich zu lange
Zentrales Dashboard mit Status je Aufgabe, automatische Erinnerungen an auslaufende Verträge, fehlende Schulungen und Richtlinien-Updates
Onboarding und Migration bestehender Dokumentation kosten Zeit
Interaktive Mitarbeiterschulungen mit Zertifikaten und Fortschrittsverfolgung
Automatisch erzeugte Dokumente und Richtlinien lassen sich nur begrenzt auf das eigene Unternehmen zuschneiden
Audits und Verarbeitungsverzeichnis per Report statt als Projekt
Integrationen zu Tools wie Microsoft Teams oder Personio könnten tiefer gehen, API-Anbindungen fehlen teils
„HeyData ist ein echtes Komplettpaket, nicht nur Tool sondern auch Berater, Akademie und rechtlicher Sparringspartner. Das Tool ist visuell durchdacht, logisch aufgebaut, intuitiv, selbst für nicht-technische Teammitglieder gut zugänglich.“ – Jonathan, Toenda Software GmbH
Quelle: OMR Reviews, Stand Oktober 2026.

Vanta

Stärken
Schwächen
Breite der Integrationen, besonders AWS, Okta und GitHub, und Klarheit des Compliance-Dashboards
Preise sind nicht öffentlich, Erhöhungen bei Verlängerung sind das am häufigsten genannte Thema
Schnelles Onboarding und das gesamte GRC-Programm an einem Ort
Betreuung durch Customer Success wird nach dem Kauf als dünner wahrgenommen
Auditor*innen kennen die Vanta-Exporte, was Audits verkürzt
Der Workflow für User Access Reviews gilt als aufwendig, besonders für Tools ohne direkte Integration
Hinweis: Die hier aufgeführten Stärken und Schwächen stammen aus einer Zusammenfassung von G2-Bewertungen. Dort erzielt Vanta einen Durchschnittswert von 4,6 von 5 (Stand: Oktober 2026). 
 
 

Von der Audit-Vorbereitung zum laufenden Betrieb

Lange war Compliance in vielen Unternehmen ein Projekt mit Enddatum: Vor dem Audit wurden Richtlinien aktualisiert, Nachweise gesammelt und Schulungen nachgeholt, danach ruhte das Thema bis zum nächsten Termin. Mit NIS2, das kontinuierliches Risikomanagement und Meldepflichten binnen 24 Stunden verlangt, und mit Kund*innen, die Sicherheitsnachweise im Vertriebsprozess einfordern, funktioniert dieser Rhythmus nicht mehr. Compliance wird zum Dauerbetrieb, in dem Kontrollen laufend überwacht, Nachweise fortlaufend erneuert und Verantwortlichkeiten dauerhaft besetzt sind.

Mehrere Regelwerke parallel

Ein mittelständisches Unternehmen kann heute gleichzeitig von mehreren Regulierungen betroffen sein: DSGVO, NIS2, EU AI Act und – je nach Rolle im Markt – auch vom Cyber Resilience Act; zusätzlich fordern viele Kund*innen weiterhin ISO 27001 oder SOC 2 als Nachweis. Das erhöht den Aufwand, wenn Risiken, Kontrollen und Lieferanten getrennt dokumentiert werden müssen, weil dieselben Nachweise dann mehrfach gepflegt werden. 

Compliance-First-Mentalität im Mittelstand

Datenschutz wird im Mittelstand oft mit hoher Vorsicht behandelt, weil die Folgen eines Fehlers teuer sein können. Die BfDI verhängte gegen Vodafone 2025 Bußgelder in Höhe von 45 Millionen Euro, und der CMS GDPR Enforcement Tracker weist für 2025 europaweit weiterhin Bußgelder in Milliardenhöhe aus. Das verstärkt die Tendenz, lieber mehr zu dokumentieren und abzusichern als zu wenig.

Fachliche Begleitung gewinnt an Relevanz

Die Rechtsunsicherheit, die 57 Prozent der befragten Unternehmen als Kostentreiber nennen, löst keine Software allein. Ob ein Unternehmen unter NIS2 fällt, ob ein KI-System als Hochrisiko gilt, ob ein Dienstleister in den USA mit Standardvertragsklauseln zulässig ist: Das sind Auslegungsfragen, die jemand beantworten muss, der die Regelwerke und das Unternehmen kennt. Wer kein eigenes Legal- oder Security-Team hat, kauft diese Einordnung entweder als Beratung hinzu oder wählt eine Plattform, die sie mitbringt. 
 
