Wie dieser Bankkaufmann aus Gummersbach heute als Influencer 9 Millionen Chinesen erreicht

Thomas Derksen

Thomas Derksen (r.) während der Podcast-Aufnahme mit Philipp Westermeyer

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Thomas Derksen spricht im OMR Podcast über Influencer-Kampagnen für deutsche Brands und die heißesten China-Plattformen

Schon als Schüler war Thomas Derksen zum ersten Mal in China und verliebte sich sofort in das Land. Heute lebt er mit seiner Frau in Shanghai und begeistert mit seinen Videos, die er auf verschiedenen Plattformen postet, Millionen Chinesen. Wie der 30-Jährige vom Bankkaufmann zum Influencer im Reich der Mitte wurde, mit welchen Content-Ideen er dort für Verkaufserfolge deutscher Unternehmen sorgt und welche Plattformen in China aktuell angesagt sind, erzählt Thomas Derksen im OMR Podcast.

„2012 habe ich meine zukünftige Frau Liping bei einer Party in Shanghai kennengelernt“, sagt Thomas Derksen im OMR Podcast zu Philipp Westermeyer. „Jetzt ist sie das Brain hinter der Marke Afu.“ Unter dem Spitznamen „Afu“ ist der gebürtige Gummersbacher in China bekannt und hat laut eigenen Angaben neun Millionen Follower auf insgesamt 21 Plattformen.

In seinen Videos berichtet er in perfektem Chinesisch oft mit einem Augenzwinkern von seinem Alltag in Shanghai, dem Zusammenleben mit seiner Frau und seinen Erfahrungen mit seinen chinesischen Schwiegereltern. Laut Derksen lieben die Chinesen diesen humorvollen Blick auf die eigene Kultur. Nebenbei verhilft der 30-Jährige deutschen Brands durch Erwähnungen in seinen Videos zu mehr Bekanntheit in China.

Per Zufall zu zehn Millionen Views

Seit 2016 lebt Derksen in Shanghai und hat seine riesige Reichweite in kurzer Zeit aufgebaut. Auslöser war ein Zufall. „Wir wollten zuerst eine Beratung für deutsche Unternehmen machen“, erzählt Derksen. „Wir haben dann durch Zufall ein Video gemacht, in dem ich meine chinesische Familie auf’s Korn nehme. Das fanden die Chinesen so witzig, dass es innerhalb von 24 Stunden viral gegangen ist – auf Wechat und anderen Plattformen.“ Aus dem Stand habe das Video mehrere Millionen Views verzeichnet, heute komme es auf insgesamt zehn Millionen Views.

Nach einer Zeit des Reichweitenaufbaus mit solchen Sketch-Videos drehe er jetzt eher längere Formate. „Wir sind mittlerweile dazu übergegangen, mehr Vlogs zu machen. Das ist auf vielen verschiedenen Plattformen nochmal viel erfolgreicher als die vorherigen Formate“, so Derksen. „So ein Video erreicht schon mehrere Millionen Menschen. Gute über zehn Millionen, weniger gute dann eher zwei Millionen.“ Mit seiner Reichweite wäre Derksen in Deutschland ein Influencer-Star, in China liegt er laut eigener Aussage eher im Mittelfeld. „In meiner Nische bin ich in China aber an der Spitze“, sagt er.

Dreifacher Umsatz nach Wohlfühl-Video

Als Brückenbauer zwischen China und Deutschland haben vor allem deutsche Unternehmen Derksen als Botschafter entdeckt. „Ich sage zu den Brands immer: Ich kann nicht garantieren, dass ich deine Umsätze verdreifache, aber ich kann deiner Marke eine Story in China geben“, sagt Derksen. „Du musst hier viel Geld für Marketing in die Hand nehmen, um die Marke erst einmal bekannt zu machen.“

Derksen hat bereits für Marken wie Alpecin (Dr. Wolff), Rossmann und Fond of, die Rucksackmarke hinter Ergobag, Kampagnen durchgeführt. Für letztere habe er zum Beispiel zwei Videos gedreht – unter anderem sein in Sachen Views erfolgreichstes. Dafür ist er mit einem Taxifahrer spontan zu dessen 600 Kilometer entfernt lebender Familie gefahren und hat dort Ergobags an das überraschte Kind des Fahrers verschenkt. „Ich will den Leuten in Deutschland und China mit solchen Videos zeigen, dass wir gar nicht so verschieden sind“, sagt der Influencer.

Warum Creator in China KOLs heißen, welche Plattform aus Derksens Sicht das größte Potenzial hat und wie er aktuelle China-Kontroversen sieht, erfahrt Ihr im neuen OMR Podcast.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:

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Alle Themen des Podcasts mit Thomas Derksen im Überblick:

  • Wie gut ist das Chinesisch von Thomas Derksen? (ab 03:12)
  • Wie ist Derksen vom Bankkaufmann aus Gummersbach zum China-Influencer aus Shanghai geworden? (ab 04:14)
  • Wie er durch Zufall seinen ersten Viral-Erfolg gelandet hat (ab 07:41)
  • Mit welcher Art von Content hat Derksen Millionen Follower gesammelt? (ab 09:59)
  • Über welche Plattformen und Kanäle können deutsche Unternehmen ihre Produkte in China verkaufen? (ab 14:30)
  • Thomas Derksen folgen in China etwa neun Millionen Fans. Damit liegt er in dem riesigen Land nur im Influencer-Mittelfeld. Warum er seine Nische trotzdem dominiert (ab 15:52)
  • Social Scoring – also die großflächige Überwachung des Alltags vieler Chinesen – ist in westlichen Medien ein großes Thema. Wie steht Derksen dazu? (ab 18:04)
  • Die US-Basketball-Profiliga NBA hat nach Tweets eines Mitarbeiters zu den Hongkong-Protesten Probleme mit der chinesischen Regierung bekommen. Wer hat da aus Derksens Sicht den Fehler gemacht? (ab 22:10)
  • Wie ist sein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung in China? (ab 24:34)
  • Welche Kampagnen für deutsche Unternehmen sind bei Derksen am besten gelaufen bisher? (ab 26:41)
  • Wie sieht sein Alltag als Influencer aus? Und was verdient man mit dem Business in China? (ab 32:40)
  • Gibt es Selfie-Alarm, wenn Derksen in Shanghai über die Straße läuft? (ab 38:28)
  • Wie sieht sein Follower-Wachstum aktuell aus? (ab 40:50)
  • Welche Plattform-Trends sieht Thomas Derksen in China derzeit? (ab 42:58)
  • Gibt’s auch Plattformen in China, die so abgefahren sind, dass selbst Derksen sie nicht versteht? (ab 46:44)
  • Ein kleiner Blick in Thomas Derksens Privatleben (ab 48:21)
  • Wie steht er zur Masse an China-Erklärern? (ab 52:08)
  • Was sind die wichtigsten Hebel, um als deutsche Brand in China erfolgreich zu sein? (ab 53:41)
  • Was sollten die Deutschen von den Chinesen lernen? Und wie steht das Land zum Umweltschutz? (ab 57:00)

Viel Spaß beim Anhören – und vielen Dank für jede positive Bewertung!

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