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Axel-Springer-Vorständin Stephanie Caspar: Doppelt so viele neue Paid-Abos wie vor Corona

Axel-Springer-Vorständin Stephanie Caspar

Axel-Springer-Vorständin Stephanie Caspar

Die Medienmanagerin spricht im OMR Podcast über Traffic-Rekorde, die Idealo-Explosion und kriselnde Kleinanzeigen-Geschäfte

Kaum jemand kann so gut Auskunft darüber geben, wie die Corona-Krise das Medien- und Marketing-Business derzeit trifft, wie Stephanie Caspar: Sie verantwortet bei Axel Springer das deutsche Mediengeschäft und die Digitalvermarktung mit Media Impact. Im OMR Podcast erzählt Caspar, warum eine reine Verdopplung täglicher neuer Paid-Abos bei Bild und Welt sie noch nicht glücklich machen, welche Geschäftsfelder bei Axel Springer gerade am meisten leiden und ob KKR seine Milliarden-Investition in das Unternehmen schon bereut.

„Ich bin gerade wie so viele im absoluten Ausnahmezustand“, sagt Stephanie Caspar direkt zu Beginn des OMR Podcasts zu Philipp Westermeyer. „Auch bei mir sind die Übergänge von Beruf und Privatem fließend geworden.“ Stephanie Caspar ist derzeit die einzige Frau im Vorstand von Axel Springer und ist in einer übergreifenden Rolle für die nationalen Medienmarken, die Digitalvermarktung innerhalb von Media Impact und auch Idealo verantwortlich. „Das ist in manchen Bereichen derzeit eine echte Krise“, sagt sie. „Aber bei Idealo können wir uns vor neuen Kunden gar nicht retten.“ Als große E-Commerce-Plattform schwimme Idealo in einem ähnlichen Fahrwasser wie Amazon. Das US-Unternehmen ist gerade so viel wert wie noch nie.

Digitale Abos helfen

„Am härtesten getroffen sind die Kleinanzeigen-Geschäfte“, sagt Caspar. Wie in so einer Krise zu erwarten, fehlen dem Job-Portal Stepstone und Springers Immobilien-Portalen aktuell Nutzer und Kunden. Irgendwo zwischen dem Idealo-Hoch und der Stepstone-Niedergeschlagenheit reiht sich das nationale Mediengeschäft, angeführt von Bild und Welt ein. „Wir erleben einen Run auf unsere Marken und das, was unsere Redaktionen produzieren“, sagt die Springer-Managerin mit Blick auf Traffic-Rekorde im März. „Ich bin auch immer noch ganz zufrieden mit den Werbeerlösen.“ Nach erstem Zögern würden Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen wieder bei den Medienmarken Anzeigen schalten – vor allem mit Branding-Statements zur Krise. „Wenn gerade etwas zu holen ist im Werbemarkt, holt sich Bild davon ein großes Stück“, so Caspar.

Im Print-Bereich fällt derzeit das lukrative Bahnhofsgeschäft größtenteils aus. Demgegenüber verzeichne das digitale Paid-Business von Bild und Welt große Zuwächse. Im März 2020 habe sich die Zahl neuer Digital-Abos pro Tag verdoppelt – getrieben durch das große Interesse an Corona-Themen. Vor allem nutzwertige Artikel, die in die Lebenswelt der Nutzer hereinragten, würden viele neue Abonnenten bringen. Zur genauen Zahl abgeschlossener Digital-Abos hüllt sich Caspar aber in Schweigen. Einzelne Tage würden Neu-Abonnenten im fünfstelligen Bereich bringen. Das seien aber Ausreißer. „Nicht nur die Zugänge sind interessant, viel wichtiger ist die Aktivität und was die neuen Abonnenten lesen“, sagt Stephanie Caspar. „Es liegt an uns, etwas daraus zu machen. Wir haben jetzt die Chance, dass sich Menschen an unser Produkt gewöhnen und wir Teil ihres Alltags werden.“ Erste Ergebnisse aus dem März würden zeigen, dass frisch hinzugewonnene Abonnenten in der Corona-Phase keine höhere Kündigungsrate aufweisen, als Nutzer, die in den vorherigen Monaten ein Abo abgeschlossen haben.

