SEO in den Sand gesetzt: Wie Juke bei Google Simfy das Feld überlässt

Trotz identischem Produkt ist der Dienst von Media-Saturn deutlich weniger sichtbar

(Foto: Sister72 / Flickr / CC BY-NC-ND 2.0)

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Die beiden Streaming-Dienste Simfy (Holtzbrinck) und Juke (Metro-Gruppe) verkaufen im Grunde dasselbe Produkt: den Zugriff auf einen Musikkatalog von rund 25 Millionen Songs. Mit knapp 10 Euro Monatsgebühr ist sogar der Preis identisch. Doch hinsichtlich ihrer Sichtbarkeit in den organischen Suchergebnissen von Google sind die beiden Dienste Welten voneinander entfernt.

Denn während Google von Simfy gut 31 Millionen einzelne Seiten indexiert hat, sind es bei Myjuke.com, der Hauptdomain von Juke, nur 845. Für Myjuke.de listet Google immerhin knapp 25.000 Ergebnisse. User, die Myjuke.de aufrufen, werden jedoch auf Myjuke.com/de umgeleitet.

sichtbarkeitsindex simfyAuch wenn SEO nicht der wichtigste Kundengewinnungskanal für Streaming-Dienste sein mag, ist es doch erstaunlich, wie sehr Juke in den organischen Suchergebnissen von Google dem Konkurrenten Simfy das Feld überlässt. Das drückt sich auch in den vom SEO-Tool-Anbieter Sistrix ermittelten Sichtbarkeitsindizes der beiden Seiten wider (s. Screenshots). Laut dem Statistikdienst Similar Web* verzeichnet Simfy dementsprechend mehr Traffic über Suchmaschinen als Juke.

Javascript als negativer SEO-Faktor

sichtbarkeitsindex myjukeBei Juke liegt offenbar ein Großteil des Contents hinter Javascript – und ist damit für Google unsichtbar. Der Dienst wird von 24-7 Entertainment betrieben, einer Tochter von Media-Saturn. Offenkundig setzt das Unternehmen deutlich stärker auf den Vertrieb in den Filialen des Mutterunternehmens und über dessen Online-Shops. So ist Juke beispielsweise auf Mediamarkt.de eingebunden. Auch über Partner wie Axel Springer und Mobilcom Debitel versuchen die Betreiber des Dienstes neue Nutzer zu gewinnen.

Simfy ist demgegenüber im On-Page-SEO aktiver und nutzt auf der eigenen Website offenbar die Möglichkeiten des Content Marketings. Die Betreiber haben beispielsweise augenscheinlich für jeden Künstler, von dem Songs im Musikkatalog des Dienstes zu finden sind, eine eigene Profilseite eingerichtet:
kuenstlerprofile bei simfy

Simfy ist laut eigenen Angaben im deutschen Markt derzeit die Nummer zwei unter den Streaming-Diensten – auf dem ersten Platz dürfte vermutlich der schwedische Dienst Spotify liegen. Juke hat bisher keine Nutzerzahlen und Ergebnisse kommuniziert.

Dieser Case wurde beim jüngsten der von uns gemeinsam mit der Hamburg Media School veranstalteten Online Marketing Camps präsentiert. Wer von Euch in Sachen SEO fit werden möchte – hier entlang.

*Update vom 16.11.14: SimilarWeb verwendet für die Erstellung von Statistiken offenbar Daten, die das Unternehmen sowie Dritte ohne die ausdrückliche Zustimmung der Nutzer über Browser-Erweiterungen erhoben hat.

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