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Erst Internet- und VC-Legende, heute Hotelier: Die irre Geschichte von Jan Henric Buettner

Jan Henric Buettner (r.) mit Philipp Westermeyer

Jan Henric Buettner (r.) mit Philipp Westermeyer im OMR Office

Im OMR Podcast erzählt der heutige Weissenhaus-Macher, wie er AOL und das VC-Business nach Deutschland geholt hat

Wer investiert einfach mal 100 Millionen Euro in ein verfallenes Gutshaus an der Ostsee, um daraus eine der ersten Hotel-Adressen des Landes zu bauen? Dazu braucht es einen Menschen wie Jan Buettner. Er hat in den 90ern AOL Europe aufgebaut und schon vor dem Platzen der Dotcom-Blase in US-Startups investiert. Im OMR Podcast erzählt er von seiner Zeit im frühen Digitalgeschäft, seiner Milliarden-Klage gegen Bertelsmann und seinem Hotelprojekt an der Ostsee.

„Ich brauche immer einen Anreiz, etwas Neues zu machen“, sagt Jan Buettner im OMR Podcast zu Philipp Westermeyer. „Da bin ich eher Jürgen Klinsmann als Jogi Löw.“ Dieser Drang, sich nicht auf dem Erreichten auszuruhen und bei der Suche nach neuen Unternehmungen nach den großen Trends zu schauen, zeichnet die Karriere des 55-Jährigen aus. Er startet bei Axel Springer, wo er Anfang der 90er in der Beteiligungs-Abteilung vergeblich versucht, die D2-Mobilfunk-Lizenz zu gewinnen. Später wird er Assistent des damaligen Vorstandsvorsitzenden Peter Tamm. Für Springer baut er in der Folge mit VideoTel einen der weltweit ersten Onlinedienste. So startet sein Einstieg in die damals noch sehr junge digitale Welt.

AOL Europe und erste VC-Schritte

„Ich hatte mich mit Leo Medienkonzepte selbstständig gemacht und führte damals Gespräche mit AOL und Microsoft wegen einer möglichen Übernahme“, so Buettner. „Auf der Suche nach einem Finanzpartner kam schnell Bertelsmann ins Spiel.“ Er und sein Geschäftspartner Andreas von Blottnitz fädeln 1994 einen Deal zwischen AOL und Bertelsmann ein. Als Joint Venture zwischen den Konzernen entsteht AOL Europe. Buettner wird Geschäftsführer von AOL Deutschland – Nachfolger seines Unternehmens Leo Medienkonzepte. „Das ist dann schnell in eine Vertriebsschiene gelaufen und die Firma ist so schnell gewachsen. Ich brauchte dann schnell was Neues“, erzählt er.

Schon 1997 verlässt er seinen AOL-Posten. „Ich habe mir dann gedacht: Der Ansatz von Venture Capital ist genau der richtige“, sagt Buettner. „Da gibt es das Alignment [dt. Angleichung, Anm. d. Red.] von Kapital, Ideen und Management – alle partizipieren am Wertzuwachs.“ Damals gehört Venture Capital noch zu unbekannteren Begriffen in Deutschland. „Ich bin dann ins Silicon Valley gegangen und hab einfach mal gefragt, wie es funktioniert“, erzählt er. Gut, dass Bertelsmann zu dem Zeitpunkt von seinen Fähigkeiten und Ideen überzeugt ist – mit dem Konzern als Partner baut er den 25-Millionen-Dollar-Fonds BV Capital auf. Daraus wird später E.ventures, heute immer noch einer der bekanntesten und renommiertesten deutschen Venture-Capital-Fonds, hinter dem mittlerweile die Otto Group steht.

Milliarden-Klage gegen Bertelsmann

Im Jahr 2000 verkauft Bertelsmann dann seinen 50-Prozent-Anteil von AOL Europe an den amerikanischen Mutterkonzern – für laut Buettner zehn Milliarden US-Dollar. Buettner hatte sich bei der Bildung des Joint Ventures Anteile gesichert, Bertelsmann habe jedoch keine Gewinnbeteiligung zahlen wollen. Also klagt Buettner.

Der Prozess dauert am Ende zwei Jahre. Jan Buettner und sein Partner Andreas von Blottnitz gehen mit einer 3,5-Milliarden-Dollar-Forderung in das Verfahren. Am Ende werden ihnen von einer US-Jury 209 Millionen US-Dollar zugesprochen. In einem Vergleich einigen sich die Parteien dann auf eine Zahlung von 160 Millionen.

Ein Haus am Meer – für 100 Millionen Euro

Nach dem kräfteraubenden Prozess und weiteren Jahren als Investor (später dann mit Otto und nicht mehr Bertelsmann) sucht er Mitte der 2000er nach einer neuen Herausforderung. „Das VC-Geschäft an sich ist ein seelenloses Geschäft“, sagt Buettner. „Zum Nullen sammeln bin ich nicht angetreten – weder Menschen noch Zahlen.“ Bei einem Besuch bei seinen Eltern habe seine Mutter ihm dann einen Zeitungsausschnitt gezeigt. Das Schloss Weissenhaus an der Ostsee, wo er mit seiner Familie immer wieder Urlaub gemacht hatte, stand zu Verkauf. „Das war ein totaler Schrotthaufen und sollte sechs Millionen Euro kosten“, erzählt Buettner. „Ich habe nur gedacht: Dann müssten sie mir das Dorf gleich mitverkaufen. Und dann hat die Gemeinde gesagt: ‚Das machen wir‘.“

Ohne Erfahrung in der Hotellerie habe er ein Jahr versucht, das Guthaus so zu betreiben, wie es die Pächter vor ihm getan hatten. Schlechter Erdbeerkuchen, wenige Besucher. „Im ersten Jahr habe ich 250.000 Euro Verlust gemacht“, sagt er. „Dann habe ich gedacht: Wenn du das weiter machst, mach es so, dass es nicht irgendein Hotel an der Ostsee ist. Sondern die Destination.“ Buettner hat bis heute 100 Millionen Euro in das Projekt gesteckt. Er restauriert mehrere Gebäude und schafft das „Weissenhaus Grand Village Resort & Spa am Meer“. 60 Zimmer – sehr exklusive Preise. „Die Nacht kostet im Durchschnitt 600 Euro“, so der jetzige Hotelier. Das Haus sei meistens ausgebucht.

Was Jan Buettner von Jeff Bezos gelernt hat, warum ein Besuch bei der ersten Cebit ihn inspiriert hat und welche seiner Investitionen Homeruns und welche Abschreibungen waren, hört Ihr im neuen OMR Podcast.

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