Wachstumsstrategien trotz Print- und Corona-Krise

Digitale Bezahlinhalte sind aber nur ein Wachstumsbereich, den Caspar im Mediengeschäft ausgemacht hat. Immer wichtiger werde etwa die Verknüpfung von Content mit weiterführenden Customer Journeys in Richtung E-Commerce- und Service-Angebote. Und natürlich sollen neue Video- und Audio-Formate für neue Vermarktungschancen sorgen. Für viel Aufsehen hatte zuletzt ja die Live-Video-Offensive der Bild gesorgt. Seit dem 1. Januar 2020 laufen täglich Live-Formate auf Bild.de. Vor wenigen Tagen hatte das Unternehmen dafür sogar eine Rundfunklizenz erhalten. „Die brauchen wir, weil wir ganz viel ausprobieren wollen“, sagt Caspar. „Wir müssen nicht das, was das Fernsehen schon perfektioniert hat, auch noch machen.“

In der aktuellen Phase zeige sich, dass der Plan von Bild Live aufgehe, mit bescheidenen Mitteln zu starten. Reporter bekommen iPhones, Gäste werden per Videochat ins Studio geschaltet – auch schon vor Corona. „Ich habe von vielen Fernsehleuten gehört: ‚Uh, das ist aber qualitativ nicht gut genug“, so Caspar. „Ich habe das eher anders gesehen. Diese Unmittelbarkeit ist irgendwie modern und besonders. Plötzlich machen es alle.“ Am Ende stehe das Ziel, mit Bild Live auch jüngere Zielgruppen zu erreichen und Geldtöpfe anzuzapfen, die noch im vergangenen Jahr direkt im Fernsehen gelandet wären.

Wie das Geld von KKR bei Investitionen in diese neuen Formate helfen soll, wie eine geheimnisumwobene Software von Palantir die Analyse der Customer Journeys bei Axel Springer auf eine neue Stufe gehoben hat und was es mit dem Zusammenlegen von Gründerszene und Business Insider Deutschland auf sich hat, erfahrt Ihr im OMR Podcast mit Stephanie Caspar.

Unsere Podcast-Partner im Überblick:


Wo könnte man besser auf einen Podcast hinweisen, als in einem Podcast? „Digitale Vorreiter powered by Vodafone“ ist, wie der Name schon sagt, ein Format unserer Freunde aus Düsseldorf. Gastgeber ist OMR-Buddy Christoph Burseg und er hatte Dr. Anke Diehl, Digital Change Managerin am Uniklinikum Essen zu Gast. Dabei ging es nicht nur um Themen wie Virtual Reality in der Medizin, sondern auch um Medizin-Technologie in Corona-Zeiten. Hier geht es zur Folge.

Wenn Euer Business aktuell in den eigenen vier Wänden stattfindet, hat Vodafone ein Angebot für Euch: das Homeoffice Paket für Geschäftskunden, das unter anderem sechs Testmonate lang kostenlos Microsoft Office 365 beinhaltet. Oder den Gigacube Flex, die Plug-and-Surf-Lösung, die schnelles Internet dorthin bringt, wo es bislang nicht verfügbar war und nun dringend benötigt wird. Mehr Infos bekommt ihr hier.

Und noch ein Podcast-Tipp. Wir möchten Euch hier wärmstens die „Innovator Sessions“ empfehlen, dem Podcast des Magazins Innovator von The Red Bulletin. Nach dem Motto „Lernen von Pionieren“ laden die Hosts Laura Lewandowski und Flemming Pinck zu jeder Folge Personen ein, die ganz konkrete Tipps geben können. Zu Gast war unter anderem bereits Sebastian Kienle – immerhin einer der besten Triathleten der Welt. Absolute Hörempfehlung! Überzeugt Euch am besten hier selbst.

Die Realtime-Marketresearch-Experten von Appinio sind auch mal wieder dabei. Die Kollegen machen Kundenbefragungen und Marktstudien quasi in Echtzeit. User beantworten Eure Fragen innerhalb der Appinio-App – und liefern so repräsentatives Feedback nach nur wenigen Minuten. Zu den Unternehmen, die davon bereits profitieren, gehören unter anderem Red Bull, VW, About You und viele mehr. Wenn Ihr den Dienst auch mal ausprobieren wollt: Schreibt einfach eine Mail an omr@appinio.com und erhaltet Rabatt auf das erste Projekt.

