Steffen Henssler im OMR Podcast: TV-Koch mit Rampensau-Gen

Im OMR Podcast erzählt der Unternehmer, welcher Geschäftszweig für ihn der lukrativste ist.

OMR-Gründer Philipp Westermeyer hat Steffen Henssler interviewt. Foto: OMR

Steffen Henssler ist einer der bekanntesten deutschen TV-Köche, besitzt mehrere Restaurantketten, füllt als Live-Entertainer große Hallen und verkauft online erfolgreich eigene Kochutensilien. Wird er selbst nach seinem Jobtitel gefragt, nennt er sich einen "unterhaltenden Unternehmer". Im OMR Podcast hat er mit Philipp Westermeyer darüber gesprochen, welche Rolle ein Lottogewinn in seiner Karriere gespielt hat, wie er selbst zu Hause am liebsten kocht und was dazu geführt hat, dass mehrere seiner Sushi-Restaurants Insolvenz anmelden mussten.

Zack, zack, zack, fertig, hinsetzen, guten Appetit. So kocht Steffen Henssler am liebsten. "Ich bin jetzt keiner, der sich da eine Flasche Wein aufmacht, eine Schürze umbindet, Free-Jazz hört und drei Stunden kocht", sagt er, und seine Follower*innen auf Facebook, Tiktok und Instagram scheinen genau das an seinem Koch-Content zu schätzen. Die Videos auf dem Kanal "Hensslers schnelle Nummer" haben mitunter Millionen Aufrufe, so wie der gratinierte Curry-Blumenkohl. Steffen Henssler hat im Sterne-Restaurant gelernt, doch die Gerichte, die er auf Social Media teilt, sind denkbar simpel, schnell und vor allem: alltagstauglich. Diese Authentizität sei sein Erfolgsgeheimnis, glaubt der 51-Jährige. "Wenn du dir die ganze Kochszene mal anguckst, wer kocht denn da noch richtig?", fragt er, "Da gibt's keinen, der mehr kocht als ich."

"Live ist eine besondere Magie"

Unter der Marke Hensslers, die er ausgehend von den Kochvideos aufgebaut hat, betreibt der TV-Koch einen Onlineshop. Und der soll laut Henssler sehr erfolgreich laufen. Verkaufsschlager seien Pfannen, Messer, Gewürze, aber auch seine eigens produzierte Teriyaki-Sauce. "Die ganze Schnelle-Nummer-Geschichte wird immer mehr meine Hauptsäule", sagt er. Auf die Idee, Kochutensilien online zu verkaufen, kam er, weil die Zuschauenden reges Interesse an den Pfannen zeigten, die er beim Kochen vor der Kamera verwendete.

Die schnellen Gerichte sind auch das Herzstück der Live-Shows, mit denen er aktuell auf Tour ist: Bei der "Hensslers Schnelle Nummer"-Tour füllt Steffen Henssler große Hallen mit einer Mischung aus Koch-Show und Unterhaltung. "Du kommst hin, du lachst viel, du lernst ein bisschen was", beschreibt er die Show. Nur zu essen gebe es nichts: "Es riecht nur lecker." Henssler ist ein Koch mit Rampensau-Gen: "Wenn ich auf die Bühne gehe, das ist einfach ein absolutes Match". Und live, das sei noch mal eine ganz besondere Magie, auch im Vergleich zu seinen Fernsehshows.

Streit zwischen Investoren

Weniger Grund zur Freude bereiten aktuell wohl einige seiner Gastro-Projekte. Bei der Franchise-Sushi-Kette "Go by Steffen Henssler" gibt es aktuell Berichte, dass mehrere Ableger Insolvenzanträge eingereicht haben sollen. "Extrem explodiert" sei der Lieferdienst während Corona: "Wir sind extrem groß gewachsen, es sind auch Investoren reingekommen noch und nöcher." Doch zu viele Köche würden bekanntlich den Brei verderben, erklärt Henssler im Gespräch mit Philipp Westermeyer. Streit zwischen Investoren habe zu hohen Anwaltskosten geführt: "So viel Sushi kannst du gar nicht wegfahren, wie du verdienen musst." Aktuell werde die Sushi-Kette daher restrukturiert: "Die Kerninvestoren sind jetzt drin, wir sind wieder voll dabei und gehen wieder in dieses Wachstum so ein bisschen rein." Sogar neue Standorte seien geplant.

Ein anderes Gastro-Konzept, die Sushi-Kette Happi, die Henssler zusammen mit seinem Bruder gegründet hat, haben die beiden vorerst ganz zurückgezogen. "Das war eine Sushi-Reihe, wo wir gemerkt haben, dass es noch nicht ganz ausgereift ist, dass die Standortwahl nicht gut war. Da sind wir zu schnell ins Wachstum gekommen."

"Boah, Alter, warum hat das jetzt nicht funktioniert?"

Zeiten des Umbruchs also, aber er könne gut mit Rückschlägen umgehen, verrät Steffen Henssler. Einen Grund dafür sieht er in seiner Biografie. Er war erst neun Jahre alt, als seine Mutter jung starb, er habe also sehr früh gemerkt, wie schnell das Leben vorbei sein könne. Daher treibe ihn eine große Lebensfreude an. Die kommt ihm zugute, wenn's mal nicht nach Plan läuft: "Dinge, die nicht gut funktionieren, speziell so Businesssachen, natürlich nerven die mich und ich denk mir: Boah, Alter, warum hat das jetzt nicht funktioniert? Aber die touchen mich innerlich, also in meinem Selbstbewusstein, in meinem Gefühl fürs Leben beeinflusst mich das gar nicht."

Im OMR Podcast hat Steffen Henssler außerdem über seine Theorie gesprochen, warum so viele bekannte deutsche Köch*innen aus Hamburg kommen, welches außergewöhnliche Projekt er gerne mal auf die Beine stellen würde, wofür er gerne viel Geld ausgibt und wo er selbst in Hamburg am liebsten Italienisch essen geht.

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Tanja Karrasch
Autor*In
Tanja Karrasch

Tanja Karrasch ist Redakteurin bei OMR. Vor ihrem Wechsel arbeitete sie für die TV-Produktionsfirma Bavaria Entertainment und war als Redaktionsleiterin für zwei ZDF-Shows zuständig. Sie hat bei der Tageszeitung Rheinische Post volontiert und anschließend als Redakteurin gearbeitet.

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