Pornhub ist eine Content-Marketing-Maschine: Hier sind ihre cleveren Methoden
Roland Eisenbrand21.5.2014
Inhalt
- Pornoportal schafft es mit cleveren Ideen in die Mainstream-Medien
- Superbowl-Spot wurde abgelehnt
- Content Marketing mit Nutzungsdaten
Pornoportal schafft es mit cleveren Ideen in die Mainstream-Medien
„Pornhub: The biggest archive of ‚nothing’“ – so der Slogan eines der 15 Finalisten (Bild: Pornhub-Campaign-Tumblr)
Die Videoplattform Pornhub hat die Finalisten ihres Werbewettbewerbs vorgestellt: 15 Teilnehmer sind im Rennen um den Posten als „Creative Director“ des Portals. Die Einreichungen sind wie von Wettbewerbsregeln vorgeschrieben jugendfrei und setzen auf humorvolle Andeutungen. Die „nutzergenerierte Werbekampagne“ ist eine weitere in einer langen Reihe von Aktionen, mit denen die Pornhub-Betreiber nahezu kostenfrei weltweit Aufmerksamkeit und Werbeeffekte erzielen.
Dass Online-Marketer im Porno-Bereich äußerst kreativ sein können, hat vor zwei Jahren schon Youporn-Marketingchef Daniel Schiemann mit seinem Vortrag auf unserer Konferenz bewiesen. In den vergangenen Monaten haben in der Branche vor allen Dingen die Betreiber von Pornhub von sich Reden gemacht.
Dass Online-Marketer im Porno-Bereich äußerst kreativ sein können, hat vor zwei Jahren schon Youporn-Marketingchef Daniel Schiemann mit seinem Vortrag auf unserer Konferenz bewiesen. In den vergangenen Monaten haben in der Branche vor allen Dingen die Betreiber von Pornhub von sich Reden gemacht.
Superbowl-Spot wurde abgelehnt
Pornhub schlägt mit Aktionen wie diesen zwei Fliegen mit einer Klappe: Zum einen verbreitet das Portal Werbung ohne Schaltkosten dafür bezahlen zu müssen. Zum anderen gelingt es damit den Betreibern, in die Mainstream-Medien zu gelangen – was bisher für Porno-Firmen schwer war: „Wir mussten kämpfen um öffentliche Aufmerksamkeit zu bekommen. Porno war ein Tabu für die Mainstream-Medien und sie haben nur widerstrebend über uns geschrieben – Werbung konnte man ganz vergessen“, sagte Pornhub-Vize Corey Smith gegenüber dem Branchendienst Betabeat. „Mit der Weiterentwicklung der Online-Werbung und durch diverse Marketing- und PR-Erfolge konnten wir jedoch einen deutlichen Fortschritt erzielen.“
Anfang 2013 hatte Pornhub versucht, bei der US-TV-Station CBS einen (ebenfalls jugendfreien) Spot für eine Werbepause beim Superbowl zu schalten. Der Sender lehnte dies jedoch ab – die Portalbetreiber verbreiteten den Spot daraufhin im Internet. Bereits mit dieser Maßnahme generierte Pornhub eine beachtliche Online-Berichterstattung.
Content Marketing mit Nutzungsdaten
Im Unternehmensblog veröffentlichen die Pornhub-Macher zudem regelmäßig „Insights“: Auswertungen der Nutzungsdaten der Plattform. Anfang Mai fanden sich dort auch Daten über die Nutzung von Pornhub in Deutschland, etwa darüber, welche Bundesländer täglich am längsten oder am meisten auf Pornhub aktiv sind. Auch diese Zahlen wurden von Medien wie Bild.de, N24 und Golem aufgegriffen.
Vermutlich war dieser Blog-Eintrag nicht der letzte dieser Art: „Wir haben Tonnen um Tonnen von Daten, die die Menschen wissen wollen“, so Corey Price. „Die Leute haben unsere Daten vielleicht am Anfang nicht ernst genommen, aber irgendwann haben wir es hinbekommen, dass unser Name ein Synonym für interessante Informationen und Insights wurde.“

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