Das Hamburger Unternehmen WorkGenius versorgt Euch mit genau den richtigen Freelancern. Die Kollegen haben 300.000 Freelancer auf ihrer Plattform und finden mit Hilfe von künstlicher Intelligenz genau die richtigen Leute für Eure offenen Jobs. Das hat das Team auch schon für Kunden wie About You, Spryker und Lidl bewiesen. Ihr wollt mehr erfahren? Dann schreibt einfach eine Mail an omr@workgenius.com.

Am Ende noch ein Hinweis in eigener Sache: Mit Finance Forward haben wir gemeinsam mit der Capital eine Medienmarke zu Fintechs, Banken, Blockchain und allem was dazu gehört am Start. Dazu gehört natürlich auch ein eigener Podcast. Schaut mal rein unter financefwd.com. Beim Podcast gibt sich das Who is Who der Szene die Klinke in die Hand. Aktuell ist Ratepay-Gründerin Miriam Wolfarth zu hören. Scalable Capital-Gründer Erik Podzuweit war auch schon dabei – abonniert auf jeden Fall den Finance-Forward-Podcast.

Alle Themen des Podcasts mit Stephanie Caspar von Axel Springer im Überblick:

  • Wie sind die Zeiten aktuell als Vorständin bei Axel Springer? (ab 04:45)
  • Ein kleiner Rückblick auf Stephanie Caspars Karriere (ab 06:41)
  • Wie ist die aktuelle Situation bei unterschiedlichen Geschäftsbereichen von Axel Springer: Wo wird das Unternehmen hart getroffen und wo profitiert es vielleicht sogar? (ab 08:46)
  • Warum bekommt gerade Idealo aktuell so einen starken Push? (ab 11:24)
  • Wie wirken sich die Corona-Krise und der gestiegene Traffic auf das Paid-Geschäft der Medienmarken von Axel Springer aus? (ab 13:38)
  • Wie funktioniert die aktuell alltägliche Live-Berichterstattung für Bild.de? (ab 20:33)
  • Welche Entwicklung erwartet Caspar beim Classifieds-Geschäft mit Job- und Immobiliensuche in den kommenden Monaten? (ab 27:55)
  • Es war zu lesen, dass Axel Springer mit der Palantir-Software Foundry arbeiten will – die soll durch Datenanalyse besser zeigen, welche Nutzer bald ihr Abo kündigen und vieles mehr. Wie funktioniert die Software genau? (ab 31:14)
  • Noch vor Kurzem hat sie Springer-Aktien gekauft – warum hat sie das kurz vor dem Abgang von der Börse gemacht? (ab 33:16)
  • Wäre auch jetzt noch so ein Deal mit KKR möglich, wie ihn Axel Springer vor ein paar Monaten geschlossen hat? (ab 34:52)
  • Wie geht es dem Affiliate-Player Awin (ehemals Zanox) derzeit? (ab 42:18)
  • Welche Branchen werben derzeit vor allem bei Bild und Welt? (ab 43:23)
  • Kann man Stephanie Caspar als oberste Vermakterin von Axel Springer bezeichnen? (ab 45:23)
  • Ein kleiner Ausflug in das Print-Geschäft: Wie wirkt sich die Corona-Krise auf den Straßenverkauf aus? (ab 47:09)
  • Die einhellige Meinung vieler Podcast-Gäste bisher: Entwicklungen, die es andernfalls auch aber langsamer gegeben hätte, kommen jetzt mit einem Schlag. Wie äußert sich das bei Axel Springer? (ab 48:39)
  • Es gab viele Gerüchte um einen Kauf von Ebay Kleinanzeigen – sind solche potenziellen Investitionen jetzt eher vom Tisch? (ab 53:11)
  • Gründerszene soll in der deutschen Variante von Business Insider aufgehen. Was steckt hinter der Strategie? (ab 54:40)
  • Warum Axel Springer im Medienbereich eher auf die Akquise kleinerer Unternehmen setzt, als auf den großen Knall – und warum es bei Classifieds vielleicht eher andersherum ist (ab 58:35)

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