So missbrauchen Affiliates die Accounts von Usern bei Facebook
Roland Eisenbrand16.6.2014
Inhalt
- „Gewinne, Gewinne, Gewinne“: Schickt uns Eure skurrilste Affiliate-Marketing-Geschichte, für den Sieger gibt’s Tickets
- Branche mit 200 Millionen US-Dollar Umsatz?
„Gewinne, Gewinne, Gewinne“: Schickt uns Eure skurrilste Affiliate-Marketing-Geschichte, für den Sieger gibt’s Tickets
Ein Chat-Fenster poppt auf, in dem Euch ein Freund einen Link zu einem iPad-Gewinnspiel schickt. Doch die Nachricht stammt gar nicht von Eurem Kontakt, sondern von jemandem, der sich offensichtlich Zugang zum Account Eures Freundes verschafft hat. – Dieses Phänomen kursiert derzeit bei Facebook. Hinter solchen Praktiken steht mittlerweile offenbar ein eigener kleiner Wirtschaftszweig.
Betrieben wird die „Ausgewählter Gewinner“-Website laut Impressum von Planet 49, einem Frankfurter Anbieter von Lead- und Adressgenerierung. Offensichtlich nutzt das Unternehmen die Website, um E-Mail-Adressen von Verbrauchern abzufischen. Anzunehmen ist, dass ein Affiliate-Partner des Unternehmens pro vermittelte E-Mail-Adresse eine Provision kassiert.
Wie sich der Affiliate Zugang zu den Nutzerkontos verschafft, ist unklar. Herangetragen wurde die Geschichte an uns durch einen Leser. Der von ihm mitgeschickte Screenshot zeigt offenbar keinen Einzelfall: Auch das Blog Mimikama schreibt über das Phänomen.
Branche mit 200 Millionen US-Dollar Umsatz?
Affiliate Marketing bei Facebook ist offenbar keine Seltenheit, doch bisher wurden dafür keine Accounts gekapert, sondern über Fanseiten Affiliate-Links gepostet. Experten schätzen, dass Marketer mit dieser Praxis bei Facebook jährlich insgesamt 200 Millionen US-Dollar verdienen. „Die Spam-Poster bekommen durchschnittlich 13 US-Dollar für Posts auf Seiten, die mehr als 30.000 Fans haben, und bis zu 58 US-Dollar für Posts, die mehr als 100.000 Fans haben“, sagte der italienische Marktforscher Carlo De Micheli gegenüber dem britischen Guardian. Er hatte gemeinsam mit Andrea Stroppa mehrere hunderttausend Facebook-Posts analysiert.
Erst in der vergangenen Woche hatten wir darüber berichtet, wie Affiliates die Reichweite von neuen Plattformen wie Snapchat und Tinder nutzen, um Klicks zu generieren. Wir wollen diese Serie nun fortsetzen und rufen Euch deswegen dazu auf, uns die skurrilsten, dreistesten und listigsten Affiliate-Marketing-Beispiele, die ihr kennt, zuzuschicken. Den krassesten Fall belohnen wir mit zwei Tickets für unsere Rockstars Aftershow am 10. September in Köln!
Einsendeschluß ist Ende dieser Woche!
Update: Wir haben bei Facebook nachgefragt, ob es erlaubt ist, auf Facebook-Seiten Affiliate Links zu posten. Ein Sprecher antwortete uns: „Affilate Links müssen von uns, also dem Facebook-Ansprechpartner, bewertet und freigegeben werden, sonst verstoßen sie gegen unsere AGB.“
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