 

Fazit: Welches Betriebsmodell dein Unternehmen braucht

heyData und Vanta lösen dasselbe Problem mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Vanta automatisiert die technische Kontrolle über eine sehr große Integrationslandschaft und richtet sich an Unternehmen, die Fachwissen im Haus haben oder über Partner beziehen.
heyData kombiniert Automatisierung, frameworkübergreifende Wiederverwendung und AI-Governance mit juristischer und InfoSec-Begleitung, hostet seit 2020 in Deutschland und übersetzt DSGVO, ISO 27001, NIS2 und EU AI Act in geführte Prozesse. Entscheidend ist deshalb weniger die Herkunft als das Betriebsmodell, das zu den eigenen Ressourcen passt.
heyData ist eine gute Wahl, wenn du ...
  • DSGVO, ISO 27001, NIS2 und EU AI Act in einer Lösung betreiben willst und dabei eine Ansprechperson brauchst, die Auslegungsfragen beantwortet
  • kein eigenes Legal- oder Security-Team hast und die externe Datenschutzbeauftragte gleich mitbuchen möchtest
  • Hosting in Deutschland ohne Zusatzkonfiguration und ohne Subprozessoren außerhalb der EU als Bedingung setzt
  • Support auf Deutsch brauchst, den Vanta nicht anbietet, und feste Reaktionszeiten je Paket bevorzugst
Vanta ist eine gute Wahl, wenn du ...
  • neben ISO 27001 und GDPR auch SOC 2, HIPAA oder FedRAMP für internationale Kund*innen nachweisen musst
  • einen großen Tech-Stack betreibst und die Kontrollen über viele Integrationen stündlich automatisch prüfen lassen willst
  • im Enterprise-Vertrieb regelmäßig Security Questionnaires beantwortest und ein öffentliches Trust Center brauchst
  • ein englischsprachiges Security-Team hast, das Einordnungsfragen selbst oder mit Auditor*innen klärt
  • die EU-Region in Frankfurt als Datenhaltung ausreicht und du die Subprozessorenliste selbst prüfst
Beide Anbieter bieten Demos an. Wer heyData und Vanta parallel anschaut, sollte dieselben drei Fragen mitnehmen: Wo liegen die Daten und die Subprozessoren, wer beantwortet die nächste Auslegungsfrage, und was kostet das zweite Framework.
Nils Knäpper

Nils ist Senior SEO-Texter bei OMR Reviews und im Content-Team die erste Adresse für KI-Themen. Er testet, wo sich Recherche, Analyse und Textproduktion automatisieren lassen, und baut die Workflows dafür selbst. Programmieren hat er nie gelernt. Das hält ihn nicht davon ab: Dank Vibe-Coding entsteht das meiste in Eigenbau. Abschalten geht trotzdem ohne KI, dann produziert er nämlich in Ableton Live Techno.

Dieser Artikel erscheint auf OMR Reviews – der führenden DACH-Plattform für B2B-Software-Bewertungen, Software-Vergleiche, Agenturen, Business Services und B2B-Tech-Content. Mit mehr als 80.000 verifizierten Bewertungen und 12.000+ gelisteten Tools hilft OMR Reviews Unternehmen dabei, passende Software-Lösungen und Dienstleister fundiert zu recherchieren, zu vergleichen und bessere Entscheidungen zu treffen.

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Governance, Risk & Compliance
Governance, Risk & Compliance (GRC)-Software unterstützt Unternehmen dabei, ihre internen Richtlinien, Risikomanagement-Strategien und Compliance-Vorgaben systematisch und effizient zu verwalten. Diese Lösungen richten sich an Organisationen verschiedenster Branchen, die hohen regulatorischen Anforderungen unterliegen und komplexe betriebliche Risiken absichern müssen, wie beispielsweise im Finanzwesen, Gesundheitswesen und der Fertigungsindustrie. GRC-Software erleichtert es, Regelkonformität zu gewährleisten, Prozesse transparent zu gestalten und proaktive Maßnahmen zur Risikominderung zu ergreifen.
Datenschutz Management
Datenschutz-Softwares sind Programme, um den Schutz von persönlichen Daten und digitale Privatsphäre zu gewährleisten. Diese Tools können auf verschiedene Arten arbeiten, zum Beispiel, indem sie bösartige Software erkennen und entfernen, den Zugriff von außen auf ein Netzwerk beschränken, Daten verschlüsseln oder Tracking-Technologien blockieren. Das Ziel ist, Eure persönlichen Daten und Privatsphäre zu schützen und sicherzustellen, dass sie nicht von Dritten missbraucht werden. Für Unternehmen sind besonders Tools von Bedeutung, die die Einhaltung der DSGVO sicherstellen. Der Grund dafür ist simpel: Spätestens seit Einführung der Datenschutz-Grundverordung im Mai 2018 können Unternehmen hohe Geldstrafen drohen, wenn sie die personenbezogenen Daten von Nutzer*innen nicht ausreichend schützen. Damit sind solche Tools unabdingbar für Datenschutzbeauftragte. 

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